Review

Marathon · Test

Veröffentlicht am 13.03.2026 von Makes87

Titelbild von Marathon (PC, PlayStation 5, Xbox Series X|S)

Intro

Extraction Shooter sind im Mainstream angekommen, neben Escape from Tarkov hat sich nun auch Arc Raiders besonders viele Fans gefunden. Viele sind aber auch gescheitert, auch die großen Namen wie Battlefield und Call Of Duty, konnten ihre Extraction Modi nicht etablieren. Nun kommt der Versuch von Bungie in diesem schwierigen neuen Markt Fuß zu fassen. Dafür wagen sie sich an einer Neuauflage ihres eigenen Klassikers aus 1994: Marathon.
Bungie, hat über die Jahre durch Halo oder Destiny viel Anerkennung gewonnen, das Entwicklerstudio sind also Experten für Shooter und Sci-Fi. Doch können Sie auch Exctration Shooter ? Findet es in diesem Review heraus.

Screenshot von Marathon

Willkommen auf TAU CETI IV

Die Geschichte beginnt an Bord der UESC Marathon, einem gewaltigen Kolonieschiff – geformt aus dem Marsmond Deimos, das im Orbit von Tau Ceti IV liegt. Nach dem verheerenden Angriff der außerirdischen Pfhor, der in der Original-Trilogie vor über 100 Jahren stattfand, verblieb das Schiff als Wrack im All.

Nun kehren wir als Runner nach Tau Ceti IV zurück, um die Überbleibsel der Kolonie zu erforschen und zu plündern. Runner sind lediglich ferngesteuerte kybernetische Hüllen im Besitz verschiedener Fraktionen, die erbittert um die Macht und die verlorenen Technologien auf Tau Ceti IV kämpfen.

Screenshot von Marathon

Gameplay & Steuerung

Das Gameplay von Marathon fängt das präzise Gunplay ein, für das Bungie bekannt ist, bettet es jedoch in die gnadenlose Struktur eines Extraction-Shooters ein. Der grundlegende Spielablauf führt euch als Runner auf die Oberfläche von Tau Ceti IV, wo ihr in einer Mischung aus First-Person-Shooter und taktischem Überlebenskampf nach wertvoller Beute sucht. Dabei ist Marathon kein klassischer Hero-Shooter. Zwar haben die Hüllen unterschiedliche Fähigkeiten, diese sind aber sehr gut ausbalanciert und fungieren eher als taktischer Bonus in den Schusswechseln. Jede Runde ist ein Wettlauf gegen die Zeit, da ihr nur 25 Minuten Zeit habt. Ein Tod bedeutet in der Regel den Verlust der gesamten mitgeführten Ausrüstung; Teammitglieder können euch aber jederzeit wiederbeleben.

Anstatt klassischer Charakterklassen nutzt ihr sogenannte Hüllen. Dabei handelt es sich um kybernetische Körper, die ihr mit Implantaten und Modulen modifizieren könnt, um euren Spielstil anzupassen. Diese Hüllen sind im Grunde austauschbare Werkzeuge der Fraktionen, die das Metagame bestimmen. Zwischen den Einsätzen fungieren diese Gruppierungen als eure wichtigsten Geschäftspartner: Alles, was ihr erfolgreich extrahiert, könnt ihr bei ihnen gegen Spielwährung verkaufen oder gegen Ausrüstung eintauschen. Durch das Erledigen spezifischer Questreihen und das Abliefern gesuchter Technologien steigert ihr euren Ruf, was wiederum exklusive Baupläne, bessere Preise und tiefgreifende Upgrades für eure Hüllen freischaltet. Dieses komplexe Wirtschaftssystem zwingt euch ständig zur Entscheidung, ob ihr eure besten Waffen für einen hohen Profit riskiert oder lieber mit günstiger Ausrüstung auf Ressourcenjagd geht.

Als spezielle Hülle bietet Marathon die „Rook“-Hülle an. Hier ist das Risiko etwas geringer, da ihr ohne eigene Ausrüstung abgesetzt werdet. Ihr könnt nun solo und mitten in einer laufenden Runde Orte absuchen sowie Ressourcen sammeln und so euren Tresor Wert und virtuellen Bankkontostand erhöhen. Diese Hülle könnt ihr nur ohne Gruppe und aktive Quest spielen. Zusätzlich hat Rook die Fähigkeit, sich vor den NPC-Robotern zu tarnen. Hier entsteht also noch einmal ein anderes Spielgefühl als in einem Run mit einer normalen Hülle.

Screenshot von Marathon

Grafik & Sound

Technisch weiß Marathon zu überzeugen. Auf der PS5 Pro gab es im Testzeitraum keine Framerate-Einbrüche oder sonstige technische Schwächen. Dabei ist der spezielle Artstyle hervorzuheben: Durch leuchtende, neonfarbene Kontraste und ein sauberes Sci-Fi-Design wird eine einzigartige Atmosphäre erzeugt.

Bungie-typisch ist die Soundkulisse wuchtig und präzise. Besonders das Gunplay profitiert von satten Effekten, während das 3D-Audio der PS5 entscheidend für die Ortung von Gegnern in der Map ist. Spezielle Sounds sorgen fast für eine horrorartige Stimmung auf den unterschiedlichen Maps. Insgesamt ist die technische Präsentation ein flüssiges, audiovisuell beeindruckendes Erlebnis.

Screenshot von Marathon

Fazit

Marathon ist meiner Meinung nach einer der besten Extraction-Shooter auf Konsolen. Geboten wird das für Bungie typische, fantastische Gameplay und Gunplay sowie ein Sci-Fi-Artstyle, der zwar gewagt ist, aber perfekt in die Lore passt. Hinzu kommen eine tiefe Progression und intensive Quests durch die verschiedenen Fraktionen. Diese unterscheiden sich nicht nur durch ihren Stil und die Upgrades, sondern auch durch das Questdesign. Alles wirkt passend und stimmig. Je mehr ihr spielt, desto tiefer taucht ihr in die Welt von Tau Ceti IV ein, die euch dann nicht mehr loslässt. Dafür sorgen auch die intensiven PvP/PvE-Kämpfe auf den verschiedenen, stimmigen Maps.

Natürlich gibt es auch negative Aspekte, wie den herausfordernden Einstieg – unter anderem bedingt durch die unübersichtlichen Menüs und Items. Auch die Lore-Präsentation hätte mehr verdient als lediglich Texte und kleine Videos der Fraktionen. Doch all diese Kritikpunkte sind nach der Einstiegsphase von fünf bis zehn Stunden vergessen. Denn ab diesem Moment ist man gefangen auf Tau Ceti IV. Die Menüs bleiben zwar hakelig, sind aber plötzlich intuitiver bedienbar. Die Lore-Präsentation wird zwar nicht besser, dennoch will man unbedingt mehr wissen.

Kritikpunkte, die Bungie aber angehen muss:

  • Balancing: Durch die drei Karten und die Quests ist das Balancing schwierig; es kommt häufig vor, dass man auf Teams trifft, die schlichtweg viel besser ausgerüstet sind.

  • Mikrotransaktionen: Was auch immer sich Bungie dabei gedacht hat, ist mir ein Rätsel. 10 € für eine andere Farbe der Hülle – wer kauft so etwas?

  • Season Pass: Der Pass ist zum Vergessen. Er lässt sich zu langsam leveln und bietet keine Währung zurück – eine Frechheit. Bungie hat zwar schon mehr Skins für den aktuellen Pass angekündigt, aber das reicht meiner Meinung nach nicht. Das macht die Konkurrenz einfach besser.

Jeder, der etwas mit dem Setting und Extraction-Shootern anfangen kann, sollte Marathon eine faire Chance geben. Meiner Meinung nach hat Bungie hier ein rundes, einzigartiges Spiel mit absoluter Daseinsberechtigung erschaffen. Ich freue mich bereits auf die nächsten Seasons und darauf, was Bungie sonst noch für Marathon vorbereitet hat. Deswegen hoffe ich, dass auch mehr Spieler die Vision von Bungie sehen und dem Spiel die Zeit geben, die es braucht, um einen in die Welt von Tau Ceti IV zu ziehen.

Pro

  • Flüssiges Gameplay und präzises Gunplay
  • Atmosphärischer Artstyle
  • Tiefe Progression

Contra

  • Unübersichtliche Menüs und Items
  • Herausfordernder Einstieg
  • Lore-Präsentation ausbaufähig
  • Schlechte Mikrotransaktionen und Season Pass

Wertung

Testergebnis:90%

9.0Sehr gut

Kaufempfehlung

75% Kaufempfehlung

75%Empfehlenswert

Getestet wurde Marathon auf PS5 von Makes87. Das Spiel lag uns zum Zeitpunkt von unserem Test in Version1.006 vor. Das Test Exemplar / der Review Code für Marathon wurde uns von Sony Interactive Entertainment Europe kostenlos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!