Review

Ground Zero Hero · Test

Getestet auf Switch 2. Ebenfalls erhältlich für PS5, Xbox & PC.
Veröffentlicht am 19.08.2026 von Andreas Erber

Titelbild von Ground Zero Hero (PC, PlayStation 5, Nintendo Switch 2, Xbox Series X|S)

Vampire Survivors? Nein, aber so verdammt ähnlich!

Mit Ground Zero Hero erwartet den Spieler:innen ein Titel, der schon auf den ersten Blick nicht unbedingt den Eindruck erweckt, besonders zimperlich mit seinen Held oder deren Gegnern umzugehen. Das Action-Roguelite verbindet Horde-Survival, Bullet-Hell-Elemente und eine klassische Roguelite-Fortschrittsstruktur mit einem ausgesprochen ungewöhnlichen Cartoon-Look. Statt einer düsteren und möglichst realistischen Darstellung der Apokalypse setzt das Spiel auf handgezeichnete Figuren, groteske Mutanten und eine gehörige Portion schwarzen Humor. Stilistisch werden dabei unter anderem Einflüsse von Animationsserien wie The Simpsons und Rick and Morty erweckt.

Das Grundprinzip dürfte Fans von Vampire Survivors und vergleichbaren Horde-Survival-Spielen schnell vertraut vorkommen. Ihr bewegt euch durch eine von Mutanten überrannte Welt, weicht immer größer werdenden Gegnergruppen aus, sammelt Ressourcen und entwickelt euren Charakter kontinuierlich weiter. Der entscheidende Kniff besteht darin, dass besiegte Gegner nicht einfach nur Erfahrungspunkte hinterlassen. Ihre Überreste dienen als Grundlage für die weitere Entwicklung und ermöglichen es euch, neue Mutationen und Fähigkeiten freizuschalten. Dadurch entsteht ein Spielablauf, der sehr schnell von einem zunächst überschaubaren Kampf zu einem regelrechten Bildschirmchaos anwachsen kann.

Auf der Nintendo Switch 2 ist dieses Konzept besonders interessant. Die Konsole eignet sich aufgrund ihrer mobilen Ausrichtung hervorragend für kurze, intensive Runs, während die zusätzliche technische Leistung der neuen Hardware gerade bei einem Spiel mit zahlreichen Gegner und Projektilen von Bedeutung sein kann.

Hinter Ground Zero Hero steht Rowan Edmondson, der das Projekt als unabhängiger Entwickler über einen langen Zeitraum hinweg aufgebaut hat. Besonders bemerkenswert ist dabei, dass sich die Entwicklung nicht um ein klassisches großes Entwicklerstudio mit mehreren hundert Mitarbeiter handelt. Als Publisher tritt Acclaim auf. Der Name dürfte insbesondere älteren Spieler:innen bekannt vorkommen, denn das Unternehmen war bereits in den 1990er- und frühen 2000er-Jahren hinter zahlreichen bekannten Videospielen vertreten.

Screenshot von Ground Zero Hero

Ich male mir die Welt, wie sie mir gefällt.

Eine klassische, tiefgreifende Story sollte man von Ground Zero Hero nicht erwarten. Das Spiel stellt seine Geschichte klar hinter das eigentliche Gameplay. Die Spieler:innen landen in einer radioaktiv verseuchten, postapokalyptischen Welt, die von mutierten Kreaturen überrannt wurde. Die Menschheit hat offensichtlich nicht gerade ihre beste Zeit erwischt, und anstatt die Welt mit langen Zwischensequenzen, ausufernden Dialogen oder komplexen Charakterbeziehungen zu erklären, lässt das Spiel lieber seine verrückte Welt für sich sprechen.

Die Ausgangssituation ist dabei bewusst simpel gehalten. Die Welt ist kaputt, überall befinden sich Mutanten und die Spieler:innen müssen sich durch diese absurde Endzeit kämpfen. Was zunächst wie eine klassische Apokalypse klingt, wird durch die humorvolle Präsentation deutlich aufgelockert. Ground Zero Hero nimmt seine Welt nicht besonders ernst und verbindet groteske Gegner mit einer bewusst überzeichneten Darstellung.

Screenshot von Ground Zero Hero

Gameplay & Steuerung

Das Gameplay ist ohne Frage das Herzstück von Ground Zero Hero. Das Spiel kombiniert Horde-Survival mit Bullet-Hell-Elementen und Roguelite-Fortschritt. Das bedeutet, dass man sich häufig gegen eine enorme Anzahl von Gegnern gleichzeitig behaupten muss, während aus allen Richtungen Angriffe, Gegner und Geschosse entgegenkommen. Dabei geht es nicht darum, jeden Gegner einzeln, gezielt anzuvisieren. Vielmehr steht die Bewegung im Mittelpunkt. Ihr müsst euch ständig positionieren, Gegnergruppen ausweichen und gleichzeitig dafür sorgen, dass die Angriffe möglichst effektiv eingesetzt werden. Mit zunehmender Spieldauer wird das Spielfeld immer voller und damit auch anspruchsvoller.

Genau hier entsteht der typische Sog des Genres. Zu Beginn eines Runs ist der Charakter vergleichsweise schwach. Einzelne Gegner stellen noch keine große Bedrohung dar und haben genügend Raum, um sich zu bewegen. Doch je länger ihr überlebt, desto stärker werden die Gegnerwellen. Gleichzeitig der Protagonist stärker und schaltet neue Fähigkeiten und Verbesserungen frei.

Das Mutationssystem ist dabei eines der wichtigsten Alleinstellungsmerkmale. Es stehen zahlreiche unterschiedliche Upgrades und Mutationen zur Verfügung. Insgesamt bietet Ground Zero Hero mehr als 80 Upgrades und über 60 unterschiedliche Gegner. Hinzu kommen verschiedene Biome (riesiges geografisches Gebiet) mit eigenen Umgebungsbedingungen.

Die Steuerung ist einfach in der Handhabung, da meist nur die Richtungstasten benötigt werden. Auf der Nintendo Switch 2 ist ein direktes, präzises Bewegungsgefühl besonders wichtig, da bereits kleine Fehler darüber entscheiden können, ob Protagonist einer Gegnergruppe entkommen kann oder eingeschlossen wird.

Neben dem normalen Spielablauf gibt es außerdem einen Endless Mode. Dieser richtet sich insbesondere an Spieler:innen, die das System vollständig beherrschen und möglichst lange überleben wollen. Zusätzlich gibt es 60 Herausforderungen, die für zusätzliche Langzeitmotivation sorgen.

Screenshot von Ground Zero Hero

Grafik & Sound

Optisch geht Ground Zero Hero einen sehr eigenen Weg. Anstatt auf realistische Grafik oder besonders aufwendige 3D-Technik zu setzen, präsentiert sich das Spiel in einem handgezeichneten Cartoon-Stil. Als Inspiration werden unter anderem The Simpsons und Rick and Morty genannt. Dieser außergewöhnliche Look passt hervorragend zum Spielprinzip und dürfte auch in technischer Hinsicht einen wichtigen Vorteil bringen. Wenn gleichzeitig hunderte von Gegner über den Bildschirm laufen, wäre ein realistischer Grafikstil möglicherweise eher kontraproduktiv gewesen, denn so bleibt die Framerate stets stabil, selbst auf der Nintendo Switch 2 Konsole. Die klare Cartoon-Optik sorgt zudem dafür, dass sich die einzelnen Figuren und Effekte besser voneinander unterscheiden lassen.

Beim Sound verfolgt Ground Zero Hero eher einen unterstützenden Ansatz. Die akustische Präsentation soll vor allem das hektische Spielgeschehen begleiten und die überdrehte Atmosphäre unterstreichen. Besonders wichtig sind dabei Treffer-, Gegner- und Effektgeräusche, denn bei einem Spiel dieser Art sollten Spieler:innen auch akustisch unmittelbar spüren, wenn ihre Angriffe stärker werden oder sich die Situation zuspitzt. Genau diesen Effekt schafft das Game mit Bravour.

Screenshot von Ground Zero Hero

Fazit

Ground Zero Hero macht insgesamt einen interessanten Eindruck. Das Spiel verwendet ein mittlerweile bestens bekanntes Konzept und versucht durch eine ungewöhnliche Kombination aus Cartoon-Optik, schwarzem Humor und einem umfangreichen Mutationssystem den Runs eine eigene Identität zu verleihen. Besonders vielversprechend ist dabei die Verbindung aus Horde-Survival und Roguelite-Elementen. Der eigentliche Reiz entsteht durch die stetige Weiterentwicklung der eigenen Spielfigur. Spieler:innen beginnen relativ schwach, sammeln Ressourcen, experimentierten mit Mutationen und entwickeln ihren Charakter immer weiter. Das Spielprinzip eignet sich, aufgrund der kurzen Runs, ausgezeichnet für die mobile Nintendo Switch 2 Konsole. Die größte Stärke von Ground Zero Hero ist dabei seine Persönlichkeit. Der handgezeichnete Stil, die absurden Gegner und der bewusst übertriebene Humor sorgen dafür, dass der Titel nie langweilig wird. Zwar sind die grundlegenden Mechaniken, Stichwort Vampire Survivors, vertraut, doch gibt die Präsentation und das Mutationssystem dem Spiel eine eigene Richtung.

Pro

  • humorvolle und bewusst überdrehte Präsentation im Cartoon-Stil
  • interessantes Mutationssystem
  • zahlreiche Upgrades und Kombinationsmöglichkeiten
  • die kurzen Runs eignen sich hervorragend für die Nintendo Switch 2
  • über 60 unterschiedliche Gegnertypen
  • mehr als 80 Upgrades und 60 Herausforderungen sorgen für viel Experimentierfreiheit und Langzeitmotivation
  • Endless Mode für besonders motivierte Spieler:innen

Contra

  • Story bleibt außen vor
  • Grundprinzip ist Genre-Fans bereits aus zahlreichen anderen Spielen, wie Vampire Survivors, bekannt
  • kann durch die zunehmende Gegnerflut hektisch und unübersichtlich werden
  • Langzeitmotivation hängt stark vom Spielertyp ab

Wertung

Testergebnis:80%

8.0Gut

Kaufempfehlung

70% Kaufempfehlung

70%Empfehlenswert

Getestet wurde Ground Zero Hero auf Switch 2 von Andreas Erber. Das Spiel lag uns zum Zeitpunkt von unserem Test in Version 1.0.0.0 vor. Das Test Exemplar / der Review Code für Ground Zero Hero wurde uns von Critical Hit PR kostenlos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!