Mafia: The Omertà Collection Test
Getestet auf PS5. Ebenfalls erhältlich für PS4, Xbox, PC & Xbox One. Veröffentlicht am 28.09.2026 von Soul-1
4 Mafia Spiele, 60 Jahre Zeitraum von Sizilien bis nach Amerika
Es ist kaum zu glauben, aber die Mafia Spielreihe ist bereits über 24 Jahre alt und wie es der Zufall will, gab es für jede Generation einen Haupttitel. Ursprünglich wurde es als ein GTA im Setting von Amerika der 30er, also historisch gesehen Richtung Ende von Al Capone.
Die Spiele gelten zwar als “Open World”, doch durch die nüchterne seriöse Handlung wird eine viel straffere Struktur eingesetzt. Also quasi das Gegenteil von Saints Row 2 oder 3, wo Minispiele Teil der Hauptkampagne waren. Für Spaßvögel und Chaoten gibt es zum Ausgleich den Freeride Modus.
Zwischen den jeweiligen Geschichten liegen ca. 10 Jahre und bieten dadurch einen pseudo Einblick in den Wandel der Zeit.
Der neueste Teil und Prequel “Mafia: The Old Country” verzichtet hingegen auf die amerikanischen Städte(dschungel) und richtet den Blick nach Italien und Sizilien, dem Ursprung der italienischen Mafia, die später nach Amerika ausgewandert sind.
Technisch gesehen ist Mafia zwar ein “Open World” Spiel, doch in der Hauptkampagne ist es eher ein Cover-Shooter mit Schleich-Einlagen und Fahrten von A nach B.
Was ist die Omertà und warum ist sie so wichtig?
Historisch gesehen war es einer der Hauptgründe warum die Mafia sich so lange halten konnte. Es ist eine Schwur des Schweigens, bei dem die Mafia-Familien sich geeinigt haben, alles unter sich zu regeln. Wer gefasst wird, ist dazu verpflichtet, über alles zu schweigen.
Anscheinend ist dieser Schwur für eine sehr lange Zeit wasserdicht geblieben. Grob gesehen ca. 60 Jahre. Sie ist zum ersten Mal in Amerika 1963 mit Joseph Valachi als ein hochrangiges Mitglied gefallen.
Im Ursprungsland Italien ist sie im Vergleich erst 21 Jahre später 1984 mit Tommaso Buscetta gefallen, in dem seine Familie gezielt von Salvatore “Toto” Riina abgeschlachtet wurde. Salvatore war berühmt dafür, extrem brutal gewesen zu sein und letzten Endes war es gleichzeitig der Grund für seinen Erfolg und Untergang. Im extremsten Fall und mit dem Rücken zur Wand hatte sich Tommaso “Don Masino” Buscetta für das Unvorstellbare entschieden, sich an den Feind seines Feindes gewandt und als erster Boss die Omertà gebrochen…
Interessanterweise ist anscheinend genau dieser Fall einer der großen Gründe dafür, warum es im Popculture die Regel in das Bewusstsein der Leute, Familien außerhalb der Organisation in Frieden zu lassen gelangt ist.
Der Name dieser Kollektion könnte vielleicht ein Hinweis sein, das es sich hierbei um die Ära des Omertà handelt und dass die zukünftigen Spiele möglicherweise das Ende der Mafia anpeilt.
Gameplay & Steuerung von Mafia: The Omertà Collection
Es sind zwar vier Spiele, doch generell teilen sich alle grundlegende Ähnlichkeiten. Das macht auch Sinn, denn die Fans sollen sich dort ja zu Hause fühlen.
In der Hauptkampagne wird der Spieler linear immer zum nächsten Ort geführt. Ausreißer, Chaos wie in GTA oder Saints Row und Nebenmissionen sind gezielt im separaten Free Ride Modus ausgegrenzt. Dies hilft natürlich der Kampagne dabei, ein besser geführtes Erlebnis zu bieten. Das Besondere daran ist, dass die Open World eher als eine voll ausgestattete Kulisse benutzt wird, anstatt einem Sandkasten. Man könnte es vielleicht mit dem vollständig künstlichen Matrix Reloaded Highway vergleichen, die extra nur für die Szene gebaut worden ist. In Mafia ist es quasi die gesamte Stadt.
Die Steuerung ist mit einigen wenigen Unterschieden relativ ähnlich, da alle Spiele sich grundsätzlich ähneln. Es wird gefahren, geschlichen, geklettert und geschossen.
Mafia: Definitive Edition (2020) und Mafia: The Old Country (2025) sind die neuesten Teile und dementsprechend am meisten verfeinert.
Jedoch ist wie immer mit ein wenig Reibung zu rechnen, da die Animationen sich mehr in Richtung realistisch richten anstatt mehr kreativen Freiheiten wie Saints Row 3. D.h. Das Klettern und Fahren wird sich etwas schwermütiger anfühlen. Wobei es bei letzteren sogar die Option für Simulation gibt, welche auch noch Gangschaltung mit ins Spiel bringt. Da es sich um technologisch ältere Autos handelt, sollte man die Erwartungen etwas zügeln.
Apropos Verfeinerung, ironischerweise fühlt sich Mafia 2: Definitive Edition ein wenig flotter an, da die Animationen spärlicher sind.
Wer es noch realistischer haben möchte, der kann sogar die normalen Verkehrsregeln einschalten. Zu schnelles und rücksichtsloses Fahren wird also dann geahndet.
- Schleichen und Schießen
Hier gibt es eigentlich nicht viel zu erzählen, da es sich um eine Standard Formel handelt. Durch geduckte Bewegung werden die Schritte verstummt, mit der Deckungsfunktion wird dem Spieler etwas mehr Sicherheit verschafft. In “The Old Country” ist es möglich Münzen und Flaschen zu werfen, um die Gegner zu manipulieren, zusätzlich gibt es sogar eine Art von Messer, die geworfen werden und das Meuchelmördern beschleunigen können.
Wie bereits erwähnt, ist es ein Cover-Shooter mit begrenzter Lebensenergie. Ein Rambo/Stallone oder Schwarznegger ist man hier also nicht. Umso wichtiger ist es schnell, zielgenau und mit dem richtigen Timing aus der Deckung zu schießen. Durch Kopfschüsse sind die Gegner wie immer gleich erledigt und dadurch wird natürlich Munition eingespart.
Generell hinterlassen Gegner Waffen, Munition, etc. In “The Old Country” müssen diese aber extra mit Animation eingesammelt werden.
- Nahkämpfe
Neben dem Schießen gibt es noch gelegentlich Handgreiflichkeiten die überraschenderweise ebenfalls über alle Spiele ziemlich ähnlich sind. Es gibt leichte und schwere angriffe, aber im Grunde genommen beläuft es sich darauf den Gegner auszuweichen und anschließend einen Konterangriff zu starten. Ein einfaches System das funktioniert und so ziemlich frustfrei ist.
Zwischenfazit Gameplay
Das Gameplay ist weder eine Schwäche noch eine Stärke. Es funktioniert gut genug, um die Kampagne zu tragen und den Spaßfaktor zu halten. Ich bin zugegebenermaßen kein Fan vom Hin- und Herfahren, weshalb die Option, solche Leerläufe zu überspringen, in Mafia: Definitive Edition und Mafia: The Old Country sehr willkommen ist.
Die Stärke von Mafia liegt nicht unbedingt im Gameplay, sondern eher bei der Story, Charakteren und der Atmosphäre.
Grafik, Performance & Sound von Mafia: The Omertà Collection
Abgesehen vom älteren Mafia 2: Definitive Edition sehen alle relativ beeindruckend aus. Da haben sich die Entwickler wirklich ins Zeug gelegt. Während die Teile in den moderneren Zeiten mit einem diversen Stadtbild und den stählernen Boliden überzeugt, bietet "The Old Country" sehr schöne ländliche Vistas.
Auch die englischen Stimmen sind sehr gut gewählt und bei "The Old Country" gibt es sogar Sizilianisch als Option, da es dort abspielt.
Überblick zu allen Teilen
Mafia: The Old Country
Der neueste Teil der Reihe und der Anschluss an die Mafia Trilogie, die es zur Omertà Collection macht. Bereits im ersten Mafia wurden Geschichten vom Ort “The Old Country” erwähnt und jetzt gibt es eine, die die Spieler erleben dürfen.
- 1904: Enzo “Caruso” Favaro: Von der Mine zur Mafia
Die Geschichte fängt damit an, dass Enzo und sein Freund Gaetano endlich genügend Geld gesammelt haben, um ihre Freiheit von Don Spadaro zu erkaufen und zu Empire Bay in Amerika auszuwandern. Enzo wurde als 5 Jahre altes Kind von seinem Vater an die Schwefelmine verkauft, um die Schulden zu decken.
Gerade als beide fast soweit sind, ihre Freiheit zu erlangen, wurden sie dazu verdonnert, nach einer Gruppe in den Minen zu suchen, die seit längerer Zeit nicht mehr gesehen wurde.
Während der Suche geriet die Mine in eine Explosion und dabei verlor Enzo Gaetano und sein Ticket zur Freiheit.
In Rage greift er die rechte Hand vom Besitzer an und schafft es, ihn zu verwunden. Jedoch hat er sich dadurch als freies Wild markieren lassen, weshalb er gleich ein Pferd stiehlt, um den Verfolgern zu entkommen.
Die Jagd streckt sich bis in den Sonnenuntergang, bis Enzo eine Scheune findet, wo er für einige Zeit ruhen muss. Allerdings wurde er relativ schnell gefunden und war eigentlich zum Tode geweiht… Bis die Leute der Torrisi Familie aufgetaucht sind, um den Übergriff der Spadaro Familie zu verhindern.
Nach diesem schicksalhaften Treffen wird Enzo als Stalljunge Arbeiter in die Torrisi Familie aufgenommen und hilft beim Weingut Geschäft. Bald trifft er auf Isabella, die Tochter von Don Torrisi, und fängt zum ersten Mal an, ein einfacheres Leben zu genießen. Doch diese Zeit hält nicht lange, denn bald gerät er durch seinen Ehrgeiz tiefer in die Don Torrisi Familie. Was sich mehr als nur eine einfache, fröhliche Zeit entpuppt.
- Valle Dorata in Sizilien
Neben den Charakteren spielt die Region auch eine Rolle. Es ist quasi ein idyllisches Tal, wenn die Familien sich nicht gegenseitig bekämpfen. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern handelt es sich um eine sehr ländliche Gegend mit einigen Dörfern und Mini-Städten.
Da es ab ca. 1900 abspielt, sind die Leute sehr lokal eingestellt. Es gibt zwar die Polizei, doch sie ist nicht unbedingt in der Nähe. Dadurch lässt sich erklären, wie die Mafia-Familien an die Macht gekommen sind.
Durch die abgelegenheit und Machtstruktur der Familien hat sich hier ein Lücke im langen Arm des Gesetzes ergeben. Genau hier kommt hier das Schutzgeld zum Einsatz, sie ist nicht nur dazu da um die Leute abzuzocken, sondern der Name der Familie soll die Verbrecher dazu bringen, es sich zweimal zu überlegen. Wer diese Warnung ignoriert, wird nicht im Gefängnis landen, sondern gleich tief unter dem Boden.
Zwischenfazit Mafia: The Old Country
Hier wird gezeigt, wie Enzo langsam die Ränge aufsteigt, aber mit dem Ruhm und Geld kommen Verpflichtungen zum Don, also dem Oberhaupt. Am Anfang wird eine rosige Zeit vorgestellt, bei der Enzo sich moralisch noch mit sich vereinbaren kann.
Jedoch läuft das alles unter dem Auftrag von Don Torrisi und vielleicht kommt später die Frage, ob die Loyalität seine Grenzen hat.
Beim unterhaltsamen Aufstieg von Enzo wird er Cesare und andere Nebencharaktere begleitet, die die Story richtig zum Blühen bringen.
Beim “Man of Honor/Ehrenmann” DLC werden die zwei extra Missionen direkt in die Kampagne als ein Intermezzo eingebunden und zeigt wie Enzo und Cesare im Auftrag von Torrisi Ennio Salieri dabei helfen seine Rache zu nehmen und Schulden einzutreiben.
Mafia: Definitive Edition
Der technische direkte Vorgänger von Mafia: The Old Country. Dementsprechend wird es für Leute, die vom Prequel kommen ziemlich vertraut vorkommen. Offensichtlicherweise ist der größte bemerkbare Unterschied die amerikanisch erfundene Großstadt Lost Heaven. Durch den Kontrast vom ländlichen zum dicht besiedelten Region ergibt sich ein komplett anderes Gefühl.
Die Definitive Edition soll ein originalgetreues Remake sein und obwohl es das erste Spiel der Reihe ist, bietet es eine ähnlich starke Geschichte wie The Old Country. Allerdings muss man zugeben, dass beide Handlungen sich ähneln.
Beide zeigen Parallelen eines gemachten Mannes, also jemand, der von ganz unten aufsteigt. Tommy Angelo ist ein relativ bescheidener Taxifahrer, der eigentlich mit seinem Leben zufrieden war. Es hat fürs Leben gereicht. Doch eines Tages wurde er der Fahrer von Sam und Paulie, zwei Mafia-Handlanger, die von der Morello Familie gejagt werden. Hier zeigte sich Tommy als souveräner Fahrer und entkam den Widersachern.
Am Ziel angekommen entpuppen sie sich als Mitglieder der Salieri Familie und sie zeigen auch gleich ihre Dankbarkeit mit viel Geld für die Reparaturen und mehr.
Eigentlich sollte es das Ende mit dem Kontakt zum organisierten Verbrechen sein, doch das Schicksal hatte etwas anderes vor.
Während einer Pause als Taxifahrer wird er von den Morello Familie angegriffen, das Auto beschädigt und muss vor ihnen zur Salieri Familie flüchten. In voller Rage bittet er darum, sich zu rächen, was auch geschwind passiert.
Wer hätte aber damit rechnen können, dass diese Entscheidung einen einfachen Taxifahrer anzugreifen zu einer riesigen Verkettung von Ereignissen, die letztendlich zur Unterhaltung mit der Polizei führt, mit dem die Geschichte anfängt.
Wichtig ist zu erwähnen, dass die Geschichte in 1930 abspielt, also kurz nach dem Aktienmarkt Crash. Es soll wohl darstellen, dass durch die geschwächte Wirtschaft die kriminellen Energien aufsteigen. Eine perfekte Zeit für das organisierte Verbrechen.
- Lost Heaven ein Amalgam von mehreren Städten
Diese Großstadt soll angeblich von Chicago inspiriert worden sein und bietet eine lebendige Stadt zu bereisen mit einem Chinatown und verschiedene Stadtmerkmale.
Wer allerdings darauf hofft, eine interaktive Stadt vorzufinden, der muss leider dessen Erwartungen stark einhalt gebieten.
Genauso wie The Old Country handelt es sich hierbei nur um eine reine Kulisse, in der die Geschichte abspielt. Geschäfte oder Orte mit besonderer Interaktion gibt es nicht. Im Austausch ist sie optisch sehr gut inszeniert. Für Spieler die einfach nur eine Geschichte erleben möchten sollte es eine willkommene Entscheidung sein.
Zwischenfazit Mafia: Definitive Edition
Man merkt, dass es der technische Vorgänger zu The Old Country ist. Die Bewegungen, das Gameplay und die Steuerung fühlen sich sehr ähnlich an.
Da es ein komplettes Remake ist, gibt es auch Verbesserungen wie z.B. das Überspringen von Fahrten im Spiel.
Zwar gibt es mit dem Freeride Modus einige Bonus Missionen, doch im Grunde genommen gibt es außerhalb der Hauptkampagne nicht viel zu tun.
Die gute Nachricht ist, dass diese ziemlich gut ist und man dadurch gut unterhalten wird.
Mafia 2: Definitive Edition
Der größte Ausreißer der gesamten Kollektion und hat die größte Ähnlichkeit zu GTA. Es wird schnell bemerkbar, dass dieser Teil ursprünglich sehr ambitioniert war. Die Stadt wurde nämlich diesmal mit interaktiven Läden geschmückt. Zusätzlich gab es detaillierte Mechaniken wie z.B. das Zerschießen von Reifen oder den explosiven Benzintank eines Fahrzeuges.
Allerdings wurde anscheinend sehr viel gekürzt, da Fans eine ganze Menge von geschnittenen Inhalten in der Originalversion gefunden haben. Hier liegt auch die größte Kritik unter den Fans, denn trotz des Remasters wurden diese nicht restauriert. Man kann davon ausgehen, dass es sich hier um einen Budget-Port handelt.
Die Steuerung hat zwar so ziemlich die gleichen Funktionen, aber L3 und R3 werden nicht verwendet. Gleichzeitig ist die Tastenbelegung weitgehend anders als bei den anderen Teilen. Bei der Lebensenergie gibt es Regeneration mit Beschränkung durch Verletzungen. Fahrzeuge können mit einem Dietrich geknackt werden. Das Anstreben eines vollwertigen Open World Erlebnis ist auf jeden Fall spürbar.
Auch der Hauptcharakter Vito Scaletta hebt sich von den bisherigen Protagonisten ab. Gleich nach der Einführung seiner Hintergrundgeschichte als Immigrant wird gleich gezeigt, wie er bei einem Diebstahl mit seinem besten Freund Joe Barbaro im Gefängnis landet. Da es sich in der Zeit des Zweiten Weltkrieges stattfand, wurde ihm angeboten, als Soldat nach Sizilien zu gehen, da sie jeden sprachfähigen Mann im Kampf gegen Mussolini gebraucht haben.
Im Februar 1945 wurde er angeschossen und durfte deswegen aus medizinischen Gründen nach Hause reisen.
Wie erwartet findet er sich wieder mit Joe Barbaro zusammen und führt seine kriminelle Karriere weiter.
- Inspiriert von New York: Empire Bay
Ursprünglich doppelt so groß wie die Originalversion vom ersten Teil, allerdings wurde Lost Heaven im Remake ca. Verdreifacht und ist dementsprechend etwas kleiner ausgefallen. Durch die interaktiven Aspekte fühlt sie sich aber trotzdem etwas größer an. Mit Kleidungsläden und Autoshops können die gesuchten Merkmale entfernt werden. Waffen gibt es nicht geschenkt, sondern über Waffenläden. Heilung findet man in Bars oder Restaurants.
Die Einführung innerhalb der Nachweihnachtszeit gibt Empire Bay eine ganz besondere Atmosphäre im Schnee.
Zwischenfazit Mafia 2: Definitive Edition
Es ist zwar das “älteste” Spiel in der Kollektion, jedoch hat es seine eigenen Charme. Die Animationen sind weniger auf Realismus aus, weswegen sich die Bewegungen ein wenig flotter bzw. flüssiger anfühlen.
Neben den technisch gekürzten Ambitionen wird mit Vito Scaletta ein waschechter Krimineller zum Protagonisten gemacht. Bei GTA funktioniert es normalerweise durch den schwarzen Humor, aber in dieser Geschichte ist es ernst gemeint. Abgesehen von einigen wenigen Grenzen zeigt er wenig Skrupel, wenn es darum geht, sich einen Vorteil zu verschaffen.
Es ist bemerkbar, dass er nicht unbedingt dafür geschrieben wurde, beliebt zu sein. Dementsprechend hängt der Eindruck des Spiels von Vito Scaletta ab.
Da es sich nur um ein Remaster handelt, hat dieser Teil keine besonderen Verbesserungen bzw. Erleichterungen bekommen. Höchstwahrscheinlich nur Ausbesserungen von Bugs.
Mafia 3: Definitive Edition
Die Geschichte von Lincoln Clay ist um einiges anders als alle anderen Teile. Er wurde ziemlich früh im Jahre 1947 in ein Waisenhaus geschickt, wo er Pfarrer James getroffen hat und dieser ihn betreute. In 1958 Jahren wurde es geschlossen und danach nahm ihn Sammy Robinson und seine Frau auf, die gleichzeitig die “Black Mob” Bande angeführt haben.
Anscheinend konnte er trotzdem seinen richtigen Platz finden und hat sich deswegen für den Krieg in Vietnam angemeldet. Hier zeigte Lincoln besondere Leistung und arbeitete dadurch sogar mit der CIA zusammen. Dort befreundete er sich mit dem Agenten John Donovan, der später eine besondere Rolle spielen wird.
Nach der Rückkehr vom Krieg findet er heraus, dass die Black Mob von den Haitianern bedrängt wird und macht mit ihnen kurzen Prozess. Die schnelle Aktion und Reaktion der Familie lässt darauf schließen, dass Lincoln bereits vor dem Krieg die eine oder andere Mission hinter sich hatte.
Gleichzeitig kommt heraus, dass Sammy durch die Haitianer mit dem Oberboss Sal Marcano in die Schuldenfalle getappt ist. Bei einem persönlichen Treffen bietet Sal die Position von Sammy an, die er zu seiner Überraschung ablehnt. Zusätzlich wird ihm ein Platz beim Überfall der New Bordeaux Federal Reserve angeboten, womit beim Erfolg auch gleich die Schulden beglichen sein würden.
Doch nach dem Erfolg passierte etwas, das das Ende von Sal Marcano ins Rollen brachte.
Technisch gesehen ist es relativ weit entfernt von einer traditionellen Mafia Geschichte, stattdessen fängt es an wie eine leichte Version vom Film Heat und geht dann über in The Punisher (2004) bzw. The Equalizer, bei dem die gesamte Organisation Stück für Stück auseinandergenommen wird.
Seine Qualifikationen für diesen Prozess wurden so ziemlich im Prolog präsentiert und es ergibt dadurch keine Reibung innerhalb der Handlung.
Wichtig ist zu erwähnen, dass das Tempo wesentlich langsamer ist als alle anderen Teile, da vor jeder Hauptmission mehrere 08/15 Nebenmissionen vorgeschaltet werden, bevor es weitergeht. Dies ist eines der größten Kritikpunkte und man sieht an The Old Country und Mafia: Definitive Edition den gefundenen klaren Kompromiss durch den ausgesonderten Free Ride Modus.
Mehr Inhalt ist zwar schön und gut, aber alles hat seinen Platz, Zeit und Nutzen. Hier wurde aus Lust zu Frust.
Im Austausch gibt es jetzt mehrere Enden, ob sich das wirklich lohnt, sei mal dahingestellt. Vor allem, weil die Unterschiede eher überschaubar sind.
- New Bordeaux inspiriert von New Orleans
Im Gegensatz zu den anderen bisherigen amerikanischen Städten setzt New Bordeaux nicht auf Hochhäuser, sondern eine größere diverse Mischung von Leuten. Hier gibt es Irländer, Haitianer, Italiener und deren verschiedene Gruppierungen.
Abgelegene heruntergekommene Regionen, Industrie sowie Häfen sind Teil des Ensembles.
Zwischenfazit Mafia 3: Definitive Edition
Wer Mafia für die Handlung spielt, wird wahrscheinlich frust aufkommen. Schließlich ist das Gameplay nie wirklich eine besondere Stärke gewesen, sondern funktioniert lediglich gut genug, um die Handlung zu tragen. Bei den vorherigen Teilen war es fast kein spürbares “Problem”, da der Spieler gezielt durch ein relativ abwechslungsreiches Erlebnis geführt wird.
Wer die Reihe chronologisch gespielt hat, der könnte hier von der strukturellen Änderungen in einer mehr typischen Open World überfallen vorkommen, d.h. Wiederholende Nebenmissionen, etc. ohne unterstützende QoL Features wie z.B. Schnelltransport.
Man merkt jedenfalls, dass daraus gelernt wurde und dieser Teil eher als ein Sonderling innerhalb der Reihe ein Zeichen gesetzt hat.
Test-Fazit zu Mafia: The Omertà Collection
Mafia: The Omertà Collection ist ein starkes Bündel von überdurchschnittlichen Spielen mit ähnlicher Qualität. Überraschenderweise ist da auch ein wenig Abwechslung mit dabei, wobei diese eher das Resultat vom Probieren von verschiedenen Ideen entstanden sind.
Zwar überzeugt es durchgehend mit der Story, jedoch konnte anscheinend noch kein grüner Zweig für das Gameplay gefunden werden. Sie ist einfach nur in Ordnung, aber leider auch kein Highlight.
Optisch ist es mit Ausnahme vom älteren Mafia 2, sehr gut umgesetzt. Mafia: Definitive Edition
Der Preis ist mit €99,99 sehr gut angesetzt, also ca. €25 pro Spiel. Im Vergleich gibt es noch das “Mafia Trilogy” für €59,99 ohne “The Old Country”, das separat €49,99 kostet und das ohne alle extra DLC im Wert von ca. €20 in der “Mafia: The Omertà Collection”.
Für das, was man bekommt, halte ich es für sehr empfehlenswert. Wer also Lust auf eine gut erzählte Mafia-Geschichte hat, der wird hier sehr gut bedient.
Apropos Empfehlenswert, sie ist aktuell im PlayStation Store für €49,99 im Angebot. Dieser Angebotspreis ist fast schon kriminell und wäre natürlich eine klare Empfehlung.
Pro
- 4 qualitativ gute Spiele
- Guter Preis
- Alle bisherigen DLC inbegriffen
- Atmosphäre wird durch gute Charaktere und Optik gestärkt
- Durchgehend gute Handlung
Contra
- Gameplay wird von der Story und dessen Inszenierung überschattet
- Gameplay unter den verschiedenen Spielen könnte bei einigen mehr weniger gut ankommen
- Der eine oder andere Hauptcharakter könnte unsympathisch wirken
Unsere Kaufempfehlung für Mafia: The Omertà Collection:
85%: Sehr empfehlenswert
Getestet wurde Mafia: The Omertà Collection auf PS5 von Soul-1. Das Test Exemplar / der Review Code für Mafia: The Omertà Collection wurde uns von 2K kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Bereitstellung eines Testexemplars hat keinen Einfluss auf unsere redaktionelle Meinung oder die Wertung. Vielen Dank!













































