Review

A Way Out

Veröffentlicht am 26.03.2018

A Way Out

1972 - ein legendärer Fluchtversuch

Treffen sich in den 70er Jahren zwei verurteilte Straftäter in einem amerikanischen Gefängnis. Kein Witz! EA Games gibt dieser Story, die aus einer Reihen von irrwitzigen Zufällen gestrickt ist, den Namen „A Way Out“ und bringt ein Spiel der besonderen Art auf den Markt. Dahinter stecken die Entwickler von Hazelight Studios, die bereits 2013 ihr Können mit „Brothers: A Tale of Two Sons“ erfolgreich unter Beweis gestellt haben.

Das Beste gleich vorweg: Alle aktiven PlayStation Plus Mitglieder können sich im online Store eine kostenlose „Vollversion“-Demo herunterladen, die dann anschießend kostenfrei und komplett vom ersten bis zum letzten Kapitel durchgespielt werden kann. Voraussetzung dafür ist eine Einladung eines Spielers, der die gekaufte Vollversion besitzt. Eine faire und geniale Möglichkeit sich ein Spiel legal zu teilen.

Jetzt aber weiter zur Story. In „A Way Out“ lernen sich im Gefängnis zwei Verbrecher namens Leo und Vincent kennen und kommen nach ein paar unglücklichen Zusammenstößen drauf, dass sie das selbe Ziel haben. Fliehen und den ein und selben Gangster namens Harley töten, den beide auf der Rechnung stehen haben. Die Frage ist, wie Leo und Vincent unentdeckt aus dem streng bewachten Sicherheitsgefängnis entkommen können.

Ein Plan muss her.

A Way Out

Pro

  • geniale Story für 2 Spieler
  • faire Speicherpunkte - keine Frust-Gefühle
  • logische gemeinsame Aktionen

Contra

  • Ablauf ist sehr linear
  • Kulissen wirken oft steril und langweilig
  • Wiederspielwert ist gering

Alleine schaff ich das nicht! Bist du dabei?

Einen spannenden Spielfilm allein zu genießen ist einfach langweilig. Das dachten sich höchstwahrscheinlich auch die Entwickler und zwingen gerade zu die Spieler das Game nur im Duett meistern zu dürfen. Das ganze funktioniert sowohl online und noch besser mit einem Couchpartner, denn im Couch-Co-op ist der Spaßfaktor um ein vielfaches höher. Eine online Spielersuche gibt es nicht. Ihr braucht also eure wahren Freunde aus der Freundesliste, die euch bei diesem Unterfangen helfen. Zu Beginn wirkt die Story sehr hektisch, wobei sich das ganze etwas legt, sobald beide Spieler den Knast verlassen haben und das Drehbuch alle Fäden nach und nach zusammenzieht. Keine Sorge, das war kein Spoiler. Es ist schon von Anfang an klar, dass beide die Flucht bewältigen, da die Story in Rückblicken erzählt wird. Oder geht am Ende doch noch etwas schief? Neben spannenden Action-Fahrten in diversen Fahrzeugen und reichlichen Feuereinlagen aus der Deckung zeigt das Spiel auch die ruhige Seite der beiden Protagonisten. So kann es auch vorkommen, dass Leo und Vincent ganz gewöhnliche Dinge machen wie zusammen essen, spielen oder über Familienangelegenheiten zu reden. Es entsteht ein angenehmer Mix aus Action und gefühlvollen Emotionen. Zusammen mit einem Holzboot im Strom eines idyllischen Flusses zu paddeln ist echt eine Wohltat und gönnt den Spielern eine Ruhepause.

Alleinig das Ende gerät etwas aus dem Ruder und beschert uns nicht so ganz das, was wir uns erwartet hätten. Was zum Schluss genau passiert und wie die Entwickler das Ende auflösen müsst ihr da draußen natürlich selber herausfinden.

A Way Out

Gameplay & Steuerung

Das Gameplay ist genial. Schon zu Beginn startet das Spiel mit geteilten Bildflächen, die allerdings meist nicht gleichmäßig verteilt werden. In wichtigen Passagen des Spiels verschmelzt diese Trennung, in welcher Action-Sequenzen noch besser und deutlicher zur Geltung kommen. Fast ständig brauchen wir für unseren Lösungsweg unseren Partner. Schade hingegen finden wir, dass es immer nur einen Handlungsstrang gibt, dem die Spieler strikt folgen müssen. Der Wiederspielwert würde eine enorme Aufwertung erhalten, wenn die Spieler den Verlauf der Geschichte aktiv verändern könnten. So bleibt es mit Sicherheit für viele Spieler unter uns bei einem einzigen Ausbruchsversuch, da die Story schlichtweg zu linear aufgebaut ist. Nur selten stehen zwei verschiedene Vorgehensweisen bzw. Wege zur Verfügung, die am Ende jedoch immer zum selben Ergebnis führen. Eine etwas kurzweilige, aber dafür extrem spannende Gangster-Karriere.

Nicht zu kurz kommt die Steuerung, die in diesem Titel einen besonderen Stellenwert hat. Nur mit den passenden Tastenkombinationen, die perfekt und unauffällig ins Spiel integriert worden sind, können Leo und Vincent ihr Ding machen. Sollten einmal Fehler seitens der Tasteneingabe erfolgen helfen uns die sehr gut platzierten Speicherpunkte, die kaum Frust-Momente aufkommen lassen.

Allgemein ist das Gameplay sehr einfach gehalten und wird Profispielern mit Sicherheit etwas zu leicht fallen.

A Way Out

Grafik & Sound

Grafisch bietet „A Way Out“ eine stimmige Atmosphäre aus den 70ern. Auch wenn sich viele Kulissen etwas langweilig und leblos anfühlen, zaubern uns die Entwickler eine schöne Gangsterdarstellung auf den Bildschirm. Trotz fehlender HDR-Technik erscheinen uns Lichteffekte durch den gewählten Grafik-Look als stimmig. Nur selten laden manche Texturen etwas zu spät nach.

Der gewählte Soundtrack unterstreicht die spannende Gangster-Story. Eine deutsche Synchronisation fehlt zwar in der Spiele-Datei, doch leistet die englische Synchronisation hervorragende Arbeit. Die Untertitel sind ausgesprochen gut übersetzt worden.

Fazit

„A Way Out“ macht besonders zu zweit auf der Couch jede Menge Spaß, doch auch online funktioniert das Spiel sehr ordentlich und zuverlässig. Hier haben wir es mit einem Stück Software zu tun, das alle Register in Sachen Co-op zieht. Solisten sollten eher einen weiten Bogen um den Titel machen. Denn hier lautet die Devise: „Zu zweit ist es einfach viel lustiger!“

Getestet wurde A Way Out auf PS4 von Andreas Erber.

Das Test-Exemplar / der Review-Code für A Way Out wurde uns von Electronic Arts kostenlos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!