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Lost Judgment

Veröffentlicht am 04.10.2021 von Soul-1

Lost Judgment (PS4, PS5, Xbox One, Xbox Series) Test / Review

Die Rückkehr von Detektiv Yagami und Co.

Die Ankündigung von Lost Judgment war eines der größten Überraschung des Jahres. Das Spiel wurde nicht nur erst im Mai bekannt gegeben, außerdem ist es auch das erste Mal das ein Yakuza/Judgment Titel das Weltweit gleichzeitig erscheint.

Der Vorgänger war zwar ein sehr gutes Spiel, jedoch konnte es an einigen Stellen nicht überzeugen. Doch mit Lost Judgment soll es diesmal anders sein. Es ist ohne Zweifel eines der Sequels, die es schaffen nahezu alles zu verbessern.

In diesen In-Depth Review gehen wir dementsprechend auf die vielen Einzelheiten ein, warum und weshalb dieser Nachfolger vor allem im Thema Gameplay überzeugen kann.

Ein fantastischer Anfang

Bevor wir jedoch direkt ins Review kommen, müssen wir noch ca. die ersten 1 bis 2 Stunden ansprechen, diese wurde teilweise als Demo in Asien veröffentlicht. Dabei handelt es sich um einen Einblick in alte und neue Features, sowie einen schnellen Überblick für Veteranen und Neulinge der Yakuza/Judgment Reihe. Für Veteranen ist es beispielsweise wichtig zu erfahren, dass es sich hierbei zeitlich nach Yakuza: Like a Dragon abspielt und dementsprechend eine spezielle Bedeutung für die Story haben wird. Neulinge werden dabei einen Spoiler zum entsprechenden Spiel vorfinden.

Am wichtigsten ist die Tatsache, dass es im Gameplay eine kleine Parallele zum Anfang vom Vorgänger ist. Dadurch bekommt man als Judgment Veteran sofort die Verbesserungen und Neuerungen im direkten Vergleich mit.

Für viele Veteranen wird der Anfang eine mächtige Überzeugungsarbeit leisten, denn es spricht sofort die größten Kritikpunkte an und überwindet somit den Zweifel.

Lost Judgment (PS4, PS5, Xbox One, Xbox Series) Test / Review

Das perfekte Verbrechen?

Die Geschichte fängt mit einem Fund einer Leiche in Yokohama an. Daraufhin folgt der Wechsel zum Protagonisten Yagami und dessen relativ unbedeutenden Auftrag an, bei dem ein Playboy auf Wunsch einer Auftraggeberin beschattet wird. Eine Mission die im nu erledigt wird und führt den Spieler in die Methoden von Yagami ein. Darauf folgt der Main Event, die Anhörung einer skandalösen sexuellen Nötigung durch den Polizisten Ehara im Zug.
Jetzt kommt aber der Clou, nach der Verurteilung von 6 Monaten Haft gibt der angeklagte bekannt, dass er von der am Anfang gezeigten Leiche Bescheid weiß, obwohl diese Information noch nicht veröffentlicht wurde. Das Problem?
Beide Taten sollen zur gleichen Zeit ausgeübt worden sein, d.h. die Person müsste an beiden Orten gleichzeitig gewesen sein, was natürlich vollkommen unmöglich ist.
Es wird ziemlich schnell klar worum es hier wirklich geht. Sein Sohn war ein Opfer vom schweren Mobbing, das letztendlich zum Selbstmord geführt hat. Trotz seiner vielen Bemühungen die Schule zu verklagen, wurde festgestellt, dass das Mobbing nie stattfand. Dementsprechend wurde sein Vertrauen in das Rechtssystem komplett zerstört.
Dieser verblüffende Fall ist seine Rache am Täter und an der Justiz die ihm im Stich gelassen hat.
Denn mit der Verurteilung wird eingeräumt, dass er den Mord nicht begehen konnte…
Währenddessen hat Yagami bereits einen neuen Auftrag angenommen, und zwar eine verdeckte Untersuchung, um festzustellen, ob Mobbing in der Seiryo High School stattfindet. Zufälligerweise ist es die Schule an dem das Opfer vor dem Tod gearbeitet hat…

Genauso wie im ersten Teil fängt die Geschichte mit einer kurzen Aufgabe an, das Yagami nach Yokohama bringt. Es führt sehr gut in das grundlegende Thema von Mobbing ein, dass sich über das gesamte Spiel durchziehen wird. Dramatische Momente, überraschende Wendungen und mehr sind wieder Mal Teil der Erfahrung im positiven Sinne. Weiterhin schafft es sich etwas mehr von den Yakuza Story technischen Wurzeln zu entfernen und sich somit noch mehr zu unterscheiden. Als weiteres Plus überzeugt Protagonist Yagami ist diesmal mehr im Vergleich zum Vorgänger mit viel mehr Zuversicht und somit um einiges besser als im Vorgänger.

Negative Kleinigkeiten in der Story
Leider tauchen vergangene und neue negative Kleinigkeiten auf. Darunter sind

  • Zweifelhafte Entscheidungen bei unterschiedlichen Situationen, wie z.B. schlechte Sicherheitsmaßnahmen an mehreren Momenten.
  • Zu künstliche Momente bei dem das Glück eine zu große Rolle spielt, beispielsweise wurde ein Objekt übersehen, obwohl es Sinn ergeben würde das es normalerweise mitgenommen wird.
  • Hauptgegner hat noch weniger Charisma
    Der vorherige Gegner war schon etwas mittelmäßig, hat aber dafür wenigstens stark bedrohlich gewirkt. Diesmal erscheint der Gegner lediglich unsympathisch mit ziemlich wenig Zeit im Rampenlicht.
  • Schwächere Präsenz von Nebencharakteren
    In Judgment wurden viele Charaktere eingeführt. In diesem Teil konnte man erkennen, dass der Schreiber Probleme hatte alle unter einem Dach zu bringen. Viele sind zwar da, man merkt aber, dass ihre Rollen weit schwächer sind.
    Neue Nebencharaktere haben zwar mehr Zeit im Rampenlicht, trotzdem schaffen sie es nicht vollständig zu überzeugen. Der einzige der einigermaßen gut geschrieben worden ist, ist Kuwana.

Wenn Gameplay und Story aufeinandertreffen…
Yakuza war schon immer bekannt etwas übertrieben zu sein, da gibt es schon Momente die ins Übermenschliche reichen. Man konnte das noch innerlich auflösen, da Kiryu als eine legendäre Figur gilt.
Lost Judgment ist jedoch ein Detektivspiel, bei dem die Logik eine größere Rolle spielt. Das Problem ist, dass es sehr viele Szenen gibt bei dem sich Yagami und Co. sich gegen große Mengen an Gegnern durchkämpfen müssen.
Es ist extrem schwierig die Grenzen von Yagami zu erkennen. In einem Moment wird er von einem besonderen Gegner mit einem besonderen Treffer erledigt und in einem anderen schaffen es dutzende nicht ihn zu Boden zu bringen.
Der Kampf gegen größere Gegnermassen wird einfach zu oft verwendet, um mehr Gameplay in die Hauptstory zu bekommen. Dies schadet jedoch das Tempo und entzieht beim Spieler die Spannung. In nahezu allen Zwischensequenzen wird gezeigt, dass es eigentlich schwierige Kämpfe sind, weil die Angriffe der Protagonisten in der Szene nicht genug Schlagkraft vermitteln.

Weniger ist mehr
In Bücher RPGs wie z.B. Dungeons & Dragons gibt es eine lose Regel die „The Rule of Cool“ heißt. Dort wird darüber nachgedacht die Regeln der Spielwelt ein wenig zu biegen, wie z.B. mit einer übertriebenen Szene, damit eine coole Szene entsteht. Man merkt das man das hier mit den Massenkämpfen das coole und Gameplay zu verbinden, leider hat es nur nicht komplett geklappt.
Hier muss man auf den Genrekollegen Shenmue 1&2 hinweisen. Dort gibt es vergleichsweise weniger Kämpfe, vielleicht zu wenig, aber dafür sind sie bedeutungsvoller. Ein Beispiel wäre das berühmte einmalige 1-Gegen-100 beim ersten Teil. Weiterhin werden dort über QTEs gezeigt wie Ryo Hazuki gezielt seine Gegner mit einem Treffer mit Stil und vom Spieler eingesetzten Angriffen erledigt und etabliert somit diese Möglichkeit in der Welt von Shenmue.
Das gleiche Problem existierte natürlich auch in Judgment, war aber weniger bemerkbar da es der erste Teil war und es noch durch die kleine Yakuza Assoziation noch durchgehen lies. Es wäre vielleicht in diesem Fall besser gewesen den einen oder anderen langen Kampf wegzulassen und stattdessen eine komplette coole choreografierte Szene einzubauen, bei dem die Protagonisten mit deren Gegnern kurzen Prozess machen. Man sieht, dass die Entwickler es drauf haben, da inmitten von Kämpfen oder als Intro sowas zum Einsatz kommt.
In einer dramatischen Szene ist die Strapazierfähigkeit eines Charakters so übertrieben, dass ich sogar fragen musste, ob es nicht vielleicht zu viel des Guten ist. Die Szene allein wäre vielleicht noch in Ordnung gewesen, aber es gibt wieder andere Szenen die diese Strapazierfähigkeit wieder infrage stellt.

Wichtig ist hierbei zu erwähnen, dass es sich hierbei zum größten Teil um wiederkehrende negative Punkte handelt. Weshalb die Story nur leicht unter dem Vorgänger abschneidet.

Lost Judgment (PS4, PS5, Xbox One, Xbox Series) Test / Review

Schulgeschichten: Mystery Research Club Vs. Professor M.


Die Schulgeschichten sind das heimliche Highlight von Lost Judgment und ein persönlicher Favorit. Hier geht es darum, dass Yagami als Berater mehrere Fälle unter dem Mystery Research Club (MRC) nachgeht. Innerhalb der Seiryo High School schwirrt das Gerücht vom Professor M. (abgekürzt als Professor) aus dem Dark Web herum und erfüllt dabei Wünsche von Schülern. Dabei werden sie zur Delinquenz und schlimmstenfalls Kriminalität führt. Deswegen liegt es am MRC und Yagami die Schüler aus der Falle zu retten und dem Professor das Handwerk zu legen.
Das Schönste an dieser Geschichte ist, dass Yagami seine verlorene Jugend über die Schüler nachholt.

Während der Untersuchungen muss Yagami teilweise Clubs aus der Schule aushelfen oder externe Gruppen infiltrieren. Das Besondere daran ist, dass jeder Fall ein eigenes Minispiel darstellt. Tanzen, Boxen, Skateboard, Robotics Club, Motorrad Gang, Virtua Fighter 5 Final Showdown, uvm.
Alle haben ihre eigenen interessanten Nebencharaktere. Persönlich fand ich sie alle sogar besser als die in der Hauptgeschichte. Sie sind sympathisch und deren unterschiedlichen Motivationen sind leicht nachzuverfolgen. Man weiß, wer sie sind und warum alles passiert.
Weiterhin helfen die mundgerechte Länge der Szenen und das stabile Tempo der Erzählung, denn die Story Teile werden nur durch kurze Minispiele unterbrochen. Einige Schulgeschichten sind länger und andere um einiges kürzer, also handelt es sich hierbei um maßgeschneiderte Länge. Nicht zu lang und nicht zu kurz. Wobei das eine oder andere Minispiel einem mehr oder weniger gefällt und somit subjektiv zu kurz oder zu lang ist.
Die Schulgeschichten sind von Anfang bis zum Ende Top und hat auch noch einen tollen Abschluss. Dieser Teil von Lost Judgment bekommt ein besonders großes Lob. Vielleicht wäre dieses Format für die Zukunft der Reihe eine Überlegung wert.

Story Zwischenfazit

Wenn es um die Hauptstory geht, muss ich hier zugeben dass es ein Schritt nach vorne und eineinhalb Schritt zurückgegangen wurde. Wie bereits erwähnt macht der Protagonist Yagami ein viel besseres Bild als im ersten Teil. Das Thema und der Verlauf der Geschichte sind ebenfalls packend. Die eigentliche Kritik liegt eher in der Ausführung, bei dem mehrere Kleinigkeiten sich in die Qualität einbeißen und macht halt den Unterschied zwischen Sehr Gut und Exzellent.

Bei den Schulgeschichten sieht es wiederum anders aus. Im Gegensatz zur Hauptstory bestehen diese Kurzgeschichten aus Komödie und Drama, weshalb die Regeln der Welt viel offener sind als in der Hauptgeschichte. Außerdem sind viele der kleinen Kritikpunkte in diesen Teil des Spiels nicht mal aufzufinden. Sie sind zwar in der Präsentation nicht so aufwendig, aber dafür ist der Qualität der Einzelteile höher und konsistenter.

Lost Judgment (PS4, PS5, Xbox One, Xbox Series) Test / Review

Gameplay & Steuerung

Das Gameplay ist wohl das wichtigste Thema, wenn es um Lost Judgment geht. Es ist üblich, dass die Nachfolger Verbesserungen mit sich bringen und wie bei vielen anderen auch, hat das Spiel hier einen riesigen Sprung gemacht. In fast allen Bereichen ist es entweder größer oder verbessert. Deswegen gehen wir ein wenig mehr auf die Einzelheiten ein.

Lost Judgment vs. Judgment

Die Grundlagen sind wie immer identisch, doch auf die Unterschiede kommt es an.

Entfernte Elemente

  • Polizei in der Stadt bedeutet keine Unterbrechung bei den Kämpfen
  • Drohneneinsatz, da Tsukumo alles übernimmt
  • Freundschaften
  • Keihin Gang Präsenz
  • Tödliche Wunden
  • Stand Erschütterung bei abgewehrten Angriffen
  • Bonus SP bei Fragestellung

Skateboard (NEU)

Yokohama ist um einiges größer als Kamurocho und als armer Schluckspecht ist das Taxi noch ziemlich kostspielig. Das Skateboard wird innerhalb der Hauptgeschichte freigeschaltet und man kann dadurch mit höherer Geschwindigkeit die Stadt bereisen. Sie kommt jedoch mit gewissen Einschränkungen. Man kann das Skateboard nur auf der Straße einsetzen, beim Gehweg tritt man automatisch ab.

Mit einem Druck auf die X-Taste kann man per Tritt für eine kurze Zeit das Tempo erhöhen.

Das Skateboard ist Teil der Ausrüstung und man kann später bessere mit höherer Geschwindigkeit und besseren Wendekreis erwerben.

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Ausrüstung (NEU) und Essenz Doping

Die Ausrüstungen sind wieder zurück mit Ober-, Unter- und Innenteil. Zusätzlich gibt es noch zwei Accessoire Slots. Unter den Funktionen sind prozentuale Erhöhung von Angriff, Verteidigung, EX Anzeige Aufbau, uvm.

Es reicht also den kleinen Unterschied für den Charakteraufbau zu machen.

Mit der Essenz Doping werden besondere Behälter gebraucht und man verwendet die unterschiedlichsten Materialien um die Rezepte ins Leben zu wecken. Das Material kann man wiedermal entweder auf der Straße auffinden oder beim ausgewählten Laden erwerben. Einige Essenzen sind über den Essenzladen verfügbar.

Schlösser Knacken (Reduziert)

Drähte sind jetzt eine Sache der Vergangenheit und Zeitbegrenzungen sind ebenfalls entfernt worden.

Freundin(innen DLC/stark reduziert)

Hier hat sich eigentlich nicht viel geändert, abgesehen von der Verschlechterung dass es nur noch eine Freundin im Spiel gibt. Auf eine Art und Weise erscheint diese Monogame Entscheidung eher als ein Wehrmutstropfen, da weitere über DLC erworben werden müssen.

Die Freundschaften Hilfe beim Kampfstart wird von der Freundin ersetzt und ist somit nahezu im Spiel nicht präsent.

Beschattung (Reduziert/Geändert/Verbessert)

Damals gab es längere teilweise Beschattungen die aus mehreren Teilen bestanden. Dies wurde auf kurze einzelne Strecken mit kurzen Distanzen reduziert. Orte an denen man sich anlehnen kann werden nicht mehr angezeigt, stattdessen hängt der Charakter sich automatisch an die Stelle. Nicht alle die wie verstecke aussehen sind welche, aber man gewöhnt sich daran.

Um das ganze nochmal zu vereinfachen, gibt es eine neue Funktion mit der man sich für eine bestimmte Zeit mit „unauffälligen“ Aktionen sich in direkter Sicht verstecken kann. Doch Vorsicht, man hat pro Beschattung dafür eine begrenzte Anzeige.

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Kampfsystem (getestet auf Normal, stark verbessert)

Grundsätzlich bleibt hier alles beim alten. Ausweichen, zwei Angriffsarten, Abwehr, usw. Der Teufel steckt jedoch im Detail. Durch die entfernten Animationen bei abgewehrten Angriffen ist der Kranich Stil viel Wirkungsvoller als im Vorgänger. Außerdem haben jetzt alle Drei Kampfstile die Fähigkeit einen besonderen Bonus zu aktivieren. Beim Tiger führt der aufgeladene starke Angriff zu erhöhten Angriffskraft, beim Kranich wird das Ausweichen nochmal verbessert und der neue Schlangenstil liefert beim Parieren einen Super/Hyper Armor, d.h. man ignoriert den Angriff des Gegners und führt die eigenen einfach fort.

Bessere Balance im Schaden

Im Vorgänger fühlten sich viele Angriffe eher schwach an, währenddessen waren Wandsprünge und Flux vom Tiger die wenigen nützlichen Aktionen. Dies führt zum Problem das die Kämpfe zu eintönig waren und man teilweise sich trotz Upgrades auf die Essenz Doping verlassen musste. Jetzt sind alle Angriffe nützlich und die Kämpfe sind in der Länge stark reduziert. Es ist jetzt möglich zwei Gegner mit einer Combo auszuschalten, womit Kämpfe mit zufallsbedingten Gegnern bereits schon in wenigen Sekunden beendet werden können. Meines Erachtens wurde hier der Goldene Schnitt gefunden. Die Kämpfe sind kurz genug, damit sie nicht langweilig oder frustrierend werden mit passender Belohnung.

Technisch gesehen ist es möglich mit einem Stil das gesamte Spiel durchzuspielen. Also ist es hauptsächlich dem Spieler überlassen. Der Tiger Stil hat wieder Flux, aber diese Fähigkeit ist anscheinend etwas besser versteckt als im Vorgänger.

Schlangenstil

Eines der besten Zusätze in Lost Judgment. Die Verteidigung war in der Yakuza-Reihe schon immer ein schwieriges Thema. Es hat zwar seinen Sinn, aber der Angriff war immer besser.

Mit dem Schlangenstil hat man eine perfekte Balance zwischen Angriff und Verteidigung gefunden, denn man kann in diesen Stil Parieren und der Zeitraum dafür ist sehr großzügig. Wie funktioniert das Parieren? Man muss lediglich kurz vor dem Angriff des Gegners in die Verteidigung gehen. Hier kommt der Clou, das Parieren hat einen 360° Schutz, d.h. sie wird aktiviert egal von wo der Gegner angreift. Beim erfolgreichen Parieren wird der Gegner kurz zum schwanken gebracht und man kann dadurch eine Gegenoffensive starten.

Doch das war noch nicht alles was der Schlangenstil zu bieten hat. In der Angriffsreihe wird der dritte starke Angriff automatisch zum Wurf, d.h. man geht automatisch von Schlägen zum abschließenden Wurf über. Da Würfe die Abwehrhaltung überwindet, hat man sozusagen ein 2-in-1 Angriffsreihe und bietet somit eine sehr gute Offensive die sich bereits um vieles kümmert. Natürlich können sich die Gegner vom Wurf lösen, aber bei den normalen zufallsbedingten Kämpfen kommt es so gut wie nicht vor.

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Statusänderungen
Jetzt gibt es nicht nur das altbekannte benommen mit den Sternen über dem Kopf, stattdessen gesellen sich zwei neue Statusänderungen dazu: Agonie und Furcht. Bei Agonie wird der Gegner vermutlich geschwächt und ermöglicht ein bestimmtes EX Angriff. Die Agonie kann später über den Schlangenstil freigeschaltet werden, sie werden vor allem über die aufgeladenen starken Angriffe ausgeteilt.
Bei der Furcht wird der Gegner in einen hilflosen Zustand versetzt, man kann sie sogar mit einem speziellen EX Angriff sofort, unabhängig von Lebensenergie, ausschalten. Den Furcht-Status lässt sich durch schnelles erledigen der Gegner oder Parieren im Schlangenstil aktivieren.

Rage und Tödliche Angriffe (Geändert)
Beides sind wieder Mal dabei, doch diesmal ist es zum Vorteil des Spielers. Zum einen gibt es die tödlichen Wunden nicht mehr und zum anderen wurde eine neue Konter-Art eingeführt. Im Rage führen die Gegner lediglich stärkere Angriffe aus. Weicht man dem tödlichen Angriff zur richtigen Zeit aus, kann man mit der Wurftaste einen heftigen Gegenangriff ausführen. Bei diesem Gegenangriff liegt der Schaden bei ca. 50% einer Leiste bei einem Boss, das ist ca. so stark wie ein EX Angriff.
Natürlich bleiben die tödlichen Angriffe sehr gefährlich und es kam schon mal bei mir vor das trotz 50% Lebensenergie der Game Over Bildschirm kam.

Lost Judgment (PS4, PS5, Xbox One, Xbox Series) Test / Review

Upgrades und SP
Die Upgrades sind genauso wie im vorherigen Teil in mehreren Kategorien aufgeteilt und bieten neue Techniken oder Verbesserungen.
Durch die schnellen Kämpfe und SP Bonus durch Einsatz von bestimmten Mechaniken wie EX Angriff bei Furcht, bekommt man sehr schnell SP hinzu. Dazu kommen auch noch regelmäßige Bonusse durch das Erledigen von Aufträgen in Haupt- und Nebengeschichten. Ich konnte beispielsweise schon innerhalb der ersten 10 Stunden bereits den 300% SP Bonus freischalten, das locker über 100000 SP kostet, da man es progressiv freischaltet. Wer will, der kann sehr schnell SP ansammeln.

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Zufallskämpfe
Dadurch dass man ein Skateboard hat, ist es nun viel einfacher einfach an den Gegnern vorbeizufahren. Aber eigentlich will man das gar nicht, denn sie vergeben ja schön SP und die Kämpfe können extrem kurz sein. Eine Besonderheit ist jedoch zu beachten. Anscheinend ist es so fixiert, dass immer mindestens ein Gegnermob auf der Minikarte ist und man muss sich also nicht mehr zu viel auf den Zufall verlassen. Wer also gerne kämpft, der wird hier richtig gut bedient.

VR Paradise Brettspiel
Mit dem Einlösen von Spielpässen kann man im Brettspiel teilnehmen und dich Geld gewinnen. Der Twist hier ist, dass diesmal ein gegnerischer KI-Spieler auf dem Feld ist. Beide Spieler können durch den Verbrauch von speziellen Punkten entweder sich das Leben mit Bonusfähigkeiten erleichtern oder den Gegner belästigen.
Das VR Paradise Brettspiel ist eines der Plätze, bei dem man viel Geld verdienen kann. Es kann jedoch je nach Spielverlauf ein wenig dauern.

Aircelios / Arcade Twin Stick Shooter (NEU)
Ein brandneues Minispiel, das ein wenig an den PS3 Klassiker Super Stardust HD von Housemarque erinnert. Bei diesem Minispiel geht es darum alle Gegner auf dem Feld zu erledigen. Dabei fliegen die digitalen Fetzen mit Bildschirm füllenden Physik nach Voxel Art.
Es gibt ein Combosystem, das bei hohen Zahlen die Feuerrate erhöht und Yagami kann mit Geld Upgrades und Spezialschüsse oder Heilung kaufen. Bei den Spezialschüssen gibt es extrem hohe Feuerrate, erhöhte Feuerkraft und ein Schuss in drei Richtungen. Alle Spezialschüsse lassen sich auch kombinieren. Pro Mission kann man bis zu zwei Mal ein bildschirmfüllenden Angriff ausführen, dass alles neutralisiert bzw. zerstört. Der Schwierigkeitsgrad ist nicht allzu hoch und es wird vor allem durch den Einsatz von Spezialschüssen um einiges vereinfacht.

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Master System (NEU)
Das Master System ist Segas erste Konsole gewesen und in Lost Judgment können 8 Spiele gefunden werden. Darunter beispielsweise Alex Kidd. Ob diese Spiele einem gefallen ist reine Geschmackssache, aber es ist schön, dass sie dabei sind.
Als ganz besonderen Bonus sind die japanischen Versionen ebenfalls im Spiel eingebaut.

Arcade Classics und Kamurocho of the Dead
Wie immer gibt es in Lost Judgment eine ganze Reihe von SEGA Klassikern, ganz nach Yakuza Tradition. Darunter sind Virtua Fighter 5 Final Showdown, Sonic The Fighters, uvm.

Minispiele
Darts und Baseballkäfig sind wieder Mal dabei und sind potenzielle Date Plätze.

Detektiv Yagami 2.0
Abgesehen von den bereits bekannten Fähigkeiten, bekommt Yagami noch einige schöne Gadgets für sein Detektiv-Arsenal.

Parkour/Klettern (NEU)
Yagami kann in Lost Judgment in die vertikale gehen, d.h. es ist jetzt möglich bei ausgewählten Momenten an bestimmten Stellen hochzuklettern. Die Griffanzeige gibt dem ganzen noch etwas Würze, damit man einen kurzen Zeitdruck bekommt und unter Umständen strategischer vorgehen muss. Sie erholt sich automatisch, sobald man wieder auf etwas steht. Der Schwierigkeitsgrad ist in diesem Teil sehr bescheiden und ist mehr eine Erfahrung als Herausforderung.
Je nachdem welche Hindernisse einem bevorstehen, darf Yagami über QTEs seine Agilität mit Wandrennen und Stangenspringen demonstrieren.

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Drohne und Drohnenrennen

Beides ist wieder dabei, jedoch hat die Drohne nahezu keine Bedeutung mehr. Es gab keinen Zeitpunkt in der Hauptgeschichte oder den Nebengeschichten wo es gebraucht wurde. Schließlich übernimmt ein Mitglied des Teams schon diese Aufgabe. Das Drohnenrennen ist altbekannt mit Uprades und neuen Rennstrecken.

Verfolgung (Geändert)

Diesmal sind Verfolgungen ziemlich vereinfacht. Yagami und der verfolgte haben jeweils eine eigene Ausdaueranzeige die sich stetig reduzieren. Bei festgelegten Hindernissen tauchen QTEs auf womit Yagami auf eine besondere Weise ausweicht und gleichzeitig leicht Energie zurückbekommt. Objekte wie Kisten und Bälle können ebenfalls über QTE eingesetzt werden um die Anzeige des Gegners zu reduzieren.

Diesmal ist Yagami noch akrobatischer als zuvor und die QTE Eingaben richten sich Fix nach den jeweiligen Hindernis.

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Untersuchung(Leicht geändert) und Eichhörnchen
Ab jetzt ist es möglich zu jederzeit in den Untersuchungsmodus mit der L3-Taste zu wechseln. Dementsprechend entfällt die Möglichkeit die Stadt in der Ich-Perspektive im Rennen zu erleben. Es gibt aber mehrere Gründe, warum diese Änderung durchgeführt wurde. Zum einen können hier die Gadgets in Echtzeit durchgewechselt werden und zum anderen gibt es jetzt jede Menge Eichhörnchen Bilder zu entdecken.
Hierbei handelt es sich, um Bilder, die im Untersuchungsmodus angeschaut werden müssen, um eine kleine Schnitzeljagd zu aktivieren. Im Bild wird gezeigt welches Gadget benötigt wird.

Beweisfotos (Leicht geändert)
Die Beweisfotos sind auch diesmal dabei, wobei es hier sich hauptsächlich auf eine spezielle Schulgeschichte begrenzt. Es hat sich hier so gut wie nichts geändert. Man werkelt am Zoom und der Schärfe und wartet auf den richtigen Moment ab. Neu ist die einmalige Zeitlupenfunktion, obwohl es gar nicht mal so einen großen Unterschied ausmacht.

Gadgets und mehr (NEU)

  • Richtmikrofon
    Benutze es um beispielsweise Gespräche aus der Ferne mitzuhören oder etwas Bestimmtes zu finden.
  • Detektor
    Dieses besondere Gerät zeigt bei Grün die Richtung und die stärke die Nähe des Objektes an. Es hat sogar eine eigene Nebengeschichte die sich darauf spezialisiert.

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  • Ranpo der Detektiv Hund
    Sind alle Fährten verloren gegangen? Vielleicht doch nicht! Ranpo der Detektiv Hund benutzt seine Spürnase. Während Ranpo aktiv ist, gibt es keine Zufallskämpfe. Der Einsatz ist ebenfalls sehr einfach. Das Spiel blockiert automatisch den Bereich ab bis Ranpo aktiviert wird.

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Nebengeschichten und Schulgeschichten

Neben den typischen Nebengeschichten die entweder als Aufträge im Büro oder einfach in der Gegend zu finden sind, gibt es die Schulgeschichten. Sie sind wie eine Ansammlung von Minispielen mit einer zusammenhängenden Story. Unter den üblichen Verdächtigen im Minispiel Bereich sind Klassiker wie Texas Hold’em Poker, Virtua Fighter 5 Final Showdown, Fotos Schießen, usw.

Die Story verläuft etappenweise und ist teilweise am Fortschritt der Hauptgeschichte gebunden.

Zusätzlich kommen noch einige Handvoll neue Minispiele hinzu.

  • Der Tanz Club
    Da wahrscheinlich aus Lizenzgründen Yagami nicht Singen darf, gibt es stattdessen eben das Tanzen. Es sieht zwar ein wenig anders aus, aber im Grunde genommen ist es Karaoke mit einem Twist. Kostüme bringen bei bestimmten Tänzen einen Bonus und man kann besondere Fähigkeiten einsetzen, die es einem die Eingaben erleichtern. Jedes Musikstück hat 4 Schwierigkeitsgrade.

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  • Skateboard
    Eine sehr vereinfachtes Skateboarding bei den Rampen und Geländer fixierte Tricks ausgeführt werden. Dort geht es mehr um Präzision und Strategie, da man zum einen alle Münzen einsammeln und so viele Tricks wie möglich ausführen möchte, damit der Combozähler in die Höhe geht.
    Abgetrennt von der Schulgeschichte kann man auch mit dem Skateboard rennen fahren und ist vergleichbar mit einer abgespeckten Version vom Dragon Kart in Yakuza: Like a Dragon.

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Boxen

Schon mal Victorious Boxers (Hajime no Ippo) gespielt? Das Boxen ist wie eine vereinfachte Version davon. Man bewegt sich im Ring und versucht den Gegner mit gezielten Angriffen auf die Matte zu bringen.

Dabei gibt es 3 verschiedene Anzeigen: Lebensenergie (oben am Rand), Ausdauer (Kreisförmig) und EX (Unten).

Ist die Lebensenergie leer, geht der Charakter auf die Matte und muss sich mit Anstrengung wieder zum Stehen bringen.

Die Ausdauer ist schon etwas komplizierter. Angriffe, Ausweichen und eingesteckte Treffer reduzieren es. Fällt es auf null, ist der Charakter für eine kurze Zeit gelähmt.

Bei einem vollen EX kann ein besonderer Status aktiviert werden bei dem die Ausdauer langsamer reduziert wird.

Beim Angriff gibt es drei Angriffstärken: Jab, Gerade und Haken. Sowie Kopf und Körpertreffer die man mit dem linken Stick steuern kann. Das Ziel liegt darin, die offene Stelle beim Gegner zu treffen.

Später kann man mit Geld neue Techniken erlernen.

Kleiner Tipp: Ein Jab auf den Kopf, gefolgt mit einer geraden auf den Körper hat zu 90% den Kämpfen bei mir zum Sieg geführt.

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Biker Rennen (Death Race)

Das Rennen besteht aus zwei Phasen. In der ersten müssen die Handlanger entweder über Boost oder den Ramm Angriff ausgeschaltet werden. Darauf folgt dann ein Rennen gegen den Boss und man muss als Erstes am Ziel ankommen. Man könnte sagen es ist wie eine Hommage am Klassiker Road Rash.

Natürlich greifen die Handlanger Yagami mit verschiedenen Waffen und Angriffen an, weshalb es wichtig ist so wenig Schaden einzustecken wie möglich.

Der Boost lädt sich entweder über den Wheelie oder das Driften auf. Letzteres ist vor allem bei Kurven empfehlenswert und bring sehr viel Boost Balken.

Die Steuerung ist sehr einfach, denn das Motorrad richtet sich automatisch in die Fahrbahn ein.

Mit jedem großen Sieg wird ein neues Motorrad freigeschaltet, die um eine Stufe aufgemotzt werden können. Die Motorräder haben unterschiedliche Stärken und Schwächen, deswegen liegt die Auswahl am Spieler.

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Robotics Club

Das schwarze Schaf der Schulgeschichten Minispiele. Die Roboter sind auf einem Gitterfeld und sie können sich dabei nur in die vier Kardinalsrichtungen bewegen. Möchte man die Richtung ändern, muss erst mal eine Drehung ausgeführt werden. Weiterhin können die Roboter jeweils eine Waffe mit aufs Feld bringen.

Bei diesem Minispiel handelt es sich um ein 3-gegen-3 mit 2 KI gesteuerten Robotern. Das Ziel des Spiels ist es die Tetrominos aufzusammeln und aufs Feld zu Plfanzen. Dabei müssen die eigenen Flächen miteinander Kontakt haben. Baut man sich einen Weg zum gegnerischen Hauptquartier, hat man automatisch gewonnen. Ansonsten werden die eroberten Felder nach dem Zeitablauf gezählt.

Warum ist es das schwarze Schaf? Dafür gibt es mehrere Gründe. Zum einen brauchen die Upgrades der Roboter externes Material, das man entweder auf der Straße zufallsbedingt findet oder mit viel Geld einkauft. Zum anderen eher bestenfalls akzeptabel anstatt unterhaltsam. Denn die Steuerung, schwierige Upgrades und unzuverlässige KI bringen dem Ganzen eher Frust als Lust. Der rettende Punkt ist die gute Story.

Insgesamt sind die Schulgeschichten ein riesiges Plus und sind auch im Gameplay ein Highlight.

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Schwäche im Gameplay durch Story Skript

Hier liegt sozusagen ein „Apollo Justice“ (bzw. Ace Attorney 4 von Capcom für Nintendo DS) Problem vor, d.h. die Gadgets werden zu wenig benutzt. Yagami hat zwar neue Gadgets, aber leider werden sie so gut wie gar nicht in der Hauptgeschichte eingesetzt. Stattdessen wird alles auf die Nebengeschichten und die Eichhörnchen Bilder abgewälzt. Ist zwar immerhin besser als Apollo Justice, aber es ist halt Schade das diesen Gadgets so wenig Bedeutung gegeben wird.

Gameplay Zwischenfazit

Lost Judgment hat im Gameplay einen riesigen Qualitätssprung erhalten und entfernt so gut wie alle Kritikpunkte vom Vorgänger und addiert sogar auch noch gute neue Elemente hinzu. Kaum ein anderes Spiel schafft es beim Sequel so viel zu verbessern.

Abgesehen von den optionalen Geldproblemen am Anfang und dem Robo Minispiel konnte ich hier keine Kritik vorfinden. Die eine oder andere Schulgeschichten Minispiel kann zwar Geschmackssache sein, aber insgesamt hat Ryu Ga Gotoku Studio es geschafft das Spiel zu einer butterweichen Erfahrung zu machen.

Persönlich gesehen ist es bisher das beste „Yakuza“ Spiel (Yakuza 5 und Kiwami 2 noch nicht gespielt). Man hat es wirklich geschafft die einzelnen Elemente chirurgisch so zu verbessern.

Lost Judgment (PS4, PS5, Xbox One, Xbox Series) Test / Review

Grafik & Sound

Das Spiel behält die gleiche Qualität wie Yakuza: Like a Dragon und Judgment bei. Die Charaktere sind gut aus und die Stadt erscheint richtig lebendig mit vielen Lichtern und Bewohnern in drei verschiedenen Tageszeiten.
Es überzeugt mit neuen Kampfanimationen, die die drei Stile noch mehr voneinander unterscheiden. Bei den Zwischensequenzen zeigen die Charaktere viel Mimik und man kann dadurch ihre Gefühle bereits am Gesicht ablesen. Wie immer ist hier im Rahmen der PS4 Grenze gute Grafik zu erwarten.

Beim Sound ist es das gleiche Spiel. Die Angriffe hören sich richtig wuchtig an, vor allem die EX Angriffe. Musikalisch kann ich mich nicht an viel erinnern, zeigt aber, dass es sehr gut als unterstützendes Element als audiovisuelles Erlebnis zusammenarbeitet. Wie gewohnt ist natürlich die japanische Sprachausgabe Top und bei der englischen Sprachausgabe wurde auch sehr viel Arbeit reingesteckt und bringt dementsprechend auch eine hohe Qualität mit sich.

Nextgen Vorteil

Wie immer sind die Ladezeiten nahezu nicht vorhanden, weshalb die Taxis um einiges attraktiver sind. Die 60 FPS bieten eine schöne butterweiche Performance und hilft dabei das Gameplay nochmal leicht zu verbessern.

Lost Judgment (PS4, PS5, Xbox One, Xbox Series) Test / Review

Pro

  • Extrem verbessertes Gameplay
  • Massig unterhaltsamer Inhalt
  • Überwiegend gute Minispiele
  • Packende Story mit leichten sozialen Kommentar
  • Master System Spiele
  • Schulgeschichten als fantastische größere Nebengeschichte

Contra

  • Robotics Club Minispiel ist sehr bescheiden
  • Nebencharakteren fehlt es an Charisma
  • Einige Szenen sind zu überzogen

Fazit

Nach Yakuza: Like a Dragon heizt Sega und Ryu Ga Gotoku Studio nochmal richtig mit Lost Judgment nach. Das traditionelle Beat’em Up ist zurück in spitzenform und insgesamt ist es nahezu in allen Gameplay Bereichen mindestens Unterhaltsam mit wenig Frustfaktor. Rein vom Gameplay betrachtet ist es meiner Meinung nach das beste traditionelle Yakuza Spiel, weil es sehr viele Kleinigkeiten ausbessert. Wie immer geizt der Entwickler nicht mit Inhalt und man kann mit locker über 50 Stunden Spielzeit rechnen und viel mehr, wenn auf 100% abgezielt wird.
Die eigentliche Schwäche liegt hauptsächlich am Robo Club Minispiel und an der, am Vorgänger, vergleichsweisen leicht schwächeren Story (ca. halben Schritt zurück). Letzteres ist in dem Bereich mit Yakuza als Werkzeug besser geworden, dafür merkt man aber andere Defizite wie z.B. schwächere Charaktere oder die leicht zu hohe Anzahl an übertriebenen Momenten die einem aus dem Geschehen herauszieht. Wie immer werden soziale Probleme wie Mobbing angesprochen und bringt einen leicht ins Überlegen, ohne eine Predigt zu halten.
Insgesamt ist Lost Judgment ein absolutes Highlight von 2021 und ist aktuell mein persönlicher Top-Wahl als Spiel des Jahres, da es in allen Bereichen, trotz kleineren Schwächen, überzeugt.
Dementsprechend ist Lost Judgment eine klare Empfehlung und eignet sich für Neueinsteiger und Veteranen zugleich. Wenn Yakuza 0 das Beispielkind für die ältere Engine Ära von Yakuza ist, dann ist Lost Judgment das vorzeigespiel der Dragon Engine Ära die seit Yakuza 6 angefangen hat.

Getestet wurde Lost Judgment auf PS5 von Soul-1. Das Spiel lag uns zum Testzeitpunkt in Version 1.002.00 vor.

Das Test-Exemplar / der Review-Code für Lost Judgment wurde uns von Koch Media kostenlos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!