Review

Scarlet Nexus · Test

Veröffentlicht am 14.07.2021 von Soul-1

Titelbild von Scarlet Nexus (PC, PS4, PS5, Xbox One, Xbox Series)

Das erste RPG Highlight des Jahres aus dem Hause Bandai Namco

Bandai Namco bringt dieses Jahr zwei große RPGs aufs Feld. Am 10. September erscheint das lang ersehnte Rückkehr der "Tales of" Fantasy Reihe mit Tales of Arise. Den Auftakt macht das völlig neue Spiel Scarlet Nexus und versetzt den Spieler in das komplett entgegengesetzte thematischen Spektrum, dem sogenannten „Brain Punk“. Mit einer farbenfrohen Ästhetik inspiriert von Manga künstlern wie Katsuhiro Otomo (Akira) und Masamune Shirow (Ghost in the Shell) und einer Welt bei dem die Menschen am Gehirn miteinander verbunden sind.

Hinter Scarlet Nexus steckt jedoch noch viel mehr und zeigt eine Menge an Potenzial, sodass man darauf hofft das es nicht das erste und letzte Reise in dessen Welt ist.

Trotz einiger Kritikpunkte birgt das Spiel eine ganze Reihe von Gründen das Spiel zu empfehlen. Deshalb werfen wir darauf einen tieferen Blick, damit niemand ein potenzielles Lieblingsspiel verpasst.

Vergleichbar mit DMC?

Kurz gefasst: Nein. Nach eigener Erfahrung vergleichen es einige gerne mit DMC. Dieser Vergleich trifft höchstens extrem Oberflächlich zu und ist wie ein vergleich mit einem Apfel und einer Birne. Während DMC auf extreme Freiheit im Kampfsystem konzentriert, bringt Scarlet Nexus ein relativ einfaches und flottes Kampfsystem mit einer starken Konzentration auf die Story.

Es ist weder gut noch schlecht, sondern einfach nur anders.

Die Demo

Wie viel zeigt die Demo? Es wird überraschenderweise ziemlich viel vom Kampfsystem zur Verfügung gestellt. Nach persönlicher Schätzung ca. 60-70%. Einige Fähigkeiten kommen erst relativ spät zum Einsatz. Wem also das Gameplay der Demo gefällt, der wird sicherlich noch mehr Freude am Hauptspiel finden.

Bei der Story wird hingegen nur ein kurzer Einblick in die Welt und Präsentation vorgeführt und sagt nur wenig aus.

Screenshot von Scarlet Nexus

Yuito Sumeragi und Kasane Randall melden sich zur AAS (Anderen-Abwehrstreitkraft)

Bei der Welt von Scarlet Nexus handelt es sich um einer Hightech Zivilisation nach einem existenzbedrohenden Ereignis, das sich bis zum aktuellen Zeitpunkt ausdehnt. Die Gefahr? Die Anderen. Es sind Gehirnfressende Monster, die alles Lebendige Angreifen und nur von besonderen Menschen bekämpft werden können.

Dafür wurde die AAS erschaffen. Eine spezielle Einheit bei den besonderen Individuen Zwangseinberufen werden um gegen sie zu kämpfen. Yuito Sumeragi hat sich freiwillig dazu angemeldet, während Kasane Randall sozusagen Zwangseinberufen wurde.

Die Geschichte macht einen einfachen und vorhersehbaren Anfang und läuft dann sehr schnell aus dem Ruder. Jeder Charakter bietet dabei eine andere Sicht der Ereignisse, die sich dann zu einem kompletten Bild vereinen.

Wie in der Demo bereits vorgestellt, wird die Geschichte zum größten Teil in Standbildern gezeigt. Gelegentlich kommen animierte Sequenzen zum Einsatz. Neben der Hauptgeschichte werden zusätzliche optionale Charakterszenen geboten, die sich auf die einzelnen Charaktere konzentrieren. Optional ist vielleicht eine zu großzügige Behauptung, da sie dabei helfen einen Einfluss auf das Gameplay haben. Dazu aber später mehr.

Screenshot von Scarlet Nexus

Yuito oder Kasane zuerst?

Yuito tappt für längere Zeit im Dunkeln und ist meistens direkt im Geschehen dabei. Dementsprechend würde ich Yuito für die erste Runde empfehlen, da dadurch die Entdeckung der Wahrheit einen emotional härter treffen.

Mit Kasane bekommt man dafür ein besonderes Story Element und liefert einen alternativen Blick. Ein gleichzeitiges Spielen ist auch möglich, aber es muss erwähnt werden das am Ende in New Game+ möglich ist. Welches den zweiten Durchgang um einiges beschleunigt.

Vertrauensepisode

Anmerkung: Einige bringen dieses Spiel mit Persona in Verbindung, weil es besondere Szenen gibt das sich auf den Hauptcharakter und den individuellen Teammitgliedern konzentriert. Ein direkter Vergleich ist in diesem Fall jedoch komplett unverständlich da beide Spiele fundamental unterschiedlich sind.

Ein Großteil der Entwicklung der Charaktere ist auf diesen spezifischen extra Szenen ausgelagert. Sie sprechen meist deren Probleme an und zeigen dabei wie sie diese überstehen. Dadurch erlebt man deren Entwicklung mit und es hilft sehr stark dabei sie besser kennenzulernen. Dementsprechend ist es sehr empfehlenswert sie anzuschauen.

Eine gute Geschichte mit Hindernissen in der Ausführung

Eines der größeren Schwächen in der Erzählung ist das unberechenbare Tempo. Es fängt schleichend an und wirft dann einen Haufen neue Elemente auf den Spieler zu. Beispielsweise bekommt man an einem Zeitpunkt eine riesige Menge an Informationen und kurz darauf folgt eine weitere, ohne die vorherige richtig setzen zu lassen.

Weiterhin bekommen Nebencharaktere die nicht im Team sind nicht genügend Inhalt. Dadurch entstehen Lücken die dramatischen Szenen abschwächen, denn es fehlt teilweise eine gute Bindung zwischen Spieler und den Charakteren.

In einigen Momenten gibt es auch leichte Probleme in der Handlungsweise der Charaktere, vor allem bei den speziellen optionalen individuellen Vertrauensepisode zwischen den Charakteren. An einem Moment wollen die dich töten und gleich im nächsten wollen die mit dir einen Tee trinken und sagen dabei „Nichts für ungut, aber das war unsere Aufgabe“. Dieser plötzliche Wechsel führt zu einem logischen Konflikt beim Spieler. Es wäre schön hierfür nach einer besseren Methode für die Integration zu finden.

Weiterhin kommen diese Bonus Szenen meistens in Gruppen und man verbringt meistens mindestens 30 Minuten damit sie einzeln anzusehen, dafür bleibt aber die Hauptgeschichte auf der Strecke liegen. Es ist so als würde man inmitten einer Hauptgeschichte eine Episode mit Nebengeschichten einbauen bevor die eigentliche Handlung weitergeht. Als eine negative Nebenwirkung könnte es gut sein das einige Spieler die Szenen aus Frust einfach überspringen.

Ausgefallene Elemente?

An einigen Stellen werden Story Elemente eingebaut die nicht verwendet werden. Beispielsweise taucht ein Charakter bei Yuito einmal auf und ist dann nicht mehr wiederzusehen. An einer anderen Stelle wird eine moralische Frage angedeutet die leider nicht weiter aufgegriffen wird. Da ist zwar noch mehr, aber um die Spoiler niedrig zu halten, verzichten wir näher darauf einzugehen.

Möglicherweise hat es die Situation vom letzten Jahr zu einer schweren Entscheidung in der Entwicklung geführt oder vielleicht ist es Teil des Animes.

Die ersten zwei Episoden sind übrigens kostenlos auf dem deutschen YouTube Kanal von Wakanime zu sehen.

Story Zwischenfazit

Der eigentliche Inhalt der Geschichte ist sehr gut und verbindet mehrere Ideen mit unterschiedlichen Erfolg. Bei der Weltaufbau bekommt man einiges mit, wobei es sich auf das gröbste einschränkt. Die oben genannten Kritikpunkte sind nichts Schwerwiegendes, könnten aber bei einigen Spielern zu gemischte Meinungen führen.

Trotzdem liegt eine gute Geschichte, vor die sich wie eine Achterbahnfahrt auf Höchstgeschwindigkeit anfühlt. Die Handlung ist in sich zwar abgeschlossen, hinterlässt jedoch eine interessante Welt mit viel Potenzial für Nachfolger.

Unübersichtliche Untertiteln

Beim Text fehlt ein Textfeld das sich vom Bild abhebt. Dadurch entstehen viele Momente bei dem die Untertiteln sehr schwer lesbar sind.

Screenshot von Scarlet Nexus

Gameplay & Steuerung

In der Demo Artikel wurde bereits einiges vom Gameplay angesprochen wie z.B. die Möglichkeit die Steuerung komplett neu zu belegen. In diesem Teil werfen wir noch einen tieferen Blick ins Gameplay damit man sich ein besseres Bild machen kann.

Städte und Nebenquests

Zwar gibt es Kampf freie Städte, aber abgesehen von Weltaufbau über das mit anhören von Gesprächen zwischen Zivilisten gibt es da nicht viel zu tun. Eines davon liegt darin Nebenquests anzunehmen die eher wie Herausforderungen sind und verlangen vom Spieler bestimmte Gegner auf eine bestimmte Art und Weise zu erledigen. Die Belohnungen sind ziemlich Bescheiden weshalb sie recht uninteressant sind, ist aber wiederum gut da die Aufgaben umständlich sind.

Diese Art von Herausforderungen ist meistens eher eine Quelle der Frustration, da man gezwungen wird auf eine spezifische Weise zu spielen. Glücklicherweise ist es hier optional und spielt keine große Rolle im Gameplay.

Screenshot von Scarlet Nexus

Erkundung

Abgesehen von Quests ist es noch möglich Gegenstände oder Geld in den Städten aufzufinden. Das Gleiche gilt für Dungeons, wobei es dort noch Region spezifische Sammelpunkte gibt. Dort findet man Gegenstände, die für den Austausch im Shop wichtig sind. In seltenen Fällen findet man Geschenke und Ausrüstungsgegenstände.

Wer sich Geld für Heilungsgegenstände sparen möchte, der wird hier immer fündig sein.

Screenshot von Scarlet Nexus

Ausrüstung

Die Ausrüstung ist ziemlich rudimentär. Bei den Waffen handelt es sich lediglich um ein Schadensupgrade und eine optische Änderung. Das bedeutet auch, dass der Charakter keine alternativen Waffen oder Kampfstile bekommt. Zusätzlich zu der Waffe können bis zu drei Plug-Ins eingesetzt werden. Dies sind Ausrüstungsgegenstände die unterschiedlichen Boni bringen. Die einfachsten erhöhen die Statuspunkte oder helfen bei den Statusänderungen und sind dementsprechend nützlich für die KI Teammitglieder. Interessanter sind die Spieler exklusiven Plug-Ins wie z.B. schnellere SAS Erholung oder erweiterte Unverwundbarkeit nach einem Treffer.

Anpassung vom Aussehen

Das Aussehen kann über spezielle Ausrüstung angepasst werden und ist komplett separat vom Gameplay. Es gibt aber einen Haken, sie müssen nämlich entweder gekauft oder über den Austausch im Shop erworben werden. Logisch gesehen ist es also eher Richtung Ende Interessant, wenn man mehr als genug Ressourcen hat.

Speichern

Laut dem Weltaufbau von Scarlet Nexus hat jedes Team einen Protokollanten, der die Truppe folgt und ihre Aktionen aufzeichnet. Als Bonus werden dabei die Lebenspunkte voll aufgeladen.

Es muss erwähnt werden, dass die Speicherpunkte extrem großzügig verteilt sind. Sie sind nahezu nach jedem größeren Kampfraum aufzufinden. Es kommt auch öfters vor, dass ein Speicherpunkt vor und nach einem Kampfraum positioniert ist. Man muss sich also keine Sorgen machen nach einem Game Over viel Fortschritt zu verlieren.

Der Protokollant hat noch eine weitere Funktion.

Screenshot von Scarlet Nexus

Der Laden

Mit einer anderen Taste kann man den Laden (nicht zu verwechseln mit der Speicherfunktion) aktivieren. Darin kann man mit Geld Verbrauchsgegenstände und Ausrüstung kaufen oder DLC Objekte annehmen.

Später wird dann die Austauschbörse freigeschaltet, bei dem man ca. um eine Stufe bessere Objekte bekommen. Dabei wird jedoch nicht Geld verwendet, sondern Loot das man entweder von Gegnern bekommt oder den Umweltdatenobjekpunkten bei den verschiedenen Levels.

In der Austauschbörse ist es möglich Geschenke für die Charaktere zu erwerben, sie sind vor allem wichtig um die Vertrauensstufe zu erhöhen.

Screenshot von Scarlet Nexus

Vertrauensstufen

In der Demo sind sie bereits ziemlich hoch angesetzt. Im Hauptspiel muss es nach und nach aufgebaut werden. as Vertrauen lässt sich Geschenken oder Teamarbeit aufstufen. An einigen Stellen kommen die Bonus Szenen zum Einsatz die ebenfalls dazu beisteuern, weshalb es wichtig ist sie anzuschauen.

Die Vertrauensstufeist extrem wichtig und ermöglicht neue SAS Fähigkeiten wie z.B. das Freischalten eines Teamangriffes unter Verbrauch von 60% der jeweiligen SAS Anzeige oder später zufällig extrem starke Angriffe durch Teampartner. Tatsache ist sie bringen sehr viele Vorteile und helfen im Kampf immens.

Screenshot von Scarlet Nexus

Stufensystem und Hirnkarte

Das Spiel kommt mit einem üblichen Stufensystem, bei dem man durch das Besiegen von Gegnern Erfahrungspunkte bekommt. Mit jeder neuen Stufe bekommt man Hirnpunkte mit denen man neue Fähigkeiten in der Hirnkarte freischalten kann. Die Hirnkarte ist das Äquivalent zum Fähigkeiten Baum und ist in ca. 5 Richtungen aufgebaut. Zwischen den benachbarten Zweigen sind gelegentlich zusätzliche Verbindungen aufgeführt die für mehr Flexibilität sorgen. Unter den Fähigkeiten sind einfache Status Erhöhungen wie z.B. 5% erhöhter Hirnzerschmetter Schaden oder eine erhöhte Psychokinese Anzeige.

Eines der interessanteren Freischaltungen sind die Fähigkeiten die zusätzliche Manöver bieten, darunter Doppelsprung, Ausweichen in der Luft, Perfektes Ausweichen Konterangriff und der Sturmangriff von der Luft auf den Boden.

Die Idee der Hirnkarte ist gut, fällt aber in die gleiche Falle wie andere Spiele (z.B. Yakuza, Persona 5 Strikers und DMC zu einem kleineren grad) bei dem Spaßfaktor Fähigkeiten am Anfang weggesperrt sind. Der Hauptcharakter fühlt sich immerhin nicht schwach an, jedoch sind die anfänglichen Einschränkungen bemerkbar. Es ist mir unerklärlich warum der Konterangriff zum Perfekten Ausweichen freigeschaltet werden muss, denn ohne diesen Angriff ist erscheint das Pefektes Ausweichen als ziemlich schwach.

Beim normalen durchspielen der Kampagne kann man ca. 70% der Hirnkarte freischalten.

Screenshot von Scarlet Nexus

Bereiche Wechseln

Überraschenderweise hat man sich entschieden hier extrem Großzügig zu sein. Man kann fast zu jeder Zeit den Bereich wechseln. Mit einer Eingabe vom Steuerkreuz nach oben wird die Liste aufgezeigt. Auch während der Mission ist es möglich sich zurückzuziehen. Durch die häufigen Speicherpunkte gibt es zwar nicht viele Gründe es Einzusetzen, aber es ist trotzdem schön diese Option zu haben.

Screenshot von Scarlet Nexus

Kampfsystem

Es ist unmöglich über Scarlet Nexus zu reden und dabei nicht das Kampfsystem zu erwähnen. Schließlich gilt es als eines der Hauptfeatures und Hauptaugenmerk der Demo. Um uns ein besseres Bild daraus zu machen, gehen wir tiefer in die Details damit jeder sich ein leichtes Bild machen kann.

Yuito vs. Kasane

Trotz zwei spielbaren Charakteren sieht das Gameplay zwischen den beiden sehr ähnlich aus. Yuito ist leicht schneller und kämpft aus nächster Nähe. Dementsprechend kann er leichter Ausweichen, ist aber dafür näher am Gegner und riskiert eine höhere Trefferquote. Wenn man ganz genau Betrachten möchte, ist er stärker zu Fuß als Kasane.
Kasane führt angriffe aus mittlerer Distanz aus die etwas langsamer sind, bieten jedoch einen besseren Überblick um das Ausweichen besser zu timen. Im Gegensatz zu Yuito kann sie einen zweiten Luftsprint freischalten und ist somit vergleichsweise agiler in der Luft.

Anvisierung

Ganz wichtig ist hier zu erwähnen, dass die Anvisierung etwas anders ist als die meisten Spiele. Denn hier wurde die Kamerasteuerung mit dem Rechten Stick vom Zielwechsel getrennt, d.h. man muss in diesem Fall die R1 Taste halten, um mit dem Rechten Stick das Ziel zu wechseln.

Wem das zu Aufwendig ist, dem empfehle ich in der Steuerung Konfiguration einfach beide Funktionen auf den Rechten Stick überlappen zu lassen und man bekommt dadurch eine standardmäßige Anvisierung zurück.

Leider ist es nicht möglich die Schwachpunkte von Gegnern direkt anzuvisieren, was die Kämpfe gegen größere Gegner leicht erschwert.

Psychokinese

Über der Lebensanzeige ist die Psychokinese Anzeige zu sehen. Mit der R2-Taste kann man ausgewählte Objekte, die markiert sind, ferngesteuert auf den Gegner werfen. Beim DualSense Controller spürt und hört man dabei die Kleinteile bei den Triggern bewegen und dadurch ist es möglich die Verfügbarkeit über den Ton bzw. die Bewegung im Controller zu erkennen.

Wenn man mit der Psychokinese den Angriff initiiert, ist es möglich mit einem leichten Angriff sich automatisch auf eine bestimmte Distanz den Gegner schnell zu nähern und gleichzeitig anzugreifen. Dies ist normalerweise nicht möglich und ist eines der Gründe warum man mit der Psychokinese den Angriff starten sollte. Am Anfang ist die Anzeige nach ca. 3 oder 4 Verwendungen leer, aber mit den Angriffen lädt es sich gleichermaßen schnell wieder auf und macht es somit zu einer ständigen Option mit sehr wenigen Einschränkungen.

Bei besonderen Objekten kann mit der L2-Taste ein mehrfach Angriff ausgeführt werden die zusätzliche Eingaben benötigen. Sie sind stärker als normale Objekte und der Einsatz kann dadurch eine wichtige Rolle im Kampf spielen. Als Ausgleich benötigt die Ausführung mehr Zeit und der Charakter muss dabei stehen bleiben.

Screenshot von Scarlet Nexus

Angriffe

Wer mit einem Dynasty Warriors ähnlichen System rechnet, der sollte hier schnell umdenken denn es liegt ein eigenes System vor. Der Hauptcharakter hat zwei Angriffsarten: Normal und Spezial. Bei den normalen Angriffen handelt es sich um eine standardisierte Angriffsreihe mit ca. 4 Angriffen das über die Hirnkarte erweitert werden kann.

Der Spezial Angriff lädt die Psychokinese Anzeige sehr stark auf und kann nur einmal in einer Angriffsreihe eingesetzt werden. Nach dem Einsatz wird die Angriffsreihe vom normalen Angriff zurückgesetzt und man kann sie somit nochmal ausführen. Auf dem Boden kann ein stärkerer Sturmangriff freigeschaltet werden bei dem man den Spezial Angriff kurz auflädt um es auszuführen.

Luftangriff

Die oben genannte Beschreibung trifft auch hier zu. Im Tutorial wird gezeigt das man den Gegner in die Luft, mit der Eingabe von Sprung und normalen Angriff, schicken kann. Normalerweise ist es hier nicht möglich eine Psychokinese Angriff einzusetzen, kann aber über die Hirnkarte freigeschaltet werden. Ebenso kann ein Schlagangriff freigeschaltet werden, der den Gegner und Charakter zusammen nach unten schickt.

Bei Yuito besteht dieser Schlagangriff aus mehreren Treffern, deswegen ist es wichtig, dass der Gegner auf der richtigen Höhe ist. Die Combo ist zwar nicht 100% zuverlässig, aber man kann nach dem Einsatz des Spezial Angriffs die normalen Angriffe verwenden, um den Gegner zu stabilisieren damit der Schlagangriff auch richtig sitzt.

Screenshot von Scarlet Nexus

Folgeangriffe

Die offensive wird durch die Psychokinese verlängert, indem sie innerhalb einer Combo durchgeführt wird. Eine Aktivierung des Folgeangriffs ist durch einen schnellen Rückwärtsschritt vor der Psychokinese erkennbar und fixiert dabei en Charakter. D.h. man sollte vorsichtig bei dem Einsatz sein, da man dabei offen für Angriffe steht. Veteranen können die Rückwärtsbewegung als Ausweichmanöver nutzen. Nach dem Einsatz vom Folgeangriff werden alle Angriffe zurückgesetzt, d.h. es stehen alle normalen und Spezial Angriffe wieder zur Verfügung.

Screenshot von Scarlet Nexus

Ausweichen und Perfektes Ausweichen

Im Gegensatz zur Offensive steht eine einzige Standard-Option für die Defensive zur Verfügung. Mit der Kreis-Taste kann ein Ausweichmanöver Einsetzen, jedoch gibt es sehr viele Einschränkungen bei dessen Einsatz.

Nach eigenem Ermessen hat das Ausweichen keine Unverwundbarkeit mit der Ausnahme vom Perfekten Ausweichen. Letzteres muss kurz vor dem Treffer des Angriffs eingesetzt werden und aktiviert dabei kurz eine Zeitlupenfunktion damit man mit einem starken Konter darauf reagieren kann. Während der Zeitlupe ist man vollkommen unverwundbar.

Das Ausweichen hat auch noch einen weiteren Haken. Der Ausweichmanöver kann keines der Angriffe unterbrechen, d.h. während eines Angriffs kann nicht ausgewichen werden. Dies führt zu einem steifen Spielgefühl.

Durch diese eingeschränkte Verteidigung ist jede offensive ein Risiko und ist vor allem bei Bossgegnern spürbar, da sie Angriffe ausführen, die sehr viel Schaden anrichten.

Screenshot von Scarlet Nexus

SAS Verbindung

Durch die spezielle Verbindung zwischen den Teammitgliedern ist es möglich deren Fähigkeiten für kurze Zeit auszuleihen. Im Gegensatz zum Ausweichmanöver können diese Fähigkeiten jederzeit aktiviert werden. Für Yuito kann man beispielsweise über Gemma eine kurze Unverwundbarkeit aktivieren. Bei Kasane gibt es Hypergeschwindigkeit das die Zeit verlangsamt.

Der wichtigste Punkt liegt darin, dass die Grundfertigkeiten vom Hauptcharakter verstärkt werden. Darunter gehören Teleportation, Vorhersehung, dass das Perfekte Ausweichen erleichtert, Feuer oder Donner Element bei den Angriffen, usw.

Wer seine Gegner schnell erledigen möchte, muss den richtigen Einsatz dieser Fähigkeiten kurz einstudieren. Über die Hirnkarte kann man später den gleichzeitigen Einsatz von mehreren Fähigkeiten ermöglichen.

Screenshot von Scarlet Nexus

Ein Team aus drei

Getrennt von den SAS Verbindungen können zwei Charaktere den Spieler im Kampf begleiten. Die Strategie kann im Menü eingestellt werden und kämpfen eigenständig. Geht ein Partner zu Boden, ist es möglich sie manuell im Kampf wiederzubeleben. Man muss sich im Klaren sein, dass man währenddessen für einige Zeit stehen bleiben muss und verwundbar ist. Deshalb muss mich man sich den Moment gut aussuchen.

In einigen Fällen retten dich die Teammitglieder vor dem Game Over, wobei man sich nicht darauf verlassen sollte.

Hirnzerschmettern

Hört sich ziemlich Brutal an, ist aber einfach die eigene Version von einem Break System. Im späteren Verlauf tauchen immer mehr Gegner mit einer Break-Anzeige unter deren Lebensanzeige auf. Greift man deren schwächen wie z.B. Feuer oder Donner Element an oder Psychokinese, ist es möglich die Anzeige schneller zu reduzieren als die Lebensanzeige. Wenn das passiert kann man mit der L2-Taste das Hirnzerschmettern aktiveren, welches den Gegner sofort erledigt und garantiert einen Gegenstand hinterlässt. Bei Bossgegnern wird lediglich hoher Schaden zugefügt.

Dieses System ist eine gute Ausführung eines Break Systems, da die Kämpfe nicht unnötig verlängert werden.

Screenshot von Scarlet Nexus

Schwachpunkte und Panzerung

Größere und spezielle Gegner haben Schwachpunkte die heller sind als der Rest des Körpers. Doch nicht alle sind von Anfang an verwundbar. Bei einigen sind diese Stellen gepanzert und man muss sie mit Angriffen und vor allem Psychokinese aufknacken. Einige sind sogar vollständig gepanzert und müssen vorher aufgeknackt werden bevor man sie erledigen kann. Ein Gegner macht sich sogar unverwundbar, sobald man in dessen Radius kommt, dies kann wiederum über SAS Fähigkeiten umgangen werden.

Leider muss ich hier eine kurze Kritik ausüben. Zwar werden die Schwachpunkte automatisch angepeilt und es funktioniert auch sehr häufig. Bei der Psychokinese verwendet man jedoch Objekte aus allen Richtungen. Unglücklicherweise verfehlen Objekte die aus einer falschen Richtung kommen und treffen stattdessen einen anderen Körperteil. Es wäre schön, wenn dafür die Objekte davor neu orientiert werden damit es zuverlässiger trifft.

Screenshot von Scarlet Nexus

Statusänderungen

Was wäre es für ein RPG ohne Statusänderungen? In diesem Spiel gibt es eine Handvoll von Änderungen. Die leichteste wäre die Verbrennung bei dem man für kurze Zeit ständig geschädigt wird.

Dann gibt es welche die komplett das Ausweichen ausschalten, d.h. man ist vollkommen offen für die Angriffe der Gegner. SAS Fähigkeiten wie Teleport oder Unverwundbarkeit bieten eine Lösung zum Dilemma. Ebenso gibt es auch noch Verbrauchsgegenstände die einen dabei helfen sich davon sofort zu erholen.

Die schwerwiegendste Statusänderung ist Schock, damit wird der Charakter komplett immobilisiert und kann unter Umständen zu einem schnellen Tod führen.

Persönlich gesehen finde ich Statusänderungen, die stark die Mobilität einschränkt für eine schlechte Idee. Action RPG Entwickler Kollege Nihon Falcom hat beispielsweise spätestens mit deren neuesten Ys Teil alle solche Statusänderungen entfernt und hat dabei geholfen das Tempo des Gameplays stabil zu halten.
Sperrung von Fähigkeiten kommt meistens bei den Spielern schlecht an.

Verbrauchsgegenstände

Die Anwendung erfolgt über ein Echtzeit Menü unten links vom Bildschirm. Mit dem Steuerkreuz können die Gegenstände durch gewechselt werden und für den Einsatz muss lediglich nach unten gedrückt werden. Ninja Gaiden (ab Sigma) Spieler werden sich hier sehr schnell zu Hause fühlen.

Die Heilungsgegenstände basieren alle auf Prozente und sind somit Stufen unabhängig. Zusätzlich gibt es sie in zwei Sorten, eines ist für die eigene Nutzung und die alternative heilt das gesamte Team.

Um die Herausforderung des Gameplays beizubehalten, gibt es folgende Einschränkungen: Jedes Verbrauchsgegenstand hat ein Maximum von 10 und jede Verwendung führt zu einer kurzen Abklingzeit bis der nächste Gegenstand eingesetzt werden darf.

Hirnantrieb

Hirnantrieb kommt erst später zum Einsatz und aktiviert sich automatisch. In diesem Zustand ist der Charakter stärker und bekommt verschiedene Bonusse, wobei einige davon über die Hirnkarte freigeschaltet werden müssen. Dabei gibt es keinen großen Unterschied in den Basisfähigkeiten. Trotzdem kann die Stärkung zu einer rasanteren Kampfstrategie führen bei dem die SAS Fähigkeiten mehr zum Einsatz kommen, da die Gegner schneller erledigt werden können und mit einer spezifischen Fähigkeit in der Hirnkarte die SAS Anzeige wieder aufgefrischt wird. Außerhalb von Kämpfen reduziert sich die Anzeige um einiges langsamer.

Screenshot von Scarlet Nexus

Hirnfeld

Im Gegensatz zum Braindrive wird das Hirnfeld mit L3 und R3 aktiviert. Dabei bekommt der Charakter ein komplett neues Set von Bewegungen, die exklusiv an das Hirnfeld gebunden ist. Aus den normalen Angriffen werden langsame weitreichende Schwünge mit einem großen Objekt und es Schweben Objekte für die Psychokinese in der Luft. Mit L2 kann eine schwere Psychokinese Angriff ausgeführt werden das etwas länger braucht.

Das Hirnfeld ist relativ stark und kann vor allem bei einigen Bosskämpfen zu einem schnelleren Ende führen. Nüchtern betrachtet ist es ein Bonus und man kann das Spiel auch ohne diese Fähigkeit locker durchspielen.

Normale Gegner

Im Spiel gibt es eine ganze Reihe von Gegnern mit alternativen Versionen. Ein Großteil davon sind Nahkämpfer und können auch in die Luft geschleudert werden. In der Demo tauchen teilweise Gegner auf die z.B. unsichtbar sind oder durch Hypergeschwindigkeit eine relative Unverwundbarkeit besitzen, welches zu einer Befürchtung geführt hat, dass es zu frustrierenden Momenten führen könnte. Glücklicherweise ist dies nicht der Fall und kann mit Freude berichten das diese Fähigkeiten keine frustrierende Probleme darstellen, da sie zügig erledigt werden können.

Übergroße Gegner

Neben den normalen Gegnern tauchen auch welche in Übergröße auf und ich bin mir sogar ziemlich sicher ,dass ein guter Teil in der Demo aufzufinden ist wie z.B. das Pferd, Krokodil und der Boss der Demo taucht dann als normaler übergroßer Gegner wieder auf.

Genauso wie die normalen Gegner kommen sie in unterschiedlichen Variationen und alternativen Fähigkeiten. Dabei sind auch die Schwachpunkte anders besetzt. Diese Art von Gegner ist am gefährlichsten, da sie hohen Schaden austeilen und großflächige Angriffe ausführen.

Richtung Ende muss man sogar gleichzeitig gegen mehrere von denen bekämpfen, man hat aber zu dem Zeitpunkt genügend Fähigkeiten, um ihnen die Stirn zu bieten.

Screenshot von Scarlet Nexus

Bosskämpfe

Es ist sehr empfehlenswert vor dem Kampf alle Heilungsgegenstände über den Laden aufzufrischen, denn die haben es in sich. Neben den typischen übergroßen Bossgegnern kommen auch welche in Menschengröße vor. Durch die relativ schwachen defensiven Optionen ist es nahezu garantiert, dass man Heilungsgegenstände benötigt.

Sie sind nämlich in jeder Hinsicht gefährlich. Ihre Angriffe sind schnell, fügen hohen Schaden zu und sind meistens weitreichend. Technisch gesehen sollte es möglich sein sie zu besiegen, ohne Schaden einzustecken, aber das erfordert extrem viel Übung.

Zwischenfazit Gameplay

Trotz der oben genannten Kritikpunkte steht das Gameplay von Scarlet Nexus sehr gut da. Das Kampfsystem bietet einen sehr einfachen Einstieg mit viel Flair. Richtung Ende können dann mächtige SAS Kombinationen eingesetzt werden, die zu neuen Strategien führen und somit eine weitere Schicht an Tiefe bietet.

Die Kämpfe haben eine genau richtige Länge das zusätzlich vom Hirnzerschmettersystem nochmal gestärkt wird. Scarlet Nexus macht hier vieles richtig und bietet einen Spaß, der leicht zugänglich ist.

Screenshot von Scarlet Nexus

Grafik & Sound

Scarlet Nexus überzeugt visuell vor allem mit den aufwendig gestalteten Städten um den Brain Punk hervorzuheben. Es sind künstlich digitale Städte mit viel Neonlichter die, direkt über die Sicht des Hauptcharakters zu sehen ist. Dies steht dann stark im Kontrast zu den öden Bereichen außerhalb der Zivilisation. Das Cafe Musubi eines der klein aber fein Bereiche und zeigt sich mit einem digitalen Teich als ziemlich erfinderisch.

Auch bei den Kämpfen wurde darauf geachtet das es ein kleines Spektakel zu sehen gibt. Groteske Gegnerdesigns und aufwendige Effekte bei den SAS Fähigkeiten lassen das Gerangel optisch aufblühen. Die Animationen sind ebenfalls sehr gut und man sieht, dass bei übergroßen Gegnern der Übergang in einen gelähmten Zustand mit Auge zum Detail animiert wurde. Die Hirnzerschmetter Animationen sind nochmal extra aufwendig und verleihen dem ganzen noch einen choreografierten Feinschliff.

Die Story wird in der Mehrheit über Echtzeitgrafik Panels präsentiert. Es ist ein guter Kompromiss zwischen VN und aktive Zwischensequenzen, vergleichbar mit einzelnem Manga Panels. Ein großer Vorteil liegt darin, dass die Gestik und Gesichtsausdrücke beibehalten werden. Echte Zwischensequenzen werden für die wichtigsten Momente aufgespart.

Die einzige technische Kritik die zu beobachten ist sind Pop Up von Details aus der Ferne und ist meiner Meinung nach vernachlässigbar. Abgesehen davon hat sich das Spiel nach butterweichen 60 FPS angefühlt.

Bei der Musik wird passend zum Brain Punk Thematik auf elektronische Musik eingesetzt. Natürlich im japanischen Stil. Brachiale Orchester sollte hier also nicht erwartet werden, würde zum Genre auch nicht passen. Zusätzlich hat es einen Anime Intro mit dem Song „Dream In Drive“ vom Band The Oral Cigarettes das die Stimmung sehr gut zur dramatischen Story ansetzt.

Die Soundeffekte sind sehr gut gelungen und geben den Angriffen richtig Dampf. Besonders bei den Psychokinese-Angriffen sind die Einschläge sehr gut zu hören, vor allem wenn die Panzerung aufgeknackt wird.

Bei der Sprachausgabe wird Englisch und Japanisch, in gewohnter guter Qualität, angeboten.

Screenshot von Scarlet Nexus

Fazit

Scarlet Nexus hat viel Herz und überzeugt mit einer dramatischen Sci-Fi Story und Action RPG Gameplay das besser ist als vieler seiner Genre-Kollegen. Obwohl es einige Kritikpunkte in der Ausführung der Story und Gameplay gibt, zeigt es sich als ein guter Pilot Spiel mit Potenzial zu einem großartigen Nachfolger.

Das erste durchspielen garantiert mindestens 20 Stunden Spielzeit und das nur mit einem Charakter. Über dem New Game+ kann die Spielzeit vom zweiten Charakter ein paar Stunden schneller voranschreiten, da die Kämpfe um einiges einfacher sind. An Spieldauer mangelt es also überhaupt nicht.

Unbedingt die Demo probieren und wem es gefällt der wird sicherlich genau das richtige vorfinden. Man bekommt sogar einen Bonus im Hauptspiel für das Durchspielen der Demo.

Pro

  • Gute Story...
  • Gut und leicht verständliches Kampfsystem
  • Vertrauensepisoden helfen beim Aufbau der Charaktere
  • Außergewöhnliche Brain Punk Ästhetik

Contra

  • ...mit schwächen in der Ausführung
  • Kampfsystem kann sich ein wenig steif anfühlen
  • Interessante Fähigkeiten müssen erst freigeschaltet werden

Wertung

Testergebnis: 8.5

8.5 Sehr gut

Kaufempfehlung

85% Kaufempfehlung

85%Sehr empfehlenswert

Getestet wurde Scarlet Nexus auf PS5 von Soul-1. Das Spiel lag uns zum Zeitpunkt von unserem Test in Version 1.002.00 vor. Das Test Exemplar / der Review Code für Scarlet Nexus wurde uns von Bandai Namco Entertainment Europe kostenlos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!