Review

Pikmin 4 · Test

Veröffentlicht am 13.08.2023 von Andreas Erber

Titelbild von Pikmin 4 (Switch)

Es grünt und blüht so schön!

Nintendo präsentiert voller Stolz den 4. Ableger der Pikmin-Reihe. Pikimin4soll der bis dato beste Naturausflug für die kleinen Pikmin-Helferlein sein. Bereits die Vorgänger-Versionen konnten die Spielergemeinschaft durchwegs überzeugen. Zu dem Erfolg verhalft ihnen, neben dem intuitiven Gameplay und der schönen Natur-Kulissen, allem auch die knuddeligen, süßen Pikmins. Kleine Helferlein die einzelne Blumenköpfe oder Blätter auf ihren Köpfen tragen und dem Protagonisten aufs Wort folgen. Meistens zumindest...

Doch was sind diePikminjetzt genau, wer hat sie entdeckt und wo sind sie Zuhause?

Pikmin findet man dicht am Boden, also zwischen Blumen, Steinen und Grashalmen. Genau dort wo die Vorstellungskraft von uns Menschen meist endet, das ist ihr Heim.

Diese eigentümlichen pflanzenähnlichen Kreaturen mögen auf ersten Blick klein und verletzlich aussehen, doch dieser Eindruck täuscht! Ihre winzige Statur machen sie durch ihre Stärke und ihre Anzahl wieder wett. Die Pikmin sollte man besser nicht unterschätzen. Sie wurden durch einen Zufall von dem galaxieweit berühmten Navigator Captain Olimarentdeckt, als er auf dem Planeten PNF-404 notlanden musste. Man ging bislang davon aus, dass die Pikmin ausschließlich auf diesem Planeten heimisch sind. Doch seitdem wurden sie auch andernorts gesichtet. Man sagt ihnen sogar nach, dass sie eine kuriose Vorliebe für Spaziergänge haben!

Pikmin wachsen in der Form von Keimlingen heran und schlummern im Erdreich. Ein kräftiger Ruck an ihrem Stiel genügt und schon hüpfen sie aus dem Boden und sind bereit, ihr Leben anzugehen. Selbst in diesem frühen Stadium wissen Pikmin bereits intuitiv, was in jeder Situation zu tun ist, in die sie geschickt werden. Sie können Wände zertrümmern, Gegenstände tragen oder sogar Kreaturen in der Nähe bekämpfen. All das, indem man sie einfach auf ein Ziel wirft.

Hier zeigen wir euch die Anatomie eines roten Pikmins:

Screenshot von Pikmin 4

Eine unerforschte Welt voller kurioser Kreaturen

Die Story ist in einem Satz recht schnell zusammengefasst. Eine Gruppe Weltraumreisende ist auf einem eigentümlichen, abgelegenen Planeten gestrandet und wartet nun auf ihre Rettung.
Und genau da seid ihr Spieler:innen an der Reihe! Empfangt das SOS-Signal und geht auf Erkundungsreise in einer unerforschten Welt voller kurioser Kreaturen. Doch zum Glück sind nicht alle Kreaturen böse. Einige von ihnen sind freundlich wollen euch bei den Aufgaben helfen. Sie nennen sich die Pikmin. Das sind tapfere kleine Helfer, die gemeinsam jedes noch so große Hindernis überwinden. Pflanzt sie ein, führt sie zusammen und leitet sie, um alle möglichen Herausforderungen mit ihnen zu bewältigen.

Könnt Ihr ihnen zur Hilfe eilen?

Screenshot von Pikmin 4

Gameplay & Steuerung

Nach einem kurzen Einführungslevel gilt es eine Visitenkarte zu erstellen. Euer unbenannter Protagonist erhält von euch ein individuelles, lustiges Aussehen und ein farbenfrohes Outfit. Zu guter Letzt erhält der kleine Held einen Namen, welcher mit der Speicherdatei verknüpft ist. Fertig ist euer Rettungscrew-Mitglied.
Auf ins Abenteuerland!

Spieler:innen erkunden mit dem kleinwüchsigen, menschlichen Protagonist ein weitläufiges Gebiet und suchen dabei nach Schätzen. Doch auf ihrer Reise kommt es immer wieder zu Hindernissen und Kämpfen. Immer wieder versperren euch Gegenstände den Weg, die ihr mit Hilfe der Sprint-Aktion überwinden könnt. An manchen Stellen helfen euch dann eure Pikmins weiter, in dem ihr sie gezielt werft und einsetzt.
Neben den Hindernissen gibt es auch die erwähnten Kämpfe, in denen euer Protagonist sich gegen wilde Wesen und sogar Boss-Gegnern stellen muss. Neben der Schatzsuche und den Widersachern gilt es auch das Köpfchen in diversen Rätsel einzusetzen. Ist ein Rätsel gelöst retten Spieler:innen kleine, gestrandete Gefährten.

Neben den vielen Herausforderungen kann die Welt ganz in Ruhe erkundet werden, aber vergesst bloß nicht, all eure Pikmin einzusammeln und zum Raumschiff zurückzukehren, bevor die Sonne untergeht! Auch in den Tiefen der Höhlen, in denen ihr hinabsteigen könnt, gilt es vorsichtig zu sein, denn die Zwiebel folgt euch nicht unter die Erde. Dafür helfen euch wilde Pikmin auf eurer Mission unter Tage.

Noch eine Info zu den Pikmin: Diese gibt es in allen Farben, Formen und Größen. Setzt ihre Stärken geschickt ein, um jegliche Hindernisse zu überwinden. Die farbigen Pikmin können ganz schnell mit den Schultertasten (L+R) umgeschaltet werden, dabei wird auch die Anzahl der jeweils gesammelten Pikmin angezeigt. Wichtig dabei zu wissen: Es können nur 3 Sorten zur selben Zeit getragen werden. Alle anderen Pikmin warten in der Zwiebel, die sowohl eine Art Nest als auch ein Schiff für die Pikmin darstellt. Wählt also eure Helferlein mit Bedacht!

Zum Glück werdet ihr mit den kleinen "Minions" nicht alleingelassen. Otschin, der Rettungshund, begleitet euren Held-XY auf seiner Reise. Dieser verlässliche Geselle kann Hindernisse durchbrechen, schwere Gegenstände transportieren und eine große Gruppe von Pikmin auf seinem Rücken tragen. Praktisch, wenn einmal mehr als nur eine Hand voll Pikmin benötigt werden. Otschin begegnet man bereits nach den ersten paar Metern am Wegesrand.

Übrigens kann Otschin mit etwas Übung noch mehr Kunststücke. Springen, schwimmen, Gegner angreifen und noch vieles mehr. Euer Held ist gemeinsam mit Otschin und den Pikmin ein unverwechselbares Team welches sämtliche Hürden meistern kann.

Im Laufe des Abenteuers finden Spieler:innen nützliche Rohmaterialien, aus denen sie Brücken oder hilfreiche Ausrüstungsgegenstände herstellen können. Ein nützliches und abwechslungsreiches Feature.

Euer Held-XY ist fliegt gerne mit seinem Raumschiff zu weiteren Planeten. Doch so ein Schiff benötigt so einiges an Energie! Dazu wird die wertvolle Energiequelle Glitzerium benötigt. Haltet also stets Ausschau nach dem so wichtigen Rohstoff.

Apropos Ausschau. Neueinsteiger brauchen sich über die Navigation im Spiel keine Gedanken zu machen. Ein Leitsystem in Form von vor sich erscheinenden, blauen Wolkenknöllchen weist euch den richtigen Weg. Diese Art von Navigation ist optisch sehr dezent und fügt sich perfekt in das Gameplay ein.

Ihr sucht nach einer härteren Herausforderung? Dann stellt euch den Nachtexpeditionen samt ihren Gefahren und aggressiven Kreaturen. Diese Kreaturen versuchen alles, um eine wertvolle Substanz namens Leuchtsaft in ihre Pfoten zu bekommen. Eure Aufgabe ist es, Strukturen, die Leuchtsaft enthalten, vor ihren Angriffen zu verteidigen.

Weitere Herausforderungen sind die Dandori-Duelle, die entweder allein oder mit einem weiteren Spieler auf derselben Konsole gemeistert werden können. Versucht dabei mithilfe eurer Pikmin, innerhalb einer bestimmten Zeit so viele Schätze und Kreaturen wie möglich zu sammeln. In diesen Missionen gibt es besondere Fundstücke, die euch Extrapunkte einbringen.

Sehr gut gelöst wurde übrigens die automatische Speicherfunktion, die immer in perfekt gesetzten Momenten den Spielstand abspeichert.

Der Koop-Modus für einen weiteren Spieler funktioniert leider nur offline und auch nur auf der einen selben Konsole. Dabei übernimmt der zweite Player eine Art Steinschleuder, bei der lediglich ein punktgenaues Visier visualisiert wird.

Screenshot von Pikmin 4

Grafik & Sound

Grafisch präsentiert sich Pikmin 4 in der Oberliger der Nintendo-Releases. Sowohl die Umgebungen als auch die niedlichen Charaktere wurden liebevoll gestaltet und sehen grandios aus. Das Bild ist scharf und selbst weit entfernte Objekte und Kulissen flimmern nicht und sind sehr gut erkennbar. Technisch bleibt das Game selbst mit extrem vielen Pikmins und der damit verbundenen Action stabil.

Der Sound in Pikmin 4 ist wieder mit typischen Nintendo-Klängen besetzt. Das Spiel verwöhnt uns mit somit mit fröhlichen Songs und auch die Soundeffekte sind gut abgestimmt und klingen ganz klar.

Screenshot von Pikmin 4

Fazit

Pikmin 4 schafft es erneut das geniale Spielprinzip fortzuführen und es sogar noch zu verbessern. Das Gameplay ist gewohnt intuitiv und macht jede Menge Spaß. Zudem sind die Pikmins unheimlich niedlich! Die Steuerung ist dank eines simplen Tutorials schnell erlernt und geht locker von der Hand. Das Game ist somit auch für ungeübte Spieler:innen geeignet und zudem auch für die jüngere Generation unter uns. Der Koop-Modus funktioniert zwar leider nicht Online, dafür hinterlässt der Couch-Koop auf einer Konsole einen guten Eindruck. Hier empfiehlt es sich den TV-Modus zu nutzen. In Sachen Grafik präsentiert sich Pikmin 4 auf einem recht hohen Level. Gerade für ein fröhliches, buntes Nintendo Switch Game ist die Detailschärfe hervorragend und das sowohl im Handheld- als auch im TV-Modus. Soundtrack und Klangeffekte passen perfekt zum Genre und hören sich klar an. Pikmin 4 ist nicht nur für jüngere Spieler:innen empfehlenswert sondern auch für ältere Semester recht interessant. Und auch wenn der Koop-Modus nicht das geworden ist, was sich Fans erhofft hatten ist Pikmin 4 ein gelungenes Adventure-Game!

Pro

  • intuitive Steuerung
  • wunderschöne Kulissen und Dekorationen
  • stimmiger Soundtrack und klare Soundeffekte
  • lustiger Koop-Modus bei dem der 2. Player eine Steinschleuder bedient
  • sehr gute, dezente Navigation (kein unnützes Umherirren)
  • gelungene, automatische Speicherfunktion

Contra

  • Gegner können nicht punktgenau anvisiert werden
  • Ausrichtung der Kamera ist nicht immer ideal
  • Koop-Modus funktioniert allerdings leider nur offline auf einer Konsole

Wertung

Testergebnis: 8.5

8.5 Sehr gut

Kaufempfehlung

95% Kaufempfehlung

95%Absoluter Pflichtkauf

Getestet wurde Pikmin 4 auf Switch von Andreas Erber. Das Spiel lag uns zum Zeitpunkt von unserem Test in Version 1.0.1 vor. Das Test Exemplar / der Review Code für Pikmin 4 wurde uns von Nintendo kostenlos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!