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Sonic Colours: Ultimate

Veröffentlicht am 07.09.2021 von Andreas Erber

Sonic Colours: Ultimate (PC, PS4, Switch, Xbox One) Test / Review

Bekanntes im alten Gewand

"Sonic Colours" ist bei weitem kein unbekannter Titel in der Gamingwelt, bereits 2010 kam das Spiel für die damalige Nintendo Wii-Konsole heraus und erfreute sich großer Beliebtheit. Vor allem die Motion-Control-Funktion, die mit Hilfe des Wii-Fernbedienung Plus Controllers realisiert wurde, war eines der Highlights von Sonic Colours. Mit Sonic Colours: Ultimate erscheint nach 11 Jahren eine Portversion des Ur-Ablegers für die PlayStation 4, Xbox One X/S und Nintendo Switch. Leider handelt es sich dabei nicht um eine Remastered Version, in der die Grafik, der Sound und das Gameplay einen großen Sprung nach vorne machen. Leider nein. Es handelt sich lediglich um eine einfache Portierung von dazumal. Daher sind die getätigten Verbesserungen in der Features-Liste im nächsten Abschnitt nicht wirklich nachvollziehbar.

Ein kurzes Fazit vorweg: Sonic Colours: Ultimate ist wirklich nur für Fans und Neulinge, die damals nicht die Möglichkeit hatten die Wii-Version zu spielen, weil vielleicht im Kindesalter keine Wii-Konsole den Haushalt betreten durfte, das nötige Taschengeld für die neuesten Games fehlte oder die Spieler:innen einfach noch gar nicht das Licht der Welt erblickt hatten. Dafür sorgt das Game für jedem Menge Spielspaß im Gameplay und ist im Übrigen für Spieler:innen ab 6 Jahren geeignet, was gerade viele jüngere Spieler:innen unter uns freuen dürfte.

Sonic Colours: Ultimate (PC, PS4, Switch, Xbox One) Test / Review

Dr. Eggman und sein Vergnügungspark

Sonic begibt sich erneut auf ein unvergleichliches Abenteuer, bei dem der fiese Dr. Eggman einen riesigen intergalaktischen Vergnügungspark voller unglaublicher Fahrgeschäfte und kunterbunter Attraktionen erbaut. Doch die Energie dafür gewinnt er von gefangenen Aliens namens „Wisps“. Nun gilt es mithilfe von Sonic's Supertempo die Wisps zu befreien und verborgene Geheimnisse zu entdecken.
6 einzigartige und farbenfrohe Welten voller gefährlicher Gegner und Hindernisse stehen den Spieler:innen bevor.

Features

  • Sonic-Tempo und Action ohne Ende: Beschleunige auf atemberaubende Geschwindigkeiten, rase durch anspruchsvolle Welten und manövriere an kniffligen Hindernissen vorbei.
  • Erkunde und erlebe eindrückliche Umgebungen, wie den Sweet Mountain voller leckerer Süßigkeiten oder den Aquarium Park, der mit Meereswesen und zahlreichen Pools gefüllt ist.
  • Farbenergie der Wisps: Verleihe Sonic die Kräfte der Wisps und entdecke die Geheimnisse des intergalaktischen Vergnügungsparks. Mit dem neuen Jadegeist-Wisp kannst du durch solide Objekte laufen.
  • Besser denn je: Sonic Colours ist jetzt dank verbesserter Grafik in 4K farbenfroher denn je. Diese Version bietet außerdem super-flüssige Action mit 60 FPS und viele weitere Gameplay-Verbesserungen.
  • Geisterrennen-Modus: In einem völlig neuen Geister-Modus kannst du Rekordzeiten hochladen, Freunde online herausfordern oder die Spitze der globalen Bestenliste erklimmen.

Sonic Colours: Ultimate (PC, PS4, Switch, Xbox One) Test / Review

Gameplay & Steuerung

Gespielt wird Sonic einerseits in einer 3D-Welt, bei der die Sonic Figur vom Streckenverlauf her in den Bildschirm hineinrennen muss und andererseits wechselt das Spiel plötzlich und ganz unerwartet in eine 2D-Ansicht. Letztere erinnert stark an die ersten Sonic-Ableger, die nur aus sehr vielen Pixeln bestanden. Der Wechsel zwischen den 2 Grafiktypen passiert nahtlos und ohne Ruckler oder gar Ladezeiten. Im Spiel gilt es soviel Gegner zu erledigen und gleichzeitig Goldmünzen zu sammeln als möglich. Erleidet man einen Treffer, gehen einiger dieser Münzen verloren.

Was hat es eigentlich mit diesen Wisps auf sich? Sonic Colours, ist das einzige Sonic-Game, dass spezielle Superkräfte (Wisps) besitzt, die im Spiel taktisch eingesetzt werden können. 9 Wisps sind es die jeweils mit einer eigenen Farbe markiert sind und den Spielerverlauf deutlich erleichtern. So kann zum Beispiel ein blauer Wisp Sonic per Lichtstrahl weit nach vorne transportieren. Die Ur-Version hatte 8 Wisps, somit hat man der Ultimate-Version einen neuen Wisp namens Jade Ghost spendiert, mit der man wie ein Geist durch feste Objekte geht.

Neu hinzugekommen ist der Rival Rush Modus, in dem die Spieler:innen gegen Metal Sonic antreten. Ein stressiger Modus auf Zeit und um diesen freizuschalten müssen pro Planeten mindestens 15 Red Star Rings von 30, also die Hälfte gesammelt werden. Dieser Modus soll den Wiederspielwert in die Höhe treiben.

Die Steuerung ist denkbar einfach. Mit den Analogstick wird die Laufrichtung des blauen Igels bestimmt und mit der X-Taste werden Hindernisse und Gegner bewältigt. Das Anvisieren der Gegner passiert komplett automatisch und der Kampfangriff wird auf die Gegner wie ein Magnet ausgeführt. Die Kämpfe sind also keine wirkliche Herausforderung. Für den nötigen Boost sorgt die Kreis-Taste. Sonic verwandelt sich innerhalb von einer Sekunde zum Verkehrsrowdy.

Beworben wird die Ultimate-Version mit atemberaubender, verbesserter Grafik, neuen Funktionen, einem neuen Spielmodus und überarbeitetem Gameplay. Doch gerade hinsichtlich der überarbeiteten Grafik und der verbesserten Gameplay-Elemente muss ich dann doch in beiden Bereichen den Rotstift einsetzen.
Beginnen wir mit dem Gameplay: Hier zeichnet sich eine relativ solide Steuerung ab, die durchwegs in allen 6 Levels ganz gut funktioniert. Weniger gut sind die Slide-Passagen mit den 3-fach bestückten Schienen. Man spürt beispielsweise auf der PlayStation Konsole, dass diese Abschnitte für die Nintendo-Wii bestimmt waren. Irgendwie verhält sich die Steuerung ungenau und gleichzeitig sind die Streckenabschnitte viel zu einfach. Noch einfacher fallen die 3D-Abschnitte aus, bei denen es zu kaum einen Patzer oder Fehltritt kommt.
Anders sieht es bei den 2D-Abschnitten aus, bei denen die Sprung-Physik nicht immer das macht, was die Spieler:innen vorgehabt hätten. Die richtige Sprungrichtung wird unnötig erschwert und führt zu Frustmomenten.

Etwas sauer stoßen die zu lang geratenen Ladezeiten auf. Selbst auf der PlayStation 5 Konsole sind die Wartezeiten vor allem für solch einen älteren Titel einfach zu lang. Allein daran merkt man schnell, dass das Spiel nicht richtig an die aktuellen Konsolen angepasst wurde.

Sonic Colours: Ultimate (PC, PS4, Switch, Xbox One) Test / Review

Grafik & Sound

Zum Leid der Käufer:innen erwartet ihnen leider kein pures 4k-Upgrade-Feeling, im Gegenteil. Gerade auf einem 4k-TV wirkt das Game spürbar älter, als auf der Nintendo Switch, da das 4k-Upscaling mit Artefakten und verwaschenen Texturen zu kämpfen hat. Hier wäre eine ordentliche Remaster-Version wesentlich sinnvoller und zielbringender gewesen. Ganz schlimm sind die Zwischensequenzen, die leider mehr als pixelig über den Bildschirm flimmern. Manche Spieler:innen könnten dabei schnell den Spaß am Spiel verlieren, doch die Filmchen lassen sich ganz einfach mit der gedrückt halten der Kreis-Taste überspringen und die verrückten, witzigen Runs mit dem blauen Igel im Geschwindigkeitsrausch machen Spaß!

Der Soundtrack erhielt ein Remix, welches aber nicht so stimmig rüberkommt als im Original. Beim Sound hätte gegenüber der Grafik die Original-Tonspur gereicht. Soundeffekte sind passend und die Bling-Kling-Geräusche beim Einsammeln der berühmten gelbgoldenen Sammel-Coins.

Sonic Colours: Ultimate (PC, PS4, Switch, Xbox One) Test / Review

Pro

  • cooles Leveldesign
  • flüssiges Gameplay in 60fps
  • ein paar Boni wurden hinzugefügt die zum erneuten Durchspielen einladen
  • Steuerung ist bist auf ein paar Außnahmen sehr gut geglückt
  • Rival Rush Modus sorgt für den Wiederspielwert

Contra

  • Grafik ist trotz 4k-Upscaling altbacken und die Zwischensequenzen sind grauenvoll
  • wenig Neues für eine Ultimate-Edition
  • Ladezeiten sind selbst auf der PlayStation 5 einen Tick zu lang
  • 2D-Abschnitte mit schlechten Hüpfeigenschaften

Fazit

Sonic Colours: Ultimate ist ein Game für wahre Sonic-Fans und auch Neulinge werden Spaß mit dem Geschwindigkeitsrausch bekommen. Spieler:innen die sich auf eine komplett neue Remaster-Version gehofft hatten, werden enttäuscht sein. Die Grafik ist mehr als altbacken und vor allem die Zwischensequenzen haben unschöne Artefakte in der Codierung ein schlechtes Upsampling. Es handelt sich bei der Ultimate Version für die PlayStation, Xbox und Nintendo Switch um einen simplen Port, wobei dieser auf der Switch im Handheldmodus am besten abschneidet als eben auf den großen 4k Bildschirmen. Der Sound ist auch keine wirkliche Verbesserung, da der Remix sich nicht so stimmig als der Originale Soundtrack von der Wii-Version anhört.
Die etwas gedämpfte Bewertung ist daher nur an dem simplen Port geschuldet. Spielerisch macht Sonic alles richtig!

Getestet wurde Sonic Colours: Ultimate auf PS4 von Andreas Erber. Das Spiel lag uns zum Testzeitpunkt in Version 1.03 vor.

Das Test-Exemplar / der Review-Code für Sonic Colours: Ultimate wurde uns von Koch Media kostenlos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!