Review

Battlefield V

Veröffentlicht am 15.11.2018

Battlefield V

Mein Land Ruft

Schon gleich nach dem Start des neuesten Ablegers der Battlefield-Serie steht fest, dass wir es erneut mit einem atmosphärisch, unbarmherzigen Kriegsgeschehen zu tun haben. EA Games präsentiert Battlefield 5 und will mit aller Kraft zurück zu den Wurzeln und an den äußerst beliebten 4. Teil anknüpfen. Doch gelingt den Entwicklern der neue Schachzug auf ganzer Linie? Immerhin hatte der Vorgänger, Battlefield 1, nicht nur positive Rückmeldungen erhalten.

Auf den feindlichen Linien ist zumindest die Hölle los! Bis zu 64 Spieler können sich online in das Schlachtgetümmel stützen. Da wird bei den Shooter-Fans wohl kaum Langweile aufkommen. Das Beste an diesem Stück Software ist der bis Dato absolut kostenfreie Support und der Wegfall von Loot-Boxen. Denn alle Updates, Kartenpakete und Neuerungen benötigen keinen teuren Season-Pass. Da wird die dunkle Seite der Macht einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben…

Battlefield V

Pro

  • spannende Online-Matches mit bis zu 64 Spielern
  • Zerstörungs-Engine kommt grandios rüber
  • stimmungsvolle Grafik
  • baufähige Eigenschaften bringen mehr Taktik ins Spiel und geben euch die Möglichkeit diverse Barrikaden zu errichten

Contra

  • leider gibt es zum Start nur 8 Multiplayer Karten
  • einige KI-Aussetzer und Grafik-Bugs
  • Story-Modus kommt erneut viel zu kurz
  • Ladezeiten sind relativ lang
  • keine deutsche Synchronstimmen

Kriegsgeschichten - 1940

1940 - Nordlichter erfüllen die dunkle, kalte Nacht in Norwegen und lassen uns nichts Gutes erahnen. Nach einem Absprung mit Hilfe eines altmodischen Fallschirms begeben wir uns direkt hinter feindliche Linien. Zusammen mit einem Trupp überrennen wir die ersten feindlichen Stützpunkte, wobei wir auf einer unausweichlichen Brücke durch einen Panzer zu Fall gebracht werden. Nach einer weißen Überblendung wird unser Sichtfeld nach Syrien ins Jahr 1941 gelegt. Dort müsst ihr in einem Panzert sitzend diverse Fahrzeuge und Wachtürme ausschalten. Nach diesem Muster setzt sich der Prolog des Spiels weiter fort und zeigt nach ein paar Zeitsprüngen das eigentliche Hauptmenü, in welchen wir folgende Punkte entdecken. Allen voran sticht der Mehrspielermodus heraus, der von bis zu 64 Mitspielern in Angriff genommen werden kann. 64 Spieler sind schon eine beachtliche Anzahl für einen Online-Modus, die mit zerstörerischen Gebäuden und bombastischen, dichten Sound gemixt werden.

Das Action-Feeling sei euch gewiss!

Durchbruch, Eroberung, Frontlinien, Vorherrschaft und große Operationen sind die verfügbaren Modi, die neben dem klassischen Team-Deathmatch zur Verfügung stehen. Im Modus „Frontlinien“ beispielsweise müsst ihr auf mittelgroßen Karten um eine Frontlinie kämpfen, die sich in beide Richtungen verschieben lässt. Wohingegen es im Modus „Durchbruch“ um Sektoren geht, die es zu brechen oder verteidigen gilt. Wer eher auf extrem große Schlachtfelder steht kann sich im Modus „Grosse Operationen“ austoben. Die Karten sind darin gigantisch! Gleich mehrere Tage werden auf verschiedenen Maps gespielt. Das Resultat eines Tages hat Auswirkungen auf die nächsten Kämpfe. Knappe Schlachten werden durch ein letztes Gefecht am letzten Tag entschieden. Doch was stört uns eigentlich allgemein im Online-Modus? Etwas ernüchternd ist lediglich die Anzahl der Maps, die sich auf 8 Stück begrenzt. Narvik ist immerhin eine coole Winterkarte, die an einem norwegischen Fjord angesiedelt ist.

Wem der Einstieg in den Online-Modus zu stürmisch erscheint, kann sich in den „Kriegsgeschichten“ langsam an die Steuerung gewöhnen und gemütlich die eine oder andere Nachjustierung vornehmen. Empfehlenswert ist, wie in jedem Ego-Shooter, die Empfindlichkeitsstufe von den standardisierten 20 Prozent ordentlich zu erhöhen. Die Kriegsgeschichten sollten laut EA Games eine deutliche Verbesserung zum Vorgänger aufweisen, doch dies ging sich nicht ganz so gut aus. Eine Mission fühlt sich überhaupt wie eine langweilige Online-Schacht an, wobei die KI-Gegner teilweise „sichtbar“ ins Unendliche respawnen. Auch wenn die Story spannende Momente beinhaltet und die Atmosphäre extrem dicht verstrickt rüberkommt, werden wir nicht so richtig warm und können keinen Wiederspielwert im Solo-Part verzeichnen. Ab dem 04. Dezember 2018 ist immerhin eine Erweiterung namens „Der Letzte Tiger“ geplant. Am selben Tag erscheint auch das Übungsgelände. Vielleicht bekommen wir mit den Erweiterungen eine gelungene Draufgabe für den Single-Player Modus. Außerdem wird ab dem 06. Dezember „Tides of War“ freigeschalten. Hinter diesem lässigen Titel verbergen sich sogenannte Seasons (tägliche Herausforderungen), die über Monate hinweg laufen sollen und neue Karten, Spielmodi und Waffen beinhalten. Ähnlich wie bei Rainbow Six: Siege und Fortnite. Um die Draufgabe zu verstärken können wir uns auch auf einen komplett neuen Modus namens „Firestorm“ freuen. Battle-Royal.

Nein, echt jetzt?

Ja, auch Battlefield springt auf den neusten Royal-Zug auf. Spannend klingt das allemal und belebt das Spiel zukünftig mit Sicherheit. Dazu können wir allerdings noch keine genaueren Infos preisgeben, da sich EA Games noch sehr bedeckt hält. Erst 2019 soll es dann endlich soweit sein.

Battlefield V

Gameplay & Steuerung

Die Steuerung funktioniert sauber und ganz ohne Probleme. Besonders gut lassen sich übrigens die diversen Panzerfahrzeuge steuern. So muss das sein!

Unter den Optionen solltet ihr, wie bereits erwähnt, die Empfindlichkeit etwas nach oben schrauben. Danach ist alles perfekt und euch steht auf dem Kriegsfeld nichts mehr im Wege. Naja, so ganz stimmt das dann leider doch nicht. Ab und zu passiert es, dass gewisse Zäune und Hindernisse nicht so sauber überwunden werden können. Ärgerlich, wenn man dabei von den Feinden bei den erneuten Versuchen erwischt und abgeschossen wird. Apropos Hindernisse - diese können erstmals selbst gebaut werden. Dank eines gewöhnlichen Hammers können wie aus Zauberhand Sandsäcke oder Holzbarrikaden erstellt werden, um sich selbst und seinen Mitspielern eine Deckungsmöglichkeit zu geben. Das Gute daran ist, dass es für jegliche Aktion im Spiel Punkte gibt, mit denen ihr weitere Ausrüstungen erwerben könnt. Das Gameplay fühlt sich im Ganzen sehr gut an. Nur die Rückmeldung der Abschüsse erscheint uns etwas matt. Besonders im Story-Modus ist man sich oft unsicher, ob der Gegner jetzt durch uns oder einem KI-Kollegen erledigt worden ist.

Übrigens: In den Optionen findet ihr neben der Empfindlichkeitseinstellung viele weitere Einstellungsmöglichkeiten, die kaum Wünsche offenlassen und euch eher über- als unterfordern werden.

Battlefield V

Grafik & Sound

Grafisch, wie auch soundtechnisch bietet Battlefield V alles was sich ein atmosphärisch-liebendes Herz wünscht. Kugeleinschläge, Flugzeugangriffe, zersprengte Häuser die in idyllischen Kulissen die letzte Zuflucht versprechen. Noch nie war ein Kriegsspiel so packend und authentisch wie

Battlefield V. Grafisch wirken alle Landschaften dank HDR Technik noch realistischer. Da lädt die nächste Konsolen-Generation schon jetzt zum Träumen ein.

Ein verdammt kurzer Absatz für eine ziemlich gute Darstellung? Es gibt einfach nichts auszusetzen. Mehr geht mit der aktuellen Konsolen-Generation einfach nicht.

Fazit

Shooter-Fans kommen einfach nicht drum herum. Nach den eher durchwachsenen Vorgängern kommt mit Battlefield V nach dem beliebten Battlefield 4 endlich wieder ein würdiger Ableger der bekannten Spielserie. Wem Call of Duty Maps zu klein erscheinen, der Film „Der Soldat James Ryan“ zu oft im Free-TV lief und noch immer nicht genug von 0815 Ego-Shooter hat, sollte unbedingt zugreifen. Abgesehen von der filmreifen Darstellung bietet vor allem der Multiplayer eine tadellose Spielerfahrung der Spitzenklasse. Zum Glück hat sich EA Games gegen einen Season Pass entschieden und rückt sämtliche DLCs um sonst raus. Das nennen wir mal Fair-Play. Es kann zwar gesagt werden, dass das Spiel aktuell nicht fehlerlos und perfekt zu sein scheint, doch kann sich Battlefield V ganz locker durch Updates stark verbessern. Selbst 2019 können wir uns auf den neuen „Firestrom“ Modus freuen. Da haben Shooter-Fans über Monate einen extrem dicken Kriegsknochen zu kauen.

Getestet wurde Battlefield V auf PS4 von Andreas Erber.

Das Test-Exemplar / der Review-Code für Battlefield V wurde uns von Electronic Arts kostenlos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!