Boulder Dash 40th Anniversary · Test
Veröffentlicht am 25.08.2025 von Tobias Creter
Diamantenjagd mit Nostalgiebonus – unser Review zu Boulder Dash 40th Anniversary
Boulder Dash 40th Anniversary im Test – der legendäre Klassiker ist zurück und feiert sein 40-jähriges Jubiläum mit einem riesigen Content-Paket. Über 200 Level warten darauf, gemeistert zu werden: 60 Remaster der Kult-Teile I–III und 180 brandneue Herausforderungen voller Diamanten, Fallen und cleverer Mechaniken. Obendrauf gibt es einen Level-Editor, mit dem du eigene Höhlen bauen und kostenlos unzählige Kreationen aus der Community herunterladen kannst – damit geht der Spielspaß praktisch nie zu Ende.
Für die musikalische Untermalung sorgt kein Geringerer als Chris Hülsbeck, die deutsche Videospielmusik-Legende. Sein epischer Soundtrack verleiht der Höhlenjagd eine ganz besondere Stimmung und hebt das Spiel weit über den reinen Retro-Charme hinaus.
Mit einer Spielzeit von rund 30 Stunden (ohne Community-Levels) bietet Boulder Dash 40th Anniversary massig Content für Nostalgiker und Neueinsteiger gleichermaßen – und beweist, dass ein echter Klassiker auch heute noch begeistern kann.
Vom C64 in die Gegenwart – Rockfords Abenteuer gehen weiter
Die Geschichte von Boulder Dash reicht zurück ins Jahr 1984. Damals veröffentlichte das US-Studio First Star Software den Titel, der vom Entwickler-Duo Peter Liepa und Chris Gray programmiert wurde, für Ataris 8-Bit-Heimcomputer, den Commodore 64 und kurze Zeit später auch für zahlreiche weitere Systeme. Das Konzept war ebenso simpel wie genial: Ein Held namens Rockford gräbt sich durch Erde, sammelt Diamanten und versucht, unbeschadet zum Ausgang zu gelangen. Das Spielprinzip war leicht zu verstehen, aber schwer zu meistern – genau diese Mischung machte Boulder Dash schnell zu einem internationalen Hit und zu einem der einflussreichsten Puzzle-Action-Spiele seiner Zeit. In den Folgejahren entstanden unzählige Ports, Fortsetzungen und sogar inoffizielle Ableger, die die Marke in die Herzen von Millionen Spielern trugen.
Mit Boulder Dash 40th Anniversary knüpft die Jubiläumsausgabe an diese Tradition an. Neben den 60 originalen Levels aus den Teilen I bis III, die liebevoll überarbeitet wurden, erwarten dich 180 komplett neue Höhlen mit frischen Ideen, neuen Gegnern und cleveren Mechaniken. Besonders spannend: Manche Level setzen auf Taktik, bei denen präzises Timing über Sieg oder Niederlage entscheidet, während andere auf Geschwindigkeit und schnelle Reflexe bauen.
Die Story selbst bleibt bewusst klassisch: Rockford kämpft sich durch gefährliche Höhlen voller Fallen, Feinde und herabfallender Felsen – immer auf der Jagd nach Diamanten und immer unter Zeitdruck. Doch dank der Vielfalt an Welten, dem wachsenden Schwierigkeitsgrad und der Möglichkeit, eigene Level zu erstellen oder von anderen Spielern herunterzuladen, entsteht eine ganz eigene Dynamik, die die Serie frisch hält, ohne ihre Wurzeln zu verleugnen.
Gameplay & Steuerung
Das Spielprinzip ist genial einfach: Sammle die erforderliche Anzahl an Diamanten und erreiche den Ausgang. Klingt simpel – wäre da nicht der ständige Druck von oben und von der Zeit. Steine donnern auf dich herab, Monster lauern in den Höhlen, und wenn du dich falsch gräbst, kannst du dich selbst einsperren. Für zusätzliche Würze sorgen Mechaniken wie magische Wände, in denen Felsen zu Diamanten werden, oder Gegner, die du taktisch einsetzen musst, um Wände zu sprengen. Mit Sternebewertungen (maximal drei pro Level, abhängig von Zeit und gesammelten Diamanten) wirst du immer wieder zu besserem Timing motiviert.
Der Schwierigkeitsgrad ist hoch, sogar schon in den Tutorials. Immerhin schaltet man pro abgeschlossenem Level drei weitere frei – so bleibt Auswahl, wenn man einmal hängenbleibt. Ein Easy Mode ohne Zeitlimit hätte neuen Spielern den Einstieg sicher erleichtert, hier merkt man die Oldschool-Designphilosophie deutlich. Insgesamt bietet das Gameplay eine Mischung aus Trial & Error, Strategie und Reaktionsschnelligkeit, die nach 40 Jahren immer noch süchtig macht.
Die Steuerung ist ein zweischneidiges Schwert. Auf den ersten Blick wirkt sie einfach, doch zumindest auf der Konsole zeigt sich, dass der Analogstick oft zu empfindlich reagiert – kleine Bewegungen führen manchmal zu ungewollten Aktionen. Eine Einstellung für die Sensitivität fehlt. Dazu kommt: Das D-Pad** ist nicht nutzbar, und eine freie Tastenbelegung gibt es nicht. Gerade für Veteranen wäre das ein willkommener Komfort gewesen. Ebenfalls störend: Um ein Level neu zu starten, muss man umständlich durchs Menü gehen – eine simple Reset-Taste fehlt komplett.
Immerhin erklären die 20 Tutorial-Levels alle wichtigen Mechaniken, auch wenn sie bereits selbst knackig sind. Für Einsteiger ist das ein guter Einstieg, für Profis ein willkommenes Warm-up.
Grafik & Sound
Optisch bewegt sich das Spiel zwischen modern und retro. In den Einstellungen kannst du zwischen C64- und Atari-Grafik wechseln und optional CRT-Streifen aktivieren – Nostalgie pur. Allerdings lassen sich diese Optionen nicht direkt im Level umschalten, was etwas unpraktisch ist. Die moderne Grafik ist funktional und klar, wirkt aber stellenweise uninspiriert. Die Menüführung hat ebenfalls ihre Schwächen: Besonders im Pause-Menü ist die Hervorhebung der aktiven Buttons nicht optimal gelöst. Auf der positiven Seite läuft das Spiel auf der PS5 absolut stabil – flüssig, ohne Ruckler oder technische Probleme.
Der Soundtrack ist ein echtes Highlight. Chris Hülsbeck liefert melancholische, atmosphärische und zugleich treibende Stücke, die perfekt zur Diamantenjagd passen. Die neuen Kompositionen stechen besonders heraus und geben dem Spiel eine epische Note. Die klassischen Remaster-Tracks sind nostalgisch, können aber nach einer Weile etwas eintönig wirken. Soundeffekte sind zweckmäßig, erfüllen aber ihren Job. Die Retro-Levels hören sich genauso an, wie früher auf dem C64. Eine Sprachausgabe gibt es nicht – und sie wird auch nicht vermisst.
Fazit
Boulder Dash 40th Anniversary ist ein würdiges Jubiläum für einen der größten Arcade-Klassiker aller Zeiten. Mit über 200 Levels, einem umfangreichen Level-Editor und dem genialen Soundtrack von Chris Hülsbeck bietet das Spiel stundenlangen Spielspaß.
Leider ist der Level-Editor (früher hieß das noch Construction-Kit) noch nicht wirklich für Konsole optimiert. Die Menüs sind fummelig und umständlich. Steuerung und Navigation sind mit dem Controller nicht optimal. Zudem gibt es hier noch kleinere Bugs in der Menüführung, die hoffentlich noch behoben werden.
Dem Spiel fehlen zwar moderne Komfort-Features wie ein Easy Mode oder eine Reset-Taste, und die Steuerung auf Konsole hätte Feinschliff vertragen können, doch das ändert nichts am großen Ganzen: Boulder Dash 40th Anniversary macht süchtig, fordert dich heraus und bringt die Magie der 80er-Jahre zurück auf den Bildschirm.
Ein Muss für Veteranen, die ihre Kindheit wiederbeleben wollen – und eine spannende Entdeckung für Neulinge, die erleben möchten, warum Rockford seit 40 Jahren Geschichte schreibt.
**Anmerkung: Die fehlende D-Pad Steuerung wurde mittlerweise per Update hinzugefügt.
Pro
- Riesiger Umfang: über 200 Level + Editor + Community-Inhalte
- Nostalgie pur mit Retro-Grafik und CRT-Filter
- Neue Gameplay-Elemente bringen Abwechslung
- Epischer Soundtrack von Chris Hülsbeck
- Stabil und fehlerfrei auf PS5 spielbar
- Sternesystem sorgt für Wiederspielwert
Contra
- Relativ hoher Schwierigkeitsgrad, auch schon in Tutorials
- Fehlende Komfortfunktionen (Reset-Taste, Easy Mode)
- Steuerung auf Konsole unpräzise, keine D-Pad-Unterstützung
- Grafik funktional, aber nicht besonders inspiriert
- Level-Editor teilweise umständlich und unübersichtlich
Wertung
7.0Gut
Kaufempfehlung
60%Angebot abwarten
Getestet wurde Boulder Dash 40th Anniversary auf PS5 von Tobias Creter. Das Spiel lag uns zum Zeitpunkt von unserem Test in Version1.001.000 vor. Das Test Exemplar / der Review Code für Boulder Dash 40th Anniversary wurde uns von PR Hound kostenlos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!




































































