Review

Call of Duty: Black Ops 7 · Test

Veröffentlicht am 19.11.2025 von Andreas Erber

Titelbild von Call of Duty: Black Ops 7 (PC, PlayStation 4, PlayStation 5, Xbox One, Xbox Series X|S)

Black Ops 7 ist das bisher beste COD! ;)

Mit Call of Duty: Black Ops 7 liefern Treyarch und Raven Software ein weiteres Kapitel der langlebigen Shooter-Serie, das versucht, Bekannte mit einigen frischen Ideen zu mischen. Das Spiel wurde breit beworben, startete am 14. November 2025 und bietet wieder die typischen drei Säulen der Reihe: eine (diesmal) kooperative Kampagne, ein umfangreiches Multiplayer-Angebot und den obligatorischen Zombies-Modus. Während Fans besonders neugierig auf technische Verbesserungen und neue Spielmodi für die PS5 waren, sorgt das Gesamtpaket eher für gemischte Gefühle. Black Ops 7 bietet viel Inhalt und spektakuläre Momente, wirkt an einigen Stellen aber auch überfrachtet und uneinheitlich. Gerade die Koop-Kampagne ist sehr umstritten, da sie stets online abläuft und nie pausiert werden kann. Na das kann ja was werden oder?

Treyarch, das Studio hinter vielen Black Ops-Ablegern, führt die Entwicklung an und wird dabei von Raven Software unterstützt. Ein Zusammenspiel, das mittlerweile zur Routine geworden ist. Treyarch bringt die Erfahrung und die Black-Ops-Identität ein, Raven steuert zusätzliche Entwicklungsressourcen und Feinschliff, insbesondere bei Multiplayer- und Live-Service-Elementen. Beide Studios profitierten von erheblichen Ressourcen seitens Activision, wodurch das Spiel technisch hochambitioniert erscheint, aber gleichzeitig die Gefahr besteht, dass Quantität die Qualität überlagern könnte.

Screenshot von Call of Duty: Black Ops 7

Wäre der Alleingang wirklich so altmodisch gewesen?

Black Ops 7 verfolgt eine Story, die an alte Black-Ops-Elemente anknüpft. Politische Intrigen, Schattenoperationen und bekannte Antagonisten. Die Handlung ist zeitlich weiter in die Zukunft verlagert und setzt die Geschichte um Figuren wie David Mason fort, wobei das Team einen Wiederauftritt des berüchtigten Raul Menendez thematisiert. Auffällig ist, dass Treyarch die Kampagne ganz klar auf Koop-Spielbarkeit ausgelegt hat. Missionen sind als gemeinsame Einsätze konzipiert, was zwar neue Dynamiken erlaubt, aber erzählerisch zu Lasten einzelner Charakterentwicklungen geht. Die Kampagne birgt einige gestalterische Risiken, von denen nicht alle gelingen. Sie bietet emotionale Momente, bleibt dabei aber narrativ auf der Strecke und ist teils unterentwickelt.

Screenshot von Call of Duty: Black Ops 7

Gameplay & Steuerung

Spielerisch bleibt Black Ops 7 in der Kernmechanik ein typisches Call of Duty der letzten Jahre. Schnelle, präzise Schusswechsel, enge Karten-Flow-Designs und ein starkes Fokus-Feedback. Gerade die Präzision beim Zielen ist in diesem Ego-Shooter auf einem außergewöhnlich hohen Niveau. Doch was wäre Call of Duty ohne etwas neues bzw. eigentlich altbewährtes? So kann der Charakter wieder höher und weiter springen, ähnlich wie in dem COD Advanced und den damals erstmaligen Einsatz des Exo-Skeletts (Exoskeleton). Doch hier sind die Bewegungen wesentlich reduzierter. So richtig neu sind die eingeführten Bewegungsmechaniken, die dem Multiplayer mehr vertikale Optionen geben und die Beweglichkeit spürbar erhöhen. So kann man sich jetzt auch seitlich und rückwärts per L3-Taste schneller bewegen.

Auf der PS5 fühlt sich die Steuerung grundsätzlich sauber und direkt an, sofern natürlich die Serverstabilität mitspielt. In unserem Test hatten wir zumindest keinerlei Verbindungsprobleme oder Paketverluste (Online Netzwerk).

Die Kampagne profitiert vom variablen Missionsdesign, doch der Koop-Zwang verändert das Tempo und Pausen sind leider Tabu. Die Kampagne kann nämlich stets nur online und mit bis zu 3 weiteren Spieler:innen bestritten werden. Statt der klassischen Pausetaste gibt es somit lediglich die Flucht auf in die Lobby. Szenarien, die solo packend wären, verlieren mit mehreren Mitspielern sehr oft an Spannung. Gerade die obligatorischen Sniper-Missionen gehen dadurch total unter und finden meist nur mit einer gehörigen Portion lauter Action statt.

Zombies glänzt erneut durch kreative Rundenmodi und Belohnungssysteme. Außerdem wirkt das Zombie-Abenteuer gegenüber der Kampagne spielmechanisch stabiler und spürbar fesselnder.

Den höchsten Wiederspielwert bietet ohnehin der Mehrspielermodus, der in Black Ops 7 enorm viele neue und altbekannte Maps bietet. Der Multiplayer ist ganz klar das Herzstück des Spiels und zeigt, wie sehr Treyarch weiterhin versucht, die klassische „Time-to-Kill“-Dynamik, das schnelle Movement und das typische Black-Ops-Gefühl in ein modernes Gameplay-Konzept einzubetten.
Spieler:innen können sprinten, sliden und diagonale Bewegungen wesentlich flüssiger miteinander kombinieren. Dadurch entsteht ein hohes Tempo, das an die besten Zeiten der Serie erinnert, ohne dabei zu futuristisch oder abgehoben zu wirken. Besonders positiv fällt die Waffenbalance auf. Sturmgewehre bleiben der Allround-Favorit, während Maschinenpistolen durch die Überschneidungen mit dem erweiterten Movement besonders in engen Map-Bereichen dominieren.

Screenshot von Call of Duty: Black Ops 7

Grafik & Sound

Auf der PS5 liefert das Spiel technisch ein sehr sauberes Bild: detaillierte Umgebungen, dynamische Lichtsetzung und flüssige Framerates in den Standard-Performance- oder Fidelity-Optionen sind spürbar. Texturqualität und Partikeleffekte sind auf aktuellem Stand, und die Präsentation der großen Multiplayer-Maps ist eindrucksvoll. Der Soundtrack und die Soundeffekte leisten solide Arbeit — wuchtige Waffenklänge, präzises 3D-Audio und stimmige Inszenierungen in den Zwischensequenzen. Trotzdem fällt manchmal auf, dass vereinzelte Assets (NPC-Animationen, Gesichts-Performance) hinter den grafischen Höhepunkten zurückbleiben, was die Immersion kurzzeitig bricht.

Screenshot von Call of Duty: Black Ops 7

Fazit

Call of Duty: Black Ops 7 ist ein ambivalentes Erlebnis. Auf der positiven Seite steht ein riesiges Paket aus Multiplayer-Inhalten, ein beliebter und weiterentwickelter Zombies-Modus sowie technische Politur auf der PS5 Pro. Auf der anderen Seite spürt man, dass ein Teil der Entscheidungen dem Live-Service- und Content-Wachstumsdenken geopfert wurde. Die Koop-Kampagne ist experimentierfreudig, wirkt narrativ ungleichmäßig und enttäuscht in mehreren Bereichen. Der Online-Zwang macht der Story einen großen Strich durch die Rechnung. Spieler:innen, die eine starke, in sich geschlossene Singleplayer-Erzählung erwarten, könnten somit durchaus sehr enttäuscht werden. Auch ist das Setting und Storytelling einfach zu überdreht und futuristisch.
Wer den Multiplayer und Zombies liebt, bekommt hier reichlich Stoff und fein abgestimmte Matches. Insgesamt ist COD Black Ops 7 ein solider, aber nicht makelloser Eintrag in der Shooter-Reihe. Online HUI, offline PFUI.

Pro

  • umfangreicher Multiplayer mit vielen Maps und neuen Bewegungsoptionen
  • starker, beliebter Zombies-Modus mit viel Content
  • flüssige, präzise Steuerung
  • grafisch mit 4k Auflösung und bis zu 120fps auf einem sehr hohen Niveau (PS5 Pro)
  • technisch meist sehr sauber
  • 3D-Audio klingt äußerst atmosphärisch
  • Menüstruktur ist diesmal übersichtlicher und nicht so hoffnungslos überladen

Contra

  • Kampagne wirkt narrativ flach und verliert an erzählerischer Tiefe
  • Online-Koop-Zwang im vermeintlichen Singleplayer-Storymodus
  • Pausetaste ist in der Story durch den Koop-Fokus ein Fremdwort
  • Story-Setting ist einfach zu überdreht und (bewusst) total unrealistisch
  • Preis-Leistungsverhältnis fällt in Black Ops 7 schlecht aus
  • Mehrspielermodus ist für Neueinsteiger:innen anfangs evenutell frustrierend

Wertung

Testergebnis:90%

9.0Sehr gut

Kaufempfehlung

85% Kaufempfehlung

85%Sehr empfehlenswert

Getestet wurde Call of Duty: Black Ops 7 auf PS5 von Andreas Erber. Das Spiel lag uns zum Zeitpunkt von unserem Test in Version1.086.000 vor. Das Test Exemplar / der Review Code für Call of Duty: Black Ops 7 wurde uns von Activision Blizzard kostenlos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!