EBOLA VILLAGE · Test
Veröffentlicht am 26.01.2026 von Andreas Erber
Ein genialer Klon?
EBOLA VILLAGE ist ein Survival-Horror-Spiel, das am 23.01.2026 für PS5, PS4, Xbox Series S/X, Xbox One, Nintendo Switch und den PC erschienen ist. Es bewirbt sich als moderne Hommage an die klassischen Horror-Survival-Titel der 90er-Jahre und kombiniert Erkundung, Puzzle-Lösen und Horror-Elemente aus der Ego-Perspektive. Der Titel wurde von vielen Spielern und Medien als Klon der Resident Evil Serie wahrgenommen. Das hat vor und nach dem Release für Diskussionen gesorgt, unter anderem weil Sony einen offiziellen Trailer auf seinem YouTube-Kanal veröffentlicht hatte und diesen wieder entfernte, nachdem die Reaktionen der Community kritisch ausfielen. Doch der Klon entpuppt sich stellenweise als genial, denn viele Kritikpunkte der Resident Evil Reihe werden hier aufgegriffen und teilweise besser umgesetzt. Die Qualität kann allerdings, trotz aller Bemühungen, nicht mit dem Original mithalten.
Das Spiel stammt vom Indie-Entwickler Indie Games Studio. Dieser kleine Entwickler und Publisher zugleich bewegt sich im Bereich unabhängiger Spiele und hat versprochen, mit Ebola Village eine nostalgische Horror-Erfahrung zu liefern, die an Klassiker der 90er-Jahre erinnert. Auffällig ist dabei, dass das Studio bewusst auf traditionelle Mechaniken setzt: strukturiertes Inventar, mittelschwere Rätsel, Ressourcenknappheit und eine dichte Atmosphäre stehen im Fokus.
Findet die Wahrheit heraus!
In Ebola Village schlüpfen Spieler:innen in die Rolle von Maria, deren ruhiger Abend abrupt von einer Fernseh-Nachricht über eine mysteriöse biologische Bedrohung unterbrochen wird. Besorgt um ihre Familie macht sie sich auf den Weg in ein abgelegenes Dorf, um ihre Mutter und ihren Ex-Mann Ruslan zu besuchen. Was als Sorge um Angehörige beginnt, wird schnell zu einem Albtraum voller Geheimnisse, Schrecken und unbekannter Gefahren.
Die Geschichte ist bewusst mysteriös und versucht, durch ein gut entwickeltes Setting und eine beklemmende Atmosphäre Spannung aufzubauen. Spieler:innen finden Hinweise, Tagebucheinträge und andere Story-Fragmente, die zusammen das düstere Geheimnis dieses Dorfes und die wahre Natur der biologischen Bedrohung enthüllen.
Gameplay & Steuerung
In Sachen Gameplay setzt das Game auf traditionelle Horror-Mechaniken in der First-Person-Perspektive. Man erkundet eine Reihe von gruseligen Locations, löst Puzzles, kämpft mit begrenzter Munition gegen verschiedenste Gegner und muss Ressourcen sorgfältig verwalten. Gerade letzteres ist stets etwas knapp bemessen, was die Bedrängnis spürbar erhöht. Das ruft natürlich sofort Erinnerungen an Klassiker des Genres hervor.
Die Steuerung fühlt sich leider recht durchwachsen an. Das liegt vor allem an der nicht so perfekten Optimierung des Controller-Layouts. Stellenweise fühlt sich diese steif und antiquiert an, was stark auffällt, da der Horrortitel stets mit seinem Pendant verglichen wird. Resident Evil ist da eben einfach flüssiger und harmoniert perfekt mit dem Dual-Sense Controller.
Die Kämpfe brauchen etwas Geduld und Fingerspitzengefühl, während die Puzzleaufgaben ein klassisches Horror-Spielgefühl zurückbringen. Boss-Kämpfe und allgemein das Gegnerdesign wirken teilweise recht generisch oder wenig originell. Das dämpft am Ende auch den Wiederspielwert.
Grafik & Sound
Grafisch nutzt Ebola Village moderne 3D-Umgebungen, steht aber nicht auf dem Niveau großer Triple-A-Produktionen. Die Grafik wirkt in manchen Szenen veraltet, etwa bei Charaktermodellen oder Umgebungsdetails.
Dennoch ist das Game für ein Indie-Game recht ansehenlich.
Die Atmosphäre profitiert von düsteren Tongestaltungen und einer beklemmenden Soundkulisse, die gezielt Spannung aufbaut und den Horror-Aspekt unterstützt, insbesondere in verlassenen Gebäuden oder bei unerwarteten Begegnungen. Schade nur, dass es keine englische Sprachausgabe gibt und man lediglich russisch zu hören bekommt. Der deutsche Untertitel ist an manchen stellen schlecht übersetzt worden, was bei der Story-Vermittlung dann doch etwas ins Gewicht fällt.
Fazit
Ebola Village ist ein Survival-Horror-Titel, der klassisches Genre-Feeling sucht und viele Ideen aus den großen Vorbildern der 90er-Jahre adaptiert. Für Fans nostalgischer Horror-Games diese Art bietet Ebola Village einige Stunden gruselige Atmosphäre und Puzzle-Action in einem besonderen, düsteren Setting. Allerdings zeigt das Spiel klare Schwächen. So ist die Steuerung nicht optimal für die Controller der Konsolen abgestimmt, Grafik und Audio wirken stellenweise unausgereift, und manche Elemente fühlen sich sehr generisch und kaum eigenständig an.
Insgesamt ist Ebola Village ein interessantes Indie-Experiment für Liebhaber:innen klassischer Horror-Game-Mechaniken. In vielen Bereichen bleibt der Titel aber deutlich hinter der Konkurrenz zurück. Wer über die vielen kleinen Macken und fehlenden grundlegenden Features, wie einer fehlenden englischen oder deutschen Sprachausgabe darüber hinwegsehen kann, darf schon mal einen Blick riskieren.
Pro
- dichte, gruselige Horror-Atmosphäre im klassischen Stil
- abwechslungsreiche Locations
- Sounddesign ist gut abgemischt und verstärkt gekonnt die Atmosphäre
- nostalgisches Gameplay mit Puzzle-Elementen und typischen Inventar-Management
- ein überraschend interessanter Resident-Evil-Klon
- preislich fair angesetzt, vor allem im Vergleich zu Triple-A-Titeln
Contra
- Steuerung und Bewegungsgefühl nicht optimal für Konsolen-Controller
- Grafik teilweise veraltet und unspektakulär
- keine englische/deutsche Sprachausgabe und teilweise schlecht übersetzter Untertitel
- Gegner-Design und Story-Elemente wirken oft generisch
- etwas dreister Klon der Resident-Evil-Reihe
- kaum eigene Impulse und Ideen
Wertung
6.5Zufriedenstellend
Kaufempfehlung
50%Angebot abwarten
Getestet wurde EBOLA VILLAGE auf PS5 von Andreas Erber. Das Spiel lag uns zum Zeitpunkt von unserem Test in Version1.000.000 vor. Das Test Exemplar / der Review Code für EBOLA VILLAGE wurde uns von PressEngine kostenlos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!















































