Rise of the Tomb Raider Review

28.10.2016 » Tobias Creter

Rise of the Tomb Raider

Lara Croft ist wieder zurück!

Rechtzeitig zu ihrem 20-jährigen Jubiläum hat Lara Croft den langen Weg zur PlayStation 4 Fassung von Rise of the Tomb Raider geschafft und sie hat jede Menge Inhalte im Gepäck. In der PS4 Version sind bereits alle DLCs enthalten und so solltet ihr locker über 50 Stunden Spielspaß vor euch haben wenn ihr alles sehen wollt.

Rise of the Tomb Raider spielt einige Zeit nach dem letzten Tomb Raider. Lara versucht in die Fußstapfen ihres Vaters zu treten und dessen bisher ergebnislose Suche nach dem ewigen Leben zu Ende zu bringen. Die Reise führt sie unter anderem nach Sibirien, wo sie sich nicht nur mit Schnee und Eis rumschlagen muss, sondern auch gewaltig mit dem Trinity-Orden aneinander gerät, der das selbe Ziel verfolgt.

Rise of the Tomb Raider

Pro

  • Grafik auf sehr hohem Niveau
  • gute deutsche Synchronisation
  • tolle Zwischensequenzen
  • große und weitläufige Areale
  • alle DLCs bereits enthalten
  • sehr viel zu entdecken

Contra

  • Steuerung manchmal etwas hakelig
  • Ladezeiten bei Schnellreise etwas lang
  • Controller Sounds klingen furchtbar
  • VR-Modus kann zu Motion Sickness führen

Kurze inhaltliche Einleitung

Zieht euch warm an, denn nach einer kurzen Intro startet eure gemeinsame Reise mit Lara am Gipfel eines verschneiten Berges und der eisige Wind pfeift euch gewaltig um die Ohren. Auf der Suche nach der verlorenen Stadt ist Lara kein Schnee zu tief und keine Klippe zu hoch. Aber das war nur ein kleiner Ausblick auf das was später noch folgen wird.

Als Kontrastprogramm dazu findet ihr euch nach einem Rückblick in London schon bald im sandigen und heißen Syrien wieder, wo Lara auf der Suche nach dem Grab des Propheten ist. Hier muss Lara hauptsächlich klettern und erkunden um sich ihrem Ziel zu nähern. Außerdem muss man erste Rätsel lösen, um voran zu kommen. Wie zu befüchten war ist Lara nicht die Einzige, die nach dem Grab sucht... Viel mehr möchte ich von der Story auch gar nicht vorweg nehmen.

Rise of the Tomb Raider

Gameplay & Steuerung

Die Steuerung funktioniert meist einwandfrei, nur an manchen Kanten hat Lara kleine Probleme. Aber selbst wenn mal was schief läuft, werdet ihr dadurch nicht weit zurückgeworfen, somit ist dieses kleine Manko gut zu verkraften. In kurzen Hinweisen bekommt ihr Schritt für Schritt alles Nötige erklärt und lernt so nach und nach neue Steuerungselemente kennen.

Um euch gegen die zahlreichen menschlichen und tierischen Gefähren zu Verteidigen steht euch ein großes Arsenal aus Waffen und Gadgets zur Verfügung. Ihr beginnt mit einem einfachen Bogen, den man im Verlauf des Spiels mit Gift-, Feuer- und Sprengpfeilen aufrüsten kann. Außerdem ist der Bogen ein wichtiges Utensil, um größere Entfernungen per Seilbahn zu überbrücken oder versperrte Wege zu öffnen und Rätsel zu lösen. Dann gesellen sich noch diverse Handfeuerwaffen, Gewehre und Schrotflinten hinzu. Auch in der Umgebung liegende Flaschen, Dosen und Gläser lassen sich zu tödlichen Waffen umfunktionieren und selbst ein bereits getöteter Gegner kann mit einem Näherungssprengsatz bestückt werden. Dabei ist es euch völlig frei überlassen, ob ihr versucht möglichst leise und unauffällig zu sein oder als Ein-Frau-Armee über euer Feinde herfallt. Mit gesammelten Rohstoffen und verdienten Erfahrungspunkten könnt ihr in den Camps eure Waffen und Fähigkeiten nach Belieben aufrüsten.

Abseits der Haupthandlung könnt ihr von einigen Personen im Spiel Nebenaufgaben annehmen, durch deren Erledigung ihr dann neue Fähigkeiten und Ausrüstungsgegenstände bekommt. Dabei sind einige Quests deutlich zeitintensiver als andere. Mal musst ihr eine Höhle von Wolfen befreien, eine Brieftaube abfangen oder euch gegen eine Hexe behaupten. Die Nebenmissionen sind also abwechslungsreich und lohnend zugleich. Schätze und andere Sammelgegenstände sind überall - manchmal auch äusserst schwer erreichbar. Wenn ihr trotzdem noch Abwechslung braucht, könnt ihr auch Jagen gehen oder nach Herausforderungsgräbern suchen, die dann durch das Lösen von teilweise komplexen Rätseln geplündert werden können. Die Rätsel erinnern nur bedingt an die Anfänge von Tomb Raider, wo man meist Schieberätsel gelöst oder Schalter aktiviert hat. Es ist im positiven Sinne komplexer geworden und an manchen Stellen braucht man schon eine Weile, um die physikbasierten Rätsel zu lösen. Oft führt nur eine Kombination aus Geschicklichkeit, Timing und Logik zum Ziel - der Bogen spielt dabei meist eine wichtige Rolle.

Überall im Spiel verteilt stößt Lara auf Camps, wo sie dann endlich mal die Zeit findet, sich um ihre Fähigkeiten, Waffen und Ausrüstung zu kümmern. Das System zum Aufrüsten ist einfach aber trotzdem umfangreich und so habt ihr einen spürbaren stetigen Fortschritt im Spiel. Auch ihre Sprachfähigkeiten kann Lara verbessern. So lernt sie durch Wandgemälde und Schriftrollen zum Beispiel Griechisch oder Mongolisch und kann dann dadurch die Inschrift von Monolithen entschlüsseln, die dann zu versteckten Schätzen führt. Mit der Karte behaltet ihr den Überblick über die zahlreichen Aufgaben und durch Drücken von R3 während des Spiels werden Ziele, Objekte und Gefahren farbig hervorgehoben.

Rise of the Tomb Raider

Weitere Spielmodi (Expeditionen)

Highscorejäger kommen im Punkteangriff bestimmt auf ihre Kosten. Hier müsst ihr die Level möglichst schnell beenden, Kombozähler nutzen und Herausforderungen abschließen, um möglichst viele Credits zu erhalten.

Die Kapitelwiederholung führt euch erneut zu bereits abgeschlossenen Kapiteln, wo ihr dann versuchen könnt alle Herausforderungen zu meistern. Im Elite Modus habt ihr es mit deutlich härteren Gegnern zu tun, dafür stehen Lara aber die zuvor freigeschalteten Waffen und Fähigkeiten zur Verfügung.

In Widerstand der Verbliebenen helft ihr dabei das Tal zurück zu erobern. Dazu spielt oder erstellt ihr individuelle Missionen und tretet gegen eure PSN Freunde an, um Credits zu verdienen.

Für echte Überlebenskämpfer ist der Ausdauermodus genau das Richtige. Hier gilt es möglichst lange in der rauen Wildniss zu überleben. Lara beginnt irgendwo auf der Map und muss ständig für genug Nahrung und Körperwärme sorgen, um nicht zu sterben. Natürlich sind auch genug Waffen, Sammelbares und Gegner auf der Karte, damit keine Langeweile aufkommt. Alle Ereignisse werden in einer Zeitachse festgehalten, sozusagen eine Art Survival-Tagebuch. Dieser Modus ist auch zu zweit im Online-Coop spielbar. Zusammen gemütlich am Lagerfeuer sitzen und gegrillte Eichhörnchen verspeisen macht schließlich deutlich mehr Spaß.

Im Modus Kalte Finsternis geht es darum, dass ihr per Funk geleitet verschiedene Aufgaben erfüllen müsst. Waffen und Upgrade muss man unterwegs sammeln, um sich gegen die wohl etwas kurzsichtigen infizierten Trinity Soldaten zur Wehr zu setzen. Zum Ausgleich dafür, dass sie so schlecht sehen, hören sie umso besser und kommen auch sofort angerannt, wenn sie Lara entdeckt haben. Man kann Geräusche aber auch nutzen, um sie wegzulocken. Am Besten hält man sich hier die meiste Zeit auf Dächern und in Bäumen auf. Ziel ist es den Reaktor zu zerstören aber leicht wird diese Mission nicht...

Dann hat man in Blutsbande noch die Möglichkeit sich Croft Manor mal genauer unter die Lupe zu nehmen und die dunklen Geheimnisse der Famile Croft zu ergründen. Dieser Modus kommt ohne große Action aus, kann dafür aber auch mit PlayStation VR hautnah erlebt werden. So echt hat sich Tomb Raider noch nie zuvor angefühlt. Man ist wirklich mitten drin und grafisch sieht es auch sehr gut aus. Wer keine Probleme mit Motion Sickness hat kann die Kamera frei bewegen. Bei mir führte das leider sehr schnell zu Übelkeit und ich musste wieder auf den normalen Modus umstellen. Da drückt man L2 und zielt dann mit den Stick, wohin man sich bewegen möchte. Nach Bestätigung mit R2 steht man dann sofort dort und kann sich umsehen und ggf. mit Objekten interagieren. Wer (noch) keine VR besitzt kann aber auch wie gewohnt in 3rd-Person-View die Villa erkunden.

Zu guter Letzt gibt es noch Laras Albtraum, bei dem man ebenfalls durch das heruntergekommene Croft Manor läuft - diesmal allerdings nicht alleine, sondern zusammen mit angriffslustigen Zombies. Es fühlt sich ein wenig an wie das erste Resident Evil und auch hier benötigt man einen Schlüssel für manche Türen. Um ihrem Albtraum zu entfliehen muss Lara die Schädel der Wut finden und zerstören, damit sie sich danach dem dann erscheinenden Endboss widmen kann. Zum Glück liegen hier viele Waffen und genug Munition rum. Neben dem Hauptziel gibt es immer mehrere Herausforderungen zu erledigen. Das sind dann zum Beispiel 10 Kopfschüsse mit einer Pistole, 10 Nahkampfkills oder eine längere Killserie.

Rise of the Tomb Raider

Sammelkarten

Bei einigen Spielmodi kann man das Gameplay durch Sammelkarten verändern. Dadurch kann man beispielsweise Laras im sehr kantigen Retro-Look oder mit Big-Head-Modus spielen. Aber auch für Waffen und diverse andere Gameplay Elemente gibt es Modifier. Hierbei könnt ihr die Karten entweder dazu nutzen, um die Expedition schwieriger zu gestalten und dann größere Belohnungen zu bekommen oder umgekehrt - weniger Credits bei Vereinfachung der Aufgabe. Es gibt 7 Arten von Sammelkarten: Aussehen, Waffen, Outfits, Feindstärkung, Feindschwächung, Spielerstärkung und Spielerschwächung. Die Karten gibt es optional auch als In-Game-Käufe.

Rise of the Tomb Raider

Fazit

Crystal Dynamics macht mit der tollen Jubiläumsausgabe von Rise of the Tomb Raider in der PS4 Version nahezu alles richtig. Für Lara Fans und Indiana Jones Jünger gibt es jede Menge Inhalte. Allein die ganzen Classic Skins aus älteren Teilen der Serie sind schon ein toller Fan-Service. Aber am Besten sieht Lara natürlich in der aktuellen HD Grafik aus. Auch die Umgebung lädt immer mal wieder zum kurzen Verweilen ein, um einfach mal die tolle Aussicht zu geniessen. Die Story und Nebenquests werden durch massig Zwischensequenzen erzählt und für noch mehr Infos sind noch viele zusätzliche Dokumente im Spiel verstreut, die alle vorgelesen werden. Die Progression im Spiel ist auch sehr gut. Es kommen immer wieder neue Gameplay-Elemente hinzu, durch die man dann Orte erreichen kann, die vorher unzugänglich waren.

Der Story Mode bietet sowohl die typischen Kletter- und Rätseleinlagen als auch reichlich Action. Wer alle Nebenquests erledigen, Gräber plündern und Sammelbares entdecken möchte, kann dafür alleine schon über 30 Stunden einplanen. Dann kann man noch etliche Stunden mit den Zusatzinhalten im Survival Mode (auch zu Zweit im Online-Coop), dem Zombie Mode oder beim Erkunden von Croft Manor (auch in VR) verbringen. Wem das noch nicht reicht, der kann auch nochmal den Schwierigkeitsgrad erhöhen. Insgesamt gibt es 125 Trophäen zu erbeuten. Jedem, der Tomb Raider mag, kann ich das Spiel nur ans Herz legen.

Getestet wurde Rise of the Tomb Raider auf PS4 von Tobias Creter.

Das Test-Exemplar / der Review-Code für Rise of the Tomb Raider wurde uns von Sony Interactive Entertainment Europe kostenlos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!