Review

Submerged: Hidden Depths · Test

Veröffentlicht am 11.03.2022 von Tobias Creter

Titelbild von Submerged: Hidden Depths (PC, PS4, PS5, Xbox One, Xbox Series)

Einfach mal entspannt ein paar Runden mit dem Boot drehen

Das vollkommen gewaltfreie Erkundungsspiel Submerged: Hidden Depths wurde ursprünglich 2020 exklusiv für Google Stadia veröffentlicht. Jetzt folgten auch endlich PS5, PS4, Xbox Series X|S, Xbox One und PC. Das Spiel ist die Fortsetzung von Submerged, das bereits 2015 für PC und Konsolen erschien. Die Spieleserie vom kleinen Indiestudio Uppercut Games handelt von dem Geschwisterpaar Miku und Taku, die in einer wunderschönen postapokalyptischen Welt auf sich allein gestellt sind. Submerged: Hidden Depths ist ein "Relaxploration" Spiel aus der Third-Person-Perspektive. Wer Action sucht ist hier also völlig falsch. Wenn ihr zum Ausgleich zu Elden Ring einfach mal ein paar entspannte Stunden erleben wollt, dann ist das Spiel vielleicht einen Blick wert.

Screenshot von Submerged: Hidden Depths

So schön kann es in der Postapokalypse sein

Es sind einige Jahre vergangen seit wir Miku und Taku zuletzt auf ihrer Reise begleitet haben. Das sieht man vor Allem an Taku, der nun ein Jugendlicher und kein kleines Kind mehr ist. Der Meeresspiegel ist im Vergleich zum ersten Teil nochmal ein gutes Stück angestiegen. Wo einst eine prächtige Stadt war sind nur noch überflutete Ruinen zu finden. Doch das ist nicht das eigentliche Problem. Eine riesige schwarze Masse hat sich wie Unkraut in der postapokalyptischen Welt breit gemacht. Sie verschluckte das leben und spuckte seltsame Kopien aus.

Bis auf wenige Tiere scheinen die beiden Hauptfiguren die letzten Überlebenden zu sein. Doch es gibt einen Funken Hoffnung: In den zerfallenen Gebäuden sind Pflanzensamen zu finden, durch die sich die ölige schwarze Masse wieder entfernen lässt. So reisen die beiden zusammen mit dem Motorboot durch das ganze Gebiet und begeben sich auf die Suche nach den magischen Samen.

Screenshot von Submerged: Hidden Depths

Gameplay & Steuerung

Wer den Vorgänger kennt, wird hier beim Gameplay keine großen Überraschungen erleben. Submerged: Hidden Depths spielt sich wieder sehr ähnlich, hat sich aber in Punkto Grafik deutlich gesteigert. Ausgehend von einem zentralen Gebäude das Miku und Taku als Basis dient reist man mit dem Boot zu den umliegenden Orten, um dort nach den zehn Pflanzensamen zu suchen. Es gibt zwar eine Karte aber die muss man durch die Erkundung erst aufdecken. Mit einem Fernglas lassen sich dabei die unterschiedlichen Orte und Sammelgegenstände markieren. Diese werden dann permanent auf der Karte angezeigt und wenn man nahe genug dran ist auch als Icon im Kompass eingeblendet. So schippert man gemutlich und völlig stressfrei von einem Ort zum Anderen. Es gibt mehrere Gebäudearten: die für die Story wichtigsten Ruinen sind die, auf denen man irgendwo einen Samen finden kann, den man dann an eine entsprechende Stelle transportieren muss, um in dort einzusetzen. Das sind gleichzeitig auch die komplexesten Gebäude. Dort kann man neben dem Samen immer auch vier Tagebücher, neun Stilstücke und eine besondere Blume finden. Die sind zwar alle nur optional aber wer sich so ein Erkundungsspiel kauft, hat vermutlich auch den Ehrgeiz alle Geheimnisse aufzudecken. Insgesamt gibt es zehn Aussichtspunkte, die man in bester Assassin's Creed Manier erklimmen muss, um dann einen Teil der Karte aufzudecken. In einigen weiteren optionalen Ruinen gibt es dann noch jeweils ein Tagebuch. Hier darf dann auch mal Miku's kleiner Bruder ran und sich den Weg zum Fundstück bahnen. Sonst gibt es auf diesen Gebäuden nichts zu entdecken. Die restlichen Sammelobjekte sind mit dem Boot zu erreichen. Neben den 26 nützlichen Boot-Upgrades, durch die man länger mit voller Geschwindigkeit fahren kann sind überall auf der Karte noch zahlreiche Relikte und Orientierungspunkte zu finden. Wem das immer noch nicht reicht, der kann noch versuchen jede Tierart zu finden.

Die Steuerung von Submergend: Hidden Depths ist sehr einfach und meist präzise. Die Wege sind immer an der Signalfarbe Rot zu erkennen. Laufen, klettern, springen und andere Bewegungen funktionieren dabei völlig ohne zusätzlichen Tastendruck. Lediglich Schalter, Aufzüge und Seilbahnen muss man mit Knopfdruck auslösen und zum Einsammeln, Hochheben oder Ablegen von Gegenständen ist auch eine Taste nötig. Runterfallen kann man nirgends, so kann man sich voll darauf konzentrieren den richtigen Weg oder alle Geheimnisse zu finden. Und der ist manchmal ziemlich komplex und verzweigt. Dennoch ist das Spiel insgesamt sehr linear und die Rätsel relativ einfach. Das Boot kann man mit dem linken Stick lenken und per Trigger gibt man Gas oder Bremst. Zusätzlich gibt es noch die Turbotaste, die für begrenzte Zeit eine höhere Geschwindigkeit ermöglicht. Bis auf wenige Stellen, an denen ich im Test an Pflanzen oder Ecken hängen geblieben bin, funktioniert die Steuerung zuverlässig und präzise.

Screenshot von Submerged: Hidden Depths

Grafik & Sound

Für einen kleines Indiespiel sieht Submerged: Hidden Depths auf der PlayStation 5 wirklich toll aus. Insbesondere die wirklich wunderschöne Landschaft, sowie die dynamischen Tag- und Nachtwechsel inklusive Wetterumschwung tragen hier zu einer tollen Atmosphäre bei. Unterstrichen wird das Ganze durch einen angenehmen Soundtrack, der sich an einigen Stellen sogar in Abhängigkeit vom Spielgeschehen verändert. Besonders auffällig ist das wenn man einen Pflanzensamen trägt und sich damit dem Ziel nähert. Das ist wirklich sehr schön umgesetzt, wie auch die Umwelt, die buchstäblich um den Samen herum aufblüht. Auch die Soundeffekte passen sehr gut und geben hilfreiche akustische Hinweise. Im direkten Vergleich zum Vorgänger ist der neue Teil viel detailreicher und die Animationen sind glaubwürdiger. Das Leveldesign ist clever, so findet man beim Runterklettern von den Gebäuden beispielsweise immer eine Abkürzung und muss nicht den selben Weg zurück gehen.

Screenshot von Submerged: Hidden Depths

Fazit

Mit Submerged: Hidden Depths hat der Entwickler Uppercut Games die bewährte Formel optimiert und ein wunderschönes gewaltfreies Abenteuer geschaffen. Der zweite Teil ist mit ca. 6 Stunden Spielzeit nicht nur deutlich umfangreicher geworden, er sieht auch viel besser aus. Eine wirkliche Herausforderung stellt das Spiel nicht dar und es ist auch sehr linear. Aber das möchte Submerged auch garnicht, es ist bewusst als einfache und entspannende Spielerfahrung ohne Bildschirmtöde oder Frustmomente entwickelt worden. So gesehen hat das Spiel alles richtig gemacht. Für meinen Geschmack hat sich das Gameplay aber ab ca. einem Drittel des Spiel etwas zu stark wiederholt und es kam nichts wirklich Neues mehr hinzu. Das ist etwas schade, wie auch die verpasste Gelegenheit ein paar der Rätsel als Koop auszulegen. Es wäre toll gewesen, wenn Bruder und Schwester an einigen Stellen wirklich nur gemeinsam weiter gekommen wären. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Es hat mir Spaß gemacht die Welt zu erkunden und restlos alles einzusammeln was das Spiel zu bieten hat. Etwas nervig war es am Ende aber doch die letzten Tiere, Boot-Upgrades und Relikte zu finden. Jedem, der mit dieser Art Spiel etwas anfangen kann, würde ich Submerged: Hidden Depths trotzdem empfehlen, denn es ist eine kleine aber feine Indieperle.

Pro

  • wunderschöne Welt
  • entspanntes Gameplay
  • sehr viel Sammelbares
  • guter Soundtrack
  • tolle Atmosphäre

Contra

  • wiederholt sich irgendwann stark
  • etwas zu lineare Laufwege
  • verschenktes Potential

Wertung

Testergebnis: 75%

7.5 Gut

Kaufempfehlung

60% Kaufempfehlung

60%Angebot abwarten

Getestet wurde Submerged: Hidden Depths auf PS5 von Tobias Creter. Das Spiel lag uns zum Zeitpunkt von unserem Test in Version 1.000.000 vor. Das Test Exemplar / der Review Code für Submerged: Hidden Depths wurde uns von Renaissance PR kostenlos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!