Metroid Prime 4: Beyond · Test
Veröffentlicht am 17.12.2025 von Andreas Erber
8 Jahre Entwicklungszeit später...
Metroid Prime 4: Beyond ist das lange erwartete Comeback der Prime-Reihe und markiert einen der größten Nintendo-Starts des Jahres 2025. Nach einer jahrelangen, teils holprigen Entwicklungsphase, wohlgemerkt 8 Jahre, wurde das Spiel am 4. Dezember 2025 für Nintendo Switch und die neue Nintendo Switch 2 veröffentlicht. Auf der leistungsfähigeren Switch 2 profitiert das Spiel von höherer Auflösung, einer stabileren Framerate und kürzeren Ladezeiten. Außerdem können die neuen Joy-Cons der Switch 2 für die geniale Maussteuerung verwendet werden. Was hardwarebedingt auf der ersten Switch nicht möglich ist. Wer allerdings fälschlicherweise die Switch 1 Version des Spiels gekauft hat, kann mit einem Upgrade von 9,99€ (UVP) die Switch 2 Version erhalten.
Hauptverantwortlich für Beyond ist Retro Studios, das Team, das die ursprünglichen Metroid-Prime-Spiele definierte und 2014 durch Nintendo als zuverlässiger Partner etabliert wurde. Beim finalen Entwicklungs- und Feinschliff wirkten zudem mehrere Support-Studios mit. Das Endergebnis fühlt sich in weiten Teilen nach einem modernen Action Game an, welches trotzdem altbewährte Retro-Facetten erhalten hat. Für Metroid-Fans dürfte hier ein Wunsch in Erfüllung gegangen sein.
Beyond pocht auf Lebendigkeit
Beyond verlagert Samus Aran auf den mysteriösen Planeten Viewros, auf dem alte Geheimnisse, fremdartige Biome und eine neue Fraktion von Bewohnern, die Lamorn, eine zentrale Rollen spielen. Die Hauptstory setzt dabei stärker auf erzählerische Begleitung durch Nebencharaktere, inklusive eines prominenten Sidekicks namens Myles MacKenzie, und verwebt klassische Prime-Erkundung mit personalisierten Sequenzen. Diese Sequenzen sind vollgepackt mit Dialogen, die oftmals als zu viel des guten empfunden werden.
All diese narrativen Erweiterungen sorgt dafür, dass die Welt lebendiger wirkt, allerdings geht der frühere, einsam-mystische Ton der Serie etwas unter.
Gameplay & Steuerung
In Sachen Gameplay bleibt Beyond dem Prime-Grundgerüst treu. First-Person-Erkundung, knifflige Atmosphären-Rätsel und ein geschmeidiges Waffenhandling. Neu hinzugekommen sind psychische Fähigkeiten, die sowohl im Kampf als auch zum Lösen von Umwelt-Puzzles eingesetzt werden, sowie ein Motorrad, namens Viola, mit dem große Bereiche des Planeten schneller erreicht werden können. Auf der Switch 2 glänzt das Spiel besonders dank präziser Zielfunktion mit den Joy-Con-2-Controllern. Also eine Art Maussteuerung, was für das klassische FPS-Feeling vielen Spielern zugutekommt. Auf der ersten Switch sind die Inhalte identisch, allerdings mit sichtbaren Einschränkungen bei Auflösung, Textur-Schärfe und Ladezeiten. Gerade die Ladezeiten sind spürbar länger und reißen die Spieler:innen aus immer wieder aus der Immersion.
Einen faden Beigeschmack verursachen die 3 verfügbaren Amiibo-Figuren, die jeweils ein Extra bzw. eine Fähigkeit freischalten. Die 3 Figuren zusammen kosten immerhin mehr als das Spiel selbst. Fans dürfte das kaum stören, Neueinsteiger werden hingegen auf die Extras eher verzichten.
Grafik & Sound
Visuell zeigt Beyond natürlich eine deutliche Weiterentwicklung gegenüber vorherigen Metroid-Titeln. Das macht sich vor allem auf der neuen Switch 2 Hardware bemerkbar. Die dichte Atmosphäre lädt zum Erkunden ein. Dabei stößt man auf gut eindrucksvolle Landschaften und interessante Höhlenkomplexe auf Viewros. Auf der Switch 2 sind die Effekte spürbar schärfer und die Bildrate ist stets stabil. Bei 1080p Limitierung gibt es statt 60fps, satte 120fps. Auf der normalen, ersten Switch-Hardware wirken Texturen und Anti-Aliasing im direkten Vergleich etwas weicher. Wer eine Switch 2 besitzt und irrtümlicherweise die normale Version erworben hat, kann zumindest durch ein Upgrade für 9,99€ (UVP) auf die Switch 2 Version wechseln. Bei dieser Methode zahlt man nicht über den eigentlichen Preis der Switch 2 Version hinaus. Schade, dass die Preispolitik dennoch etwas kompliziert gestaltet wurde. Eine universelle Version wäre wünschenswert gewesen, um Missstände zu verhindern.
Der Soundtrack liefert atmosphärische, einprägsame Stücke, die das Erkunden gekonnt unterstützen, während fette Soundeffekte für das klassische Metroid Prime-Gefühl sorgen. Kritik gibt es allerdings bei der Implementierung der Dialoge. Diese sind oft viel zu langwierig und wiederholen sich auch in einer gewissen Art und Weise immer wieder.
Fazit
Metroid Prime 4: Beyond ist ein technisch ein ambitioniertes und größtenteils gelungenes Revival der Metroid Prime-Reihe. Es liefert packende Erkundung, atmosphärisches Leveldesign und sinnvolle, neue Spielmechaniken (psychische Kräfte, Viola-Bike). Auf der Switch 2 entfaltet das Spiel sein volles Potenzial. Darunter eine bessere Grafik, flüssigere Performance und eine intuitive Maus-Steuerung. Die Version der ersten Switch leidet vor allem unter den wesentlich längeren Ladezeiten. Negativ fallen die übertrieben langen Dialoge auf und die amiibo-gebundenen Inhalte. Am Ende erleben Fans mit Metroid Prime 4: Beyond eine logische Weiterentwicklung der Serie und auch Neueinsteiger dürften kaum um den lohnenswerten Action-Titel hinwegkommen. Metroid Prime 4: Beyond ist eine klare Kaufempfehlung, vor allem für Switch 2 Besitzer:innen.
Pro
- neue Gameplay-Mechaniken bereichern die Spielweise
- atemberaubende Grafik und Performance (Switch 2: 4K/60fps oder 1080p/120fps)
- authentisches Prime-Leveldesign und starke Erkundungstouren
- saubere Performance und punktgenaue Ziel-Steuerung, selbst im Maus-Modus (Switch 2)
- meisterhafter Soundtrack und immersive Soundeffekte
Contra
- einige neue Charaktere, vor allem Sidekick Myles, polarisieren wegen zu langen und aufdringlichen Dialog
- schade, dass es nicht einfach nur 1 unkomplizierte Version für die Switch 1 & 2 gibt (Preisunterschied 9,99€ UVP)
- spezielle Amiibo-Funktionen erfordern den Erwerb der 3 verfügbaren Amiibo-Figuren
- lange Entwicklungsdauer mit vielen Komplikationen (dafür ist das Game für die Switch 2 perfektioniert worden)
Wertung
9.0Sehr gut
Kaufempfehlung
100%Absoluter Pflichtkauf
Getestet wurde Metroid Prime 4: Beyond auf Switch 2 von Andreas Erber. Das Spiel lag uns zum Zeitpunkt von unserem Test in Version1.1.0 vor. Das Test Exemplar / der Review Code für Metroid Prime 4: Beyond wurde uns von Nintendo kostenlos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!








































