Review

DOOM Eternal

Veröffentlicht am 20.03.2020 von Andreas Erber

DOOM Eternal

Eternal - Doom für die Ewigkeit

"Doom Eternal" nennt sich der neueste Ableger der bekannten Action-Serie von Bethesda Softworks. Schon seit einigen Jahren weist Doom eine Erfolgslinie auf und gilt nicht ohne Grund als Aushängeschild im Genre der Ego-Shooter. Mit Eternal gelingt es den Entwicklern die Holzlatte noch weiter nach oben zu setzten. So gut wie jedes Element des Vorgängers aus 2016 wurde überarbeitet und spürbar verbessert, wodurch Eternal mit gutem Gewissen zum besten Teil der Serie gekürt werden darf. Eines vorweg: Mehrspieler-Fans könnten hingegen etwas verwirrt sein, da es diesmal keinen gewohnten Deathmatch Modus gibt. Der Battle-Modus soll eine deutliche Abwechslung bieten. Ob Fans damit zufrieden gestellt werden können? Klären wir dies doch einfach auf.

DOOM Eternal

Benzin für die Kettensäge!?

Die ungefähr 15-Stunden lange Kampagne ist der Hauptkern des gesamten Spiels und bietet neben einer noch hochwertigeren, abwechslungsreicheren Inszenierung auch eine gelungene Story. Wobei diese natürlich auf das bekannte Gegenspiel "Gut gegen Böse" stark begrenzt ist. Als Doom-Slayer ist es euer Ziel die von Dämonen verseuchte Erde zu befreien. Die Story wird jedoch mit vielen interessanten Orten und Namen von neuen Charakteren bestückt, welche auch mit komplexeren Hintergrundgeschichten aufgewertet werden. Der Mythos um den kämpferischen Doom-Slayer bekommt ein schönes Gesamtbild. Zu beachten sei jedoch, dass der Spieler nur dann vollends der Geschichte folgen kann, wenn er alle gesammelten Datenblätter studiert. Wer einfach drauf los zockt wird schnell den Faden verlieren. Wirklich schlimm ist dies in diesem Fall nicht, da der Fokus stets auf die brutale Action und den damit verbundenen Kampfeinlagen gelegt wird.

In diesem Game ist jedes Ziel Kanonenfutter und muss natürlich als solches mit reichlich Feuerkraft beschossen werden. Um dem Kampfgeschehen noch mehr Tiefe zu verleihen, haben sich die Entwickler viel Neues einfallen lassen. Bei den Waffen gibt es zum ersten Mal zwei verschiedene Waffenmodi, welche ganz schnell mit der Steuerkreuztaste "oben" gewechselt werden können. Dies ist bei manchen Gegnertypen auch dringend notwendig, da jede Gegnerklasse eine spezielle Schwachstelle besitzt. Zwar kommen im Spielverlauf wenig neue Gegnertypen hinzu, jedoch haben es gerade diese in sich. Die agile Arachnotron-Spinne aus dem "Doom 64" Universum feuert sehr präzise aus der Distanz. Nachdem ihr Geschütz zerstört wurde, wechselt die Spinne in den Nahkampf-Modus und gönnt euch keinerlei Pausen.
Im Vergleich zum Vorgänger wurde der Nahkampf um den Faustkampf und einer Kettensäge erweitert. Bezüglich der Kettensäge ist außerdem erwähnenswert, dass man durch diesen unschönen Angriff Munition erhält. Und sollte einem das Benzin ausgehen, finden sich immer wieder verstreute Kanister auf der Karte.
Fehlt nur noch ein Flammenwerfer, den man über die linke Schulte abschießen kann. Auch diese Aktion ist mit an Bord und verspricht ein schönes Feuerwerk. Der Flammenwerfer bringt euch übrigens mehr Rüstung ein, was vor allem im dichten Kampfgeschehen große Vorteile mit sich bringt.
Zur Alternative gibt es eine ausklappbare Klinge ala Assassins Creed.
Wer mehr Lebensenergie benötigt muss dafür lediglich taumelnde Gegner durch einen Spezialangriff, auch Glory-Kill genannt, bezwingen. Diese betäubten Gegner werden mit einem auffällig leuchtenden Schimmer umhüllt, welcher sofort ins Auge fällt. Durch einen kurzen Druck auf die R3-Taste wird der Glory-Kill umgesetzt und die hinterlassenen Boni können automatisiert aufgesammelt werden.
Apropos Boni: Ein Bonbon sind die freischaltbaren Fähigkeiten und Mods, welche diverse Attribute des Spielcharakters oder der Ausrüstung spürbar verbessern. Wie wäre es mit mehr Lebensenergie oder einer zeitlich verkürzten Spezialattacke?

Zwar wirkt zu Beginn der Gesamteindruck etwas langweilig, da die ersten Spielminuten eher als eine Art Tutorial dienen. Erst nach ein paar Spielrunden kommt das Spiel in die Gänge und bietet auch fürs Auge sehenswerte Levels. Ohne Geschick und einer richtigen Taktik kommt der Spieler nur schwer an sein Ziel. Das Fehlen einer Pistole mit unendlicher Munition gibt dem Spiel den letzten Kick.
Nach Beendigung der Story können die Levels erneut mit einem höheren Schwierigkeitsgrad bewältigt werden. Doom Eternal bietet hier extra viele Schwierigkeitsstufen an. Vor allem auf höchster Stufe darf man sich zu keiner Sekunde einen Fehler leisten.

Damit Solospieler nicht mit der Hölle auf Erden allein gelassen werden, haben sich die Entwickler diesmal einen besonderen Multiplayer ausgedacht. Hier kommt für manche auch der einzig große Kritikpunkt zum Vorschein.
Wie schon in der Einleitung erwähnt, gibt es keinen normalen Deathmatch Modus. Stattdessen finden Spieler im Hauptmenü ausschließlich den Battle-Modus, bei dem zwei von Spielern gesteuerte Dämonen gegen einen Doom-Slayer kämpfen. Das dazugehörige Tutorial verwirrt und schreckt Anfänger zwar etwas ab, doch mit der Zeit gewinnt man auch hier seinen Spaß. Eine Langzeitmotivation baut sich jedoch kaum auf.
Ob weitere Multiplayer-Modi hinzugefügt werden steht noch in den Sternen. Der Season-Pass verspricht bisweilen lediglich 2 Story-Erweiterungen.

DOOM Eternal

Gameplay & Steuerung

Vor allem bei Ego-Shooter Games ist eine gut funktionierende, saubere Steuerung äußerst wichtig. Hier braucht sich der Spieler durchaus keine Gedanken zu machen. Wie von anderen Doom-Ablegern bekannt, ist die Steuerung und Handhabung sehr innovativ. Auch in technischer Hinsicht gibt es keinerlei Probleme und ich kann in diesem Bereich wirklich nichts aussetzen. Das Treffergefühl ist sehr gut gelungen und vermittelt dem Spieler ein genaues Feedback über die Treffsicherheit.

Durch die hinzugefügten Sprung- und Klettereinlagen wurde die Spielgeschwindigkeit im Vergleich zu den Vorgängern noch etwas mehr in die Höhe getrieben. Die Kletterpassagen machen enorm Spaß, funktionieren technisch einwandfrei und lockern den gewöhnlichen Spielverlauf etwas auf. So können auch versteckte Extras erreicht werden. Und für den benötigten Schwung dient die "Kreis" Taste welche bis zu zweimal für ein Überwindungs- oder Ausweichmanöver benützt werden kann. Es gibt Zusammengefasst eine Vielzahl an Bewegungsmöglichkeiten.

DOOM Eternal

Grafik & Sound

Visuell präsentiert sich Doom Eternal äußerst detailliert und trotz der allgemein hohen Spielgeschwindigkeit läuft das Spiel stets flüssig. Die etwas bunter ausgefallene Kulisse tut dem Spielspaß keinen Abbruch.
Der Vorgänger hatte hingegen eine düstere Atmosphäre und fühlte sich auch weniger nach einem Acarde-Spiel an.
Licht- und Schatteneffekte sehen grandios aus und auch sämtliche Effekte kommen glanzvoll und bombastisch über den Bildschirm rüber. Sobald Gegner getroffen wurden verlieren sie die entsprechenden Körperteile bis auf ihre Rippen, was den Grad an Brutalität schnell in die Höhe treiben lässt.
Doom ist auf jeden Fall nur für Spieler über 18 Jahren zu empfehlen.

Knall- sowie Schusseffekte klingen bombastisch, was einem wesentlich tiefer in das Spielgeschehen eintauchen lässt. So hat jede Waffe ihren eigenständigen, unverkennbaren Sound. Auch Hintergrundgeräusche sind in der Abmischung nicht an letzter Stelle gereiht worden.
Besonders hervorzuheben ist der brachial gute Soundtrack. Kaum ein Spiel fängt diese Actionmomente besser durch Heavy-Metal Soundtracks ein, als Doom Eternal. Verantwortlich ist dafür kein geringerer als Mick Gordon (Michael John). Mick ist ein australischer Komponist und Sound Designer, der sich auf Kompositionen für Videospiele spezialisiert hat. Seine Tracks sind für Heavy-Metal und Soundtrackfans Pflichtprogramm.

DOOM Eternal

Pro

  • saubere Steuerung und Handhabung
  • gutes Treffer-Feedback
  • dynamische Kämpfe mit einer Brise Taktik
  • Waffenvielfalt und Angriffsmöglichkeiten sind enorm
  • Kletter- und Hüpfeinlagen lockern das Gameplay auf
  • Grafisch ein Leckerbissen mit flüssigen Animationen
  • Soundtrack von Mick Gordon ist brachial gut
  • Soundeffekte sind sehr gut abgemischt

Contra

  • klassischer Multiplayer (Deathmatch, Team-Deathmatch, ...) fehlt
  • Battle-Modus (online) verliert schnell an Motivation
  • Atmosphäre könnte für manche Fans zu bunt erscheinen
  • Kulissen sind stellenweise zu einfach gehalten

Fazit

Ego-Shooter Fans werden wohl kaum einen Bogen um dieses Stück Software machen können. Doom Eternal bietet alles, was das Shooter-Herz begehrt. Die Steuerung funktioniert problemlos und geht flüssig von der Hand und das Waffen-Feeling ist grandios. Die neuen Features und Handlungsmöglichkeiten runden das Gesamtpaket ab. Selbst in Sachen Grafik und Sound lässt der Titel keine Wünsche offen. Schade nur, dass es kein klassischer Multiplayer ins Spiel geschafft hat. Das würde vor allem der Langzeitmotivation guttun. Der Battle-Modus ist eine nette Abwechslung, welche mich nicht lange in den Bann ziehen konnte. Taktikfans mit großem Drang zur Action werden bestimmt ihre Freude im Battle-Modus finden. Für die Kampagne gibt es eine klare Kaufempfehlung!

Getestet wurde DOOM Eternal auf PS4 von Andreas Erber. Das Spiel lag uns zum Testzeitpunkt in Version 1.02 vor.

Das Test-Exemplar / der Review-Code für DOOM Eternal wurde uns von Bethesda Softworks kostenlos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!