Review

MOUSE: P.I. For Hire · Test

Veröffentlicht am 22.04.2026 von Andreas Erber

Titelbild von MOUSE: P.I. For Hire (PC, PlayStation 5, Nintendo Switch 2, Xbox Series X|S)

Hier kommt die Maus!

MOUSE: P.I. For Hire ist eines dieser Spiele, das man schon nach wenigen Sekunden nicht mehr vergisst. Ein First-Person-Shooter im Stil der 1930er-Jahre, komplett in schwarz-weiß, mit Gummischlauch-Animationen und Jazz-Soundtrack. Klingt erstmal wie ein reines Stil-Experiment, entpuppt sich aber schnell als erstaunlich vollwertiger Shooter mit eigenem Charakter. Schon der erste Eindruck macht klar... hier geht es nicht nur um Nostalgie, sondern um eine ziemlich kreative Mischung aus klassischem Shooter und Noir-Detektivgeschichte.

Entwickelt von Fumi Games und veröffentlicht von den PlaySide Studios, erschien das Spiel am 16. April 2026 für die PS5, Xbox Series S/X, Nintendo Switch 2 und den PC. Current Konsolen bleiben hier ganz klar außen vor, was vor allem an der modernen und technisch einwandfreien Umsetzung liegt.

Fumi Games ist ein vergleichsweise kleines Studio, welches sich mit MOUSE: P.I. For Hire direkt auf die Landkarte katapultiert hat. Statt auf realistische Grafik oder bekannte Konzepte zu setzen, verfolgt das Team eine klare Vision. Stilistische Einzigartigkeit vor Mainstream. Gerade in einer Zeit, in der viele AAA-Spiele visuell immer ähnlicher wirken, ist dieser Ansatz erfrischend. Fumi Games beweist hier Mut und zeigt, dass ein ungewöhnlicher Style nicht nur ein Gimmick sein muss, sondern das gesamte Spielerlebnis tragen kann.

Screenshot von MOUSE: P.I. For Hire

1930er auf eine ganz interessante Art und Weise

Ihr schlüpft in die Rolle von Jack Pepper, einem abgebrühten Privatdetektiv in der düsteren Stadt Mouseburg. Was als scheinbar einfacher Fall beginnt, entwickelt sich schnell zu einem komplexeren Netz aus Korruption, Verbrechen und zwielichtigen Gestalten. Die Story bedient sich dabei bewusst klassischer Noir-Klischees. Es gibt beispielsweise korrupte Cops oder grimmige Gangsterbanden. Innovation sucht man hier nicht unbedingt, aber genau das ist auch Teil des Charmes. Die Handlung fühlt sich wie ein interaktiver Schwarz-Weiß-Krimi an, der direkt aus einer alten Filmrolle stammen könnte. Spannend ist vor allem der Kontrast zwischen der düsteren Thematik und der cartoonhaften Präsentation. Diese Mischung funktioniert überraschend gut und sorgt dafür, dass die Welt trotz bekannter Motive frisch wirkt.

Screenshot von MOUSE: P.I. For Hire

Gameplay & Steuerung

Im Kern fühlt sich MOUSE: P.I. For Hire wie ein klassischer, schneller First-Person-Shooter (Ego-Shooter) an, der bewusst an alte, klassische Shooter erinnert, dabei aber seinen ganz eigenen Twist mitbringt.
Spieler:innen bewegen sich als Privatdetektiv Jack Pepper durch die düsteren Straßen von Mouseburg und sind ständig in Bewegung. Stillstand wird hier selten belohnt. Stattdessen geht es darum, Gegner dynamisch zu umkreisen, anzugreifen, auszuweichen und gleichzeitig präzise auszuteilen. Das Spiel setzt stark auf Tempo und unmittelbares Feedback, was gerade auf der PS5 mit dem Controller sehr direkt und angenehm umgesetzt ist.

Was sofort auffällt, ist die Mischung aus klassischem Run&Gun und kleinen Erkundungseinheiten. So ballert man nicht einfach nur von Arena zu Arena, sondern erkundet immer wieder kleinere Gebiete, sammelt Hinweise und stoßt auf optionale Aktivitäten. Diese Struktur sorgt dafür, dass sich das Spiel nicht wie ein klassischer Schlauchlevel-Shooter anfühlt, sondern euch immer wieder kleine Verschnaufpausen und Abwechslung bietet.

Schusswaffen spielen dabei eine zentrale Rolle und gehören zu den größten Stärken des Gameplays. Neben klassischen Waffen erwarten den Spieler:innen zahlreiche kreative Tools, die perfekt zum cartoonhaften Stil passen. Gegner werden eingefroren, zerlegt oder auf völlig überdrehte Art ausgeschaltet. Das fühlt sich nicht nur spielerisch abwechslungsreich an, sondern passt auch hervorragend zur überzeichneten Präsentation. Jede Waffe hat ihren eigenen Rhythmus, wodurch unbewusst ständig zwischen unterschiedlichen Spielweisen gewechselt wird.

Die Steuerung selbst ist präzise und reaktionsschnell umgesetzt, was für einen Ego-Shooter natürlich unabdingbar ist. Bewegungen gehen leicht von der Hand, das Zielen funktioniert sauber und auch hektische Gefechte bleiben gut kontrollierbar. Gerade in intensiven Momenten merkt man, dass hier viel Wert auf ein sauberes Spielgefühl gelegt wurde. Kleinere Schwächen zeigen sich eher im Detail, etwa wenn Gegnerverhalten manchmal etwas vorhersehbar wirkt oder Kämpfe sich in ihrer Struktur ähneln. Auf Dauer kann genau das auch zum kleinen Problem werden. So unterhaltsam das Gameplay in den ersten Minuten und Stunden ist, schleichen sich später viele Wiederholungen ein. Dafür ist das aber das Preis-/Leistungsverhältnis mit 29,99€ (UVP) gerechtfertigt. Ego-Shooter Fans der alten Schule, werden den Titel ohnehin lieben, da stören auch die Wiederholungen nicht.

Screenshot von MOUSE: P.I. For Hire

Grafik & Sound

Hier spielt MOUSE seine größte Stärke aus. Der Look im Stil alter 1930er-Cartoons ist nicht nur ein Gimmick, sondern komplett und absolut gekonnt durchgezogen. Handgezeichnete Figuren treffen auf 3D-Umgebungen und ergeben ein extrem stimmiges Gesamtbild. Animationen sind überzeichnet, flüssig und voller kleiner Details. Jeder Gegner, jede Bewegung wirkt wie aus einem alten Cartoonfilm. Lediglich kleine Performance-Probleme haben sich in das, ansonsten makellose, Game geschlichen. Diese wurden jedoch bereits durch Updates verbessert.

Der Soundtrack setzt stark auf Jazz und unterstreicht die Noir-Atmosphäre einfach perfekt. Dazu kommt eine hochwertige Vertonung, unter anderem mit bekannten Sprecher:innen, die den Figuren zusätzlich Charakter verleihen. Leider gibt es keine deutsche Synchronisation.

Screenshot von MOUSE: P.I. For Hire

Fazit

MOUSE: P.I. For Hire ist kein perfektes Spiel, aber eines mit enorm viel Persönlichkeit. Der einzigartige Stil, die Mischung aus Noir-Story und Shooter-Gameplay und die kreative Umsetzung machen es zu einem der interessantesten Indie-Titel der letzten Zeit. Die Schwächen liegen vor allem im Detail. Die Story ist nicht besonders originell, das Gameplay kann sich stellenweise wiederholen und technisch ist nicht alles makellos, wobei letzteres bereits weitgehend durch Updates behoben wurde. Aber das Gesamtpaket funktioniert erstaunlich gut und der Noir-Shooter macht einfach Spaß, was am Ende ja die Hauptsache für ein gelungenes Game ist.

Wer Lust auf einen schnellen Shooter hat, der sich komplett anders anfühlt als der Genre-Standard, macht mit MOUSE: P.I. For Hire definitiv nichts falsch. Ganz großes Kino, ein wahrer Geheimtipp und genau deshalb sollte man unbedingt mal reinschauen! Wenn nicht jetzt, dann bitte spätestens zum Sale.

Pro

  • einzigartiger Cartoon-Artstyle im 1930er-Look
  • stimmige Noir-Atmosphäre
  • schnelles, direktes Shooter-Gameplay
  • kreative und abwechslungsreiche Waffen
  • starker Jazz-Soundtrack und gute Vertonung
  • faires Preis-/Leistungsverhältnis

Contra

  • Story recht klischeehaft
  • Gameplay kann sich wiederholen
  • KI und Gegnerverhalten nicht immer anspruchsvoll
  • teilweise technische, leichte Schwächen (Updates haben diese stellenweise behoben)
  • ein polarisierendes Game, welches nicht jeden Geschmack gänzlich treffen wird

Wertung

Testergebnis:90%

9.0Sehr gut

Kaufempfehlung

100% Kaufempfehlung

100%Absoluter Pflichtkauf

Getestet wurde MOUSE: P.I. For Hire auf PS5 von Andreas Erber. Das Spiel lag uns zum Zeitpunkt von unserem Test in Version1.009.000 vor. Das Test Exemplar / der Review Code für MOUSE: P.I. For Hire wurde uns von Keymailer kostenlos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!