Review

Potata - Fairy Flower

Veröffentlicht am 13.05.2020 von Tobias Creter

Potata - Fairy Flower

Begleite die kleine Hexe Potata auf ihrer Reise durch den Feenwald

Potata: Fairy Flower ist ein kunterbuntes Jump 'n' Run Abenteuer, bei dem man in die Rolle der neugierigen kleinen Hexe Potata schlüpft und mit ihr den Feenwald erkundet. Doch Unterwegs lauern nicht nur einige Gefahren, sondern sie muss auch zahlreiche Rätsel lösen, um weiter voran zu kommen. Das Indiespiel wurde von einem russischen Ehepaar gemeinsam entwickelt. Doch kann ein Spiel an dem nur zwei Personen gearbeitet haben auch überzeugen? Wenn ihr dranbleibt, erfahrt ihr es in diesem Test.

Potata - Fairy Flower

Pro

  • wunderschöne Comicgrafik
  • sehr solider Platformer
  • abwechslungsreiche Rätsel
  • atmosphärischer Soundtrack
  • präzise Steuerung

Contra

  • etwas wenig Quests & Nebenquests
  • Zeit manchmal etwas knapp bei Speedrun Passagen
  • ein Rätsel war irgendwie unlogisch

Mama, ich bin nur mal kurz die Welt retten

Wieso muss eigentlich in fast jeden Spiel immer gleich die ganze Welt gerettet werden? Auch bei Potata: Fairy Flower geht es wiedermal um dieses Thema. Doch anders als in den meisten Spielen, wo man als mächtiger Held loszieht, spielt man hier eine süße kleine Hexe, die davon träumt große Abenteuer zu erleben als ihre Mutter sie plötzlich aus dem Schlaf reißt, weil sie dringend noch ein paar Beeren aus dem Wald benötigt, um einen Kuchen zu backen. Außerdem geht es Potatas Haustier, dem kleinen Fuchs, nicht gut und so kann sie gleich noch ein paar fehlende Zutaten für einen Heiltrank mitbringen, wenn sie eh grade im Wald unterwegs ist. Auf ihrem Weg durch den Feenwald findet sie merkwürdige Hinweise darauf, dass dunkle Magie sich in ihrem Dorf ausbreitet. Das ist doch genau das Abenteuer von dem die neugierige Potata geträumt hat. Also schnell die Zutaten nach Hause gebracht und zurück in den Wald...

Potata - Fairy Flower

Gameplay & Steuerung

Potata ist ein klassischer Platformer und spielt sich auch genau so. Neben laufen und springen kann man noch Gegenstände sammeln, Steine verschieben oder Schalter umlegen, um damit kleine Rätsel zu lösen. Man begegnet auch einigen anderen Charakteren, mit den man sich unterhalten kann. Teilweise haben die dann auch Quests für Potata oder helfen ihr voran zu kommen. Man kann immer nur maximal fünf unterschiedliche Gegenstände mitführen, was im Spiel aber nie störend war, weil man die meisten Gegenstände sowieso zeitnah benutzt hat. Wenn doch mal die Hände zu voll sind, kann man eine Kiste zum Auslagern nutzen. Dort landen gesammelte Gegenstände auch automatisch, falls Potata die Taschen bereits zu voll hat.

Es lauern auch einige Gefahren auf Potata, die durch geschicktes Springen und Ausweichen umgangen werden müssen. Später bekommt Potata auch noch ein Holzschwert, mit dem sie sich auch gegen zahlreiche unterschiedliche Feinde wehren kann. Die Steuerung ist nicht kompliziert und funktioniert sehr gut. Die Tastenbelegung ist gut gewählt, lässt sich aber leider nicht umstellen, falls man damit nicht zurecht kommt. Die Speicherpunkte sind fair verteilt und beim ersten Erreichen kostenlos. Für jedes weitere Zwischenspeichern muss man dann die zuvor gesammelten blauen Tokens verwenden, die aber eigentlich immer ausreichend vorhanden sind.

Potata hat zu Beginn drei Herzen als Lebensenergie und bei jeder Feindberührung verliert sie eins davon. Es liegen aber immer mal wieder Herzen rum, mit denen man wieder auffüllen kann. Mit den bereits erwähnten blauen Tokens kann man auch auf bis zu fünf Herzen upgraden. Bei einigen Gefahren ist man aber auch sofort Tod und muss dann vom letzten Checkpoint starten. Das wird auf Grund des teilweise knackigen Schwierigkeitsgrades auch öfter mal passieren, grade in Passagen unter Zeitdruck oder bei Bosskämpfen. Es gibt auch viel zu entdecken aber die Geheimnisse sind meist nur eine größere Menge blaue Tokens. Auch optionale Herausforderungen sind vorhanden, doch leider wird man auch hier nur mit blauen Tokens belohnt. Hier hätte ich mir etwas mehr Abwechslung gewünscht.

Potata - Fairy Flower

Grafik & Sound

Grafisch liegt das Spiel mit seinem wunderschönen Comiclook deutlich über dem Durchschnitt bei Indiespielen, besonders wenn man bedenkt, dass Potata: Fairy Flower von nur zwei Entwicklern erstellt wurde. Es floss spürbar viel Liebe in die Charaktere und die Umgebungen. Jede Menge farbenfrohe Details und schöne Animationen runden das Gesamtbild ab. Auch das Leveldesign kann überzeugen. Die einzelnen Abschnitte sind abwechslungsreich und es kommen immer wieder neue Gegner und Hindernisse dazu. Auch die Puzzles sind gut und bieten durch unterschiedliche Rätseltypen und Schwierigkeitsgrade erstaunlich viel Abwechslung. Bis auf ein Rätsel waren alle Puzzles logisch und nachvollziehbar aufgebaut und meist kann man diese auch optional überspringen, wenn man genug blaue Tokens vorrätig hat. Untermalt wird das ganze durch einen sehr stimmigen Soundtrack, dessen Lautstärke bei Bedarf getrennt von den Soundeffekten regelbar ist. Sprachausgabe gibt es leider nicht und die Texte sind nur in Englisch oder Russisch verfügbar. Die Soundeffekte passen sehr gut zum Spielgeschehen auf dem Bildschirm. Das Spiel lief absolut flüssig und ohne größere Probleme, lediglich die Kollisionsabfrage hat in seltenen Fällen versagt und so stürzte die süße Potata manchmal unnötig in die tödlichen Dornen.

Potata - Fairy Flower

Fazit

Ich hatte wirklich sehr viel Spaß mit Potata: Fairy Flower. Optisch ist das Spiel wirklich wunderschön, farbenfroh und detailreich. Durch den unaufdringlichen Soundtrack kann man sehr gut in die Märchenwelt eintauchen und die vielen liebevollen Details runden das Gesamtbild gut ab. Der Schwierigkeitsgrad ist gut gewählt – nicht zu leicht und nicht extrem schwer. Die unterschiedlichen Abschnitte laden mit versteckten Geheimnissen zum Erkunden ein. Spannende Boss-Kämpfe, Speedrun-Passagen und optionale Geschicklichkeits-Herausforderungen sorgen für genug Abwechslung. Die Checkpoints sind fair gesetzt und es kommt kein Frust auf, selbst wenn man mal den Bildschirmtod erleidet. Besonders positiv überrascht war ich von den viele unterschiedlichen Rätseln. Leider war eins davon (für mich) unlogisch und somit nur durch Ausprobieren und Glück zu lösen aber vielleicht lag das auch an meiner Denkweise. Für ein so kleines Entwicklerstudio ist Potata ein wirklich bemerkenswert gutes Indiespiel geworden.

Getestet wurde Potata - Fairy Flower auf PS4 von Tobias Creter. Das Spiel lag uns zum Testzeitpunkt in Version 1.0 vor.

Das Test-Exemplar / der Review-Code für Potata - Fairy Flower wurde uns von Sometimes You kostenlos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!