Princess of the Water Lilies Test

Getestet auf PS5. Ebenfalls erhältlich für PC. Veröffentlicht am 21.09.2026 von Tobias Creter

Titelbild von Princess of the Water Lilies (PC, PlayStation 5)

Eine zuckersüße Katze trifft auf bockharte Bosse

Unser Princess of the Water Lilies Test zeigt einen charmanten 2D-Puzzle-Plattformer von Why Knot Studio und Red Dunes Games, der auf PS5 mit hübscher Optik, guten Rätseln und überraschend harten Bosskämpfen aufwartet. Als Publisher ist Red Dunes Games verantwortlich. Die PC-Fassung erschien bereits im November 2025. Mittlerweile ist das Abenteuer auch für PS5 erhältlich. Eine kostenlose Demo kann im PlayStation Store ausprobiert werden.

Wir haben Princess of the Water Lilies für dieses Review auf der PS5 Pro gespielt. Hinter der niedlichen Fassade steckt ein bewusst schlicht gehaltenes Abenteuer. Es verbindet klassisches Plattforming mit Umgebungsrätseln, versteckten Sammelobjekten und einigen ausgesprochen hektischen Bosskämpfen. Katzenfans dürften sich sofort wohlfühlen. Zumindest so lange, bis der erste mechanische Koloss zum Angriff übergeht.

Screenshot von Princess of the Water Lilies

Eine kleine Katze auf großer Mission

Du schlüpfst in die Rolle von Princess, einer ausgesetzten Katze, die von einer Familie aus Fröschen gerettet und aufgezogen wird. Bei einem Fest wird sie zur neuen Beschützerin ihrer Heimat erwählt. Ein magisches Halsband verleiht ihrem Schnurren besondere Kräfte.

Die Idylle hält allerdings nicht lange. Mechanische Kreaturen dringen in das friedliche Naturreich ein und hinterlassen eine Spur der Verwüstung. Princess macht sich auf den Weg, um ihre Heimat zu retten und die verdorbenen Tiere von ihren metallischen Fesseln zu befreien.

Die Geschichte kommt fast vollständig ohne Text und Sprache aus. Statt langer Erklärungen setzt das Spiel auf Animationen, Symbole und seine Umgebung. Das funktioniert erstaunlich gut. Einige Details bleiben der eigenen Interpretation überlassen, doch die grundlegende Handlung ist jederzeit verständlich.

Screenshot von Princess of the Water Lilies

Gameplay & Steuerung von Princess of the Water Lilies

Spielerisch hält sich Princess of the Water Lilies zunächst an vertraute Grundlagen. Ich kann laufen, kriechen, springen, klettern, schnurren und mit der Kralle zuschlagen. Ein umfangreiches Kampfsystem oder freischaltbare Fähigkeiten gibt es nicht. Auch klassische Upgrades sucht man vergeblich.

Das klingt überschaubar – und das ist es auch. Dennoch wird das Abenteuer nicht eintönig. Jedes Level führt neue Mechaniken und Hindernisse ein. Mal nutze ich Pflanzen als Sprungbrett, mal bewege ich mich durch Wasser oder muss den richtigen Moment für eine Kletterpartie erwischen. Das Spiel erweitert seine Ideen regelmäßig, ohne die Bedienung unnötig aufzublähen.

Besonders gut haben mir die Rätsel gefallen. Sie sind verständlich aufgebaut und fügen sich natürlich in die Umgebung ein. Meist muss ich kurz beobachten, Zusammenhänge erkennen und anschließend die vorhandenen Mechaniken richtig kombinieren. Die Lösungen sind selten übermäßig kompliziert. Trotzdem entsteht regelmäßig dieses angenehme kleine „Aha!“, das ein gutes Rätsel auszeichnet.

Darüber hinaus gibt es relativ viele Geheimnisse zu entdecken. Einige davon liegen direkt am Wegesrand. Andere sind deutlich besser versteckt. Wer aufmerksam durch die Level läuft, findet zusätzliche Sammelobjekte und in jedem Gebiet einen neuen Skin für Princess. Damit sieht die Katze zwar nicht gefährlicher aus, aber immerhin noch etwas niedlicher. Das ist ebenfalls eine Form von Fortschritt.

Eine klassische Karte gibt es nicht. Stattdessen bietet das Spiel eine Übersicht der einzelnen Level. Dort kann ich erkennen, welche Sammelobjekte mir noch fehlen. Für ein kompaktes Abenteuer dieser Größe reicht das grundsätzlich aus. Bei der gezielten Suche nach einem übersehenen Geheimnis wäre eine genauere Orientierungshilfe dennoch praktisch gewesen.

Die normalen Gegner stellen kaum eine Gefahr dar. Ihre Bewegungsmuster sind simpel und vorhersehbar. Oft reicht es, kurz abzuwarten oder über sie hinwegzuspringen. Hier hätte ich mir mehr Abwechslung und einen sanfter ansteigenden Anspruch gewünscht. Zwischen den Rätseln wirken diese Begegnungen eher wie bewegliche Dekoration.

Bei den Bosskämpfen schlägt das Pendel dafür mit voller Wucht in die andere Richtung. Sie sind hektisch, gnadenlos und im Verhältnis zum restlichen Spiel überraschend schwer. Princess besitzt nur ein Leben. Bereits ein Fehler reicht aus, um mich zum letzten Checkpoint zurückzuschicken. Auch auf der leichten Schwierigkeitsstufe bleiben die Bosse eine ernsthafte Hürde.

Eine Besonderheit sind die unterschiedlichen Varianten der Bossarenen. Jeder Boss kann in ungefähr vier leicht veränderten Situationen auftreten. Der Gegner selbst bleibt gleich. Die Umgebung, die Anordnung der Hindernisse oder der genaue Ablauf unterscheiden sich jedoch. Dadurch gleicht ein Versuch nicht exakt dem vorherigen.

Das sorgt einerseits für Abwechslung. Außerdem besteht die Chance, eine Variante zu erwischen, die den eigenen Stärken besser entgegenkommt. Andererseits erschwert dieses System das gezielte Lernen. Kaum habe ich einen Ablauf verinnerlicht, muss ich mich im nächsten Versuch wieder auf eine veränderte Situation einstellen. Die Bosskämpfe prüfen deshalb nicht nur das Gedächtnis, sondern auch die spontane Reaktion.

Princess of the Water Lilies ist ein gemütlich aussehendes Spiel mit erstaunlich scharfen Krallen.

Die Steuerung von Princess of the Water Lilies ist auf dem Controller simpel und grundsätzlich ordentlich. Die wenigen Aktionen sind schnell verstanden. In ruhigen Passagen funktioniert die Bedienung zuverlässig. Bei präzisen Sprüngen und hektischen Bossphasen hätte ich mir allerdings etwas direktere Bewegungen gewünscht. Princess fühlt sich gelegentlich weniger exakt an, als es der hohe Anspruch verlangt.

Ein Durchgang ist theoretisch in weniger als drei Stunden möglich und für eine Trophäe auch erforderlich. Für das erste Abenteuer halte ich ungefähr vier bis sechs Stunden für realistischer. Das gilt besonders dann, wenn man gründlich erkundet und möglichst viele Geheimnisse sowie Katzen-Skins finden möchte.

Screenshot von Princess of the Water Lilies

Grafik, Performance & Sound von Princess of the Water Lilies

Optisch präsentiert sich Princess of the Water Lilies als niedlicher, handgezeichneter 2D-Plattformer. Die Umgebungen sind farbenfroh und abwechslungsreich gestaltet. Wälder, Höhlen, Wassergebiete und mechanisch veränderte Landschaften besitzen jeweils eine eigene Stimmung. Auch die kleinen Animationen tragen viel zum Charme bei.

Princess selbst ist selbstverständlich der heimliche Star. Ihr leicht grummeliger Gesichtsausdruck passt herrlich zu einer Katze, die gerade unfreiwillig die Welt retten muss. Auch die Frösche und übrigen Tiere sind sympathisch gestaltet. Technisch erwartet einen kein großes Effektfeuerwerk. Für einen Indie-Plattformer ist die Präsentation aber vollkommen stimmig.

Musik und Sound bewegen sich auf einem soliden Niveau. Die ruhigen Melodien unterstreichen die märchenhafte Atmosphäre, während die Musik in hektischen Momenten etwas anzieht. Sie drängt sich nie unangenehm in den Vordergrund. Gleichzeitig bleiben die Stücke eher Begleitung als dauerhafte Ohrwürmer.

Auch die Geräuschkulisse passt zum Geschehen. Schritte, Tierlaute und natürlich das Schnurren von Princess fügen sich stimmig in die Welt ein. Eine klassische Sprachausgabe oder Synchronisation gibt es nicht. Da die Geschichte ohne gesprochene Dialoge erzählt wird, fehlt sie allerdings auch nicht.

Screenshot von Princess of the Water Lilies

Test-Fazit zu Princess of the Water Lilies

Princess of the Water Lilies ist ein süßer und angenehm kompakter 2D-Puzzle-Plattformer. Die niedliche Katze, die handgezeichneten Gebiete und die gelungenen Rätsel machen das Abenteuer schnell sympathisch. Dazu kommen zahlreiche Geheimnisse und neue Katzen-Skins, die zum gründlichen Erkunden motivieren.

Das einfache Spielsystem funktioniert gut. Ich brauche keine ausufernden Fähigkeitenbäume oder komplizierten Kombinationen, um Spaß zu haben. Neue Levelmechaniken sorgen regelmäßig für frische Ideen. Dadurch bleibt die Reise abwechslungsreich, obwohl Princess während des gesamten Spiels nur über wenige grundlegende Aktionen verfügt.

Weniger gelungen ist die Verteilung des Schwierigkeitsgrades. Die normalen Gegner sind fast schon lächerlich einfach. Sie sind vorhersehbar und werden schnell zur Nebensache. Die Bosse sind dagegen unverhältnismäßig hart. Sie verlangen präzise Eingaben, schnelle Reaktionen und viel Geduld. Durch das Ein-Leben-System endet jeder Fehler sofort am letzten Checkpoint.

Auch die wechselnden Varianten der Bossarenen sind ein zweischneidiges Schwert. Sie verhindern monotone Wiederholungen und machen jeden Versuch etwas anders. Gleichzeitig erschweren sie das Einprägen verlässlicher Abläufe. Wer gerade glaubt, den Kampf verstanden zu haben, bekommt im nächsten Versuch womöglich eine leicht veränderte Situation serviert.

Die größte Stärke von Princess of the Water Lilies ist sein Charme. Seine größte Schwäche trägt eine Bossleiste.

Trotz dieser Kritik hatte ich mit dem Spiel eine gute Zeit. Die Rätsel sind unterhaltsam, die Welt ist sympathisch und der Umfang passt zum günstigen Preis. Vier bis sechs Stunden sind für einen ersten, gründlichen Durchgang realistisch. Wer nur das Ende sehen möchte und bereits Erfahrung mit Plattformspielen besitzt, kann deutlich schneller sein.

Meine Kaufempfehlung richtet sich vor allem an Katzenliebhaber, Fans handgezeichneter Indie-Spiele und Spieler, die Rätsel mit anspruchsvollen Plattformpassagen verbinden möchten. Wer bei wiederholten Bildschirmtoden schnell die Geduld verliert oder ein wirklich entspanntes Cozy-Abenteuer erwartet, sollte zunächst die kostenlose Demo ausprobieren. Die niedliche Präsentation darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Bosse selbst auf der leichten Stufe ordentlich zubeißen.

Beim Preis-Leistungs-Verhältnis hinterlässt das Spiel einen guten Eindruck. Der Umfang ist nicht riesig, passt aber zum schmalen Preis. Geheimnisse, Sammelobjekte und alternative Skins bieten zusätzliche Motivation. Ohne die unausgewogenen Bosskämpfe wäre eine höhere Kaufempfehlung möglich gewesen.

Princess of the Water Lilies ist ein kleiner Plattformer mit großem Katzencharme – nur seine Bosse haben offenbar nie gelernt, mit Samtpfoten zu spielen.

Pro

  • Sehr niedliche Hauptfigur und sympathische Tierwelt
  • Gute und verständlich aufgebaute Umgebungsrätsel
  • Zahlreiche, teilweise clever versteckte Geheimnisse
  • Neue Spielmechaniken in jedem Level
  • Sammelbare Katzen-Skins
  • Solider Umfang zum günstigen Preis

Contra

  • Unverhältnismäßig schwere und hektische Bosskämpfe
  • Nur ein Leben pro Versuch
  • Teilweise zu unpräzise Steuerung
  • Wechselnde Bossvarianten erschweren das Lernen
  • Normale Gegner sind zu leicht und vorhersehbar

Unsere Wertung für Princess of the Water Lilies:

Princess of the Water Lilies liefert in unserem Test ein gutes Gesamtpaket ab, auch wenn einige Schwächen eine höhere Wertung verhindern.
Testergebnis:75%

7.5 / 10: Gut

Unsere Kaufempfehlung für Princess of the Water Lilies:

Wer Princess of the Water Lilies kaufen möchte, bekommt ein insgesamt empfehlenswertes Spiel, auch wenn kleinere Schwächen den Gesamteindruck etwas trüben.
70% Kaufempfehlung

70%: Empfehlenswert

Getestet wurde Princess of the Water Lilies auf PS5 von Tobias Creter. Das Spiel lag uns zum Zeitpunkt von unserem Test in Version 1.000.003 vor. Das Test Exemplar / der Review Code für Princess of the Water Lilies wurde uns von PR Hound kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Bereitstellung eines Testexemplars hat keinen Einfluss auf unsere redaktionelle Meinung oder die Wertung. Vielen Dank!