Review

Agents of Mayhem

Veröffentlicht am 28.08.2017

Agents of Mayhem

Ein Spiel der Entwickler von Saints Row, das nicht Saints Row ist

Nachdem Volition die letzten paar Male nur Saints Row entwickelt hatten, wurde es wohl Zeit für etwas Abwechslung. Bereits im letzten Jahr angekündigt und für einige Zeit untergetaucht, ist Agents of Mahyem schlagartig wieder da und wurde kurzerhand veröffentlicht. Diesmal hat sich Volition für ein Einzelspieler Open World Action Spiel entschieden, das den Cartoons aus den 90ern ähnelt, inklusive Volition Humor, der etwas gezügelter als bei Saints Row ausfällt. Für einen ersten Versuch ist es zwar gut gelungen, aber leider nicht ohne Schwächen.

Agents of Mayhem

Pro

  • 12 Charaktere mit unterschiedlichen Fähigkeiten
  • Ein futuristisches Seoul als Ort des Geschehens
  • Mehr Wiederspielbarkeit als Saints Row
  • Frische Präsentationsidee

Contra

  • Häufige Wiederholungen
  • Keine Interaktion mit der Stadt
  • Hauptstory ist unabhängig von Charakteren

Die Liga außergewöhnlicher Chaoten

Nach der Erscheinung der Organisation L.E.G.I.O.N. wurde die Welt ins Chaos gestürzt. Jedoch gibt es jemanden, der sich gegen sie stellt: Das Gegenpol Mayhem. Angeführt von einem EX-L.E.G.I.O.N. Mitglied namens Persephone wurden verschiedene Individuen für ihre außergewöhnlichen Fähigkeiten angeheuert.

In dieser Episode bekämpft Mayhem den Minister des Stolzes: Dr. Babylon.

Neben dem Kampf gegen L.E.G.I.O.N. werden auch die jeweiligen Mayhem Agenten mit ihren eigenen Geschichten eingeführt.

Agents of Mayhem

Gameplay & Steuerung

Zwar findet das Spiel in einer Open World statt, doch es zeigt sich mehr als eine Kulisse für die Action und weniger als eine interaktive Welt.

Ein Team aus 3 Agenten muss der Spieler jedes Mal auswählen, wobei jeweils nur einer davon aktiv ist. Die anderen beiden erholen sich in der Zwischenzeit und können jederzeit eingewechselt werden. Jeder Charakter hat jeweils einen Super-Move namens Mayhem (muss aufgeladen werden), einen Spezial-Move (hat „cooldown“) und eine passive Spezialfähigkeit die jeweils durch Gadgets verändert werden können. Beispielsweise Zustandsänderungen und weitere andere Effekte sind mit dabei. Zudem können diese Gadgets durch L.E.G.I.O.N. Technologie nochmal verbessert werden.

Außerdem kann der Spieler im Squad Auswahl Menü den Schwierigkeitsgrad (0 – 15) einstellen. Je höher der Schwierigkeitsgrad desto mehr XP und Geld bekommt der Spieler und wird dadurch mehr motiviert.

Zusätzlich sind auch RPG Elemente vorhanden wie Levels, Bezifferung von Schaden und Lebensenergie.

Wiederspielbarkeit wird hier großgeschrieben. Während oder nach der Hauptstory kann der Spieler immer wieder auftauchende Aufgaben wie die Eroberung von Außenposten erledigen welche auch jedes Mal wieder Loot austeilen. Dies hilft dabei alle Charaktere aufzuleveln.

Das einzige Problem dabei ist, dass sich die Kulissen leider nie ändern und in den Missionen leider häufig immer wieder das gleiche zu tun ist. Da helfen leider auch nicht die prozedurale Level Generierung der L.E.G.I.O.N. Verstecke nicht, da nur die Raumzuordnung sich ändert und die Ästhetik gleich bleibt.

Die meiste Zeit des Spiels verbringt der Spieler mit erklettern von Gebäuden, Schießen, kurzes Hacken und einige wenige Aufgaben im Auto.

Die Steuerung erinnert hier wieder an Saints Row. Der Unterschied liegt darin, dass der Protagonist dreifach Sprünge durchführen kann und es ergibt sich dadurch mehr Bewegung in Kampfszenarien als auch im normalen Gebrauch.

Um den Entdeckergeist anzuspornen sind überall auf der Welt Kristallsplitter verteilt die ab 10 gesammelten zu Upgrade Kerne umgewandelt werden. Diese Kerne werden dazu verwendet um 3 extra Verstärkung Slots zu aktivieren oder ab Level 20, mit jeweils einem pro Level, auf maximal Level 40 aufzusteigen und den Charakter auf Maximum zu bringen.

Agents of Mayhem

Grafik & Sound

Die Story wird durch Hauptmissionen in Zeichentrick Sequenzen kreativ in Szene gesetzt. Auch die ersten Charaktermissionen können sich an extra Zeichentrickschnipsel erfreuen, wobei ein Teil der Charaktere optional zu erspielen sind.

Grafisch liegt das Spiel eher im Mittelmaß und sieht nach einem verbesserten Saints Row aus, mit besseren Effekten, etc..

Wiederum muss gesagt sein, dass es zum Ton des Spiels passt.

Die Musik ist leider etwas schwunglos geraten und ich konnte leider nur die Mayhem Musik vom Charakter Hollywood und den Agents of Mayhem Jingle auf Stegreif ins Gedächtnis rufen.

Fazit

Ein guter erster Versuch, konnte aber leider nicht größere Mängel vermeiden. Wiederholende Kulissen, Gegner und Aufgaben bringen leider wenig Abwechslung.

Die Wiederauftauchenden Nebenmissionen haben den Vor- und Nachteil, dass die Stadt niemals 100% erledigt sein kann und erliegt somit im ewigen Konflikt gegen L.E.G.I.O.N.. Für jemanden, der gerne alles vollständig beendet könnte es ein Dorn im Auge sein.

Der Ton, die Charaktere, die Präsentation und das Grundlegende Gameplay schaffen das Spiel noch zum Guten zu wenden.

Nach dem Beenden von Agents of Mayhem kann ich mit Sicherheit sagen: Sequel? Ja, bitte! Denn, wenn der Qualitätssprung so stark ist wie Saints Row zu Saints Row 2, dann hat man locker einen absoluten Kracher.

Update: Die Wertung bezieht sich auf den aktuellen Spielpreis.

Getestet wurde Agents of Mayhem auf PS4 von Soul-1.