Cthulhu: The Cosmic Abyss · Test
Veröffentlicht am 24.04.2026 von Andreas Erber
Eine Nische mit ganz viel Potential!
Cthulhu: The Cosmic Abyss ist ein Spiel, das Spieler:innen tief in die düsteren Abgründe des kosmischen Horrors zieht. Statt klassischem Survival-Horror erwartet euch hier ein entschleunigtes, forderndes Abenteuer, das stark auf Erkundung, Deduktion und Atmosphäre setzt. Entwickelt wurde das Ganze von einem Studio, das bereits für erzählerisch dichte Spiele bekannt ist, und genau das merkt man diesem Titel in jeder Sekunde an. Doch so faszinierend die Grundidee auch ist, so schnell wird klar: Dieses Spiel ist kein Selbstläufer. Es fordert Geduld, Aufmerksamkeit und vor allem die Bereitschaft, sich wirklich auf seine Mechaniken einzulassen.
Hinter dem Spiel steckt das französische Studio Big Bad Wolf Studio, das sich bereits mit narrativen Titeln wie The Council oder Vampire: The Masquerade – Swansong einen Namen gemacht hat. Der Fokus liegt hier klar auf storygetriebenen Erlebnissen, bei denen Entscheidungen, Dialoge und deduktives Denken im Vordergrund stehen. Mit Cthulhu: The Cosmic Abyss bleibt sich das Studio treu, geht aber einen Schritt weiter. Statt politischer Intrigen oder Vampirstories tauchen wir diesmal in eine futuristische Interpretation des Lovecraft-Mythos ein. Unterstützt wird das Ganze vom Publisher Nacon, der in den letzten Jahren verstärkt auf solche atmosphärischen Nischenprojekte setzt. Eine Nische muss gleichzeitg nichts schlechts bedeuten, sonder ist eine Chance endlich mal was neues zu erleben.
Annähern und zulassen oder besser dagegen ankämpfen?
Spieler:innen schlüpfen in die Rolle von Noah, einem Ermittler einer okkulten Organisation, der im Jahr 2053 einer mysteriösen Katastrophe auf den Grund gehen soll. Der Einsatzort ist eine tief im Ozean gelegene Forschungsstation, die mit dem legendären, versunkenen Ort R’lyeh in Verbindung steht. Was zunächst wie eine klassische Untersuchung beginnt, entwickelt sich schnell zu einem verstörenden Abstieg in Wahnsinn und Macht.
Besonders spannend ist dabei, dass die Geschichte nicht einfach linear erzählt wird. Stattdessen setzen wir uns die Ereignisse selbst zusammen, indem Hinweise analysiert, Dokumente studiert und Zusammenhänge hergestellt werden. Entscheidungen spielen dabei eine wichtige Rolle. Je nachdem, wie wir handeln, beeinflussen wir den Verlauf der Geschichte und sogar das Ende. Stück für Stück nähern wir uns der Macht Cthulhus an oder kämpfen bewusst dagegen an.
Gameplay & Steuerung
Das Gameplay ist klar auf Erkundung ausgelegt. Statt Kämpfen stehen Analyse, Beobachtung und logisches Denken im Fokus. Spieler:innen scannen dabei ihre Umgebung mit einer Art Sonar, entdecken versteckte Hinweise und setzen diese zusammen. Klingt spannend, ist es auch, aber am Ende ist das Game nicht immer so zugänglich. Viele Rätsel sind komplex, teilweise sogar bewusst kryptisch gestaltet. Das kann unglaublich befriedigend sein, wenn alles klickt, aber auch frustrierend, wenn man gar stundenlang an einem Rätsel festhängt.
Hinzu kommt, dass die Steuerung nicht immer sauber reagiert. Gelegentliche Input-Verzögerungen oder hakelige Interaktionen mit Objekten stören den Spielfluss. Positiv ist dagegen die Freiheit. Es gibt kaum Druck durch Gegner oder Zeitlimits. Man kann sich komplett auf das Erkunden und Kombinieren konzentrieren, was perfekt zur dichten Atmosphäre passt.
Grafik & Sound
Optisch basiert das Spiel auf der Unreal Engine 5 und liefert eine beeindruckende, bedrückende Unterwasserwelt. Die Architektur von R’lyeh wirkt fremdartig, verzerrt und genau so, wie man sich enen kosmischen Horror-Action-Adventure vorstellt. Allerdings wird dieser starke Eindruck durch technische Probleme geschmälert. Framerate-Einbrüche, besonders bei Nutzung des Sonar-Scans, sowie gelegentliche Bugs und sogar Abstürze trüben das Gesamtbild deutlich.
Soundeffekte und Soundtrack hingegen gehören zu den größten Stärken von The Cosmic Abyss. Hintergrundgeräusche, dumpfe Tiefsee-Klänge und eine konstant unterschwellige Bedrohung sorgen dafür, dass ihr euch selten wirklich sicher fühlt.
Fazit
Cthulhu: The Cosmic Abyss ist ein Spiel, das polarisiert. Es ist kein klassisches Horror-Game, sondern vielmehr ein anspruchsvolles, langsames Detektiv-Abenteuer im Gewand des kosmischen Horrors. Das ganze gemixt mit etwas Action und Adventure. Eigentlich eine ganz coole Kombination. Wenn ihr euch auf das Abenteuer einlasst, erwartet euch eine unglaublich dichte Atmosphäre, ein spannendes Aufschlüsselungssystem und eine Welt, die die Spieler:innen Stück für Stück in ihren Bann ziehen wird. Gleichzeitig muss man aber auch bereit sein, technische Schwächen, sperrige Mechaniken und ein teilweise frustrierendes Spieldesign zu akzeptieren. Auch die Steuerung ist langsam, ungenau und einfach etwas schwammig. Unterm Strich ist Cthulhu: The Cosmic Abyss ein faszinierendes, aber nicht perfektes Erlebnis. Ein Spiel für Geduldige, die lieber denken als kämpfen.
Pro
- dichte, beklemmende Atmosphäre
- spannendes Ermittlungssystem
- mehrere Enden durch Entscheidungen
- originelles Setting im Lovecraft-Universum
- starker Sound und immersives Worldbuilding
Contra
- leichte, technische Probleme (Framerate, Bugs, ...)
- teilweise frustrierende Rätselstruktur
- stumpfe, hakelige Steuerung und Interaktionen
- sehr träges Gameplay (nicht gerade für jeden geeignet!)
- unausgewogenes Racing (= Spieltempo, Wage zwischen Langeweile und Überforderung)
Wertung
6.5Zufriedenstellend
Kaufempfehlung
30%Nicht für Jeden geeignet
Getestet wurde Cthulhu: The Cosmic Abyss auf PS5 von Andreas Erber. Das Spiel lag uns zum Zeitpunkt von unserem Test in Version1.005.000 vor. Das Test Exemplar / der Review Code für Cthulhu: The Cosmic Abyss wurde uns von MSM.digital kostenlos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!











































