God of War Sons of Sparta · Test
Veröffentlicht am 23.02.2026 von Andreas Erber
Die Söhne von Sparta präsentieren sich in 2D
Mit God of War: Sons of Sparta präsentiert Sony ein ungewöhnliches Kapitel im bekannten God of War-Universum. Statt des gewohnten cineastischen Third-Person-Action-Abenteuers erwartet Spieler:innen hier ein 2D-Metroidvania-Platformer, der Kratos frühe Jahre als junger Spartaner beleuchtet. Das Spiel erschien am 12. Februar 2026 exklusiv für die PS5 und versucht, klassische Action-Plattform-Mechaniken mit der Mythologie und Lore der God of War-Reihe zu verbinden.
Hinter Sons of Sparta stehen gleich zwei Teams. Das bekannte Santa Monica Studio, das die Haupttitel der Serie entwickelt, und Mega Cat Studios, ein Studio mit starkem Fokus auf Retro-inspiriertes pixelbasiertes Gameplay. Diese ungewöhnliche Zusammenarbeit bringt einen frischen, aber auch polarisierenden Ansatz in die Marke. Während Santa Monica Studio für seine epischen Triple-A-Produktionen bekannt ist, glänzt Mega Cat mit klassischerer Action, Levels im Retro-Look und Side-Scroller-Gameplay.
junger Kratos & alte Geschichte
Die Geschichte spielt lange vor den Ereignissen der bisherigen God of War-Spiele. Ihr begleitet eine junge Version von Kratos und seinen Bruder Deimos während ihres harten Spartaner-Trainings an der Agoge. Der Auslöser für das Abenteuer ist das Verschwinden eines Kadetten, was Kratos und Deimos dazu bringt, sich auf eine gefährliche Reise durch das wilde Laconia zu begeben. Dabei stellen sie sich mythologischen Kreaturen und entdecken, was es bedeutet, ein wahrer Spartaner zu sein - voller Pflichtgefühl, Ehre und Brüderlichkeit. Die Erzählung fängt emotionale Momente und die rohe Welt der antiken Kriegswelt ein, ohne die epischen Dimensionen der Hauptspiele zu erreichen.
Gameplay & Steuerung
Sons of Sparta orientiert sich stark an klassischen 2D-Action-Platformern mit Metroidvania-Elementen (der Begriff Metroidvania ist ein Videospielgenre, das für seine großen, zusammenhängenden Spielwelten, nicht-lineare Erkundung und fähigkeitsbasierten Fortschritt bekannt ist). Spieler:innen erklimmen, kämpfen und erkunden, später auch miteinander, verbundene Gebiete. Zudem müssen Umgebungsrätsel gelöst und eine Vielzahl von Gegnern erledigt werden. Kratos Hauptwerkzeuge sind Speer und Schild, die der Protagonist im Laufe des Spiels durch verschiedene Upgrades anpassen können. Dazu gesellen sich die sogenannten Gifts of Olympus, mächtige Artefakte, die einzigartige und teils spektakuläre Fähigkeiten gewähren.
Die Steuerung fühlt sich grundsätzlich solide an, auch wenn einige Animationen und das Kampfgefühl als weniger dynamisch und ein wenig schwammig sind. Besonders im direkten Vergleich mit den Hauptteilen der Serie, die für ihre präzise und kraftvolle Kontrolle gefeiert werden, schneidet Sons of Sparta hier ganz klar weniger eindrucksvoll ab.
Einer der interessanten Punkte ist die schrittweise Freischaltung sowie die optionale Herausforderung. Nach dem Abschluss der Hauptkampagne lässt sich ein zusätzlicher Modus freischalten, der sogar lokale Koop-Elemente bietet. Dieser Modus namens "Die Grube" ist leider erst nach dem Durchspielen verfügbar, was nicht so klar kommuniziert wird.
UPDATE - (1.005.000)
God of War Sons of Sparta erhält nun ein Update. Per Tastenkombination kann „Die Grube” nun frühzeitig freigeschaltet werden.
„Die Grube” ist ein separater Endgame Roguelike-Herausforderungsmodus, der bei jedem Spieldurchlauf mit anderen Gegnern und Belohnungen aufwartet. Zunächst war der Modus erst nach Abschluss der Hauptgeschichte zugänglich, nun kann dieser jedoch im Startmenü mit der Tastenkombination
Oben, Oben, Unten, Unten, Links, Rechts, Links, Rechts, L1, R1, Touchpad freigeschaltet werden.
Grafik & Sound
Die visuelle Präsentation ist ein bewusster Stilbruch zur sonstigen Serie. Statt realistischer, opulenter 3D-Welten setzt Sons of Sparta auf HD-Pixel-Art-Grafik mit Charme im Retro-Stil. Das wirkt in vielen Momenten charmant und passend, kann aber hier und da ein wenig zu simpel oder unspektakulär erscheinen. Vor allem im direkten Vergleich zu den hoch detaillierten God-of-War-Hauptspielen verfolgt dieser Titel einen ganz anderen Ansatz. Insgesamt bleibt die Performance bei den Animationen in den Kämpfen hinter den Erwartungen vieler Spieler:innen zurück. Da müssen wir uns wohl auf das kommende große God of War gedulden.
Positiv hervorzuheben ist die musikalische Untermalung. Komponist Bear McCreary, der bereits für andere Teile der Serie gearbeitet hat, verbindet orchestrale und choral angehauchte Stücke mit Retro-Elementen. Das Ergebnis unterstreicht die Atmosphäre der Welt und wertet die Erkundung musikalisch auf. Die Sprachausgabe ist in mehreren Sprachen, darunter auch in Deutsch, verfügbar und sorgt für ein zugängliches Erlebnis.
Fazit
God of War: Sons of Sparta ist ein mutiger und experimenteller Ausflug für eine traditionsreiche Marke. Die Entscheidung, ein 2D-Gameplay im God of War-Universum zu erschaffen bringt frischen Wind und bietet ein zugängliches, preislich moderates Spiel für Fans der griechischen Mythologie und klassischer Action-Platformer. God of War Fans der großen, cineastischen Titel dürfte das Spielerlebnis jedoch gewöhnungsbedürftig sein. Gameplay und Präsentation unterscheiden sich stark von den bestehenden Erfahrungen und Kampfanimationen, visuelle Gestaltung und das tiefere Kampfsystem sind nicht so tiefgründig. Wer den erweiterten Koop-Modus sucht, muss zudem erst das Spiel durchspielen oder ganz neu die genannte Tastenkombination verwednen. Das wird kaum kommuniziert und lässt meist Fragen offen. Insgesamt ist Sons of Sparta ein solider, aber kein herausragender Ableger. Ein interessantes Bonus-Kapitel für Fans und ein netter Einstieg für Neueinsteiger:innen in die Marke, aber kein Ersatz für das klassische God of War.
Pro
- frischer Blick auf Kratos Jugend und Hintergrundgeschichte
- viel Belohnungen für Erkundungstouren
- anpassbare Waffen, Skills und Artefakte (Geschenke des Olympus)
- stimmiger Soundtrack von Bear McCreary
- zugänglich für Neueinsteiger:innen
- Preis-/Leistungsverhältnis passt
Contra
- für Fans der Hauptserie mag das 2D-Gameplay enttäuschend wirken
- Animationen und Kampfgefühl manchmal unausgereift
- Kampfattacken sind trotz Verbesserungen eintönig
- visuelle Präsentation auf keinen hohen Niveau
- Koop-Modus (die Grube) erst nach Durchspielen freigeschaltet (NEU, jetzt auch durch eine Tastenkombination!)
Wertung
8.5Sehr gut
Kaufempfehlung
95%Absoluter Pflichtkauf
Getestet wurde God of War Sons of Sparta auf PS5 von Andreas Erber. Das Spiel lag uns zum Zeitpunkt von unserem Test in Version1.004.000 vor. Das Test Exemplar / der Review Code für God of War Sons of Sparta wurde uns von Sony Interactive Entertainment Europe kostenlos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!








































