Review

Ereban: Shadow Legacy · Test

Veröffentlicht am 09.04.2026 von Andreas Erber

Titelbild von Ereban: Shadow Legacy (PC, PlayStation 5, Xbox Series X|S)

Der Schatten ist euer Freund!

Mit Ereban: Shadow Legacy erwartet Spieler:innen ein ungewöhnlicher Vertreter des Stealth-Genres, der klassische Schleichmechaniken mit flüssigem Platforming und einer besonderen Fähigkeit kombiniert... dem Verschmelzen mit Schatten. Das Spiel erschien ursprünglich 2024 für PC und findet nun seinen Weg auf die PS5, wo es mit frischem Publikum und leicht überarbeiteter Technik eine zweite Chance bekommt. Schon nach den ersten Minuten wird klar, dass hier kein klassischer Action-Blockbuster auf euch wartet, sondern ein eher fokussiertes, stilistisch eigenständiges Abenteuer, das bewusst auf Atmosphäre, Tempo und spielerische Freiheit setzt.

Hinter dem Spiel steht das vergleichsweise kleine Indie-Studio Baby Robot Games. Für das Team ist Ereban: Shadow Legacy das Debütprojekt, und genau das merkt man auch in vielen Bereichen. Einerseits steckt viel Herzblut und Kreativität im Spiel, andererseits fehlen an manchen Stellen noch Erfahrung und Feinschliff.
Die Entwickler setzen stark auf eine klare Vision. Ein schnelles, elegantes Stealth-Erlebnis mit eigenständiger Identität. Gerade für ein Erstlingswerk ist das Ergebnis durchaus beachtlich und zeigt deutlich, dass hier ein Studio mit Potenzial am Werk ist.

Screenshot von Ereban: Shadow Legacy

Ayana und die Suche nach ihrer Herkunft und Identität

In Ereban schlüpft man in die Rolle von Ayana, der letzten Nachfahrin eines vergessenen Volkes. In einer sterbenden, moralisch grauen Welt machen Spieler:innen sich auf die Suche nach ihrer Herkunft und den Geheimnissen ihrer Spezies.
Die Geschichte bewegt sich dabei zwischen Sci-Fi und mystischen Elementen. Megakonzerne dominieren die Welt, während alte Ruinen und verlorene Technologien eine zentrale Rolle spielen. Entscheidungen haben Einfluss darauf, wie die Story erlebt wird, denn Gegner können sowohl getötet, als auch verschont werden, um den eigenen moralischen Weg zu wählen.
Trotz dieser spannenden Ansätze bleibt die Handlung insgesamt etwas hinter ihren Möglichkeiten zurück. Figuren und Dialoge entwickeln nicht genug Tiefe und zünden emotional einfach nicht so ganz. Das sorgt letzten Endes dafür, dass die Story zwar interessant beginnt, die Spieler:innen aber nicht immer komplett mitgerissen werden.

Screenshot von Ereban: Shadow Legacy

Gameplay & Steuerung

Hier liegt ganz klar die größte Stärke von Ereban: Shadow Legacy. Das Spiel kombiniert Stealth, Platforming und schnelle Bewegungsmechaniken zu einem sehr flüssigen Erlebnis. Das Herzstück ist die sogenannte Schattenverschmelzung. Spieler:innen können sich buchstäblich in Schatten hineinbewegen, durch sie gleiten, Wände erklimmen oder Gegner aus dem Hinterhalt ausschalten. Diese Mechanik hebt das Spiel deutlich von anderen Stealth-Titeln ab und sorgt für ein sehr dynamisches Spielgefühl.

Dazu kommen verschiedene Fähigkeiten und Gadgets, die im Verlauf freischaltet werden. Dabei wird entschieden, ob man lautlos durch die Level schleicht oder doch aggressiver vorgeht. Diese Freiheit ist ein großer Pluspunkt und motiviert dazu, Levels mehrfach anzugehen. Allerdings gibt es auch, im wahrsten Sinne des Wortes, diverse Schattenseiten!

Die Steuerung wirkt stellenweise etwas unpräzise, vor allem bei schnellen Bewegungen oder beim Wechsel zwischen Schatten und normaler Welt. Und auch die Gegner-KI schwankt. Mal reagieren Feinde glaubwürdig, mal entdecken sie die Protagonistin aus fragwürdigen Winkeln oder verhalten sich zu berechenbar. Ein weiterer Kritikpunkt ist die Spielzeit. Mit etwa 5 bis 12 Stunden fällt das Abenteuer relativ kurz aus, was für einige von euch etwas enttäuschend sein könnte.

Screenshot von Ereban: Shadow Legacy

Grafik & Sound

Optisch setzt Ereban: Shadow Legacy auf einen stilisierten Look, der irgendwo zwischen Comic-Ästhetik und futuristischer Dystopie liegt. Die Umgebungen, von verlassenen Städten bis hin zu High-Tech-Anlagen, sind stimmungsvoll gestaltet und erzeugen eine interessante Atmosphäre. Besonders gelungen sind die genialen Licht- und Schatteneffekte. Diese sind nicht nur visuell wichtig, sondern, wie bereits erwähnt, direkt in das Gameplay integriert. Allerdings fehlt es der Welt manchmal an Leben und Details. Einige Areale wirken etwas leer oder farblich eintönig, wodurch die Immersion leidet.

Der Soundtrack unterstützt die Stimmung solide und passt gut zur ruhigen, schleichlastigen Spielweise. Auch die Soundeffekte erfüllen ihren Zweck, ohne besonders herauszustechen.

Screenshot von Ereban: Shadow Legacy

Fazit

Ereban: Shadow Legacy ist ein spannendes Indie-Stealth-Spiel mit einer richtig starken Kernidee. Die Schattenmechanik macht unglaublich viel Spaß und sorgt für ein frisches Spielgefühl, das Spieler:innen so nicht oft erleben. Gleichzeitig merkt ihr dem Spiel an, dass es ein Erstlingswerk ist. Die Story bleibt hinter ihrem Potenzial, die Technik ist nicht immer sauber und der Umfang fällt eher knapp aus.
Wenn ihr Stealth-Spiele mögt und Lust auf etwas Neues habt, solltet ihr definitiv einen Blick riskieren. Erwartet aber kein perfektes Triple-A-Erlebnis, sondern ein kreatives, manchmal raues Abenteuer mit viel Charme.

Pro

  • originelle Schatten-Mechanik
  • flüssiges, dynamisches Gameplay
  • hohe spielerische Freiheit
  • stimmige Sci-Fi-Atmosphäre
  • gelungene Levelstruktur mit mehreren Lösungswegen

Contra

  • Story und Charaktere zu wenig tiefgehend
  • teilweise unpräzise Steuerung
  • schwankende Gegner-KI
  • relativ kurze Spielzeit
  • technisch nicht immer sauber

Wertung

Testergebnis:80%

8.0Gut

Kaufempfehlung

75% Kaufempfehlung

75%Empfehlenswert

Getestet wurde Ereban: Shadow Legacy auf PS5 von Andreas Erber. Das Spiel lag uns zum Zeitpunkt von unserem Test in Version1.000.000 vor. Das Test Exemplar / der Review Code für Ereban: Shadow Legacy wurde uns von PressEngine kostenlos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!