Review

Wolfenstein: Cyberpilot

Veröffentlicht am 24.08.2019

Wolfenstein: Cyberpilot

Modell Blazkowicz ist Schnee von gestern.

Wer die neuen Wolfenstein Spiele, wie z.b. Wolfenstein: Youngblood, intus hat, wird sicherlich auf den einen oder anderen tollen Nazi Spielzeug getroffen haben. Panzerhund? Drohne? Oder den 100.000.000 teuren laufenden Panzer namens Zitadelle? Wie oft hast du schon unter diesen technischen Monstrositäten gelitten? Zu oft! Da stimmen Machine Games und Arkane Studios Lyon zu! Deswegen gibt’s in hier einen neuen Protagonisten der unter dem Banner des Spielnahmen steht: Cyberpilot. Der unangefochtene beste Hacker in der Stadt und diesmal wird der Spieß umgedreht, in VR.

Doch spielt sich die Idee, wie sie sich anhört?

Wolfenstein: Cyberpilot

Pro

  • Gegnerische Maschinen kontrollieren ist eine Tolle Idee
  • Zügiges Spieltempo

Contra

  • Wenig Inhalt
  • Sehr wenig Story

Vive la résistance, Vive la technologie

1980. Irgendwo inmitten Paris erwacht unser Cyberpilot aus dem Schlaf und wird von einer Stimme begrüßt. Darf ich vorstellen? Maria und in Textform ihre Freundin Jemma. Beide zeigen sich als technische Wunderkinder und erbitten um deine Unterstützung. Widerstand und das gegen Nazis? Da kannst du nur in Zustimmung Nicken.

Und damit hast du alle Charaktere kennengelernt.

Moment mal! Was ist mit dem Gegner? Wirst du dich sicherlich Fragen. Nun, es gibt zwar einen Hauptgegner, es ist aber keine Person, sondern eine ganze Einrichtung: Bruder 3. Eines der Technologie Zentren aus denen die teuflischen Waffen entstehen.

Eine Einrichtung mit den modernsten Waffen, der besten Verteidigung und eine gefühlte unendliche Anzahl an Soldaten? Nichts leichter als das.

Wolfenstein: Cyberpilot

Gameplay & Steuerung

Wolfenstein: Cyberpilot kann mit PS Move oder DS4 (getestet) gespielt werden. Im Gegensatz zu vielen anderen VR spielen kann hier mit traditioneller Steuerung gerechnet werden. Um der Locomotion entgegenzuwirken wird in festgesetzten Winkeln gedreht die eingestellt werden kann. Ansonsten kann bei jeder neuen Maschine ein Tutorial erwartet werden.

Mit einer Ausnahme, die Cyberpilot Steuerung. Es ist sozusagen der zentrale Hub vor jeder Mission das aus vier Ebenen besteht. Cockpit, Halle, Arbeitsraum und ein Maschinenraum.

Also kommen wir zu den Aufgaben vom Cyberpilot. Bevor die Maschinen einsatzbereit sind, müssen sie erstmal bearbeitet werden. Je nachdem welche Maschine an der Reihe ist, werden Reparaturen oder zusätzliches vom Arbeitsraum benötigt. Eines haben alle gemeinsam. Sie müssen gehackt werden, also müsst ihr euch den Weg zur Platine bahnen. Sobald sie frei ist, heißt es einfach herausziehen, in die Hackermaschine einschieben und wieder rein in die Maschine. Danach geht’s ab zum Cockpit und der Spaß fängt an.

Bevor es ins eingemacht geht, werdet ihr im virtuellen Simulation mit euren heißen Schlitten vertraut gemacht. Beim Panzerhund könnt ihr einen Satz nach vorne stürzen oder Feuer speien. Umzingelt? Keine Panik, dafür habt ihr den Panikschalter. Die ultimative individuelle Fähigkeit. Beim Panzerhund ist es ein EMP, Drohne bekommt Unsichtbarkeit spendiert und die Zitadelle? Das musst du selber herausfinden.

Alle Angriffe haben unendlich Munition mit Cooldown. Es empfiehlt sich die Hitze nicht bis zum Maximum zu bringen, ansonsten kann bis zur vollständigen Abkühlung nicht angegriffen werden.

Wie es sich bei der Munition bereits vermuten lässt, gibt’s in diesem Spiel keine Gegenstände zum Aufsammeln. Somit musste bei der Lebensenergie ebenfalls Änderungen vorgenommen werden. Das wurde auch im Rahmen vom Gameplay und Geschichte gut gelöst. Jede Maschine hat ein Heilungsdock auf der rechten Seite, wo eines der Steuerungen eingesetzt wird. Bei Aktivierung kommen Mini-Drohnen und reparieren dein Gefährt. Doch bevor die Regeneration aktiv ist, vergeht ein bisschen an Zeit. Also versucht es nicht mitten im Kampf ohne Deckung!

Das waren die Gemeinsamkeiten. Jetzt geht’s weiter zu den Missionsstrukturen.

Panzerhund und Zitadelle

Panzerhund und die Zitadelle haben ein einigermaßen gleiches Missionsdesign. Gegner erledigen und von A nach B gehen. Dazwischen trifft man auf alle möglichen Gegnertypen.

Drohne

Die Drohne hingegen muss sich auf das Stealth verlassen. Es hat zwar einen Angriff mit einem kurzen Flächenangriff, jedoch ist es nur für Nahkampf geeignet und die Puste geht schnell aus. Der Panikschalter hat hier einen anderen Nutzen. Es wird aktiv für Momente gebraucht um unentdeckt durch verschiedene Passagen durchzukommen.

Bei Panzerhund und Zitadelle kommt schon einiges an Action auf und verlangt vor allem auf höheren Schwierigkeitsgraden mehr Strategie, denn bereits auf dem leichtesten Schwierigkeitsgrad brachte mich das eine oder andere Geplänkel ins Schwitzen.

Die Drohne hingegen war mein persönlicher Showstopper, denn ich bin kein großer Freund von Schleichmissionen.

VR zeigt hier seine Vor- und Nachteile. Die Stimmung von Fernsteuerung kommt sehr gut auf, aber dafür sind alle Maschinen träge in der Bewegung. Das hat auch einen Grund, weil es sonst durch Locomotion zu weniger erfreulichen Effekten führen könnte.

Zusätzliche Notiz zur Steuerung: Höchstwahrscheinlich war es wegen Meiner nicht optimalen VR Umgebung und es kann sein das es überhaupt kein Problem für andere ist. Bei den Cyberpilot Segmenten kam es zu Situationen bei denen einige Gegenstände außerhalb der PSVR Tracking Reichweite gewesen sind und konnte nur durch Neupositionierung mit Positionsreset das Problem lösen.

Wolfenstein: Cyberpilot

Grafik & Sound

Die Grafik von Wolfenstein: Cyberpilot sind ziemlich gut aus, auch wenn es leicht verschwommen wirkt. Zwar mussten Einschnitte bei den Größen der Flächen eingenommen werden. Das fiktionale Paris und seine unfreundlichen Invasoren bringen die Atmosphäre an den Mann.

Puristen werden schnell merken das es in den Screenshots keine Hakenkreuze gibt. Bei dieser deutschen Sprachversion wurde sie gegen ein anderes fiktionales Zeichen ausgetauscht. Macht meiner Meinung nach zwar kein großen Unterschied, aber es ist nachvollziehbar wenn es jemanden nicht gefällt.

Über den Sound gibt’s nicht viel zu reden, denn viel Musik ist nicht vorhanden und die einzige Person mit Dialog oder eher Monolog ist Maria. Wie man es bereits aus VR kennt, unterstützt das Audio die räumliche Wahrnehmung.

Wolfenstein: Cyberpilot

Fazit

Wolfenstein: Cyberpilot ist ein kurzes Spiel, das ca. 1:30 Stunden angedauert hat. Der Vorteil vom kurzen Spielzeit ist, dass es nicht langweilig wird. Das Tempo ist zügig und die drei Maschinen bringen schnelle Abwechslung. Leider fällt hier die Story komplett Flach, außer der einen Geschichte die Maria erzählt, ist hier nicht viel kennenzulernen. Wer also Wolfenstein typische Exposition erwartet wird hier enttäuscht.

Alles zusammengenommen liegt der Preis leider etwas zu hoch für das, was geboten wird. Ignorieren wir in diesem Fall meine persönliche Abneigung zu Stealth, liegt hier eine interessante Idee mit viel Potenzial vor. Am Gameplay scheitert es meiner Meinung nicht. Der Mangel an Inhalt und Story lässt die Idee von Wolfenstein: Cyberpilot schlechter aussehen als es eigentlich ist.

Ich hoffe das es nicht das letzte mal am Steuer sitzen und das es später in Wolfenstein wieder auftaucht. Es wäre Schade es nur bei diesem Spiel zu belassen.

Getestet wurde Wolfenstein: Cyberpilot auf PS4 von Soul-1. Das Spiel lag uns zum Testzeitpunkt in Version 1.00 vor.

Das Test-Exemplar / der Review-Code für Wolfenstein: Cyberpilot wurde uns von Bethesda Softworks kostenlos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!