Review

Wonder Boy: Asha in Monster World · Test

Veröffentlicht am 01.06.2021 von Tobias Creter

Titelbild von Wonder Boy: Asha in Monster World (PC, PS4, Switch, Xbox One)

Schickes Remake von Monster World IV

Ursprünglich wurde Monster World IV im Jahre 1994 von Sega für den Mega Drive in Japan veröffentlicht. Dabei handelt es sich eigentlich sogar schon um den sechsten Teil aus der Monster Boy / World Reihe. Nun kommt unter dem Titel Wonder Boy: Asha in Monster World das Remake und macht damit das Spiel auch auf aktuellen Konsolen und dem PC zugänglich für neue Spieler. Es ist eine Mischung aus Action-Adventure, Plattformer und Rollenspiel. In diesem Test erfahrt ihr, ob sich für euch ein Blick auf das Remake lohnt und wie gut das Original sich in neuem Gewand spielt.

Im Gegensatz zur digitalen Version ist bei der Disc Version übrigens zusätzlich auch das Originalspiel Monster World IV enthalten. Grafik, Sound und Steuerung entsprechen dabei bestmöglich dem Original aber es gibt ein paar zusätzliche Optionen, wie zum Beispiel die Anpassung für 16:9 Bildschirme.

Freundlicherweise wurde mir vom Publisher auch das Originalspiel zur Verfügung gestellt, so bekam ich trotz digitaler Version die Möglichkeit beide Spiele zu vergleichen.

Screenshot von Wonder Boy: Asha in Monster World

Nicht ohne meinen blauen Pepelogoo!

Das Schicksal der Welt ist bedroht und Asha wird als tapfere Kriegerin von ihrem Dorf auserwählt die verschwundenen Geister zu finden und damit die Welt vor dem bevorstehenden Untergang zu bewahren. Auf ihrer gefährlichen Reise begleitet Asha ihr blauer Pepelogoo und steht ihr in so mancher Situation hilfreich zur Seite. Für alle, die es nicht wissen: Ein blauer Pepelogoo ist eine echte Seltenheit, denn normalerweise sind diese fliegenden Tiere gelb.

Pünktlich zum 35. Geburtstag haben sich für das Remake übrigens mit Ryuichi Nishizawa, dem ursprünglichen Schöpfer der Wonder Boy-Serie, Shinichi Sakamoto (Sound), Maki Ōzora (Charakterdesign) und Takanori Kurihara (Kreativ-Management) einige der wichtigsten Personen des damaligen Entwicklerteam wieder zusammengefunden. So wurde sichergestellt, dass der Geist des Originals erhalten bleibt und man dem Klassiker nun neues Leben einhaucht.

Screenshot von Wonder Boy: Asha in Monster World

Gameplay & Steuerung

Asha, die niedliche namensgebende Heldin von Wonder Boy: Asha in Monster World versucht die Welt vor der Bedrohung durch finstere Monster zu retten. Dabei unterstützt sie in weiten Teilen des Spiels ihr blauer Pepelogoo. Mit Schild und Schwert kämpft und hüpft sie so durch die gefährliche Welt und muss einige Rätsel lösen und Bosse besiegen. Dabei ist der Spielverlauf sehr linear. Abseits des normalen Weges findet man aber das ein oder andere Secret, wodurch sich die genaue Erkundung lohnt. Verschlossene Pfade müssen durch Schlüssel, Rätsel oder das besiegen von Gegnern geöffnet werden, um Voran zu kommen.

Die verschiedenen Level sind durchaus abwechslungsreich. Der weitgehend lineare Weg führt Asha über hohe Berge und Vulkane, durch eine Eiswelt und in eine mysteriöse Pyramide. Zudem gibt es eine Hub-Welt, in der Asha sich frei bewegen kann und in der auch einige versteckte Items zu finden sind. Dort kann sie auch mit den Bewohnern reden, sowie neue Waffen und Ausrüstung kaufen. Es lohnt sich öfter mal mit den Passanten zu sprechen und die Gegend genaustens zu erkunden.

Die Steuerung ist einfach und schnell erlernt. Neben den genreüblichen Bewegungsmöglichkeiten gibt jedoch eine Besonderheit: Asha ist beim Doppelsprung und Gleiten auf ihren blauen Freund angewiesen. Außerdem hilft ihr der Pepelogoo an vielen Stellen weiter, an denen sie alleine völlig hilflos wäre. Der blaue Pepelogoo ist Resistent gegen Feuer und Eis und daher eine große Hilfe in den entsprechenden Levels. Im direkten Vergleich zum Original ist die Steuerung leicht verbessert worden. Das dürfte auch daran liegen, dass jetzt einfach mehr Tasten zur Verfügung stehen und man mit analogen Sticks auch präziser Steuern kann. Optional lässt sich aber auch das D-Pad zur Steuerung nutzen.

Achtung: Anders als mittlerweile üblich, gibt es keine automatische Speichern Funktion. Euch steht aber frei jederzeit auf einem der 12 zur Verfügung stehenden Speicherplätzen euren Fortschritt zu sichern. Das macht durchaus Sinn, denn sonst fangt ihr bei Verlust des letzten Herzens wieder ganz von Vorne an.

Screenshot von Wonder Boy: Asha in Monster World

Grafik & Sound

Grafisch ist das Remake wirklich gut gelungen. Der Cellshading Comik Look steht dem Spiel und macht es auch für die Gamer interessant, die mit Oldschool Pixellook nichts anfangen können. Die grafischen Details, Charaktere, Gegner und Levels wurden dabei weitgehend originalgetreu übertragen und bieten dadurch das klassische Spielgefühl mit zeitgemäßerer Optik. Natürlich wäre hier aus heutiger technischer Sicht mehr machbar gewesen aber für ein Remake geht die Grafik völlig in Ordnung.

Musik und Sounds wurden ähnlich nah am Original ins Remake übernommen und sorgen für eine angenehme Untermalung. Aber auch wenn die Musik schön aufbereitet wurde und gut klingt, die einzelnen Tracks sind noch immer so kurz wie damals üblich und könnten daher den einen oder anderen Spieler irgendwann nerven. Aber da muss man sich bei der Entwicklung nun mal entscheiden, ob man lieber nah am Original bleiben möchte oder bestehende Inhalte erweitert oder gar komplett ersetzt. Ich habe bei meinem Test den Sound nicht als störend oder nervig empfunden aber da hat ja jeder seine eigene Toleranzgrenze.

Screenshot von Wonder Boy: Asha in Monster World

Fazit

Leider kommt das Remake nicht an die sehr guten neuen Versionen anderer Wonder Boy / Monster Boy Spiele ran aber das liegt in diesem Fall ja am Original und kann somit eigentlich kein Kritikpunkt sein.

Wonder Boy: Asha in Monster World ist durchaus ein gelungenes Remake von Monster World IV. Der Entwickler ist dabei nah am Original geblieben, hat aber Grafik, Sound und Steuerung an den richtigen Stellen optimiert. Durch den neu hinzu gekommenen leichten Schwierigkeitsgrad kann man das Spiel jetzt auch ohne große Probleme und Frust bequem an einem Stück durchspielen. Die Spielzeit liegt bei ca. 4-6 Stunden, je nach Schwierigkeitsgrad und Skill. Das dürfte im Hinblick auf den Preis wohl auch der größte Kritikpunkt sein, denn dazu stehen die knapp 35€ nicht in Relation.

Losgelöst vom Preis ist Wonder Boy: Asha in Monster World aber ein sehr schönes Remake von einem Spiel, das älteren Spielern vielleicht noch im Original im Gedächtnis geblieben ist. Da viele Rätsel und das Leveldesign noch sehr ähnlich sind, kann man es nur jedem empfehlen, der Monter World IV endlich mal in zeitgemäßerer Optik spielen möchte. Auch für Neulinge, die Plattformer mit kleinen Rätseln, Bossfights und RPG-Elementen mögen ist es einen Blick wert. Allerdings würde ich empfehlen auf ein Angebot zu warten.

Pro

  • gut gelungenes Remake
  • solider Plattformer mit RPG Elementen
  • abwechslungsreiche Levels und Rätsel

Contra

  • sehr kurze Spieldauer
  • deutlich zu hoch angesetzter Preis
  • leider wenig Innovation

Wertung

Testergebnis: 7.5

7.5 Gut

Kaufempfehlung

50% Kaufempfehlung

50%Angebot abwarten

Getestet wurde Wonder Boy: Asha in Monster World auf PS5 von Tobias Creter. Das Spiel lag uns zum Zeitpunkt von unserem Test in Version 1.00 vor. Das Test Exemplar / der Review Code für Wonder Boy: Asha in Monster World wurde uns von PR Hound kostenlos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!