Review

Sword and Fairy: Together Forever · Test

Veröffentlicht am 20.09.2022 von Soul-1

Titelbild von Sword and Fairy: Together Forever (PC, PS4, PS5)

Der 7. Teil der ikonischen RPG Reihe aus Taiwan und China

Die The Legend of Sword and Fairy RPG Reihe ist ikonisch im chinesischen Sprachraum, das 1995 mit der PC Fassung angefangen hat. Der Ursprung lag mit dem Softstar Entertainment in Taiwan, doch mittlerweile hat das Entwicklerstudio auch ein Studio in China namens Softstar Technology. Letzteres ist für Sword and Fairy: Together Forever verantwortlich. Das Fairy im Titel bezieht sich auf die weiblichen Protagonisten, so werden jedenfalls gerne bildhübsche Frauen im chinesischen bezeichnet.

Der aktuelle Teil ist im Vergleich zum Vorgänger ein riesiger Meilenstein. Es wurde nämlich jetzt von rundenbasiertem Kampfsystem auf Echtzeit umgestellt. Außerdem war die Performance relativ bescheiden, doch das wurde jetzt ebenfalls behoben. Man konnte dies schon beim Softstars vorherigen Action RPG Titel Xuan Yuan Sword 7, ebenfalls auf PS4 erhältlich, beobachten und es ist schön zusehen, dass mittlerweile die Konsolenfassungen konsistent gut umgesetzt werden. Im Gegensatz zu Final Fantasy oder Dragon Quest, handelt es sich hier um eine zusammenhängende Welt, bei dem jeder neue Teil ein unabhängiges neues Abenteuer geboten wird.

The Legend of Sword and Fairy ist auch unter einem alternativen Namen bekannt, und zwar Chinese Paladin. Gleichzeitig ist letzteres der Titel für die TV-Serien, Adaptionen der Spiele.

Hierzulande ist Teil 1 (2005) und Teil 5 (2016) auf Viki mit deutschen Untertiteln verfügbar.

Die Softstar Spiele sind bis vor kurzem hierzulande auf Konsolen noch eine Rarität gewesen, doch glücklicherweise hat der Publisher Eastasiasoft in diesem Bereich Aushilfe geschaffen.

Sword and Fairy: Together Forever ist ein vielversprechender neuer Schritt und ist gleichzeitig der erste Nextgen Titel aus dem Hause. Weiterhin soll es demnächst auch auf Xbox erscheinen.

Exkursion: Das Xianxia und Wuxia Fantasy Genre

Xianxia wird im Englischen als „Immortal Heroes“ übersetzt, also ewige Helden und ist sozusagen die chinesische High Fantasy Genre. Götter, Magie und extreme übernatürliche Fähigkeiten sind alles potenzielle Elemente der Geschichte. The Legend of Sword and Fairy ist ungefähr dem Xianxia Genre angesiedelt. Eines der markanten Elemente von dieser Reihe sind wohl die fliegenden Schwerter, d.h. die Charaktere stehen auf ihren Schwertern um zu fliegen.

Wuxia ist dagegen „Martial Heroes“ also ungefähr übersetzt „kämpfende Helden“. Die Charaktere können durch Einsatz von Kampftechniken über die menschlichen Grenzen hinausschreiten. Die Spielreihe Xuan Yuan Sword ist ein gutes Beispiel für diese Art von Fantasy Genre.

Screenshot von Sword and Fairy: Together Forever

Mysteriöse Umstände in den Drei Reichen

Die Welt von Sword and Fairy ist offiziell in drei Reiche, die indirekt miteinander verbunden sind: Die Welt der Menschen, der Himmel, in dem die Gottheiten verweilen und die Unterwelt der Dämonen. Ursprünglich war es eine zusammenhängende Welt, doch durch einen gewaltigen Krieg um Ressourcen wurden alle voneinander von den mächtigsten Göttern getrennt.

In diesen Teil liegt der Krieg schon eine ganze Weile zurück und fängt damit an, dass der Gottheit Xiu Wu in die Unterwelt geschickt wurde, um die Anführerin der Himmlischen Dämonen zu töten.

Offensichtlich ist die Mission fehlgeschlagen. Dementsprechend wurde er stark verletzt in das Reich der Menschen transportiert. In der Welt der Menschen sind währenddessen überall extrem gefährliche Monster erschienen, die nicht zu besiegen sind. Eines von diesen Monstern wird kurz daraufhin gezeigt, indem Hauptcharakter Yue Qingshu auf ihren fliegenden Vogelwesen davon entkommt. Nach einer kurzen Inspektion der Gegend findet sie einen Apfel voller spiritueller Energie und ist gleichzeitig der Anfang eines großen Abenteuers.

Die Geschichte wie eine neue Einführung in die Welt von Sword and Fairy an, indem der aktuelle Zustand und dessen Erschaffung nochmal erzählt wird. Dementsprechend ist es ein sehr guter Teil für den Einstieg in die Sword and Fairy Reihe.

Insgesamt hält sich die Story sehr einfach und die Richtung der Handlung ist relativ leicht vorherzusehen. Zwar gibt es den einen oder anderen Twist in der Handlung, aber die werden nur sehr wenige Spieler überraschen.

Das Gleiche kann man von den Charakteren behaupten, da sie sich über die gesamte Geschichte nur sehr wenig entwickeln. Xiu Wu ist durch seine naive und stetig dazu lernende Art, die man teilweise mit dem Terminator im zweiten Teil vergleichen könnte, wohl der interessanteste aus der gesamten Gruppe.

Weiterhin zeigen die Antagonisten wortwörtlich sehr wenig Präsenz. Zum einen erkennt man, die eigentlich versteckten, ziemlich früh und man verbringt eigentlich mehr Zeit einzelne Aufgaben zu erledigen. Immerhin sind die Beweggründe beider Seiten ausreichend erklärt und man kann dadurch ihre Entscheidungen nachvollziehen.

Bei den Nebenmissionen sind leider keine großen Nebenhandlungen zu erwarten. Genauso wie in vielen anderen Spielen bestehen die Aufgaben aus typischen Fetch Quests zu der man am Anfang der Aufgabe eine Mission und vielleicht eine kurze Geschichte bekommt, die beim Abschluss dann beendet wird. Die eine oder andere ist zwar interessant, ist aber nicht mehr als eine Fußnote.

Screenshot von Sword and Fairy: Together Forever

Riesige Enzyklopädie

Das Spiel beinhaltet eine riesige Enzyklopädie mit zusätzlichen Informationen zu den bisherigen Ereignissen, die sich in dessen Welt abgespielt haben als feier zum 25. Jubiläum. Offensichtlich wurde hier auf die Vermeidung von Spoilers geachtet.

Ein Großteil der Einträge wird durch ein einfaches interagieren mit NPCs oder Auffinden von Dokumenten freigeschaltet. Wer also großes Interesse hat, wird einiges an Zeit verbringen, alle Charaktere anzusprechen.

Der einzige Nachteil liegt im Mangel von Illustrationen und ist eine komplett verpasste Chance, die Spieler auf die Vorgänger anzusprechen.

Es ist wichtig zu erwähnen, dass es sich nicht um ein Final Fantasy XIII Fall handelt, dessen Enzyklopädie (Datalog) wichtige Wissenslücken abdeckt. Hier handelt es sich um Hintergrundwissen oder langsam füllende Einträge bei aktuellen Geschehnissen bzw. Charakteren.

Innerhalb der Enzyklopädie sind als Bonus die ganzen (bei den älteren Titeln) oder ausgewählte Musikstücke (bei den neueren wie z.B. Sword and Fairy 6) aufzufinden und anzuhören. Doch das ist noch nicht alles, denn zusätzlich wird jedes Musikstück mit einer Kommentarbox begleitet und bietet einen zusätzlichen Einblick.

Screenshot von Sword and Fairy: Together Forever

Die Übersetzung (nur in Englisch)

Anscheinend haben die Entwickler die Übersetzungstätigkeiten übernommen, sei es über intern oder vielleicht über Lokalisierungsstudios. Dabei merkt man an einigen Stellen die klobige grammatische Übersetzung. Allerdings wird dabei der Inhalt der Sätze glücklicherweise nicht zerstört, d.h. es ist inhaltlich noch im grünen Bereich. Könnte aber um einiges besser sein.

Zwischenfazit Story

Sword and Fairy: Together Forever verzichtet auf Tiefe und konzentriert sich auf eine einfache lineare Handlung mit einer kompakten Anzahl an Charakteren. Eine verständliche und clevere Entscheidung, da man sich bei diesem Titel sehr viele Gameplay Änderungen vorgenommen hat und das Ganze schnell ausarten kann.

Die Geschichte ist trotz der einfachen Handlung und den relativ seichten Charakteren unterhaltsam ausgefallen, weil dabei das Tempo gehalten wird. Abgesehen von einigen längeren Unterhaltungen, geht die Geschichte zügig voran. Weshalb man eine Spielzeit von ca. 20 bis 30 Stunden erwarten kann.

Nach eigener Erfahrung zeigt sich Sword and Fairy: Together Forever viel effizienter als einige chinesische Fantasy Serien, obwohl es hier und da eine Szene gibt, bei dem zu lang nur geredet wird.

Screenshot von Sword and Fairy: Together Forever

Gameplay & Steuerung

Mit dem Wechsel von Rundenbasierten Kämpfen zum normalen Echtzeit Action hat sich der Entwickler anscheinend entschieden es ein wenig langsam anzugehen und fürs Erste ein einfaches Fundament für die Zukunft aufzubauen.

Weder das Kampfsystem noch der Fähigkeiten Aufbau der Charaktere bietet viel Tiefe, dafür ist jedoch der Einstieg extrem einfach. Weiterhin wird hier auf einen linearen Fortschritt gesetzt, mit der einen oder anderen Nebenmission, die backtracking erfordert, wobei letzteres durch die verschiedenen Schnelltransport Punkte relativ zügig erledigt werden können.

Bei den Charakteren gibt es keine Skillbäume und sind dementsprechend ebenfalls linear aufgebaut, indem die Fähigkeiten über das aufleveln freigeschaltet werden. Es entfallen also aufwendige Anpassungen und Spezialisierungen. Im Grunde genommen sind die RPG Elemente sehr leicht und es ist eher wichtig genügend Geld aufzusammeln, um bei der nächsten Etappe sich passend aufzurüsten.

Erkundung, Karte und Schnelltransport

Das Spiel ist keine Open World, sondern funktioniert in festgesetzten Bereichen, die jeweils über eine Karte mit Schnelltransport erreicht werden können. Zwar gibt es keine direkte Trennung, aber man kann sie zwischen Städte und Feld bzw. Dungeons kategorisieren. Das Anfangsdorf ist ein ganz seltener Fall von einem Hybrid zwischen Stadt und Feld. Wie man bereits vermuten kann, gibt es in den Städten keine Kämpfe und sie sind Zwischenpunkte um sich aufzurüsten oder um Nebenmissionen anzunehmen. Bei der Erkundung der Städte ist alles Mögliche aufzufinden, am auffälligsten sind Schriften, die die Enzyklopädie erweitern und eher überhaupt nicht im Feld/Dungeon vorhanden sind.

Bei Feldern und Dungeons wird dann offensichtlich zusätzlich gekämpft. Während der Erkundung ist es möglich auf Sprungeinlagen, Minispiele und Puzzles zu treffen.

Screenshot von Sword and Fairy: Together Forever

Interessanterweise wechselt man im Spiel innerhalb von Gebäuden die Kamerasicht von Fern und weit auf Über-die-Schulter wie z.B. Resident Evil 4 oder das neue God of War. Dies hat einen einfachen Grund. Während die Städte im Design überdimensioniert sind, sind die Gebäude anscheinend teilweise im richtigen Maßstab aufgebaut. D.h. man findet zwar merkwürdigen Momente wie in Castlevania: Lord of Shadows 2, wo die Eingänge doppelt und dreifach so groß ist wie der Charakter, jedoch fällt es durch die geänderte Kamera fast gar nicht auf.

Screenshot von Sword and Fairy: Together Forever

Die Karte bzw. das Radar spielt eine wichtige Rolle bei der Navigation und das Finden von Objekten. Letzteres benötigt jedoch ein spezielles Accessoire, das alle auffindbaren Objekte auf der Karte aufzeigt. Es ist nahezu unmöglich alles ohne das Accessoire zu finden, da einige dieser Objekte klein und schwer sichtbar sein können.

Es wäre vielleicht besser gewesen, es als normales Feature anzubieten, anstatt es hinter einem Accessoire zu verstecken und eines der wichtigen Ausrüstungsslots zu verschwenden.

Der Schnelltransport funktioniert über eine Weltkarte auf Abruf, dabei hat jeder Bereich nochmal Unterpunkten für die verschiedenen Transportpunkte. Benutzt man die Funktion innerhalb des Bereiches, dann sind keine Ladezeiten zu erwarten. Auf der PS5 (3 Sekunden) sind die Ladezeiten im Vergleich zur PS4 Version (über 10 Sekunden) natürlich extrem verkürzt. Eine kleine Kritik ist vielleicht an den wenigen Unterpunkten, da die Bereiche groß aufgebaut sind und das gilt auch für die Städte. Dementsprechend können die Laufwege einige Sekunden in Anspruch nehmen, da die Bewegungsgeschwindigkeit nur mittelmäßig ist und selbst das Rennen nur leicht schneller ist.

Screenshot von Sword and Fairy: Together Forever

Minispiele

Insgesamt gibt es zwei Minispiele, die über das gesamte Spiel verteilt sind. Zum einen sind es Sprung Herausforderungen, bei denen man am Ende eine Belohnung bekommt. Alle Sprungeinlagen sind fair angesetzt und bieten genügend Spielraum, damit jeder sie erledigen kann.

Das nächste ist ein einfaches Kartenspiel mit einem elementaren Dreieckssystem. Mit jedem besiegten Gegner bekommt man neue Karten, die das Deck stärken. Nach meiner Erfahrung ist es möglich bis auf die letzten drei alle mit dem Anfangsdeck zu besiegen. Es ist kein sonderlich tiefes Kartenspiel wie in Final Fantasy 8 und das Glück spielt hier auch eine Rolle, aber trotzdem ist es überraschend unterhaltsam und taucht meistens zum richtigen Zeitpunkt auf, um ein wenig Abwechslung zu bieten.

Screenshot von Sword and Fairy: Together Forever

Charakter Fortschritt und Yue Qingshus Elementarwesen

Alle Charaktere haben einen komplett linearen Fortschritt in ihrer Entwicklung. Es gibt keine Skillbäume für eine Individualisierung vom Kampfstil. Dies hat natürlich den Vorteil, dass man im späteren Verlauf keinen Fehler macht und es irgendwie ausbessern muss. Die Protagonistin Yue Qingshu ist eine leichte Ausnahme, da bei ihr der Fortschritt durch die Elementarwesen, Story und Nebenmissionen bedingt sind.

Dadurch gibt es einen zusätzlichen Anpassungspunkt, und zwar bring jedes Elementarwesen zwei passive Fähigkeiten, die mit bestimmten Verbrauchsgegenständen aufgerüstet werden können. Zwar sind alle Wesen im Kampf als Yue Qingshus Spezialangriffe beteiligt, aber man kann nur eines der Wesen und dessen passiven Fähigkeiten aktiv halten. Darunter sind beispielsweise mehr Lebenspunkte, Geld oder Erfahrungspunkte usw.

Hier kann der Spieler selber entscheiden, ob man lieber einen Kampfbonus bekommt oder doch einfachere Kämpfe mit unterstützenden Skills. Beispielsweise ist mehr Geld von großem Vorteil, wenn man in jeder neuen Stadt sich neu ausrüsten möchte.

Screenshot von Sword and Fairy: Together Forever

Ausrüstung und Waffenschmiede

Die Ausrüstung ist ziemlich klassisch aufgebaut, indem man in jeder neuen Stadt sich auffrischen sollte. Man bekommt zwar einige unterwegs durch das Auffinden, aber es ist häufig, sodass diese mit einigen Ausnahmen leicht schwächer sind. Dies kommt davon, dass die Ausrüstung sehr kostspielig ist und man bei einer vollen neuen Ausstattung am Rande der Pleite sitzt oder sogar das Geld nicht ausreicht.

Die Läden sind für Waffen sind allerdings nur die zweite Wahl. Wer die aktuellen, besten Waffen haben möchte, geht zum Waffenschmied. Dort wird abgesehen vom Geld auch noch Material von besiegten Gegnern benötigt, um Neues zu erschaffen. Zusätzlich hat jede Waffe drei verschiedene spezielle Verstärkungsmöglichkeiten wie z.B. erhöhter Schaden usw., wobei es nur drei Slots gibt. Dies bedeutet, dass man es sich aussuchen muss, ob man alle drei nur einmal verstärkt oder vielleicht zwei oder sogar drei Slots für eine Verstärkung verwendet.

Verbrauchsgegenstände

Bei den Heilungsgegenständen werden mehrere Varianten angeboten. Am Anfang gibt es nur die statischen mit festgelegten Ziffern wie z.B. 100 HP. Später kommen dann die prozentualen hinzu, wobei dessen Kosten offensichtlich vergleichsweise durch die Decke gehen. Keines macht den anderen Obsolet, da im aktiven Kampf die Einsätze von jeden Verbrauchsgegenstand stark eingeschränkt werden. Dies ist ein guter Kompromiss, um den unendlichen Einsatz einzuschränken, welches eines der Kritikpunkte bei Final Fantasy XV war, da dadurch die Kämpfe ihre Herausforderung verloren haben.

Steuerung

Die Erkundung besteht hauptsächlich aus Laufen und Springen. Wie immer ist es auch möglich, mit dem Rennen einen kleinen Zahn zuzulegen. Mit dem Touchpad wird die Welt/Schnelltransport Karte aufgerufen und damit kommt man zügig zum ausgewählten Ort.

Das eigentliche Interesse liegt im Kampf. Hier hat man die zwei Angriffsstärken leicht (Viereck) und stark (Dreieck). Vergleichbar mit Dynasty Warriors, greift man mit der leichten Taste an und beendet es mit einem besonderen Angriff über die starken Angriffe. Apropos starker Angriff, es ist nicht empfehlenswert, sie einfach so im neutralen Zustand einzusetzen, da sie sehr langsam sind. Zwar gibt es Sprungangriffe, jedoch fehlen die speziellen Attacken, die die Gegner in die Luft bringen.

Die wichtigste Taste von allen ist die Ausweichtaste (Kreis). Damit weicht man aus und ist für die Dauer der Animation unverwundbar. Mit dem richtigen Timing vor einem Treffer wird die eigene Angriffskraft für kurze Zeit erhöht. Waghalsige oder fortgeschrittene Spieler werden einen Gefallen daran finden.

Abgesehen davon ist es möglich, mit dem R2-Trigger über die zugeordneten vier Tasten die Spezialangriffe auszuführen, dabei gibt zwei Paletten, die mit L1 gewechselt werden können. Über den L2-Trigger werden die gespielten Charaktere in Echtzeit gewechselt.

Screenshot von Sword and Fairy: Together Forever

Das Kampfsystem

Wie man bereits aus der Steuerung ableiten kann, handelt es sich hier um ein einfaches Kampfsystem. Es gibt an sich keine Combos und die Gegner reagieren nicht auf normale Angriffe. Dies hat weitreichende Folgen für das Gameplay, vor allem wenn es um Action geht. Dies bedeutet, dass die Gegner fast zu jederzeit angreifen kann und das auch während eines erfolgreichen normalen Treffers und führt dazu, dass stärkere/langsamere Angriffe schwerer einzusetzen sind.

Im Grunde genommen konzentriert man sich auf den Gegner, um bestimmte Zeichen für kommende Angriffe zu erkennen, um sie mit dem Ausweichschritt aktiv zu meiden. Da nahezu alle Angriffe mit dem Ausweichen abgebrochen werden können, ist eine aggressive offensive möglich.

Zusätzlich gibt es noch einige Besonderheiten.

Screenshot von Sword and Fairy: Together Forever

Joint Strike

Dies sind die Angriffe bei der man die Angriffssequenz mit einem starken Angriff beendet und sollten nicht unterschätzt werden. Teilweise sind sie wie besondere Angriffe und bieten weitreichende Angriffe oder sogar eine kurze kostenlose Verstärkung wie z.B. bei Sangyou.

Jedoch ist es in manchen Situationen fast unmöglich, die späteren Joint Strikes einzusetzen, da die Gegner die Sequenz unterbrechen können.

Screenshot von Sword and Fairy: Together Forever

Der Joint Strike hat noch eine weitere Besonderheit. Sind mehr als ein Charakter im Team, dann kann ein erfolgreicher Treffer zufallsbedingt einen zusätzlichen kooperativen Angriff aktivieren, das mit einem QTE Eingabe auf die leichte Angriffstaste aktiviert wird. Während dieses Angriffs ist man unverwundbar, aber in seltenen Fällen ist es auch möglich, dass man nach dem Angriff z.B. unvermeidlich innerhalb einer Giftpfütze des Gegners landet. Als Ergebnis dieser Mechanik werden viele Spieler auf die schnellste Angriffssequenz am häufigsten zugreift, und zwar zwei leichte Angriffe, die mit dem starken Angriff beendet wird.

Screenshot von Sword and Fairy: Together Forever

Spezialbewegungen und MP

Diese Angriffe sind besonders stark und haben zwei Beschränkungen. Sie verbrauchen MP und haben zusätzlich eine kurze Cooldown Zeit von bis zu 30 Sekunden, wobei ein Großteil bei ca 10 Sekunden liegt. Es können durch die zwei Paletten mit jeweils 4 Slots bis zu 8 ausgerüstet werden. Man fängt mit wenigen Spezialbewegungen an und bekommt via Level Ups neue freigeschaltet, mit Ausnahme von Yue Qingshu bei der es Story bedingt ist.

Es gibt eine kleine Sache, die später auffällt, bei den späteren Spezialbewegungen ist es lediglich eine stärkere Version von einem der früheren. Wer also einen Favoriten hat, der hat höchstwahrscheinlich die Möglichkeit sie in zwei Slots einzusetzen.

Einige Charaktere haben bereits von Anfang an eine Heilungsmagie, bei anderen kommt es erst später, man muss sich jedoch keine Sorgen machen, da jeder eine Heilung spendiert bekommt.

Abgesehen von Bai Moqing sind die Spezialbewegungen vom Einsatz her sehr ähnlich. Darunter gehören flächendeckende Angriffe, Projektile, Heilung oder Stärkung. Bei den Projektilen gibt es das merkwürdige Problem, dass sie in der vertikale in der Anvisierung angepasst werden, d.h. der Charaktere schießt immer nur gerade aus und passt den Winkel nicht. Dadurch kommt es vor allem bei fliegenden Gegner zu Situationen, in denen man leider daneben schießt, weil die Gegner einfach zu weit oben sind. Zum anderen muss man beim Einsatz ebenfalls vorsichtig sein, da man durch die Gegner gestört werden kann und man verliert dabei MP und der Cooldown ist dann aktiv.

Die MP regeneriert zum einen langsam außerhalb von Kämpfen oder durch erfolgreiche Angriffe. Abgesehen von einigen Bosskämpfen ist es extrem unwahrscheinlich, dass man einen Mangel befürchten muss, jedenfalls nicht im getesteten normalen Schwierigkeitsgrad.

Insgesamt werden die Spezialbewegungen also eher von den Cooldowns begrenzt als MP.

Screenshot von Sword and Fairy: Together Forever

Awakening (Erwachen) und Deity Summoning (Gottheit Beschwörung)

Links neben der Lebensenergieleiste ist eine vertikale Anzeige zu sehen, die sich auffüllt. Dabei handelt es sich um die Transformationsleiste. Ist sie nur teilweise gefüllt, dann kann man sich für kurze Zeit entweder in einen gestärkten Zustand bringen. Bei einer vollen Ladung wird eine individuelle Beschwörung ausgeführt, die für den Charakter in den Ring steigt.

Die Beschwörung hat allerdings einen großen Nachteil… Man kann sich in der neuen Form nur in extrem langsamer Geschwindigkeit bewegen. Im schlimmsten Fall kommt man gar nicht zum Angriff, wenn die Aktivierung viel zu weit weg war oder wenn der Gegner auf Distanz geht.

Die Charaktere

Die zwei Protagonisten Yue Qingshu und Xiu Wu sind sich sehr ähnlich, da sie beide Schwerter benutzen, mit dem Unterschied, dass Yue Qingshu die Elementarwesen einsetzt. Am Anfang sind die Unterschiede größer, da Xiu Wu keine Heilungskräfte hat, aber dafür früh aktive Stärkung.

Bai Moqing und Sangyou sind als Kämpfer mit größerer Reichweite schon ein wenig anders und halten dementsprechend geschätzt halb soviel aus.

  • Yue Qingshu

Führt schnelle Angriffe durch das Schwert aus und konzentriert sich auf den Nahkampf. Hat von Anfang an Selbstheilungsfähigkeiten, die später durch ein Elementarwesen erweitert werden. Dementsprechend haben alle Angriffe ein Element.

Da alle besonderen Fähigkeiten an den verschiedenen Wesen gebunden sind, ist sie der einzige Charakter, die durch Nebenmissionen neue erlernen kann.

Die Joint Strikes haben eine relativ kurze Reichweite, wobei der letzte (vier leichte und dann in den starken Angriff) ein Flächenangriff ist.

  • Xiu Wu

Ebenfalls ein schneller Nahkämpfer. Im Gegensatz zu Yue Qingshu erlernt er alle seine Fähigkeiten linear mit Level Ups und besitzen auch kein Element. Unter seinen Fähigkeiten ist ein kräftiger Schlag der für mehr Schaden aufgeladen werden kann und ist deswegen eher bei besonderen Situationen bei Bosskämpfen interessant.

Weiterhin hat er auch zwei kreisförmige Flächenangriffe und ein Projektil Angriff, bei dem Schwerter direkt nach vorne geschossen werden.

Xiu Wus Joint Strikes bestehen aus einem Doppelangriff, einem linearen Geschoss und einem Rundumangriff.

  • Bai Moqing

Sie ist wie eine super spezialisierte Version von Yue Qingshu, indem sie ihre Angriffe mit Elemente versetzen kann und durch den Einsatz der Fulu(chinesische Talismane) ein wenig mehr Reichweite hat. Zusätzlich sind alle Spezialbewegungen ebenfalls an den Elementen gebunden. Technisch gesehen ist sie durch das Kampfsystem ein wenig benachteiligt, da der jeweilige Elementwechsel bereits einen Slot verbraucht. Das wären 5 von 8 bestehenden Slots. Wer also Bai Moqing spielen möchte, der müsste für jeden Bereich sich die Slots neu belegen, um die Schwächen der Gegner auszunutzen.

Aus organisatorischer Sicht ist sie wohl am wenigsten attraktiv. Vor allem, da man bei Nebenmissionen häufig die Bereiche wechseln muss. Andererseits können die elementaren Angriffe vermischt werden, wie z.B. ein Tornado mit Elektroelement.

Alle Joint Strikes sind gezielte Angriffe aus der Ferne. Im Austausch für Reichweite büßt sie dafür bei der Angriffsfläche ein und sie hat die langsamsten Angriffe im Spiel.

  • Sangyou

Wer auf den Nahkampf Chaos verzichten und aus der Ferne mit der Armbrust angreifen möchte, der wird mit Sangyou den richtigen Charakter vorfinden. Mit einer Armbrust bewaffnet, kann er aus relativ sicherer Distanz die Gegner angreifen. Als besonderer Bonus kommt, noch hinzu, dass er sogar fliegende Gegner normal vom Boden aus angreifen kann.

Durch seine Spezialfähigkeiten ist er ein gläserner Allrounder. Er kann sich stärken, die Gegner vergiften, flächendeckend heilen, flächendeckend angreifen und sogar einen starken linearen Schuss wie Xiu Wu abfeuern.

Dazu kommen auch noch seine deftigen Joint Strikes. Der schnellste Joint Strike ist ein kleiner kreisförmiger flächendeckender Angriff, indem ein Pfeilhagel verschossen wird. Beim zweiten Joint Strike gibt es lediglich eine Verstärkung seiner Giftangriffe und beim letzten werden Sprengsätze geworfen, die in der Luft explodieren.

Sein schnellster Joint Strike ist der Grund, warum Sangyou möglicherweise der funktional attraktivste Charakter ist, da er aus der Ferne und in hoher Frequenz es ausführen kann und somit viel leichter auf die QTE Aktivierung setzen kann.

Screenshot von Sword and Fairy: Together Forever

Normale Gegner

Es gibt eine ganze Reihe unterschiedliche Gegner, die exklusiv in den Regionen verweilen. Im Gegensatz zu anderen RPGs werden keine Gegner Permutationen verwendet, d.h. Gegner, bei den einfach nur die Farben oder leichte Änderungen vorgenommen werden und in anderen Bereichen wieder auftauchen.

Meistens liegen Nahkämpfer vor und gelegentlich fliegende Gegner. Auf richtige Fernkämpfer wurde fast verzichtet, weshalb es in diesen Zusammenhang keine Frustration zu erwarten ist.

Fliegende Gegner sind eher statisch und können somit leicht angegriffen werden, wobei Sangyou dabei das leichteste Spiel hat, da er ein Fernkämpfer ist und nicht extra dafür in die Luft springen muss.

Generell liegen keine extrem gefährlichen Gegner vor, die einen mit wenigen schnellen Treffern erledigen können. Ganz harmlos sind sie jedoch auch nicht, denn viele haben langsame, sehr starke Angriffe parat, die eine große Menge Lebenspunkte kosten. Im Einzelkampf ist das Risiko eher niedrig davon getroffen zu werden, das Ganze sieht ein wenig anders aus, wenn man gegen mehrere Gegner gleichzeitig kämpft, was ziemlich üblich ist. Es ist also sehr wichtig, die Augen offenzuhalten und sich mit der Ausweichrolle rechtzeitig in Sicherheit zu bringen.

Boss Gegner

Wie immer halten sie um einiges mehr aus als die normalen Gegner. Bei einigen gibt es sogar besondere QTE Momente für extra Schaden für beide Seiten, je nachdem ob man erfolgreich war oder nicht.

Hier gibt es ebenfalls gewisse Ähnlichkeiten mit MMORPG Elementen, wie z.B. eine spezielle Vorwarnung bei flächendeckenden Angriffen, bei dem der Umriss vorher gezeigt wird.

Auf dem normalen Schwierigkeitsgrad sind Bosse so ziemlich die einzigen Gegner, bei denen ein Game Over nicht unüblich ist.

Screenshot von Sword and Fairy: Together Forever

Übersichtlichkeit: Kameraführung und Effekte

Da es sich um ein Action orientiertes Spiel handelt, ist es wichtig die Übersicht unter die Lupe zu nehmen. Die Kameraführung ist eher mittelmäßig ausgefallen. Zwar ist die Entfernung relativ angemessen, aber der Standard Winkel ist zu nah am Boden. Dadurch verdecken die Charaktere und Gegner die Sicht und man muss regelmäßig manuell die Kamera nach oben bewegen. Probleme mit engen Flächen oder Wänden sind eher gering bzw. nicht sonderlich auffällig frustrierend.

Bei den Effekten wurde gut auf die Übersichtlichkeit geachtet. Obwohl einige davon aufwendig aussehen können, hindert es nicht die Sicht.

Zwischenfazit Kampfsystem

Es ist ein sehr einfaches Kampfsystem, das leicht über dem typischen MMORPGs steht, da man volle Kontrolle über die Bewegungen und ein funktionierendes Ausweichsystem hat. Insgesamt funktioniert das Fähigkeitensystem mit den 8 Slots, man merkt jedoch die Grenzen vor allem mit Bai Moqing, die mit hier leicht benachteiligt ist.

Alle Charaktere teilen sich die gleichen Grundfähigkeiten mit Ausweichen, Springen und den zwei Angriffsstärken. Somit sind alle leicht zu verwenden, mit einer leichten Vertiefung über die Spezialfähigkeiten.

Da normale Angriffe von den Gegnern ohne Reaktion eingesteckt werden, ist es umso schwerer für die Nahkämpfer den Joint Strike einzusetzen. Dies kommt davon, dass sie durch die Nähe zum Gegner immer in die Gefahr laufen getroffen zu werden.

Insgesamt ist das Kampfsystem relativ gut, wobei es an Tiefe fehlt. Strategisch achtet man lediglich auf die Positionierung der Gegner, um mehr mit einem flächendeckenden Angriff zu erwischen. Bei den Angriffen versucht man die zufallsbedingten kooperativen Angriffe mit den Joint Strikes zu aktivieren und ist eher eine Sache von häufigem Einsatz.

Durch die schnelle Regeneration von MP via erfolgreichen Treffern, kurzen Cooldowns und das sehr offene Ausweichsystem ist das Kampftempo hoch genug angesiedelt, dass der Spieler keine Zeit haben wird sich zu langweilen.

Zwischenfazit Gameplay

Genauso wie bei der Story hat man sich hier wohl entschieden sich auf die Grundlagen zu konzentrieren. Zwar wird auf aufwendige Ausrüstung und Fähigkeitenbäume verzichtet, aber dafür wurde die Zeit in den Menüs stark reduziert und man verbringt die meiste Zeit im aktiven Gameplay.

Trotz des einfachen Kampfsystems kommt über die gesamte Spielzeit (ca. 30 Stunden mit Nebenmissionen) keine Langweile auf, da man dazwischen neue Spezialfähigkeiten bekommt und die Kampfmöglichkeiten leicht erweitert. Ebenso hat man fast jederzeit die freie Auswahl zwischen allen Charakteren, abgesehen von den Segmenten wo, die sich aufteilen und sie somit separat spielen muss. Zwischendurch gibt es kleine Puzzles zum Lösen, sowie optionale Minispiele, um das Ganze ein wenig aufzulockern.

Im Ganzen macht das Gameplay eine gute Figur und zeigt keine großen Schwächen. Das Tempo ist schön flüssig. Kämpfe und Nebenmissionen gehen schnell und zügig voran, sodass dem Spieler keine Gelegenheit gegeben wird sich zu langweilen. Zwar ist es für ein RPG mit ca. 30 Stunden relativ kurz, aber es ist immerhin besser ein fließendes Tempo zu haben.

Der PS5 Gameplay Vorteil

Das Review basiert auf die PS5 Version und bekommt dadurch eine leicht bessere Bewertung, da die vergleichsweise wesentlich kürzere Ladezeiten (1-3 Sekunden vs. über 10 Sekunden) kumulativ viel ausmachen. Dies ist vor allem ein Faktor in Verbindung mit dem Tempo und den Nebenmissionen, die häufig in anderen Bereichen aufzufinden sind.

Screenshot von Sword and Fairy: Together Forever

Grafik & Sound

Das größte Highlight ist wohl die sowohl wortwörtlich fantastische als auch exotische Optik. Abgesehen vom Vorgänger gibt es auf Konsolen so gut wie nichts Vergleichbares, da Spiele aus dem asiatisch chinesischen Raum eher eine Seltenheit sind. Bei den Sekten kommen bildgewaltige Ausblicke zum Vorschein, mit der kulturellen außergewöhnlichen exotischen Fantasy Architektur.

Am markantesten ist der Anblick der Tianshi Sekte. Dort sind auf dem Trainingsplatz Schüler im Gruppen Martial Arts Training aufzufinden. Das auffälligste ist fast gleich beim Eingang zu sehen. Es fliegen Mitglieder der Sekte auf ihren Schwertern, ein Merkmal der Sword and Fairy Reihe, zudem der allererste Sword and Fairy Titel damit im Intro anfing.

Screenshot von Sword and Fairy: Together Forever

Ein großes Lob bekommen die Kampfszenen. Sie sind zwar selten, dafür jedoch teilweise sehr gut ausgeführt. Der Grund dafür ist der gute Einsatz der Stärken des Mediums. In diesem Fall der Verzicht auf exzessive Schnitte. Dies ist ein chronisches Problem in chinesischen TV-Serien und sogar aktuellen Hollywood Produktionen, da Kampfszenen extrem aufwendig sind und lieber mit tausenden von Schnitten getrickst wird.

Hier gibt es beispielsweise eine lange komplette Szene ohne Schnitte unter Einsatz von Kamerafahrten. Einen Tadel gibt es aber trotzdem. Es wird viel zu häufig in einer Nahaufnahme gezeigt, wie die Charaktere in Haaresbreite ausweichen.

Der kulturelle Einfluss ist auch bei den Charakteren zu sehen. Man kann sie beispielsweise bereits sofort an der extrem stilisierten Kleidung erkennen. Yue Qingshu und Xiu Wu fallen besonders durch ihre elegante Extravaganz aus. Zwar machen sie Funktionstechnisch durch die stellenweise lange Kleidung nicht viel Sinn, aber da es sich hier um High Fantasy handelt, soll dem diese Ausnahme gegönnt sein.

Das Gleiche gilt auch für die Waffen. Yue Qingshu benutzt zum Beispiel das klassische Taichi Jian Design, dem über 2000 Jahren alten chinesischen zweischneidigen Schwert, das vor allem durch den kleinen Handschutz, relativ dünnen Klinge und niedrigen Gewicht (ca. 600g bis 1kg) geprägt ist. Xiu Wu verwendet im Gegensatz dazu eher eine Fantasy Schwert Version, das möglicherweise vom Schwert von Goujian inspiriert wurde.

Während die Anfangswaffen noch realistisch erscheinen, geht es danach schnell über zu den stark stilisierten Fantasy Designs über.

Bei den Gegnern trifft man auf altbekannte Typen wie z.B. Wölfe oder Golem ähnliche Wesen wieder. Dazu kommen auch noch weitere originellere hinzu wie z.B. die niedlichen Wesen, die wie überdimensionierte Pfirsiche aussehen oder bedrohlichere Greise-Geister mit Messern und mehr. Es gibt zwar nicht übermäßig viele, aber es ist genug, dass es bei keinem der Bereiche alte Gegner auftauchen.

Musikalisch kann man mit einer ganz frischen Mischung von Instrumenten erwarten. Die instrumentale Titelmusik verwendet beispielsweise die Flöte als Hauptinstrument. Bei gefährlicheren Momenten kommt beispielsweise das Streichinstrument Pipa mit ihren kurzen und leicht hohen Noten zum Einsatz.

In ruhigeren Momenten und Orten kommt die traditionsreiche Guzheng (auch bekannt als chinesische Zither) zum Einsatz und verzaubert die Ohren mit ihren sanften und lang anhaltenden Klang.

Für viele Ohren wird es etwas Frisches bieten und setzt natürlich nicht nur auf traditionelle Instrumente, sondern setzt für wichtige Momente auf ein Orchester.

Insgesamt hat es ein sehr guter Soundtrack und wird für viele vielleicht sogar eine Überlegung Wert sein, die Premium Edition zu kaufen, das die OST mit 79 beinhaltet. Allerdings sollte es bald für normale Käufer möglich sein, die OST als separate DLC zu kaufen.

Die volle Titelmusik „Together“ wird vom aktuellen chinesischen Gesang Phänomen Zhou Shen gesungen und wurde gleichzeitig für das 25. Jubiläum Video eingesetzt.. Zhou Shen ist bekannt ist seinen großen Stimmenumfang und war Sieger des MTV Europe Music Award in der Kategorie Best Greater China Act. In China ist er auch vor allem dafür bekannt Titelmusikstücke für TV-Serien, oder wie bei diesem Spiel, zu singen.

Apropos chinesische Instrumente, die Guqing (ebenfalls eine Art Zither und war als Musikinstrument der Gelehrten bekannt) kommt anscheinend nicht direkt oder oft zum Einsatz. Aber dafür ist sie in den Musikstücken der vorherigen Spiele innerhalb der Enzyklopädie aufzufinden und werden direkt im Kommentar erwähnt.

Screenshot von Sword and Fairy: Together Forever

Fazit

Sword and Fairy: Together Forever ist technisch ein erfolgreicher Sprung in die nächste Generation. Die Story und das Gameplay fallen zwar nicht allzu besonders auf, bieten jedoch immer noch eine gute Unterhaltung mit wenig Frust und mehrere Schwierigkeitsgrade, damit jeder seinen Spaß haben kann.

Der Entwickler Softstar Bejing hat es diesmal mit der Unreal Engine es geschafft ein visuell prachtvolles Spiel zu erschaffen. Kombiniert mit dem kraftvollen Soundtrack, bringt es das Spiel knapp in den überdurchschnittlichen Bereich. Weiterhin wurde der Preis mit 39.99€ sehr gut gewählt und macht es somit zu einer leichten Empfehlung. Übrigens soll nächstes Jahr die Handelsversion erscheinen.

Meine Zeit mit Sword and Fairy: Together Forever war durchgehend Unterhaltsam mit einer genau richtig liegenden Spielzeit für das was geboten wird. Audiovisuell ist es bisher ohne Frage eines der Favoriten des Jahres. Für langjährige Fans der Reihe könnte das streamlining ein wenig zu stark ausgefallen sein, weshalb die Enttäuschung teilweise verständlich ist.

Der Versuch vom Gameplay Softreboot diesmal relativ gut gelungen ist. Man kann auf die Zukunft der Sword and Fairy Reihe richtig gespannt sein. Wird es vielleicht noch mehr Action orientiert sein oder vielleicht sogar mehr in Richtung Jade Empire? Schließlich hatten einige der Vorgänger bereits mehrere Enden.
Abschließend ist zu erwähnen, dass der Titel (PS4 und PS5) immer noch mit Patches beliefert wird, um die verschiedenen kleineren technischen Ungereimtheiten auszubessern.

Pro

  • Einfaches Action RPG für jeden...
  • Unterhaltsame einfache Story und Charaktere...
  • Guter Spielfluss auf PS5 durch kurze Ladezeiten...
  • Fantastisches exotisches visuelles Design
  • Unterstrichen mit einem tollen Soundtrack mit chinesischen Instrumenten
  • Riesige Enzyklopädie das auch teilweise den Soundtrack der Vorgänger beinhaltet

Contra

  • ...mangelt aber dafür ein wenig an Tiefe
  • ...ist aber dafür ein wenig seichter als dessen Vorgänger
  • ...wobei die PS4 Fassung unter langen Ladezeiten leidet

Wertung

Testergebnis: 8.0

8.0 Gut

Kaufempfehlung

85% Kaufempfehlung

85%Sehr empfehlenswert

Getestet wurde Sword and Fairy: Together Forever auf PS5 von Soul-1. Das Spiel lag uns zum Zeitpunkt von unserem Test in Version 1.160.009 vor. Das Test Exemplar / der Review Code für Sword and Fairy: Together Forever wurde uns von eastasiasoft kostenlos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!