Review

Everybody’s Golf VR

Veröffentlicht am 04.06.2019

Everybody’s Golf VR

Golfschläger schwingen in der virtuellen Realität

Schon 2017 kam mit Everybody's Golf der damals neuste Teil der schon seit 1997 existierenden Serie für PlayStation 4 raus. Jetzt setzt Entwickler Clap Hanz noch eins drauf und wagt den Schritt auf PSVR. Everybody's Golf VR ist ein eigenständiges Spiel und kein neuer Teil oder nur ein VR-Upgrade. In diesem Test erfahrt ihr, wie sich der Schritt in die virteulle Realität anfühlt und im Vergleich zur "normalen" Version abschneidet.

Everybody’s Golf VR

Pro

  • detailreiche, liebevolle Grafik
  • niedlicher Comiklook
  • sehr gute Ball- und Schläger-Physik
  • abwechslungsreiche Golfplätze

Contra

  • kein richtiger Karriere-Modus
  • leider kein Multiplayer
  • Freispielen dauert recht lange
  • Schwierigkeitsgrad kann frustrieren

Hole in One oder Triple Bogey?

Everybody's Golf ist zurück und diesmal in VR! Zu Beginn werden erstmal ein paar Daten abgefragt, um die Steuerung optimal an euch anzupassen. Dazu wählt man, ob man mit Move oder Controller spielen möchte, Rechts- oder Linkshänder ist und gibt an, wie groß man ist. Man wird dabei die ganze Zeit durch ein Tutorial geführt, das kurz die Steuerung und alles Weitere erklärt und kann dann gleich ein paar Schläge auf der Driving Range versuchen. Gut gelöst, man startet einen Schlag immer im Trainingsmodus, wo man den Schwung und die zu erwartende Flugrichtung und Geschwindigkeit des Balls optisch gezeigt bekommt, jedoch ohne dass der Ball sich bewegt. Erst wenn man sich sicher fühlt, wechselt man mit der Move-Taste in den Ansprechmodus, bei dem man dann genau einen Versuch hat, um den Ball wie zuvor geübt zu treffen. Durch diese clevere Lösung kann man sich ohne Fehlschläge schonmal grob an den Schlag herantasten, um dann hoffentlich auch im Ansprechmodus das gelernte Perfekt zu wiederholen. Das Spiel bietet drei 18 Loch Golfplätze, vier Schlägersets, gespiegelte Kurse und je ein kurzes und ein langes Tee. Dazu kommen noch verschiedene Caddys (und Kostüme), sowie diverse Lochvarianten (Normal, Tornado, usw.). Spielen kann man entweder zufällige 3 Löcher, die ersten 9, die letzten 9 oder alle 18 Löcher des gewählten Golfplatzes.

Everybody’s Golf VR

Gameplay & Steuerung

Das Spiel lässt sich wahlweise per Move Controller oder Dual Shock steuern, wobei es sich natürlich für die bessere Golferfahrung anbietet den Move Controller zu nutzen. Aber auch mit dem Dual Shock wird die Bewegung vernünftig getrackt und es lassen sich mit etwas Übung gute Schläge erzielen. Zum Training und ggf. ausprobieren, welche Steuerungsoption einem besser liegt, bietet sich auch erstmal ein Besuch der Driving Range oder des Übungsgeländes an. Dort kann man beliebig oft die Abschläge, Chip-ins oder das Putten von verschiedenen frei wählbaren Positionen ausprobieren. Wenn man sich sicher genug fühlt kann man dann auf dem ersten der drei Plätze mit zufälligen drei Löchern starten. Alles Weitere, wie auch unterschiedliche Caddys, Schläger oder gespiegelte Kurse muss man nämlich zuerst freispielen. Im Prinzip kann jeder, der schonmal Golf oder Minigolf gespielt hat auch direkt loslegen, denn die Steuerung des Schlägers ist selbsterklärend. Doch hier haben wir den klassischen Fall von leicht zu erlernen und schwer zu meistern. Die kleinste Fehlbewegung oder das Ignorieren des Winds wird ggf. sofort bestraft. Man hat immer nur einen Versuch und es gibt zwar eine Replay Funktion, mit der man sich den Schlag aus verschiedenen Perspektiven ansehen kann aber keine Möglichkeit einen Fehlschlag zu wiederholen. Der Ball muss dort weitergespielt werden, wo er landet - es sei denn, er ist unspielbar. Die Schläger lassen sich nach Belieben wechseln, doch man bekommt eigentlich meist den besten Schläger für die jeweilige Distanz voreingestellt. Mit der Kreis-Taste kann man sich den Kurs aus der Vogelperspektive anschauen, was besonders bei hügeligem Gelände von Vorteil ist. Die Schlagrichtung lässt sich nach links oder rechts korrigieren, um dem Wind oder Unebenheiten im Gelände entgegenzuwirken. Der Rest muss einzig und alleine über den perfekten Schwung gesteuert werden. Übung macht den Meister.

Everybody’s Golf VR

Grafik & Sound

Grafisch bietet Everybody's Golf VR eine detaillierte Umgebung im Comiclook, bei der man sich dank VR auch sofort mitten auf einem Golfplatz fühlt. Besonders eindrucksvoll ist hierbei der Dinosaurier Kurs, der neben der schönen Landschaft auch noch eine Menge unterschiedliche Dinos bietet. Aber auch die Strandkulisse vom zweiten Platz oder der "normale" Golfplatz braucht sich nicht zu verstecken. Überall sind liebevolle kleine Details zu finden, wie zum Beispiel Zeppeline, Flugzeuge, bunte Pflanzen oder verrückte Kleintiere, die über den Platz rasen. Der stimmige Sound rundet dabei die Atmosphäre perfekt ab und die deutsche Synchro ist ebenfalls gut gelungen. Man wird sowohl von der Empfangsdame, wie auch von den Caddys immer nett begrüßt und in kleinen freispielbaren Events auch noch etwas direkter angesprochen. Lediglich die Kommentare auf dem Platz wiederholen sich sehr schnell, sind aber immer motivierend.

Everybody’s Golf VR

Fazit

Als Fan der Serie habe ich mich sehr über die VR Umsetzung gefreut und diese ist auch sehr gut gelungen. Beim Tracking hatte ich ein wenig Probleme die richtige Position für die Kamera zu finden, damit im Stehen spielend sowohl der Kopf als auch der Schläger optimal erfasst werden kann. Ist die perfekte Kameraposition gefunden (bei mir ca. 1m Höhe bei 1,5m Entfernung und leicht nach oben geneigt) dann lassen sich wirklich erstaunlich präzise Schläge ausführen. Doch dazu benötigt man schon ein wenig Übung und das Spiel ist weit weniger Zugänglich als die Vorgänger (ohne Bewegungstracking und VR). Aber auf einem echten Golfplatz dauert es deutlich länger, bis man die Platzreife hat, daher hat der Entwickler hier einen guten Mittelweg zwischen Simulation und Arcade gefunden. Die drei Kurse mit je 18 Löchern sind sehr abwechslungsreich und anspruchsvoll. Um gute Ergebnisse zu erzielen, kann es hilfreich sein mit dem Schlägerset für Anfänger und dem Tornado-Loch zu starten, um nicht gleich gefrustet zu werden. Mit etwas Einarbeitung kann man dann auf das normale Loch und ein fortgeschritteneres Schlägerset wechseln. Sehr gut gefallen hat mir auch der Trainingsmodus, wo man beliebige Schlagdistanzen üben kann. Etwas enttäuschend ist die Tatsache, dass es weder einen echten Karriere-Modus (wie beim nicht VR Vorgänger) noch einen Multiplayer gibt. Lediglich in Leaderboards kann man sich mit den Freunden oder dem Rest der Welt messen. Insgesamt ist es aber eine fantastische Golfsimulation im niedlichen Comiklook mit sehr guter Physik-Engine und eine klare Kaufempfehlung für Hobby Golfer und alle, die es noch werden wollen und eine PSVR zu Hause haben. Momentan gibt es kein besseres Golfspiel für PSVR.

Getestet wurde Everybody’s Golf VR auf PS4 von Tobias Creter. Das Spiel lag uns zum Testzeitpunkt in Version 1.0 vor.

Das Test-Exemplar / der Review-Code für Everybody’s Golf VR wurde uns von Sony Interactive Entertainment Europe kostenlos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!