Ghost of a Tale Review

01.04.2019 » Tobias Creter

Ghost of a Tale

Eine clevere kleine Maus in einer Welt voller Ratten

Ghost of a Tale ist ein über Crowdfundig finanziertes Spiel, das nach einer langen Early-Access-Phase nun endlich offiziell für PS4, Xbox One & PC Erschienen ist. Es handelt sich dabei um eine Schleichspiel mit Rollenspiel-Elementen und kleineren Rätseln. Ob diese Mischung im Test überzeugen kann erfahrt ihr nun hier.

Ghost of a Tale

Pro

  • abwechslungsreiches Leveldesign
  • interessante & witzige Dialoge
  • viel zu entdecken
  • dynamische Tag- / Nachtwechsel
  • stimmungsvoller Soundtrack

Contra

  • Karte leicht unübersichtlich
  • Schlüssel können schnell übersehen werden
  • Kamera nicht immer optimal

Begleitet Mausbarde Tilo bei der Suche nach seiner Frau

Die kleine Maus Tilo findet sich unschuldig in einer mittelalterlichen Gefängniszelle, auf der von Ratten regierten Burg Dieruin, wieder. Doch irgendjemand meint es wohl gut mit ihm und hilft ihm aus der Zelle zu fliehen. Nun schleicht Tilo durch das Verließ und versucht irgendwie seine Frau wiederzufinden, von der er getrennt wurde. Dabei sammelt er allerlei Käfer, Pilze und andere Nahrungsmittel, um bei der langen Reise nicht zu verhungern. Er trifft immer wieder auf andere Charaktere, die seine Hilfe benötigen. So erledigt er fleißig Quests, um seinem Ziel Stück für Stück näher zu kommen und herauszufinden, was mit seiner geliebten Frau Merra geschehen ist.

Ghost of a Tale

Gameplay & Steuerung

Gesteuert wird aus 3rd Person Ansicht mit frei drehbarer Kamera. Grundsätzlich kann man laufen, rennen, springen und schleichen. Äußerdem noch mit Gegenständen interagieren und diese Benutzen / Werfen. Ab und zu ist die Kamera nicht optimal platziert und die NPC- / Objektinteraktion funktioniert nicht an jeder Position aber das sind nur Kleinigkeiten, die nicht weiter negativ aufgefallen sind. Das gleicht das Spiel mit Charme und einer tollen Story auch locker wieder aus. Ghost of a Tale ist ein Stealth Rollenspiel, dh. man versucht möglichst unentdeckt zu bleiben, was nicht immer einfach ist, denn die Ratten haben einen relativ großes Sichtfeld und verdammt gute Ohren. Aber wenn man mal entdeckt wird schafft man es meist noch unbeschadet bis zum nächsten Versteck.

Im Verlauf des Spiels sammelt man Erfahrungspunkte, durch die man Fähigkeiten verbessert. Außerdem erlernt man durch das Abschließen von Quest immer mal wieder etwas Neues hinzu und kann durch das Sammeln von Kleidung nicht nur sein Äußeres anpassen, sondern ändert dadurch auch einige Eigenschaften, wie zB. Schnelligkeit, Regeneration, oder Widerstandfähigkeit. Andere Charaktere nehmen Tilo durch die Verkleidung auch anders wahr und reagieren unterschiedlich. So braucht man sich mit Rüstung nicht mehr vor den Ratten verstecken, da sie Tilo nun für einen sehr kleinen Rattensoldat halten. Dafür ist man mit einer klapprigen Rüstung leider deutlich langsamer und kann auch nicht mehr springen. Das Spiel hat verfügt über dynamische Tag- und Nachtwechsel und oft muss man auch zu einer bestimmten Tageszeit irgendwo sein, um eine Quest erfüllen zu können. Zum Überbrücken sinnloser Wartezeit könnt ihr eine beliebig langes Nickerchen in freistehenden Betten machen.

Sehr gut gefallen hat mir auch das clevere Leveldesign. Tilo erkundet nach und nach neue Gebiete, entdeckt dabei aber auch immer wieder Geheimgänge und Abkürzungen. Schade, dass die Karte relativ ungenau ist und man dort nicht erkennen kann, welches Gebiet woran anschließt oder wo die Geheimgänge sind.

Ghost of a Tale

Grafik & Sound

Ghost of a Tale ist durch ein Crowdfunding bei Indiegogo finanziert worden. Das sehr kleine Entwicklerteam von SeithCG hat dabei eine wirklich tolle Arbeit geleistet und ein sehr schönes und stimmungsvolles Spiel kreiert. Vor allem durch die Tag- / Nachtwechsel entstehen oft Szenen, die zum kurzen Verweilen und Genießen der Aussicht einladen. Auch ein Fotomodus ist enthalten, für den Fall, dass ihr eure tollsten Momente zur Erinnerung als Screenshots sichern möchtet. Die Atmosphäre des Spiels wird durch den hervorragenden Soundtrack wunderbar untermalt und verstärkt. Und auch die Soundeffekte können sich hören lassen, auch wenn diese sich ein wenig zu oft wiederholen. Hier hätte ein wenig mehr Abwechslung gut getan. Insbesondere die Grunzlaute der Ratten haben irgendwann doch genervt.

Ghost of a Tale

Fazit

Das Setting und der Mix aus Rollenspiel und Stealth hatte mich vorab schon extrem neugierig auf das Spiel gemacht. Mit fast allen Nebenquests kam ich auf knapp 20 sehr unterhaltsame Stunden mit Ghost of a Tale und wurde nicht enttäuscht. Die Story ist wirklich großartig und wird auch toll erzählt. Über die Rollenspiel-Elemente erhält man immer neue Fähigkeiten und kann in der offenen aber noch überschaubaren Spielwelt immer wieder neue Abkürzungen entdecken. Diese sind auch nötig, denn man bereist jeden Ort mehr als ein Mal. Die abwechslunsgreichen Quests schicken Tilo auch in die abgelegensten Ecken. Leider ist die Karte da manchmal nicht ganz so hilfreich, wie sie es hätte sein können. Manchmal irrte ich verloren umher und wusste nicht wirklich wo ich hin soll. Achtet immer gut auf die Umgebung und die Ratten, sonst könnt ihr schnell mal einen wichtigen Schlüssel übersehen und steckt fest. Aber abgesehen von ein paar Kleinigkeiten ist Ghost of a Tale ein großartiges Spiel mit einer schönen Spielwelt und dem dazu passenden Soundtrack. Wer gerne auf Entdeckungsreise geht, dem kann man das Spiel sehr empfehlen.

Getestet wurde Ghost of a Tale auf PS4 von Tobias Creter.

Das Test-Exemplar / der Review-Code für Ghost of a Tale wurde uns von SeithCG kostenlos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!