Guilty Gear Review

24.05.2019 » Soul-1

Guilty Gear

Die Geschichte eines jungen rebellischen Daisuke Ishiwatari und die Entstehung von Guilty Gear

Es ist kaum zu glauben, dass schon über 20 Jahre seit dem Erscheinungstermin des Originals vergangen sind. Laut Wikipedia war es eine Periode wie heute, in der Kampfspiel Entwickler versucht haben einsteigerfreundlichere Spiele zu gestalten. Daisuke Ishiwatari wollte etwas anderes probieren. Mit einer Gruppe von 12 Kollegen entstand das Team Neo Blood. Nach ca. eineinhalb Jahre in Entwicklung erschien im Jahre 1998 Guilty Gear exklusiv auf der PlayStation und erfreute sich großer Beliebtheit. Wer hätte gedacht, dass es der Anfang von etwas Größerem war…

Mittlerweile ist Daisuke Ishiwatari mit dem Alter gereift und anscheinend hat sich seine Sichtweise geändert. Dadurch erscheinen aktuell einsteiger freundlichere Kampfspiele aus dem Hause Arc System Works. Guilty Gear Xrd, Blazblue Cross Tag Battle, Granblue Fantasy Versus und zu guter Letzt die große Überraschung vom letzten Jahr in Zusammenarbeit mit Bandai Namco. Dragon Ball FighterZ

Guilty Gear

Pro

  • Frische einmalige Ideen aus der Vergangenheit
  • Grafisch gut gealtert
  • Ein Stück Videospiel Geschichte
  • Prototypartiges Gameplay

Contra

  • Klassisch nur 3 Spielmodi
  • Freigeschaltete Charaktere nicht in Normal Mode (Arcade) spielbar
  • Bedingungen für das freischalten eines Charakters ist zu schwer

Story: Neue Energiequelle. Neue Probleme.

Im Jahre 2010 wurde eine unendliche Energiequelle entdeckt. Anscheinend so wundersam, dass diese sogar den Namen „Magic“ verpasst bekam. Trotz der Lösung eines der größten Probleme kann darauf Verlass sein dass andere auf weniger keusche Ideen kommen. Wie zum Beispiel Testversuche an Menschen und Tieren mit der Magie. Aus den Versuchen entstanden dann neue lebendige Waffen: die „Gears“.

Wie es der Zufall will erlangten die „Gears“ ihren eigenen Willen und richteten sich letztendlich gegen ihre Erschaffer unter der Führung des mächtigen „Gears“ Justice. Dieser Kampf zog sich lange hin und ist seitdem als „Crusade“ bekannt.

2180… Fünf Jahre nach dem Beenden des Krieges und dem Wegsperren von Justice in einer anderen Dimension kam eine neue Information. Ein „Gear“ namens Testament plant Justice aus der Gefangenschaft zu befreien.

Um dem entgegenzuwirken wurde entschieden ein Turnier zu veranstalten, um die fähigsten Kämpfer zu suchen. Das Ziel: Testament aufzuhalten…

Von einer Story ist hier nicht allzu viel zu sehen. Der Jahrgang des Spiels lässt es einen bereits vermuten. Abgesehen von Gespräch mit den letzten beiden Gegnern und einer Endsequenz gibt es nicht mehr zu erwarten.

Guilty Gear

Gameplay & Steuerung

Arcade, Versus und Training das sind die einzigen Spielmodi die ihr serviert bekommt. Ganz nach klassischer Art. Mit 10 + 3 freispielbaren Charakteren kann hier nicht wirklich geprotzt werden. Aber das ist eine Sache der Perspektive, denn es ist durch und durch eine reine Portierung. Eine Reise zurück in die Zeit wie in einem Museum.

Da hier nicht mal Online Multiplayer spendiert worden ist, gehe ich davon aus das die Entwickler es mehr als Kuriosum ansehen. Nach persönlicher Erfahrung wird es nicht in Turnieren gespielt. Mit den zwei anderen großen Nachfolgern sieht es anders aus. Eines davon ist zusammen mit diesem Spiel erschienen. Mehr darüber findet ihr im separaten Review.

Guilty Gear hat von Anfang an die Tastenbelegung der Reihe bis heute zum größten Teil geprägt. Punch, Kick, Slash, Hard Slash und Respect sind erhalten geblieben. Verschiedene Mechaniken wurden abgeändert übernommen. Dust prügelt den Gegner in die Luft für ein extra nachsetzen. Faultless Defense transferiert auf Wunsch den Block Schaden auf den Spezialbalken.

Jeder Charakter hat seinen eigenen aufladbaren Angriff. Bis zur dritten Stufe reichen die Ladungen. Die Effekte davon können sich meist sehen lassen.

Combos sind durch „Gatling“ stark vereinfacht. Hier wird einfach von schwach zu starken Angriffen eingegeben und die Angriffssequenz wird leicht ausgeführt. Capcoms Darkstalkers hatte damals bereits diese Mechanik.

Bewegungsmöglichkeiten sind hier sehr ergiebig. Luft Sprint, normale Sprünge, super Sprünge, Rennen, etc. geben dem Spiel einiges an Freiheiten den Gegnern auf die Pelle zu rücken.

Der wohl größte Kracher in Sachen Mechanik ist wohl der Instant Kill. Der Name lässt es einen schon vermuten. Beim Treffer ist es Schluss mit dem Kämpfen. Richtig gelesen! Egal ob überhaupt eine Runde gewonnen worden ist oder nicht. Es ist sofort Ende der Fahnenstange. Um einen Instant Kill zu erzielen, gibt es zwei Bedingungen. Der...

1. Initiation Angriff muss den Gegner berühren.

2. Angreifer muss mit Vierteldrehung nach vorne und Angriff Eingabe den Instant Kill ausführen.

3. Verteidiger kann sich mit der Eingabe Vierteldrehung nach hinten und Angriff verteidigen.

Hier kommt der Clou. Instant Kill kann jederzeit ohne Beschränkung eingesetzt werden. Der Gedanke dahinter? Ständige Spannung. Zu jederzeit könnte das Match mit einem unerwarteten Angriff enden.

Nüchtern gesehen ist das Gameplay aus heutiger Sicht wie ein Prototyp. Viele Ideen sind da rein geflossen und bilden eine interessante Basis. Von Balance braucht man hier nicht zu reden. Einige Charaktere sind viel stärker als andere. Spaß ist hier trotzdem zu finden.

Der Normal Mode hat einen großen Nachteil. Alle zusätzlich freigeschalteten Charaktere sind dort nicht spielbar. Nur Training und Versus bleiben da noch übrig. Für Solo Spieler sind die extra Charaktere eher Trophäen als großer Gameplay Bonus.

Apropos extra Charaktere… Baiken die einarmige Samurai muss unter schweren Bedingungen freigeschaltet werden. Und zwar muss man dazu mit Ky oder Sol ohne zu verlieren den Normal Mode durchspielen. Hört sich nicht so schwer an. Sobald Instant Kill und Boss Charaktere ins Spiel kommen wird es zur reinsten Tortur. Ich konnte es nur auf die Schnelle schaffen, nachdem ich mit Sol eine unendliche Combo gegen die CPU gefunden habe. Das war zum Zeitpunkt wo ich am Aufgeben war.

Guilty Gear

Grafik & Sound

Genauso wie alle anderen Sprite basierten Kampfspiele kann hier locker eine Tatsache festgestellt werden. Sie altern viel besser als Spiele die Polygone verwenden. Beim Design wurde hier extra wert gelegt einen anderen Ton anzusetzen. Laut Geschichten zufolge soll es von der Manga Reihe „Bastard!!“ inspiriert sein. Einem Genre mix aus Heavy Metal, Dark Fantasy.

Wo wir gerade von Metal sprechen. Die Musik richtet sich angeblich nach Metal und Rock. Angeblich, weil ich nicht gerade Profi in Sachen Musik bin. Was ich hier sagen kann ist, dass der Soundtrack prägnant ausgefallen ist. Es kommt nicht so oft vor das mir die Musik im Kopf bleibt und ich sie sogar einem Charakter zuordnen kann.

Vielleicht ist dies kein Zufall, denn überall im Spiel sind Anspielungen auf Metal und Rock verteilt.

Guilty Gear

Fazit

Eines ist klar, nach heutigen Maßstäben würde dieses Spiel höchstwahrscheinlich kein Blumentopf gewinnen können. Das soll es in diesem Fall auch nicht. Wie bereits erwähnt ist Guilty Gear mehr ein Kuriosum als ein Top Spiel. Es ist ein Blick zurück zum Anfang dieser Kult Serie und deren Ideen.

Vielleicht sollte es einfach wie ein Museumsgang angesehen werden. Für Veteranen könnte es ein lustiger Ausflug in den skurrilen Ursprung werden. Für andere die ein gutes Kampfspiel suchen denen Empfehle ich das andere Guilty Gear, das zusammen erschienen ist.

Der Preis ist für das gebotene leider zu hoch geraten. Vor allem verglichen mit anderen Plattformen. Weshalb ich es aktuell auf der Nintendo Switch nur für Hardcore Kampfspieler oder Guilty Gear Fans empfehlen kann.

Bei Interesse an beiden Guilty Gear Spielen ist es empfehlenswert die physische Version zu kaufen, da sie extra Goodies enthält und das zum gleichen Preis (beide Spiele zusammengenommen).

Getestet wurde Guilty Gear auf Switch von Soul-1.

Das Test-Exemplar / der Review-Code für Guilty Gear wurde uns von PQube Ltd kostenlos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!