Review

Kill la Kill -IF

Veröffentlicht am 24.07.2019

Kill la Kill -IF

Endlich ein Kill la Kill Spiel!

Kill la Kill ist ein Name der damals in Anime Kreisen extrem häufig zirkuliert ist. Das Erschaffer Studio TRIGGER hat nicht nur das beliebte Kill la Kill zur Welt gebracht, sondern das ebenfalls berühmte Gurren Lagann (Ein Mech Anime). Beide Serien sind für ihren abgefahrenen Stil bekannt, sei es Thematisch oder Visuell. Nun kommen wir zum Spiel. „Kill la Kill – IF“ ist ein Spiel von A+ Games (Little Witch Academia), während Arc System Works (Dragon Ball FighterZ) diesmal die Rolle des Publishers übernimmt und das alles unter Aufsicht von Studio TRIGGER. Hört sich doch schon mal nach einem starken Aufgebot an oder?

Die Überraschung hierbei ist das Genre des Spiels. Kampfspiel? Ok, dafür ist ASW bekannt. Diesmal ist es kein 2D, sondern ein 3D Arena Kampfspiel wie Beispielsweise Naruto: Ultimate Ninja Storm, J-Stars Victory VS, etc.

Umso interessanter ist die Frage wie der Schritt ins Neuland diesmal ausgegangen ist...

Kill la Kill -IF

Pro

  • Charaktere sind grafisch nahe am Anime
  • Brandneue Story
  • Gameplay überzeugt mit Simplizität und Tiefe

Contra

  • Inhalt unter dem ASW Standard
  • Story eignet sich mehr für Fans

Kleider machen Leute?

In der Welt von Kill la Kill existieren Uniformen die das Potenzial des Menschen zu 100 % entlocken kann. Das sind die sogenannten Goku Uniformen (hat nichts mit dem anderen Gokus zu tun). Das Geheimnis dahinter? Lebensfäden! Ein ganz spezielles Material aus den die Uniformen produziert werden.

Diese besonderen Uniformen werden in der Honnoji Academie eingesetzt. Hinter diesem mysteriösen Material steckt noch mehr dahinter und stellt sogar eine Gefahr für die Menschheit dar. Im Laufe der Geschichte wird das Mysterium aufgelöst.

Satsuki Kiryuin übernimmt diesmal die Hauptrolle als Hauptcharakter. Ryuko Matoi spielt ebenfalls eine große Rolle. Nach dem ersten durchspielen wird sie als zweite Geschichte mit ihrer Perspektive freigeschaltet. Mit dabei sind die "Elite Four" die vier verschiedene Disziplinen repräsentieren wie z.B. Musik, IT, S/M und Kendo. Die skurrilen Antagonisten sind besetzt mit Nui und Ragyo. Natürlich darf nicht Mako als Gastcharakter nicht vergessen werden, obwohl sie vorerst nicht spielbar ist.

Um eine komplizierte Story müsst ihr euch nicht sorgen. Im Gegenteil sie ist ganz einfach. Vielleicht ist die Einfachheit das größte Problem am Story Mode, denn hier sind nur wenige Charaktere und Bühnen zu erwarten, um genau zu sein alle die Spielbar sind. Also ähnelt es eher einem Theater als Anime. Des Weiteren wird keiner der Charaktere wirklich eingeführt, d.h. Vorkenntnisse sind von Vorteil.

Mehr Informationen über die Welt von Kill la Kill findet ihr in Textform als Glossar in der Gallery.

Puh, was kann man über den Story Mode erzählen. Im Grunde genommen ist es ein ständiges hin und her zwischen den drei Parteien: Satsuki, Ryuko und Ragyo. Wenn ich es nicht besser wissen würde, könnte man es als Kurzfassung Version des Anime, mit einem eigenen Twist (inklusive 2 exklusive Formen) am Ende, ansehen. Vergleichbar mit Film der OVA Versionen von Anime-Reihen, aber mit weniger Budget und Exposition. Beide Geschichten sind jeweils in 10 Episoden aufgeteilt.

Der Story Mode hat seinen Charme, trotzdem ist es schwer zu sagen ob Neueinsteiger genauso viel Unterhaltung abgewinnen können wie Fans oder ob das Interesse zum Anime geweckt werden kann.

Um für euch die Erwartungen schobn mal richtig zu setzen, Fans von Kill la Kill können hier mit einer Nebengeschichte rechnen anstatt Prequel oder Sequel.

Abgesehen von der Geschichte hat der Story Mode noch mehr zu bieten. Womit wir zu den Inhalten kommen und darauffolgend das Gameplay.

Kill la Kill -IF

Inhalt

Insgesamt stehen am Ende 10 Charaktere und 6 Arenen zur Auswahl, weitere Charaktere sollen als DLC folgen. Darunter Fan Favorit Mako. Alle haben teilweise sehr unterschiedliche Kampfstile, nicht wenige haben besondere Mechaniken die sie noch weiter von den anderen Unterscheiden. Das Gleiche gilt für die Arenen. Jedes von denen hat eine andere Form, welches den Kampf ebenfalls beeinflusst.

Zuerst muss der Story Mode gespielt werden, alles andere steht nicht zur Auswahl. Darin werden Modis, Charaktere und extra Goodies freigeschaltet. Das Besondere am Story Mode sind die verschiedenen speziellen Situationen, in die dich das Spiel wirft. Beispielsweise ein 1 gegen 2 Kampf bei dem besiegte gegnerische Charaktere ausgetauscht werden oder auch andersrum bei Bosskämpfen wo verschiedene Verbündete dir Hilfe leisten.

Interessanterweise ist das Tutorial der erste Kapitel um sicherzugehen, dass jeder Spieler die Grundlagen beherrscht und kann jederzeit unter Tutorial wiederholt werden.

Eines dieser Sondermissionen ist als extra Modi Spielbar, und zwar die Covers Challenge. Ein Kampf gegen viele generische schwächere Gegner die Covers genannt werden. In diesem Modus können drei verschiedene Spieloptionen gewählt werden. 1 gegen 100, 1-Minute Kampf und Unendlich, d.h. bis deine Lebensenergie dem Ende neigt.

Weitere Modis mit Gameplay sind ziemlicher Standard. Das typische Survival, VS CPU, VS Player und Online das in Player und Ranked aufgeteilt ist.

Für den etwas ruhigeren Moment steht die „Gallery“ bereit, wo GP, die Spielwährung, für Freischaltungen eingesetzt werden können. Die Kosten halten sich in Grenzen. Bei einem Survival von 78 konnte ich ca. 47000 GP ergattern.

Bei Digital Figure können eigene Dioramas erstellt werden, dafür stehen verschiedene Figuren/Posen/Gesichtsausdrücke bereit. Wer also gerne Fotos macht, der könnte hier eine Zeitlang seinen Spaß finden.

Im Sound Test sind alle Lieder im Spiel bereit zum Anhören… Solange genügend du genügend GP hast. Dazu gehören teilweise Songs vom Anime wie z.B. das beliebte Lied „Blumenkranz“ vom Charakter Ragyo.

Der Voice Test ist ähnlich und natürlich muss die Japanische und Englische Sprachausgaben nicht separat freigeschaltet werden. Es gibt zwar schöne extras wie z.B. Gratulationen vom Synchronsprecher. JEDOCH sind da leider keine Untertitel und dementsprechend nicht wirklich von Bedeutung für die meisten von uns. Ausgenommen Fans der Englischen Sprachausgabe, die kommen auf ihre Kosten.

Zwischenfazit: Inhalt

Kill la Kill –IF nimmt leider im Trend von wenig Inhalten in Kampfspielen Teil. Story, Covers Challenge, Survival und VS sind die einzigen Einzelspieler Modi. Jedoch ist es einigermaßen häufig, dass der erste Teil eines Kampfspiels Inhalte kurz kommen. Für ASW ist es trotzdem uncharakteristisch, da hier ein standard Arcade Mode oder ähnliches fehlt. Der Inhalt hält sich in Grenzen, dafür punktet wiederum das Gameplay.

Kill la Kill -IF

Gameplay & Steuerung

Kill la Kill –IF wird mit 6-Tasten gespielt. Nahkampf, Fernkampf, Break (kann nicht abgewehrt werden), Springen, Abwehren und Spezial Move Modifizier-Taste ist alles was gebraucht wird. Alle Tasten können neu eingestellt werden.

Basis Gameplay

Mit Abwehr schützt du dich vor Schaden und bei Eingabe einer Richtung wird ein Sidestep ausgeführt. Letzteres ist ein schneller Schritt in die gedrückte Richtung.

Wird die Sprungtaste bei der Abwehr eingesetzt, kommt es zum Homing Dash. Ein automatischer Sprint in Richtung Gegner und ist gleichzeitig ein Angriff. Der Homing Dash kann jederzeit mit einem Sidestep abgebrochen werden und führt zu mehr tiefe, da mehr Optionen in Betracht gezogen werden müssen.

Apropos Homing Dash, der kann auch in der Luft ausgeführt werden solange im Sprung ein zweites mal die Sprung Taste eingegeben wird.

Um tiefer in das Gameplay einzugehen fangen wir erstmal mit den Grundlagen an. Bei Nahkampf hat jeder Charakter drei verschiedene Anfangsangriffe mit jeweils festen Funktionen. Diese stehen universell mit der Nahkampfangriff-Taste in Verbindung:

- Neutral: Schneller Angriff

- Unten/Oben: Anti Air Angriff, d.h. es kontert Angriffe aus der Luft

- Links/Rechts: Rundumschläge gegen Gegner die gerne seitlich ausweichen.

Fernkampf hingegen kann aufgeladen werden für stärkere Versionen. Wie der Name bereits vermuten lässt sind es Angriffe die mehr Reichweite haben als Nahkampfangriffe von vorwärts Angriffe bis hin zu Projektile.

Die Wand

Einige Angriffe können den Gegner gegen die Wand schmettern und ermöglicht neue Combo Möglichkeiten, da der Gegner allem für eine lange Zeit hilflos ausgeliefert ist.

Die Mechaniken

SP Gauge

Ein Kampfspieltypischer Spezialbalken der bei Angriffen oder Einstecken von Treffern auflädt mit bis zu 4 Ladungen. Die Verwendung dieser vielseitigen Ressource sollte gut überlegt sein.

Spezial Angriffe (2SP)

Diese dramatischen Angriffe die verschiedene Verwendungen haben von hohem Schaden bis hin zum Aufladen von Sonder-Ressourcen von verschiedenen Charakteren wie Gamagoori oder Inumuta. Universell sind drei Spezial Angriffe verfügbar unter Eingabe der Spezial-Modifizier-Taste und einer der drei Grundangriffe.

Blood Valor (2SP)

Wird mit Abwehr- und Spezial-Taste aktiviert. Es ist die einzige Möglichkeit den Valor Level des Charakters zu erhöhen, die bis zu maximal 3 aufsteigen kann. Was macht den Valor Level so wichtig? Mit jedem Level werden verschiedene vorteilhafte Effekte aktiviert. Bei Valor Level 1 sind es grundlegende Fertigkeiten wie z.b. Geschwindigkeit, höherer Schaden und vieles mehr. Ab Valor Level 2 wird eines der Spezial Angriffe zum Super Angriff. Valor Level 3 ermöglicht dir den Super Art einzusetzen, ein Angriff der den Gegner sofort besiegt und gleichzeitig passive Regenerierung vom SP.

Bei Teffer wird ein dramatisches Schere, Stein, Papier System aktiviert. Hier haben beide drei Sekunden Zeit sich zu entscheiden. Der Angreifer kann zwischen SP- und Lebensenergie Regeneration oder Schaden am Gegner entscheiden. Durch die drei verschiedene Zusatzeffekte wird ein Teil des Zufallsfaktors reduziert und zum Gedankenspiel umgewandelt.

Beim Blood Valor gibt es drei mögliche Resultate:

- Initiator verliert und muss Schaden einstecken

- Unentschieden, Initiator bekommt einen Valor Level und den Effekt

- Initiator gewinnt. Das gleiche wie beim Unentschieden, bloß es geht in die nächste Runde.

Im Grunde genommen steht eine 2:1 Chance zugunsten des Initiators. Die Valor Effekte sind immens und können den Lauf des Kampfes vehement ändern.

Counter Burst (2SP)

Gleiche Eingabe wie Blood Valor, während beim Abwehren oder beim Einstecken eines Treffers. Der Counter Burst ist eine defensive Aktion das den Gegner wegbläst und gleichzeitig leicht schadet. Rettet euch vor Schmerzhaften Combos mit diesem Rettungsschlag. Setzt diese Technik strategisch ein, denn sie ist nicht günstig.

Super Art (Valor Level 3 + 4SP)

Ein ultimativer Angriff der das Match beim Treffer sofort beendet. Viele Charaktere können diese in eine Combo einarbeiten, wobei hier gesucht werden muss. Denn der Super Art ist meistens nicht besonders schnell und kann leicht abwehrt werden. Ein einfaches Einsetzen ohne sich Gedanken darüberzumachen ist nicht empfehlenswert.

Genereller Eindruck zum Gameplay

Das Gameplay sieht auf den ersten Blick Oberflächlich aus, hinter dieser unscheinbaren Fassade liegen viele Faktoren die in Erwägung gezogen werden können. SP Balken, Wände, Valor, Charakter Unterschiede und Positionierung können zwischen Sieg und Niederlage Entscheiden. Es ist ein ständiges hin und her zwischen bluffen, den Bluff herausfordern und Reaktionen. Zwischen dem Spieler und dem Spiel stehen keine komplizierten Eingaben und macht den Einstieg extrem einfach.

Von den bisher Boden basierten Arena Kämpfern (nicht Dissida NT oder Gundam Versus), gefällt mir dieses Gameplay am besten.

Man merkt das auf vieles geachtet wurde und fühlt sich nach einem ausgeklügeltes Kampfsystem an. Zugegeben wir sind nur am Anfang und neue Ideen und Techniken können gefunden werden.

Das System schwächelt sobald mehr als ein Gegner auf dem Feld ist. Denn es gibt keine Zielfunktion. Stattdessen wird automatisch der Kontrahent Angepeilt. Da lediglich Covers Challenge und Story Mode betroffen sind, ist es nicht allzu tragisch.

Die nächste Kleinigkeit ist der Kameraschwenk im Kampf zwischen beiden Charakteren. Es kam schon mal vor, das ich dadurch falsche Richtungen Eingab.

Kill la Kill -IF

Grafik & Sound

Das erste was einem bei Kill la Kill –IF Auffällt ist eindeutig die Grafik. Die Charaktere sehen absolut top aus und von den Animationen kann man das Gleiche behaupten. Es sagt vieles aus, wenn es schwierig ist zwischen dem Spiel und dem Anime zu unterscheiden.

Die Arenen sind im Vergleich zum größten Teil bescheiden ausgefallen. Vielleicht ist es die kahle Statische Optik das zu einem bemerkbaren Kontrast führt. Eine Arena sieht überdurchschnittlich gut aus.

Der Sound ist ganz klar Klasse ausgefallen. Alle Charaktere werden im Japanischen und Englischen von ihren Originalsprechern besetzt. Um noch mal nachzusetzen, gibt’s mehrere Intro Dialoge pro Charakter.

Neben der Sprachausgabe sitzt die Musik ebenfalls richtig mit individuellen Liedern und eine kleine Auswahl an Liedern aus dem Anime.

Kill la Kill -IF

Unterschiede zwischen PS4 und Switch

Der größte Unterschied ist wohl die Framerate. Bei der PS4 läuft es auf 60 FPS während die Switch sich mit 30 FPS zufrieden gibt. Der Unterschied kam mir aber beim Testen beider Versionen nicht spürbar vor.

Bei der Handheld Performance von Switch nimmt die Optik leichte einbüßen ein und sieht verschwommener aus. Im Dock waren auf den ersten Blick keine visuelle Unterschiede zur PS4 erkenntlich.

Kill la Kill -IFSwitch Version

Fazit

Kill la Kill –IF überzeugt in nahezu allen Bereichen… Abgesehen vom Inhalt. Worin hier die Krux liegt. Kampfspiele können alleine von Gameplay zum größten Teil nicht Punkten. Wer weniger auf Wert auf Multiplayer legt, kommt schnell auf die Frage: Was kommt nach Story Mode? Es ist unsicher wie lange Covers Challenge, Survival und VS CPU das Interesse lange halten, vor allem für Kill la Kill Einsteiger. Ob der Inhalt reicht muss jeder für sich selbst entscheiden.

Mein Tipp: Probiert die Demo und wenn es euch gefällt, dann wird das Hauptspiel um ein Vielfaches besser sein.

Vergisst nicht Ausschau nach den kommenden DLC Charakteren zu halten, denn die sind am Anfang Kostenlos erhältlich.

Getestet wurde Kill la Kill -IF auf PS4 von Soul-1. Das Spiel lag uns zum Testzeitpunkt in Version 1.00 vor.

Das Test-Exemplar / der Review-Code für Kill la Kill -IF wurde uns von PQube Ltd kostenlos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!