Review

Mortal Shell 2 · Test

Getestet auf PS5. Ebenfalls erhältlich für Xbox & PC.
Veröffentlicht am 27.08.2026 von Tobias Creter

Titelbild von Mortal Shell 2 (PC, PlayStation 5, Xbox Series X|S)

Ein Hauch von Elden Ring, aber mit eigener Identität

Mortal Shell 2 ist ein düsteres Open-World-Soulslike von Entwickler Cold Symmetry und Publisher Playstack, das am 20. August 2026 für PlayStation 5, Xbox Series X|S und PC erschienen ist. Das Action-RPG setzt technisch auf die Unreal Engine 5 und baut das Konzept des Vorgängers in nahezu allen Bereichen deutlich aus. Eine frei erkundbare Spielwelt, mehr Hüllen, zahlreiche Dungeons, Nah- und Fernkampfwaffen sowie deutlich mehr Möglichkeiten beim eigenen Build machen aus dem einst vergleichsweise kompakten Soulslike ein wesentlich größeres Abenteuer.

Bereits der erste Teil konnte uns überzeugen und erreichte in unserem Test starke 9,0 von 10 Punkten. Entsprechend gespannt waren wir darauf, wie sich Cold Symmetrys deutlich ambitionierterer Nachfolger schlägt. Für unseren Mortal Shell 2 Test haben wir die PS5-Pro-Version rund 85 Stunden ausführlich unter die Lupe genommen. Dabei haben wir Fallgrim erkundet, zahlreiche optionale Dungeons besucht, unterschiedliche Hüllen und Builds ausprobiert und uns auch Night Mode sowie New Game Plus angesehen.

Schon nach den ersten Stunden wird deutlich, dass Cold Symmetry nicht einfach nur mehr vom Gleichen liefern wollte. Mortal Shell 2 ist größer, schneller und spielerisch vielseitiger als sein Vorgänger. Gleichzeitig bleibt das Soulslike angenehm überschaubar und verliert sich nicht in unnötig komplizierten Systemen. Ganz ohne Blessuren kommt das Abenteuer allerdings nicht davon. Vor allem Balancing, Technik und einige fehlende Komfortfunktionen zeigen, dass selbst eine starke Hülle noch ein paar Risse haben kann.

Screenshot von Mortal Shell 2

Eine düstere Welt zwischen Tod und Wiedergeburt

Mortal Shell 2 führt dich erneut in die finstere Welt von Fallgrim, spielt allerdings viele Jahre nach den Ereignissen des Vorgängers. Umfangreiche Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Die Geschichte funktioniert weitgehend eigenständig und bleibt dabei der Tradition der Serie treu: Erwarte keine gemütliche Märchenstunde, bei der dir jedes Detail ausführlich erklärt wird.

Du schlüpfst in die Rolle des Vorboten und dienst der mysteriösen UnterMuther. Ihre über Fallgrim verstreuten Eier befinden sich in den Händen mächtiger Kreaturen und sollen von dir zurückgebracht werden. Was auf dem Papier nach einer ungewöhnlichen Ostereiersuche klingt, entwickelt sich schnell zu einer Reise durch eine groteske Welt voller Monster, Geheimnisse und ziemlich unangenehmer Zeitgenossen.

Eine zentrale Rolle spielen erneut die namensgebenden Hüllen. Dabei handelt es sich um die Körper gefallener Krieger, die du übernehmen kannst. Jede Hülle besitzt nicht nur eigene Fähigkeiten und spielerische Stärken, sondern auch eine Vergangenheit. Über Erinnerungen erfährst du nach und nach mehr über die ehemaligen Besitzer und bekommst dadurch einige der greifbareren Geschichten des Spiels präsentiert.

Die eigentliche Haupthandlung bleibt bewusst kryptisch und hält sich häufig im Hintergrund. Viel interessanter sind die bizarre Welt, ihre Bewohner und die Geschichten, die du beim Erkunden selbst entdeckst. Mortal Shell 2 erzählt lieber über Orte, Begegnungen und Atmosphäre, statt dich mit langen Erklärungen zu bombardieren. Wer gerne selbst Zusammenhänge herstellt und sich in düsteres Worldbuilding vertieft, dürfte damit deutlich mehr anfangen können als Spieler, die eine geradlinig erzählte Geschichte erwarten.

Screenshot von Mortal Shell 2

Gameplay & Steuerung

Beim Gameplay macht Mortal Shell 2 einen gewaltigen Schritt nach vorne. Aus dem vergleichsweise kompakten Soulslike des Vorgängers ist ein waschechtes Open-World-Abenteuer geworden. Die Welt ist groß genug, um ständig etwas Neues zu entdecken, aber klein genug, um nicht in kilometerlangen Ausflügen durch leere Landschaften auszuarten.

Fallgrim ist clever aufgebaut. Wege schlängeln sich um Berge, durch Ruinen, Wälder, Minen und finstere Gemäuer. Zahlreiche Abkürzungen verbinden bereits besuchte Orte miteinander. Dazu kommen jede Menge optionale Dungeons, Geheimnisse, Waffen, Hüllen und Upgrades. Wer gerne jeden verdächtigen Pfad untersucht, dürfte hier ähnlich viel Freude haben wie ich.

Besonders positiv haben mich die Dungeons überrascht. Sie bestehen längst nicht nur daraus, sich durch Gegnergruppen bis zu einer Schatzkiste zu prügeln. Immer wieder warten kleine und teilweise erstaunlich clevere Rätsel. Die Lösungen sind meist logisch und Hinweise häufig direkt in der Umgebung versteckt. Das Spiel verlangt also Aufmerksamkeit, aber selten hellseherische Fähigkeiten.

Das Kampfsystem wurde gegenüber dem Vorgänger spürbar beschleunigt. Eine klassische Ausdauerleiste gibt es nicht mehr. Sprinten, Ausweichen und Angreifen fühlen sich dadurch deutlich freier an. Trotzdem wird aus Mortal Shell 2 kein wildes Button-Mashing-Festival. Wer gedankenlos auf alles einschlägt, darf den Ladebildschirm weiterhin regelmäßig bewundern.

Ein wichtiger Bestandteil sind die acht regulären Hüllen. Harros kommt zusätzlich im Prolog zum Einsatz. Besonders gelungen ist, wie unterschiedlich sich die einzelnen Charaktere spielen. Jede Hülle besitzt eigene Stärken, Schwächen und Möglichkeiten für Builds. Ich hatte nach einiger Zeit zwar zwei bis drei klare Favoriten, wirklich langweilig oder nutzlos fühlte sich aber keine davon an.

Zusammen mit Nah- und Fernkampfwaffen, Tarsteinen und Siegeln entsteht erstaunlich viel Spielraum. Mortal Shell 2 bietet viele Builds, ohne dass ich dafür erst ein Semester in Soulslike-Mathematik absolvieren muss. Genau diese Mischung gefällt mir ausgesprochen gut.

Auch Fernkampfwaffen sind sinnvoll integriert und können einen Build tatsächlich ergänzen. Das Waffenarsenal könnte zwar noch etwas größer sein, die vorhandenen Werkzeuge unterscheiden sich dafür angenehm voneinander.

Interessant ist außerdem der Umgang mit dem Verhärten. Im ersten Mortal Shell war diese Mechanik praktisch das Markenzeichen des Spiels. Im Nachfolger ist sie nur noch eine Möglichkeit von mehreren. Wer lieber klassisch blockt oder pariert, kann seine Spielweise entsprechend ausrichten.

Das sorgt für mehr Freiheit, nimmt dem Verhärten aber gleichzeitig etwas von seiner früheren Sonderstellung. Ich hätte mir ein zusätzliches Siegel gewünscht, mit dem Blocken beziehungsweise Parieren und Verhärten parallel möglich sind. Dann könnte ich situationsabhängig entscheiden, statt mich grundsätzlich auf eine Variante festzulegen.

Weniger überzeugt bin ich vom Levelsystem. Das wurde stark vereinfacht. Statt einzelne Attribute gezielt auszubauen, steigen Werte weitgehend fest vorgegeben. Das ist angenehm unkompliziert, nimmt mir aber Entscheidungen ab. Dazu kommt, dass sich manche Verbesserungen kaum bemerkbar machen.

Auch die Progression dürfte gerne etwas schneller sein. Vor allem Tarsteine benötigen viel Zeit und Ressourcen. Gold war in meinem Test regelmäßig Mangelware und nicht jedes Level-up spendiert automatisch eine neue Einsicht. Wer gerne mehrere Builds gleichzeitig hochzieht und ständig experimentiert, wird dadurch unnötig ausgebremst.

Das Balancing ist ohnehin eine der größten Baustellen. Manche Gegner stecken erstaunlich viele Treffer ein und teilen gleichzeitig kräftig aus. Besonders nervig sind lange Angriffskombinationen, bei denen ich gefühlt noch einen Kaffee kochen könnte, bevor der Gegner endlich fertig ist. Auch bei den Bossen schwankt der Schwierigkeitsgrad stark. Manche liegen überraschend schnell im Staub, während andere nahezu pausenlos auf mich einprügeln.

Natürlich gehört Sterben zum Genre. Ein fairer Kampf darf mich gerne zwanzigmal zerlegen. Wenn ein Gegner mir aber kaum eine Gelegenheit zum Gegenangriff gibt, fühlt sich das irgendwann weniger nach Herausforderung und mehr nach Hausverbot an.

Wie schwierig ein Kampf tatsächlich wird, hängt allerdings stark von Hülle, Waffe und Build ab. Genau deshalb braucht das Balancing noch Feintuning.

Dazu passt die teilweise merkwürdige Verteilung der Checkpoints. Manchmal liegen zwei beinahe nebeneinander. Danach marschiere ich gefühlt einmal quer durch Fallgrim, ohne einen weiteren zu sehen. Besonders bei Dungeons hätte ich mir direkt am Eingang einen sicheren Rücksetzpunkt gewünscht.

Auch bei der Benutzerfreundlichkeit gibt es Luft nach oben. Builds lassen sich nicht komfortabel speichern. Für die Karte wünsche ich mir mehr Marker und unterschiedliche Symbole. Ein Kompass wäre ebenfalls hilfreich. Das Inventar könnte übersichtlicher sein und einige Beschreibungen der Tarsteine erklären ihre Wirkung nicht eindeutig genug.

Kleinigkeiten summieren sich ebenfalls. Es fehlt beispielsweise ein klarer visueller Hinweis, wenn genügend Ressourcen für ein Level-up vorhanden sind. Andere Meldungen tauchen dagegen ausgerechnet mitten im Kampf auf. Der Radius zum automatischen Einsammeln von Gold ist ebenfalls unnötig klein. Das sind keine Katastrophen, aber genau diese Details trennen ein sehr gutes Spiel von einem nahezu perfekten.

Die Mortal Shell 2 Steuerung mit dem DualSense funktioniert grundsätzlich sehr gut. Bewegungen reagieren direkt, das schnellere Kampfsystem passt hervorragend zum Controller und auch Paraden sowie Ausweichmanöver lassen sich präzise ausführen. Probleme bereitet eher das Lock-on. Gelegentlich schlagen Angriffe trotz anvisiertem Gegner ins Leere. Bei bestimmten Kreaturen bewegt sich die Spielfigur zudem etwas merkwürdig um das Ziel herum.

Noch störender ist gelegentlich die Kamera. Besonders in engen Räumen kann sie zum eigentlichen Endgegner werden. Hinzu kommen vereinzelt seltsame Kamerabewegungen, obwohl die Kamera auf manuelle Steuerung eingestellt ist.

Bei der Zugänglichkeit geht Mortal Shell 2 einen interessanten Weg. Über ein entsprechendes Siegel lässt sich das Abenteuer deutlich entschärfen. Wer hauptsächlich die Welt erkunden möchte oder mit dem regulären Soulslike-Schwierigkeitsgrad nichts anfangen kann, bekommt damit eine Alternative. Allerdings werden bei dessen Verwendung offenbar sämtliche Trophäen deaktiviert. Das finde ich unnötig restriktiv. Eine bessere Lösung wäre gewesen, lediglich bestimmte schwierigkeitsabhängige Trophäen zu sperren.

Nach dem regulären Abenteuer warten Night Mode und New Game Plus. Der Night Mode klingt zunächst spannender, als er letztlich ist. Die Welt wird dunkler und gefährlicher, einige Bereiche und Ereignisse sind nur nachts verfügbar. Ich hatte mir allerdings eine deutlich stärker veränderte Version von Fallgrim mit neuen Geheimnissen, besonderen Gegnern und exklusiven Belohnungen erhofft.

Ein Highlight gibt es dennoch. Ein zusätzlicher Dungeon wird komplett aus der Ego-Perspektive gespielt und kombiniert Horror-Atmosphäre mit gelungenen Rätseln. Genau davon hätte ich gerne mehr gesehen. Der Rest des Night Mode ist aktuell hauptsächlich Fallgrim bei ausgeschaltetem Licht und mit schlechter gelaunten Bewohnern.

Auch New Game Plus bleibt hinter meinen Erwartungen zurück. Nach rund 85 Stunden hatte ich zwar immer noch Spaß, die große Motivation zum erneuten Absuchen jedes Winkels war aber verschwunden. Gerade ein Spiel, das so stark von seiner Erkundung lebt, müsste im NG+ mehr neue Überraschungen und bessere Belohnungen verteilen.

Screenshot von Mortal Shell 2

Grafik & Sound

Optisch gehört Mortal Shell 2 zu den Spielen, die weniger durch klinischen Fotorealismus und mehr durch eine starke eigene Bildsprache überzeugen. Fallgrim ist dreckig, düster, morbide und stellenweise herrlich grotesk. Genau so muss diese Welt aussehen.

Die verschiedenen Regionen unterscheiden sich deutlich genug voneinander und sind mit vielen kleinen Details versehen. Ruinen, Wälder, unterirdische Anlagen und bizarre Bauwerke erzeugen eine dichte Dark-Fantasy-Atmosphäre. Auch Gegner, Bosse und insbesondere die unterschiedlichen Hüllen sind hervorragend gestaltet.

Manchmal meint es das Spiel allerdings etwas zu gut mit dem Nebel. Ich mag düstere Atmosphäre, würde aber gelegentlich trotzdem gerne sehen, wohin ich eigentlich laufe.

Auf der PS5 Pro präsentiert sich Mortal Shell 2 insgesamt sehr ansehnlich, technisch besteht allerdings noch Verbesserungsbedarf. Während meines langen Tests kam es immer wieder zu störenden Rucklern. Vereinzelt blieb das Bild sogar ungefähr eine Sekunde komplett hängen. Mehrfach bin ich außerdem durch die Spielwelt gefallen oder irgendwo stecken geblieben.

Solche Probleme treten nicht permanent auf und haben mir den Spaß nicht verdorben. Bei einer Wertung in dieser Größenordnung müssen sie aber erwähnt werden. Mortal Shell 2 sieht stellenweise fantastisch aus, könnte technisch jedoch noch ein paar kräftige Politurdurchgänge vertragen.

Akustisch passt das Spiel hervorragend zur düsteren Welt. Der Soundtrack drängt sich nicht permanent in den Vordergrund, unterstützt die Atmosphäre aber wirkungsvoll und setzt insbesondere in wichtigen Situationen passende Akzente.

Auch das Sounddesign der Kämpfe überzeugt. Waffen besitzen ordentlich Wucht, Treffer fühlen sich entsprechend mächtig an und die teilweise grotesken Kreaturen klingen genauso unangenehm, wie sie aussehen. Kopfhörer sind gerade in dunklen Dungeons definitiv keine schlechte Idee. Für den Puls kann ich allerdings keine Garantie übernehmen.

Eine deutsche Sprachausgabe gibt es nicht. Gesprochen wird auf Englisch, während deutsche Bildschirmtexte zur Verfügung stehen. Die englischen Sprecher liefern insgesamt eine überzeugende Leistung ab und passen mit ihrer oftmals düsteren, eigenwilligen Art sehr gut zur Atmosphäre. Eine deutsche Synchronisation wäre zwar komfortabel gewesen, wirklich vermisst habe ich sie während meines Tests aber nicht.

Screenshot von Mortal Shell 2

Fazit

Mortal Shell 2 ist genau die Art von Fortsetzung, die ich mir gewünscht habe. Cold Symmetry hat nicht einfach mehr vom Gleichen produziert, sondern das Konzept des Vorgängers mutig erweitert. Die Open World passt hervorragend zum Fokus auf Erkundung, die Hüllen spielen sich angenehm unterschiedlich und das schnellere Kampfsystem funktioniert auch ohne Ausdauer erstaunlich gut.

Mortal Shell 2 weckt bei mir immer wieder Erinnerungen an Elden Ring, geht dabei aber selbstbewusst seinen eigenen Weg. Die Welt ist kompakter, die Systeme sind weniger komplex und ich muss keine Doktorarbeit über Charakterwerte schreiben, um einen funktionierenden Build zusammenzustellen. Trotzdem gibt es genügend Freiheiten, um mit Hüllen, Waffen, Tarsteinen und Siegeln ausgiebig zu experimentieren.

Vor allem die Erkundung hat mich gepackt. Hinter der nächsten Ecke wartet erstaunlich oft tatsächlich etwas Interessantes. Optionale Dungeons, Abkürzungen, Geheimnisse und überraschend clevere Rätsel sorgen dafür, dass ich auch nach vielen Stunden freiwillig vom direkten Weg abgebogen bin.

Mortal Shell 2 beweist, dass eine Open World nicht gigantisch sein muss, um sich nach einem großen Abenteuer anzufühlen.

Perfekt ist das Abenteuer trotzdem nicht. Balancing und Progression brauchen noch Feintuning. Einige Gegner sind unnötig zäh, manche Angriffskombinationen übertrieben aggressiv und die Schwierigkeit der Bosse schwankt teilweise erheblich. Dazu kommen eine nicht immer zuverlässige Kamera, Probleme beim Lock-on und einige fehlende Komfortfunktionen.

Auch technisch gibt es auf der PS5 Pro noch Baustellen. Kurze Freezes, Ruckler, Festhängen und gelegentliche Ausflüge unter die Spielwelt passen nicht zu einem Titel, der ansonsten so hochwertig wirkt.

Night Mode und New Game Plus hätten ebenfalls deutlich mehr Potenzial. Gerade der Ego-Horror-Dungeon zeigt eindrucksvoll, wie spannend eine stärker veränderte Nachtversion der Welt hätte werden können. Momentan fehlt beiden Modi langfristig der zusätzliche Anreiz, den ich nach einem ausgiebigen ersten Durchgang erwartet hatte.

Trotzdem reden wir hier über Kritik auf hohem Niveau. Nach rund 85 Stunden hatte ich immer noch Lust, Mortal Shell 2 zu spielen. Das schaffen nicht viele Spiele. Noch wichtiger: Ich habe einen großen Teil dieser Zeit nicht deshalb investiert, weil irgendeine Fortschrittsanzeige noch bei 87 Prozent stand, sondern weil ich wissen wollte, was hinter dem nächsten Berg, in der nächsten Ruine oder am Ende des nächsten Dungeons wartet.

Der Vorgänger bekam von mir bereits starke 9,0 Punkte. Mortal Shell 2 macht noch einmal einen deutlichen Schritt in die richtige Richtung. Es ist größer und abwechslungsreicher, bietet mehr spielerische Freiheit und verliert trotzdem nicht die Identität der Serie.

Wo andere Open Worlds mit Quadratkilometern protzen, punktet Mortal Shell 2 mit Entdeckerdrang.

Für die perfekte 10 fehlen momentan noch technischer Feinschliff, besseres Balancing, einige wichtige Quality-of-Life-Funktionen sowie interessantere Endgame-Inhalte. Eine 9,5 ist deshalb für mich die passende Wertung. Nicht weil Mortal Shell 2 nahezu fehlerfrei wäre, sondern weil seine Stärken die vorhandenen Probleme über weite Strecken vergessen lassen.

Wer Elden Ring liebt, aber gerne eine etwas kompaktere und weniger komplexe Alternative hätte, sollte Mortal Shell 2 unbedingt ausprobieren. Fans des ersten Teils können ohnehin fast bedenkenlos zugreifen. Auch Soulslike-Spieler mit ausgeprägtem Entdeckerdrang bekommen sehr viel für ihr Geld. Wer dagegen schnell von hohen Schwierigkeitsgraden, wiederholten Bildschirmtoden oder gelegentlichen technischen Macken genervt ist, sollte zumindest den Easy Mode in Betracht ziehen – sofern die Trophäen keine Rolle spielen.

Angesichts des Umfangs und eines Preises unterhalb vieler aktueller Vollpreistitel ist das Preis-Leistungs-Verhältnis ausgezeichnet. Ich habe viele Stunden in Fallgrim verbracht und längst nicht jede davon war perfekt. Erstaunlich viele davon waren aber verdammt gut.

Pro

  • Sehr gutes, schnelles Kampfsystem ohne Ausdauerzwang
  • Acht abwechslungsreiche Hüllen mit unterschiedlichen Spielweisen
  • Viele Builds, ohne unnötig kompliziert zu werden
  • Hervorragend gestaltete Open World mit vielen Abkürzungen und Geheimnissen
  • Zahlreiche optionale Dungeons und überraschend clevere Rätsel
  • Starke Dark-Fantasy-Atmosphäre und gelungenes Gegnerdesign

Contra

  • Balancing benötigt noch Feintuning
  • Ruckler, kurze Freezes und gelegentliche Bugs auf PS5 Pro
  • Kamera und Lock-on machen immer wieder Probleme
  • Einige wichtige Quality-of-Life-Funktionen fehlen
  • Night Mode und New Game Plus schöpfen ihr Potenzial nicht aus

Wertung

Testergebnis:95%

9.5Hervorragend

Kaufempfehlung

85% Kaufempfehlung

85%Sehr empfehlenswert

Getestet wurde Mortal Shell 2 auf PS5 von Tobias Creter. Das Spiel lag uns zum Zeitpunkt von unserem Test in Version 1.000.007 vor. Das Test Exemplar / der Review Code für Mortal Shell 2 wurde uns von Playstack kostenlos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!