Roboter-Anime „Geppy-X“ im Stil der 70er · Test
Getestet auf PS5. Ebenfalls erhältlich für PS4, Xbox, Switch & PC.
Veröffentlicht am 28.07.2026 von Soul-1
Das 1999 Shoot’em Up Hommage der 70er Mecha Anime
Auch ursprünglich bekannt als das Japan exklusive “70’s Robot Anime Geppy-X", das für die erste PlayStation erschien. Eines der klassischen experimentellen Spiele seiner Zeit. Mit der Einführung der CD-ROM und der Möglichkeit mehrere Discs einzusetzen kam anscheinend das Entwicklerstudio Aroma darauf, eine Annäherung der klassischen 70er Mecha Anime als Shoot’em Up wie z.B. R-Type oder Gradius umzusetzen. Durch die vielen Sequenzen wurden insgesamt 4 CDs gebraucht. Das berühmte “The X-Files” Spiel kam beispielsweise in 7 Discs, während Klassiker wie Final Fantasy 7, The Legend of Dragoon ebenfalls 4 Discs benötigt haben.
Da Geppy-X den klassischen Anime nachempfunden wurde, gibt es zu jeden Kapitel ein Intro sequenz, einfach animierte Einführungen, eine scherzhafte Werbepause nach der ersten Phase eines Kapitels, animierte Finisher Angriffe, einfach animierte Zwischensequenzen teilweise mit sehr simplen 3D vorgerenderten Videos und ein animiertes Outro. Das alles wird auch noch mit einem Soundtrack voller Gesang verziert.
Interessanterweise ist das Spiel der Getter Robo Reihe nachempfunden. Trotz der lang anhaltenden Popularität hat die Reihe nicht viele Spiele bekommen, aber dafür ist sie ein Stammgast in der Super Robot Wars Reihe.
Es war also ein sehr ambitioniertes Projekt, das durch die Produktion überzeugen sollte. Doch wie ist das Gameplay und welche Opfer mussten erbracht werden?
Eine weitere gute Nachricht ist das es eine kostenlose Demo für alle verfügbaren Platformen gibt.
Eine geballte Packung an Hommage
Geppy-X ist ein sehr japanisches Spiel mit verschiedenen Hommagen an unterschiedlichen bekannten japanischen Popkultur. Beispielsweise besteht Geppy-X aus drei Einheiten, die sich zusammen in einen riesigen Mech transformieren können und das in drei Variationen.
Super Robot War Spieler werden die Ähnlichkeit zu der Getter Reihe sofort erkennen.
Weiterhin lief zur Zeit der Entwicklung die Gundam Reihe After War Gundam X (1996 Erstausstrahlung). Darauf ist die Benennung Geppy-X zurückzuführen. Später wird der Einfluss noch eindeutiger.
In der Story sieht man ziemlich schnell den maskierten Charakter Jyag. Der Sprecher? Shuichi Ikeda auch bekannt für seine Rolle als Char Aznable in Gundam.
Emulation und Restauration
Da die ursprüngliche Firma Aroma aufgelöst wurde, ist leider sehr viel Material verloren gegangen. Darunter auch der Source Code. Dementsprechend läuft diese Version über eine spezialisierte Emulation. Ich glaube Akira Yamato hat sogar erwähnt, dass bei einem der Bosskämpfe ein Bug ausgebessert wurde. Es gab also neben den extra Features auch kleine extra Arbeiten am Hauptspiel.
Am wichtigsten ist aber der Fakt, dass der Erschaffer es anscheinend geschafft hat, die Betacam Tapes der Anime-Sequenzen aufzuheben. Dies bedeutet, dass die neue hochauflösende Version original abgetastet wurde. Es ist also ein waschechtes Remaster ohne die berüchtigten künstlichen digitalen Ausbesserungen.
Eine Nachricht von einem der Erschaffer: Akira Yamato (Aus der offiziellen englischen übersetzt)
“Wir wollten es nie auf eine schlaue weise machen”
“Ganz ehrlich gesagt, gab es für unsere Ambitionen keine Grenzen.
Als ich den ursprünglichen Vorschlag und Szenario für Geppy-X geschrieben hatte, füllte ich es mit allem was ich geliebt hatte. Jede Idee, Anspielung und jeden Traum den ich in einem Mecha/Robot Anime sehen wollte. Dann kam der rest vom Team zum Einsatz und führte diese Leidenschaft noch weiter. Was ursprünglich als die Vision eines einzelnen angefangen hat, wurde zu etwas größerem jenseits unserer Vorstellung.
Rückblickend war es keine (finanziell?) schlaue Art, ein Spiel zu entwickeln.
Geppy-X ist exzessiv, Over-the-top und geht viel zu weit. Aber manchmal ist es genau das, was es braucht, etwas aus dem Herzen zu erschaffen.
Jede Parodie, Hommage und anscheinliche unnötige Details wurden aus der tiefgreifenden Liebe für die Unterhaltung, die unsere Kindheit geformt hat, erschaffen. Sie sind nicht nur im Spiel als Scherze oder Anspielungen, sondern unsere Art, den Geist einer Ära zu erhalten, den wir nie vergessen wollen.
Der fehlende kommerzielle Erfolg nach der Veröffentlichung in 1999 war herzzerreißend. Für eine lange Zeit konnten wir es nicht mal ertragen, das Material von der Entwicklung anzusehen.
Aber Geppy-X ist nie verschwunden.
Eine kleine Leidenschaftliche Community hat es immer weiter entdeckt, darüber geredet und es mit anderen über die Jahre geteilt. Genau durch diese loyalen und leidenschaftlichen Fans konnte dieses Spiel lange genug überleben, um eine neue Generation zu erreichen.
Heutzutage glaube ich nicht, dass Geppy-X nur den Erschaffern gehört. Diese neue Version existiert aufgrund aller, die daran geglaubt haben, dass dieses Spiel eine weitere Chance verdient.
Ich danke euch aus tiefstem Herzen!
Akira Yamato
Original Scenario Writer & Planner
Hier ist der Link zum japanischen Blogpost mit der gleichen Nachricht und ein wenig mehr. (click)
Außerdem hat er auf Twitter eine andere Version vom Nebencharakter Atlanger geteilt, die potenziell in der "The Movie" auftauchen sollte. Doch leider hat man es nicht geschafft.
Die letzte Hoffnung der Menschheit: Geppy-X (?)
Es ist das Jahr 197X, die Menschheit ist aktuell im Frieden, doch dieser währt nicht lange, denn es droht eine Versklavung oder Vernichtung durch außerirdische Invasoren. Das normale Militär ist dem technologischen Fortschritt der Gegner nicht gewappnet und es sieht so aus, als ob es keine Hoffnung mehr gäbe…
In der Nähe vom Berg Fuji liegt das geheime Labor von Dr. Kureishi (leichte Anspielung auf das Wort “Crazy”/Verrückt) der sich anscheinend genauf auf so ein Geschehnis vorbereitet und dafür drei Fahrzeuge entwickelt hat: X-1, X-2 und X-3. Als Piloten wurden anscheinend drei Freunde ausgesucht Kei (der “Anführer”), Jin (der “Playboy”) und Riki (der “Kämpfer). Doch diese drei Fahrzeuge beherbergen ein Geheimnis. Durch das Vereinigen aller drei entsteht die neue Hoffnung der Erde: Der Mecha Geppy-X!
Fast keine Entwicklung
Da Geppy-X nur eine Parodie und ein einfaches Spiel ist, wurde auf eine großzügige Geschichte verzichtet. Stattdessen ist es einfach eine Handlung, bei der sie von einem Kampf zum nächsten kommen.
Abzweigungen in der Handlung
Bei einem bestimmten Kapitel “verzweigt” sich die Handlung auf eine geringfügige Weise. Alle Verzweigungen sind sich relativ ähnlich bzw. Budgetfreundlich. Bei einem der Zweige gibt es eine kleine Extra Nebenstory.
Extra Modes
Hier sind alle zusätzlichen spielbaren Charaktere verfügbar. Gleichzeitig haben einige zusätzlich geringfügige Handlungen, die extrem kurz sind und keine extra Animationen haben.
Darunter beispielsweise Star Geppys.
Wie würde eine amerikanische Produktion aussehen? Es ist zwar nicht Ganz genau zu erkennen, aber durch das Wort “Star” könnte man davon ausgehen, dass es vielleicht eine Anspielung auf “Saber Rider and the Star Sheriffs” (Bismark in Japan, aber starke Unterschiede) sein könnte.
Update: Laut Akira Yamato hat Geppy-X nichts mit Bismark zu tun, abgesehen davon das MIQ am Sound von beiden gearbeitet hat.
Beim Gameplay gibt es keine Änderung, doch Farben und Namen sowie genannte Regionen sind geändert, wie z.B. Änderung von metrischen Meter auf amerikanisch Fuß. Es gibt also kleine Verliebtheit zu Details.
Atlanger ist die Hommage zu Grendizer und stellt die Geschichte dar, wenn Geppy-X nicht rechtzeitig hergestellt wäre. An sich ist es die identische Handlung mit dem Unterschied, dass Atlanger weniger Probleme hat. Weiterhin gibt es bei einigen Episoden scherzhafte Skits, bei denen die Leute bei Geppy Hauptquartier anrufen, um bei Atlanger nach Hilfe zu rufen.
Zwischenfazit Story
Über die Story gibt es nicht viel zu erzählen. Schließlich wurde auf eine tiefgründige Erzählung verzichtet und stattdessen ist es eine Parodie, die eher auf den Schultern von Anspielungen und Scherzen steht. Es ist unterhaltsam für das was es ist.
Das besondere ist nicht unbedingt die Handlung selbst, sondern die extrem aufwendige Präsentation und die vielen kleinen Hommagen.
Über das gesamte Spiel konnte ich keine technischen Fehler entdecken, aber es gab ein oder zwei Stellen bei den Filmsequenzen die nicht übersetzt wurden.
Inhalt
Geppy-X ist ein Spiel mit horizontalem Inhalt, d.h. Anstatt einer langen Kampagne steht die Wiederspielbarkeit im Vordergrund. Neben drei Schwierigkeitsgraden gibt es drei Abzweigungen in der Hauptkampagne, ein “Boss Rush” Film, Star Geppy alternativ Budget Kampagne und 4 alternative “Charaktere” teilweise ebenfalls mit Budget Kampagne die durch alle Hauptkampagne Levels gehen.
Zum erleben vom kompletten Inhalt, ausgenommen Schwierigkeitsgrade, kann man mindestens mit ca. 10 Stunden Spielzeit rechnen. Eine volle Runde der Kampagne dauert ca. Eine Stunde.
Soweit ich sehen konnte, gibt es fast keine Anweisungen für die Freischaltung der Extra-Charaktere. Da es Spoilers sind, werden die Bedingungen am Ende des Reviews mit den Cheat Codes Alternativen angegeben.
Natürlich kommt es auch mit modernen Features wie Rewind, Schnellfeuertasten und Quick Save/Load. Man muss sich also keine Gedanken machen, dass das Spiel zu schwer sein könnte. Alleine das Rewind Feature ist bereits vergleichbar mit einem God Mode.
Weiterhin gibt es die Spielanleitung in digitaler Form, inklusive Übersetzungen.
Wie ein Anime?
Es wurde bereits am Anfang erwähnt, dass das eigentliche besondere an diesem Spiel der Aufbau ist. Es gibt insgesamt zwei animierte Intros und Outros. In der Mitte gibt es auch noch animierte scherzhafte Werbepausen. Wichtig ist auch zu erwähnen, dass mit Ausnahme der Zusammenfassung am Anfang einer Episode alle Gespräche vertont sind.
Wer das eine oder andere Mal mit Video und Sound Dateien hantiert hat, wird wissen, dass diese Sachen sehr viel Speicherplatz beanspruchen. Vor allem bei einer 650/700 MB CD. Neben dem Lizenzen sind das die Hauptgründe warum die Originalsprachen in der PS1- und PS2 Ära eher selten waren.
Einige Extra-Charaktere wie z.B. Robo 64 haben extra vertonte Mission Einführung mit Standbild.
Keine extra Inhalte
Es ist zwar bekannt das vieles verlorengegangen ist, aber anscheinend hat das eine oder andere Material überlebt, denn in der Limited Edition gibt es anscheinend ein extra Booklet davon.
Ich finde man hätte es wenigstens als digitalen Extra Inhalt ins Spiel integrieren können. Schließlich ist die Spielanleitung bereits drinnen.
Hier muss man wirklich sagen das es in diesem Bereich im Vergleich zu den Konami Klassiker Kollektionen versagt hat.
Gameplay & Steuerung
Bei der Steuerung werden ursprünglich sechs Tasten verwendet: Angriff 1, Angriff 2, Seitenwechsel, Ultimativer Angriff, Formwechsel A und Formwechsel B bzw. Unverwundbarkeit Schild. Bei den zwei freien Tasten gibt es neuerdings Schnellfeuertasten für den jeweiligen Angriff.
Weiterhin können die zwei Angriffe aufgeladen und somit stärkere alternative Angriffe eingesetzt werden. Eine sehr wichtige Funktion.
Im gegensatz zu anderen Shoot’em Ups hat man hier Lebensenergie, 2 Leben und 3 Credits. Die Lebensenergie ist zwar Fest, doch der Schaden ist je nach Angriff des Gegners variabel und es ist auch möglich die Lebensenergie durch das Einsammeln von Objekten zu regenerieren.
Natürlich gibt es auch Upgrades. Die Haupt- und die Zweitwaffe können bis zu vier Mal gestärkt werden. Beim verlieren eines Lebens wird eines der Upgrades um einen Punkt reduziert.
Interessanterweise sind die Strecken mit normalen Gegnern relativ kurz und dafür gibt es pro Kapitel zwei Bosskämpfe. Nach jeder Episode kann man bei einem der 15 Slots speichern. Mit dem neuen Quick Save Feature gibt es 4 Slots die zu jederzeit verfügbar sind.
Die Kunst vom Shoot’em Up spielen: Gezielte Konzentration
Wer Shoot’em Ups kennt der wird sicherlich das Bild kennen, wie der Bildschirm voller Gegner und deren Schüsse ist. Für den Nicht- Kenner ist es vielleicht unverständlich, wie man bei so einer Situation manövriert. Die Antwort ist einfach: Sicht, Position und Voraussicht.
Normalerweise schaut man gerne immer auf die eigene Einheit und das funktioniert auch bei den normalen Runden, da die Gegner meistens mit der Zeit verschwinden.
Bosskämpfe sind hier etwas anders. Wer sich nur auf das Ausweichen konzentriert, der wird Schwierigkeiten haben, die Bosse zu treffen. Auf kurz oder lang bricht man zusammen und eine defensive Spielweise ist hier nicht wirklich von Vorteil.
Stattdessen ist es vielleicht besser, die Sicht auf die Schwachstelle vom Boss zu halten und die eigenen Schüsse dort hinzuführen, damit der stetige Kontakt zum Angriff gehalten wird. Bei Angriffen des Gegners blickt man zurück zur eigenen Einheit, um die Ausweichmanöver zu kalkulieren.
Durch das stetige Treffen des Gegners wird dadurch der Kampf kürzer und die Konzentration wird weniger beansprucht.
Ein sanfteres Tempo
Geppy-X ist kein gewöhnliches Shoot’em Up. Die Kadenz von Level zu Boss ist generell mit ca. Einer Minute ziemlich kurz gehalten. Klassiker wie Ikaruga und Gradius liegen vielleicht mehr in Richtung 2 Minuten. Das soll natürlich nicht heißen, dass es schwieriger oder leichter ist. Ganz im Gegenteil, es liegt eigentlich im Standard.
Doch diese kürzere Kadenz macht es weniger anstrengend. Zusätzlich kommt auch noch die langen Pausen zwischen den Runden: Intro, Handlung, Werbepause, Ende, Outro.
In anderen Shoot’em Ups geht es im Vergleich Schlag auf Schlag zu, da sie mit einer Arcade Mentalität entwickelt wurden und dort heißt es jede Sekunde zählt. Schließlich müssen die Münzen fließen.
Geppy-X bietet hingegen eine Heimkonsolen Philosophie, bei der der Spaßfaktor etwas ausgeweitet wird. Weiterhin wird nach dem ersten durchspielen die Option für unendliche Credits freigeschaltet.
Das Gameplay im Detail
Was macht Geppy-X anders? Einiges! Zum einen hat die eigene Einheit nach Getter Robo Art drei verschiedene Formen und alle haben ihre eigenen unterschiedlichen Angriffe. Also 2 normale und zwei aufgeladene, das macht sage und schreibe 12 Angriffsmöglichkeiten. Weiterhin unterscheiden die sich auch in Geschwindigkeit und Angriffskraft, d.h. Es gibt eine Balance, schnelle (2x) und langsame (1/2x) Form. Die Verwandlung ist unverwundbar und kann dementsprechend fürs Ausweichen eingesetzt werden. Allerdings gibt es kurz danach eine verwundbare Pause, bei der die Einheit sich nicht bewegen kann.
Alle Upgrades gelten für alle Formen, d.h. Es ist vollkommen egal welche Form das Upgrade einsammelt. Sie gilt für alle.
Die verschiedenen Formen bieten unterschiedliche Fähigkeiten. Allerdings gibt es einen Liebling für Anfänger und zwar die X2 Form, denn der geladene Hauptangriff greift automatisch alle Gegner auf dem Bildschirm an. Dies wurde nochmal von Akira Yamato auf Twitter bestätigt. Zwar ist es nicht so stark, aber dafür können die schwärmenden schwachen Gegner relativ leicht besiegt werden.
Der eigentliche Spaß liegt darin, nicht unbedingt das Optimum zu finden, sondern einfach zu experimentieren.
Vorhin wurde auch die Lebensenergie erwähnt. Es ist ein weiteres Kissen für den Schwierigkeitsgrad, denn verschiedene Gegner richten unterschiedlichen Schaden an. Man fängt standardmäßig mit 300 an und der Schaden kann von 10 bis zu knapp unter 100 gehen.
- Das Leveldesign
Auch hier ist die Design Philosophie wiederzuerkennen. Geppy-X verzichtet nämlich zum größten Teil auf tödliche Fallen oder Hindernisse. Im Austausch werden gerne teilweise größere Gegner eingesetzt, die mehr vom Bildschirm einnehmen. Man kann sich also so ziemlich voll auf die Gegner konzentrieren.
Wie viele andere Genre-Kollegen sind die Upgrades bei bestimmten Gegnern fixiert. Allerdings glaube ich nicht, dass sie besonders markiert sind. Es lohnt sich also, sich deren Positionierung für zukünftige Runden aufzumerken. Die Upgrades machen einen riesigen Unterschied.
- Die normalen Gegner
Es gibt eine große Menge unterschiedlicher Gegner. Viele erscheinen fast ausschließlich in ihre jeweiligen Levels. Kleinere schießen gerne Kleinkaliber im Streuschuss und man kann hier mit ca. 10 Schaden rechnen. Diese haben auch meistens sehr wenig Durchhaltevermögen und können mit wenigen Schüssen erledigt werden.
Große Gegner richten interessanterweise zum größten Teil nicht so viel Schaden an, aber dafür haben sie die Fähigkeit, den Bildschirm mit unterschiedlichen Angriffen zu füllen.
Mittelgroße sind entweder leicht oder extrem gefährlich. Als Beispiel gibt es den Jyakku, eine Hommage an Gundams klassischen Zakku. Diese sind meistens nicht so stark.
Allerdings gibt es auch gut gepanzerte Gegner in dieser Größenordnung, die es richtig in sich haben, vor allem in den letzten Levels. Es ist empfehlenswert, eine gute Strategie gegen sie zu entwickeln.
- Die Bosse
Eines der Gameplay-Highlights. Jede Episode hat zwei Levels mit jeweils individuellen Bossen mit relativ viel Lebensenergie, die glücklicherweise auch angezeigt wird. Es kommt also einiges zusammen.
Interessanterweise haben viele von den übergroßen Gegner mehrere verwundbare Punkte, d.h. Angriffe, die entweder penetrieren oder eine größere Angriffsfläche haben, können auf diese Weise höheren Schaden anrichten. Das soll nicht heißen, dass lineare Angriffe schwach sind. Der aufgeladene Angriff von X1 ist ein Strahl, der trotzdem sehr stark ist.
Bei einem der Bosse muss man nicht mal die Lebensanzeige entleeren und kann alternativ durch das Zerstören der einzelnen Punkte sogar noch schneller besiegt werden.
Der Schwierigkeitsgrad kann von sehr leicht zu sehr schwer gehen. Selbstverständlich ist der letzte Boss eine richtige Herausforderung.
- Die Extra Mode Einheiten
Insgesamt gibt es vier zusätzliche spielbare Einheiten bzw. Fast fünf denn bei einem gibt es ein heftiges Upgrade, sodass es wohl die mächtigste Einheit im Spiel ist.
Alle diese Einheiten gehen durch die gesamte Kampagne mit einer einzigen Ausnahme, bei dem eines der Levels aufgrund der Handlung abgekürzt wird.
Insgesamt haben lediglich zwei von den Einheiten eine eigene Handlung (Atlanger und Robo64) mit leichtem Budget.
Für Geppy-X gibt es mit Star Geppy eine pseudo amerikanische Parodie die ein wenig an "Saber Rider and the Star Sheriffs" erinnert, die eine relativ stark geänderte/amerikanisierte Fassung von "Star Musketeer Bismark" ist.
Zwischenfazit Gameplay
Es ist ziemlich eindeutig, dass hier kein technischer Kampf um die Shoot’em Up Krone stattfindet und stattdessen wurde hier versucht, eine etwas andere Art von Spaß ins Spiel zu bringen. Ich würde sogar sagen, dass es gut gelungen ist.
Es ist nicht zu schwierig, dass man schnell das Handtuch wirft und auch nicht so leicht, dass es sich von selbst spielt. Teilweise gibt es kurze Momente, bei denen die Entwickler gerne den Schwierigkeitsgrad in die Höhe treiben. Da Geppy-X immer in drei Formen kommt, ist es möglich sich ein wenig mehr Spielzeit herauszuholen indem Hausregeln wie z.B. Nur X3 Form oder keine X2 Form Kampagne eingesetzt werden.
Vor allem mit den neuen Features wird den Spielern neue Möglichkeiten gegeben, es auf eine gemütlichere Weise zu erleben.
Für Hardcore Spieler die gerne alles Meistern gibt es natürlich auch noch die Hi-Score Funktion.
Grafik & Sound
Wie bei anderen klassischen PlayStation Spielen verwendet Geppy-X Sprites und 3D. Letzteres ist offensichtlich nicht so gut gealtert und wird hauptsächlich für das Intro von einigen Bossen vor dem Kampf eingesetzt. Abgesehen davon besteht das Gameplay hauptsächlich aus Sprites, das sich trotz der niedrigen Auflösung ziemlich gut gehalten hat.
Alle Levels unterscheiden sich optisch stark voneinander und jedes davon hat auch, abgesehen vom Jyakku, seine exklusiven Gegner. Es wird also visuell nicht langweilig.
Beim Sound haben die Entwickler es richtig ernst gemeint. Denn der Soundtrack besteht auch aus neue exklusive Musikstücke von berühmten Anime Komponisten/Sänger wie Akira Kushida (Xabungle und Dragon Ball Super), Isao Sasaki (Galaxy Express, Gatchaman) und Hironobu Kageyama (Dragon Ball Z Cha-La Head-Cha-La und Gründungsmitglied von JAM Project).
Auch bei den Sprechern wurde nicht gegeizt. Shuichi Ikeda (Char Aznable aus Gundam), Akira Kamiya (Nagare Ryouma aus Grendizer), Ichiro Nagai (Dragon Ball als Karin), Gorou Naya (Yamato als Captain Tokita Juuzou), Sho(w) Hayami (Orguss als Katsuragi Kei), usw.
Es ist wohl keine Übertreibung zu behaupten, dass die Entwickler auf einer Mission waren, eines ihrer Kindheitsträume zu erfüllen.
Fazit
“Roboter-Anime “Geppy-X” im Stil der 70er” ist selbst bei heutigen Standards ein Unikat. Mit einer ungewöhnlichen Mischung aus Shoot’em Up und dem Versuch von Kindheits-Anime nachzuempfinden ist mit Geppy-X ein Monument aus den Träumen der Entwickler entstanden. Ein Monument, das mittlerweile zu einem Kultklassiker Relikt geworden ist und aktuell Preise verlangt von €200 bis zu über €500!
Es ist ziemlich eindeutig, dass das gesamte Spiel hauptsächlich eine große Hommage an die Mecha-Anime der 70er ist, die mit unzähligen Anspielungen verziert wurde.
Auch das Gameplay überzeugt mit viel Inhalt und einem etwas anderen Shoot’em Up Design Philosophie.
Für einige könnte der etwas überdurchschnittliche Preis von €39,99 etwas hoch aussehen, doch man muss hier zugeben, dass die Spiele innerhalb des Shoot’em Up Genre nicht mal ansatzweise an die aufwendige Produktion von Geppy-X drankommen. Ehrlich gesagt ist es vielleicht sogar fragwürdig, ob so ein Projekt zur heutigen Zeit noch möglich wäre.
Geppy-X ist vielleicht das einsteigerfreundlichste Shoot’em Up, da es etwas anderes bietet als nur sorgfältig verarbeitetes Gameplay, das den Spieler an dessen Grenzen bringen sollte. Weiterhin ist es auf jeden Fall ein Spaß für Robo/Mecha Fans.
Für Videospiel-Liebhaber, die gerne ein Stück Videospielgeschichte in den Händen haben möchten, ist die Import Händlerversion aus Asien oder Japan wärmstens zu empfehlen. Vor allem die Limited Edition, wobei ich hier nochmal die Entscheidung vom fehlenden digitalen extra Inhalten im Spiel kritisieren muss.
Insgesamt zeigt sich Geppy-X als ein außergewöhnliches Spiel, bei dem die Entwickler an die Grenzen ihrer Realität angelangt waren, d.h. Man merkt, dass es eigentlich noch viel mehr im kreativen Tank der Entwickler gab, aber Zeit und Budget sind wie immer die spielverderber.
Trotzdem ist es ein gut gelungenes, einzigartiges Spiel. Auch wenn es an seine Grenzen gestoßen ist und die eine oder andere spürbare potenzielle Lücke hat.
Cheats
Wer das gesamte Spiel in allen Routen durchgespielt hat, inklusive “The Movie", der hat möglicherweise trotzdem nicht alle Extras freigespielt. Bei mir haben beispielsweise R-64 Robo und Queen Fairy noch gefehlt.
Glücklicherweise gibt es eine Alternative für alle, die das gesamte Spiel nicht nochmal durchkämmen möchten… Cheats!
Es werden alle im Startbildschirm eingegeben und richten sich nach den PlayStation Tasten. Wichtig ist zu erwähnen das die letzte eingabe gleichzeitig geschehen muss:
- Wild John
Oben, unten, rechts, up, unten, rechts, oben + Dreieck
- Atlanger
Links, rechts, rechts, unten, links, links, rechts + Dreieck
- R-64 Robo
Oben, oben, unten, unten, rechts, links, rechts + Dreieck
- Queen Fairy
Links, rechts, links, unten, unten, rechts, rechts + Dreieck
- Star Geppy
Unten, links, links, unten, unten, rechts, rechts + Dreieck
Pro
- Lockerer Shoot'em Up mit Transformation und kurzzeitige Unverwundbarkeit
- Drei leicht Unterschiedliche Wege in der Handlung
- Außergewöhnliche Anime TV Programm Präsentation
- Viele spielbare Charaktere
- Sehr viele versteckte Hommagen für Mecha Fans
- Extra leicht Budget Story für einige extra Charaktere
- Hochwertige exklusive Musik und berühmte Sprecher
Contra
- Fast keine Handlung außer große Bedrohung
- Fast auch keine Charakterentwicklung
- Eine einzige gleiche Kampagne ohne Variationen für alle Charaktere
- Für hardcore Shoot'em Up Fans möglicherweise zu unkompliziert
- Keine Remaster Bonusinhalte
Wertung
8.0Gut
Kaufempfehlung
75%Empfehlenswert
Getestet wurde Roboter-Anime „Geppy-X“ im Stil der 70er auf PS5 von Soul-1. Das Spiel lag uns zum Zeitpunkt von unserem Test in Version 1.00 vor. Das Test Exemplar / der Review Code für Roboter-Anime „Geppy-X“ im Stil der 70er wurde uns von PR Hound kostenlos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!

































































