Review

Ghost of Tsushima

Veröffentlicht am 22.07.2020 von Makes87

Ghost of Tsushima

Werde zum Geist der Insel Tsushima

Schon mit Infamous hat Sucker Punch bewiesen, dass Sie die Entwicklung von Open World Spielen beherrschen. Ihr erster und letzter PS4 Titel Infamous: Second Sun war der dritte Ableger der Superhelden Open World Reihe. Nun wagen sich die amerikanischen Videospielentwickler mit Ghost of Tsushima in das feudale Japan und die Welt der Samurai. Ob Ghost of Tsushima nur ein weiteres Open World Spiel ist oder ein würdiger Abschluss einer grandiosen Reihe von Exklusivtitel der Playstation Generation, könnt ihr in diesem Review erfahren.

Ghost of Tsushima

80 Samurai, eine Insel und tausend Mongolen

Die Geschichte von Ghost of Tsushima beginnt im Jahr 1274. Die Insel Tsushima wird von tausenden Mongolen angegriffen und es stellen sich Ihnen nur 80 Samurais entgegen. Schnell wird klar, aufgrund der Überzahl der Mongolen ist der Kampf aussichtslos. Hier endet das historische Ereignis und beginnt die fiktive Geschichte von Ghost von Tsushima. Der Samurai Jin Sakai stürzt sich an der Seite seines Onkels in den Kampf. Die Überzahl der Mongolen wird Jin dabei zum Verhängnis, die Samurai verlieren den Kampf und Jin's Onkel wird gefangen genommen. Als Jin wieder aufwacht, haben die Mongolen bereits einige Teile der Insel übernommen, plündern und zerstören Dörfer. Hier beginnt nun eure Reise als Jin Sakai in Ghost of Tsushima. Um zum Geist zu werden, muss Jin in einem inneren Konflikt den Samurai-Kodex in Frage stellen um so alle Herausforderungen zu meistern.

Ghost of Tsushima

Gameplay & Steuerung

Der Hauptteil des Gameplay Loops in Ghost of Tsushima besteht auf Kämpfen und Erkunden, damit werdet ihr den größten Teil des Spiels verbringen. In den meisten Fällen müsst ihr euch durch eine Menge an Mongolen kämpfen. Um diese Kämpfe zu bewältigen müsst ihr eure Fähigkeiten erweitern und verbessern. Die meisten Erweiterungen gibt es aber nur in dem ihr auch andere Tätigkeiten außer Hauptquest abschließt, was wiederum zum Erkunden der Insel einlädt um so mehr Freischaltungen zu entdecken. So werdet ihr Stunden mit eurem Pferd durch Tsushima reiten um Alles zu entdecken. Denn nur so erreicht ihr das volle Potenzial des Kampfsystems, wie z.B. die 4 verschiedenen Haltungen und weitere Gadgets, die euch mehr Möglichkeiten bieten Kämpfe zu bestehen. Gerade durch die verschiedenen Gegnertypen macht es erst richtig Spaß wenn ihr alle Kampfhaltungen und Items zur Verfügung habt. Ohne zu sehr ins Detail zu gehen, Ghost of Tsushima bietet viele verschiede Freischaltungen: Kampftechniken, passive Talisman Fähigkeiten, Rüstungen mit verschiedenen Boni. Trotz der Vielfallt ist das System und die Freischaltung übersichtlich und nicht zu komplex.

Neben dem Kämpfen und Erkunden gibt es verschiedene Gameplayelemente die immer wieder für frischen Wind sorgen. Zum Einen gibt es keine direkte Navigation über das User Interface, stattdessen leitet euch die Windrichtung zu eurem markierten Gebiet. Bestimmte Tiere, wie z.B. Füchse, leiten euch zu spezifischen Punkten, die nicht auf der Karte markiert sind.
Kämpfe werden abwechslungsreich gestaltet durch die Möglichkeit, die von Mongolen besetzten Gebiete entweder mit Schleichen zu befreien oder in dem ihr die Gegner herausfordert. Dabei marschiert ihr direkt mit gehobenen Katana in das Gebiet und fordert die Gegner heraus, so habt ihr die Möglichkeit mit richtigem Timing direkt mit einem Schlag Gegner zu eliminieren.
Auch Boss Kämpfe werden speziell inszeniert, dabei wechselt die Kameraposition und auch eure Kampfmittel Möglichkeiten werden limitiert, so wird jeder Bossfight zu einem epischen Katana Duell.

Ghost of Tsushima

Grafik & Sound

Selten hat ein Spiel so viele gute Screenshot Kulissen geliefert wie Ghost of Tsushima, egal wo ihr mit Jin hinreist, es bietet sich immer an den Fotomodus zu aktivieren und die traumhaften Szenerien zu fotografieren. Eine große Rolle spielt dabei die einzigartige Flora. Die Bäume, Büsche und Sträucher sorgen im Zusammenspiel mit dem Wind immer wieder für einzigartige atmosphärische Erlebnisse. Auch wenn sich Gebäude in den Dörfern oft wiederholen, bietet die Umgebung allgemein genug Abwechslung. Auch alle Rüstungen von Jin sind sehr detailliert ausgearbeitet.

Egal ob japanische oder deutsche Tonspur, wie immer bei Sony Exklusiv-Spielen ist die Synchronisation wieder auf einem Top Niveau. Neben den Sounds beim Kämpfen überzeugt auch der Soundtrack mit richtig guten und passenden Liedern.

Ghost of Tsushima

Pro

  • Wunderschöne, atmosphärische Spielwelt
  • Nebenquest interessant gestaltet
  • Große Open World, lädt zum Entdecken ein
  • Fotomodus liefert immer einen guten Screenshot
  • Schnellreise mit kurzen Ladezeiten
  • Viele liebevolle Details

Contra

  • Kamera bei Kämpfen, keine Gegner Fixierung
  • Kampfhaltung gegen viele Gegnertypen erst spät freigeschaltet
  • Feinschliff fehlt: teilweise unpassende Animationen, Clipping-Fehler, Hängenbleiben an Gegenständen
  • Erzwungene Stealth Missionen

Fazit

Ghost of Tsushima ist ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite ist die tolle atmosphärische Open World, die zum Erkunden einlädt. Auf der anderen Seite die vielen Open World typischen Sammelaufgaben , mit denen ihr regelrecht erschlagen werdet. Dabei sorgen eine wunderschöne Spielwelt und herumfliegende Blätter immer wieder für ein Fotomotiv während ihr euch durch die immer gleichen Mongolen Klone schlachten müsst. Auch fehlt der letzte Feinschliff. Bei einigen Animationen wie beispielsweise bei Herausforderungen werden öfter einige Charaktere mit unrealistischer Animation in die Szene positioniert. Positiv hingegen sind die für ein Open World Spiel sehr kurzen Ladezeiten auch bei Schnellreisen.

Das Kampfsystem entfaltet sich erst richtig nachdem ihr alle Kampfhaltungen freigeschaltet habt und ihr euch dann wie ein Samurai mit eurem Katana durch die Mongolen kämpft. Mit der Zeit erhaltet ihr dabei immer mehr Möglichkeiten und Samurai Fähigkeiten um die Mongolen zu bekämpfen. Das Kampfsystem macht Spaß, hat aber Kamera Probleme, die besonders in engen Räumen auffallen. Kämpfe werden unübersichtlich und aufgrund der fehlenden Gegner Fixierung kann es schon mal passieren, dass ihr den gerade bekämpften Gegner erstmal wieder mit einer Kameradrehung suchen müsst.

Alle Haupt- und Nebenquests erzählen dabei nicht nur einzelne interessante Geschichten sondern liefern auch bei Beendung verschiedene Belohnungen. Die mehrstufigen Quest könnt ihr dabei jederzeit pausieren und später fortsetzten. Neben den Quests gibt es viele Sammelaufgaben, die dazu dienen euere Werte oder Ausrüstung zu verbessern. So bieten Quests und Sammelaufgaben immer genügend Motivation.

Ist Ghost of Tsushima nun ein würdiger Abschluss der aktuellen Konsolen Generation ? Wer gerne Open World Spiele spielt und sich schon immer mal als Samurai durch das feudale Japan reisen und kämpfen will, sollte auf jeden Fall zugreifen.

Getestet wurde Ghost of Tsushima auf PS4 von Makes87. Das Spiel lag uns zum Testzeitpunkt in Version 1.04 vor.

Das Test-Exemplar / der Review-Code für Ghost of Tsushima wurde uns von Sony Interactive Entertainment Europe kostenlos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!